Richtig Makros machen?

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    • Richtig Makros machen?

      Hallo zusammen

      Ich habe seit kurzem eine Canon 600D und hab mal versucht Makros zu machen ( siehe Bild des Tages ) ich finde die Bilder sind nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut. Was habt ihr für Tipps für solche Aufnahmen?
      Ich habe ein sehr altes Makro Objektiv mit hilfe eines Adapters montiert, zudem davor noch eine Art Vergrösserung?
      Makro: Canon Lens FD 100mm 1:4 s.c
      Zwischenstück: Canon extension tube FD 50

      Kann mir jemand verständlich erklähren was ich da genau habe und ob das was taugt für solche Ameisenfotos?
    • Re: Richtig Makros machen?

      Hallo Ramon,

      angesichts der auch für Semesterferien späten Stunde, im Moment nur ein paar allgemeine Tipps.
      Zu Kamera und vorallem Objektiv können dir Dominik und Mathias hier vielleicht noch etwas genaueres schreiben. Sie nutzen beide Canon-DSLRs. Persönlich bin ich froh, mich gerade so halbwegs in die Objektivmaterie von Sony und Minolta eingearbeitet zu haben und der Dritthersteller Tamron und Sigma. Das ist eine Wissenschaft für sich. ;) Wobei das Tamron 90mm Makro in seinen ?3? Varianten wohl bei Hobbyfotografen recht weit verbreitet ist. (Ich nutz das ebenfalls.)

      Du beziehst dich auf diese Fotos hier, gehe ich mal von aus:
      eusozial.de/viewtopic.php?f=78&t=1431&start=240#p17860
      Die ersten beiden sind doch ganz hübsch. :) Beim dritten fehlt das Auge des Tiers, bzw. geht im Schwarz unter. Dazu unten mehr.

      Also mal ganz allgemeine Tipps:

      Das Fotografieren selbst:
      - Mit der Kamera auf Manuell fotografieren (Einstellung M)
      - ISO-Einstellung auf 100 oder 200 (also niedrig, sonst rauscht es gerade im Makrobereich)
      - Bei normalem Licht braucht es einen Blitz und Blendenstufen von ca. 14-20 (Blende ist meist mit "A" angegeben)
      - Dazu eine Zeit wählen, z.B. 1/100 Sekunde, dann Probefoto machen und schauen ob die Belichtung ok ist. Sonst länger oder kürzer belichten oder die Blende vergrößern (Heißt: kleinere Blendenzahl) und wieder testen
      - Da du meist ähnliche Lichtverhältnisse hast (gleiche Terrarienlampe an), kriegst du die Einstellungen nach einer Weile gut raus
      - Wenn du weiter "reinzoomst", sprich die Ameise vergrößerst beim fotografieren, dann nimmt das Licht ab. Sprich: umso größer die Ameise auf deinem Kameradisplay, umso dunkler wirds. Dunkler wirds auch, wenn du die Tiefenschärfe erhöhst (größere Blendenzahl A) oder die Belichtungszeit veringerst (z.B. nur 1/160 Sekunde statt 1/40 Sekunde) oder die ISO - Zahl runtersetzt (also z.B. ISO 100 statt ISO 200).
      - manche Kameras haben noch eine Blitzkompensation, weiß nicht ob das bei Canon auch so heißt: wenn du hier auf einen Pluswert stellst, wird stärker geblitzt...das Foto wird heller
      - heller wirds auch, wenn du einen hellen Untergrund hast, auf dem die Ameise fotografiert wird...da dieser dann mit reflektiert und das Tier ausleuchtet
      - alle Einstellungen sind immer ein Kompromiss aus Helligkeit, Tiefenschärfe und Belichtungszeit
      - damit ein Foto scharf wirkt, ist es wichtig, dass die Augen der Ameise scharf sind. Ein scharf fotografierter Gaster mit unscharfen Augen, wirkt insgesamt unscharf...man schaut automatisch erstmal auf den Kopf des Tiers.
      - Knackiger wirken die Fotos häufig, wenn hinter dem Tier ein Abstand zum nächsten Objekt (Hintergrund) ist. Also die Ameise freigestellt ist.
      - Hohe Ausschussquoten bei Makros sind normal. Wenn dir 1 von 10 Bildern gefällt und gut getroffen ist, dann bist du gut bedient. Also beim fotografieren auch auf Masse setzen. ;)

      Nachbearbeitung:

      Geht z.B. mit Zoner Photo Studio free oder Irfan View.
      Phil hat hier mal eine schöne Anleitung geschrieben:
      eusozial.de/viewtopic.php?f=14&t=298

      Wichtig ist beim verkleinern, das richtige Nachschärfen. Wenn du Bilder auf Forengröße verkleinerst, verlieren sie an Schärfe...die muss durch Nachschärfen wieder rausgeholt werden. Ohne es zu übertreiben, sonst bilden sich unschöne Treppchen und Artefakte im Bild. Geblitzte Bilder sind oft etwas Blass, auch hier kann man entweder etwas mehr Farbe reinbringen oder an dem Histogramm rumdrehen...das führt für allgemeine Tipps aber jetzt für den Moment zu weit.

