Maskierter Strolch (Reduvius personatus)-Bilder

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    • Maskierter Strolch (Reduvius personatus)-Bilder

      Hallo zusammen,

      heute möchte ich Euch einen raffinierten, einheimischen Lauerjäger in der Insektenwelt vorstellen.

      Die Große Raubwanze (Reduvius personatus), volksmündlich auch Maskierter Strolch, Kotwanze, Staubwanze genannt.

      Diese Namen beruhen auf die eigenartige Tarnung der Larve, welche mit den Hinterbeinen Staub oder Schmutzpartikel der Umgebung auf ihren Körper und Beine verteilt. Diese Partikel bleiben an klebrigen Drüsenhaaren haften und werden nach jeder Häutung erneuert. Die Antennen und die Haftpolster an den Vorderbeinen, welche dem Beutefang dienen, werden stets sauber gehalten. Hierdurch sind die Larven in ihrer Umgebung derart gut getarnt, dass man sie oftmals erst entdeckt, wenn sich die Tiere bewegen.
      Erwachsene Tiere besitzen diese Fähigkeit nicht mehr. Diese sind geflügelt und haben eine braunschwarze Grundfärbung.

      Die Große Raubwanze ist mit einer Größe von bis zu 18 mm. die größte einheimische Wanzenart. Sie ist in ganz Europa bis nach Nordafrika verbreitet, in Nordamerika wurde sie eingeschleppt. In den nördlichen Verbreitungsgebieten ist sie jedoch an menschliche Behausungen gebunden. Bei uns in Mitteleuropa kommt sie jedoch auch im Freiland vor. Hier ist sie dann unter loser Rinde, Mauerspalten, Baumhöhlen, Nistkästen und ähnlichen Verstecken zu finden.
      Die Tiere sind jedoch auch Kulturfolger und kommen in Dachstühlen, Kellern und Scheunen vor.

      Die Große Raubwanze ist nachtaktiv und macht Jagd auf Insekten und andere Arthopoden bis zur eigenen Körpergröße.
      In menschlichen Behausungen machen sie unter Anderem auch Jagt auf Vorratsschädlinge und auch Bettwanzen.
      Die Beutetiere werden mit dem Saugrüssel angestochen und durch den giftigen Speichel gelähmt, vorverdaut und ausgesaugt.
      Der Stich ist auch für den Menschen äußerst schmerzhaft, jedoch für gewöhnlich ungefährlich. Daher sollten die Tiere nie mit bloßer Hand angefaßt oder gar gefangen werden.
      Sie leben als Einzelgänger und zumindest die Larven sind kannibalisch.

      Die Entwicklungsdauer beträgt für gewöhnlich ca. ein Jahr. Bei schlechten Futterbedingungen kann sich die Entwicklung jedoch bis zu drei Jahre hinziehen.
      Adulte Tiere findet man in den Sommermonaten. Oft werden Lichtquellen angeflogen. Die Weibchen legen die Eier lose und einzeln an geschützten Stellen ab.

      Hier nun ein paar Bilder der gut getarnten Larven:


      Mit Beute:


      Hier noch ein Videozusammenschnitt der Larven beim Beutefang:


      Viel Spass beim Betrachten dieser faszinierenden Raubwanzenart.

      LG, Heiko