      Allgemein verwendete Begriffe:
      Blende: Je kleiner die Blende (große Blendenzahl z.B. 20), desto geschlossener ist das Objektiv, desto Dunkler wirds. Gleichzeitig nimmt die Schärfentiefe zu.
      Schärfentiefe: Ist der Grad, wieviel im Foto scharf ist und ab wo es unscharf wird. Im Makrobereich sind das Millimeter bis Zentimeter die scharf sind.
      Belichtungszeit: Umso kürzer belichtet wird, umso "eingefrorener" ist die abgebildete Bewegung und umso weniger kannst du verwackeln. Umso dunkler wirds aber auch.
      ISO: Sensorempfindlichkeit. Umso höher die ISO-Zahl, umso heller wirds. Umso mehr rauscht es aber auch.
      Rauschen: Zu Filmzeiten trat das eher als Körnchen im Bild auf. Bei der Digitalfotografie hat man dann Fehlpixel (Farbpixel die da nicht hingehören) oder Pixelrauschen, dass das Bild schwammig oder körnig aussehen lässt.
      Freistellen: Einen möglichst hohen Abstand zwischen Objekt (Ameise) und Hintergrund haben. Die Ameise ist scharf, der Hintergrund dann cremig-unscharf. Das sieht oft recht gut aus.
      Histogramm: Ist eine Balkenanzeige/Diagramm, die von links (dunkel/schwarz) bis rechts (hell/weiß) geht. Ausgewogen ist sie im allgemeinen, wenn die höchsten Ausschläge in der Mitte sind und nach links und rechts abfallen...und dabei möglichst über das ganze Diagramm gehen. Viele Kameras bieten das als zuschaltbare Anzeige an. Das Histogramm zeigt mit der Verteilung der Helligkeiten auch die Dynamik an. Ausgewogene Bilder mit ausgewogenem Histogramm wirken oft dynamischer, also einfach gesagt hübscher. (Das ist aber sehr allgemein jetzt und gilt nicht immer.)


      Es kommen sicher auch noch andere Tipps und Ergänzungen von weiteren Nutzern hier dazu. :)

      LG
      Marcel
    • Re: Richtig Makros machen?

      Hallo,

      ich kenne mich mit Spiegelreflex usw. nicht sonderlich gut aus, da ich ein Kompaktkamera-Fotograph bin. Marcel hat ja schon einiges geschrieben.
      Was ich besonders betonen möchte: Üben, üben, üben! Das ist das Wichtigste überhaupt. Experimentiere gerne rum, besonders was das Licht angeht. Fotographie braucht seine Zeit, und oftmals sind unter 100 Versuchen nur ein paar brauchbare Bilder dabei. Scheue nicht davor, ruhig mal ein paar hundert Bilder nur an ein Motiv zu verschenken. Geduld ist das Wichtigste beim Fotographieren, ein gutes Bild kommt nicht eben mal so nebenbei zustande.
      Mit der Zeit lernt man dann die Kamera besser kennen, und weiß, unter welchen Bedingungen man die besten Ergebnisse erzielt - dazu gehört dann auch herumexperimentieren sowohl von den äußeren Bedingungen her (d.h. Licht, Winkel, Abstand etc.) und auch von den Kameraeinstellungen her (Weißabgleich, ISO etc.).

      Grüße, Phil
    • Re: Richtig Makros machen?

      Hallo Ramon,

      sag mal, haben dir die Tipps von Phil und mir eigentlich was gebracht? War es verständlich oder eher nicht?

      Ist etwas schwer einzuschätzen, bei einer etwas komplexeren Materie, ob es was bringt, sich rund eine Stunde hinzusetzen und zu probieren sein angelesenes und ausprobiertes Halbwissen zu vermitteln.

      Wenn dann gar kein Feedback kommt, finde ich das persönlich etwas Schade und überlege ob das dann wohl vergebene Mühe ist. Ein Grund, warum ich in sehr großen Foren (u.a. Notebook/PC), wo das häufig vorkommt, schon länger nicht mehr aktiv bin. Und unserer kleines, persönliches Forum hingegen sehr schätze.

      LG
      Marcel
    • Re: Richtig Makros machen?

      Hallo Ramon,

      das freut mich, dass dir die Tipps was gebracht haben und auch verständlich waren. Wie gesagt: ohne Rückmeldung war das für mich halt nicht einzuschätzen. Bin gespannt, was für Makros bei dir in nächster Zeit entstehen. :)

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      Hallo Frank,

      dankeschön für den Zuspruch. Letzen Endes schreibt man ja Berichte, Tipps und macht Bilder, um anderen etwas hoffentlich interessantes zu lesen zu geben und um zu helfen. Sonst würde es ja auch eine private Bilder- und Berichtedatenbank tun. Das schreiben und aktualisieren kostet immer Zeit und Mühe, die es aber auf jeden Fall Wert ist, wenn jemand anderes davon etwas hat. Ohne Feedback ist man sich dann nach mehreren Berichten und Updates nicht mehr sicher, ob das wirklich der Fall ist.

      Dazu kommt, das Feedback, Fragen und Anregungen häufig von den gleichen Nutzern kommen. Und viele wohl wirklich nur (sehr) still mitlesen. Sieht dann halt doof aus, wenn die letzten 3 Kommentare unter einem Bericht alle vom Selben (der wenigen Stammschreiber des Forums) kommen. Wie wir das generell zum Thema machen können: da bin ich etwas ratlos und mir ist in den letzten Tagen auch nichts dazu eingefallen.

      LG
      Marcel