*Gigantiops destructor, Beobachtung und Haltung.

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    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      Ich hab am Wochenende gefüttert und neuen Zucker gereicht und siehe da, eine zweite Arbeiterin ist zu meiner Freude geschlüpft. Ich bin eigentlich noch immer etwas überrascht, denn als ich diese Jungkönigin "eintopfte" in ihr Aufzuchtbehältnis, machte ich mir ehrlich gesagt wenig Hoffnungen und jetzt läuft es so gut bei ihr.
      Schade, dass sie bis jetzt die einzige neue und begattete Jungkönigin ist ihrer Generation.

      Ein Belegfoto, leider nicht sehr gut, aber man sieht die zwei Arbeiterinnen und die Königin.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/cz8d1h8axwzk.jpg]

      Ich werde die kleine Bande wohl bald in ein kleines bepflanztes Terrarium mit Beobachtungsnest setzen.

      LG, Frank.
    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      Ich mach meine Drohung wahr und langweile Euch weiter mit dieser kleinen Kolonie....:)
      Am Wochenende haben die Kleinen ein eigenes kleines Terrarium bezogen, bepflanzt mit ein paar Orchideen und den bei mir allgegenwärtigen Fleissigen Lieschen. Mit etwas sanften Druck konnte ich die kleine Kolonie am zweiten Tag dazu bewegen, endlich das Nest zu beziehen. Nun haben sie sich bereits häuslich eingerichtet.

      Ein Blick in die Kinderstube der Kolonie.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/12wlzocg2716.jpg]

      Erstaunlich ist das Verhalten der Tiere. Sie haben wenig bisher gesehen und hatten nur wenige Eindrücke im früheren Aufzuchtbehältnis, alles ist jetzt für sie noch völlig neu und ungewöhnlich. So kommt es, dass diese Tiere im Vergleich zu den Tieren der anderen Gigantiops-Kolonie sehr scheu und aufmerksam sind gegenüber allem, was im Umfeld des Terrariums geschieht. Bei jeder Bewegung sind sie fluchtbereit, furchtsam drehen sie sich nach einigen Schritten um und taxieren die vermeintliche Bedrohung, dabei sich auf der Stelle hin und her bewegend, wohl um Entfernungen und Grösse der "Bedrohung" besser einschätzen zu können.

      Am Verhalten dieser Tiere und im Vergleich zu den Tieren der anderen, älteren Mutterkolonie ist zu sehen, dass die Tiere lernen und sich an Umweltbedingungen und -veränderungen gewöhnen können, zB. mit vermeintlichen Bedrohungen leben lernen und diese nach einiger Zeit als nicht gefährlich einschätzen können und dann auch kaum noch beachten.

      Ich glaube, diese Kolonie hier hat viel vor. Die wenigen Tiere, es sind nun übrigens schon drei Arbeiterinnen, ziehen ordentlich Brut auf.

      LG, Frank.
    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      Hallo Volker. Die Gigantiops sind Gewohnheitstiere und geben ungern ein bekanntes Nest auf. Selbst, wenn es ungemütlich wird darin, wenn zB. Licht einfällt usw., wollen die nur ungern ein neues, unbekanntes Nest beziehen. So war es auch bei diesen hier.
      Sie bewohnten ja noch ihr Reagenzglas, dass sie sehr nett ausgebaut hatten mit Zwischenwänden und enger "Eingangspforte", aber das sollten sie nun natürlich zugunsten des neuen Nestes an der Glasscheibe des Terrrariums verlassen. Nachdem ich zwei Tage gewartet hatte und sie immer noch nicht aus dem mittlerweile beleuchteten Reagenzglas ausgezogen waren, musste ich sanfte Gewalt anwenden und sie da rausholen. Sie also rausschütteln, was mir immer selber weh tut und mir etwas grob vorkommt. Ich mach das so sehr ungern. Ging aber schnell, und bei solchen Manövern sind diese Ameisen auch immer sehr umgänglich. Ihre guten Augen verführen sie dann geradezu dazu, erstmal zu verharren und zu gucken, nachdem man sie in solcher Weise aus dem Nest befördert hat. Sie rennen also nicht weg, reagieren nicht agressiv oder ähnliches. Eher erstmal scheu und abwartend, was nun wohl kommt. Sie gucken.. :shock: .
      Dann habe ich die wenigen Ameisen in ein anderes Reagenzglas gesetzt, die Brut in den Eingang des neuen Nestes befördert und mit einem kleinen Schlauch hineingeblasen. Anschliessend das Reagenzglas auf dem Eingang des neuen Nestes gesetzt und fixiert, nun begannen die Arbeiterinnen schüchtern und erst nach einiger Zeit den Eingang zu untersuchen. Offenbar rochen sie nun die Brut und Partikel des alten Nestes. Nach einiger Zeit erkundeten sie das Nest vorsichtig, fanden die Brut und nun zog die kleine Kolonie endlich um.

      Manchmal scheint mir, die Gigantiops zahlen auch einen Preis für ihre guten Augen. Sie sind damit im Aussendienst Einzelkämpfer und verstehen es weit weniger schlecht wie andere Arten, zu rekrutieren, auch dann, wenn es nötig und hilfreich ist wie bei Nestumzügen. Ihre Stärken in der Kommikation zwischen den Tieren der Art sind auf anderen Gebieten dafür wieder absolut einzigartig unter den Ameisen. Ihre Sehsinn aber lenkt sie immer wieder für lange Zeit von wichtigen Arbeiten ab, das passierte anderen Arten so nicht. Es kann dabei passieren, dass sie "vergessen", was sie tun "wollten" und sich einer anderen Sache zuwenden. Aber dieser Sehsinn und ihr etwas zerstreutes Wesen macht gerade die Gigantiops so einzigartig und auch liebenswert.

      LG, Frank.
    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      Das stimmt, Volker. Man macht halt seine Erfahrungen beim Umgang mit den verschiedenen Arten und die können sehr unterschiedlich sein bei den verschiedenen Arten. Die Gigantiops sind am Anfang recht schwierig für einen mit der Art noch unerfahrenen Halter. Ihr Kommunikationsverhalten und besonders ihre "mangelhafte" Rekrutierung macht es schwierig, die Tiere umzusetzen usw.. Andere Arten wie Cataglyphis oder die vielen auf Strassen spurenden Ameisenarten organisieren sich viel schneller und effizienter, was es mitunter dann leichter macht, mit ihnen umzugehen. Manchmal aber auch schwieriger....;)
      Vergleichen könnten man das Rekrutierungsverhalten der Gigantiops fast mit dem ebenfalls rudimentären Rekrutierungsverhalten der Myrmecia-Arten. Aber, immerhin ist es bei den Gigantiops üblicher und viel weniger selten, dass Nestgenossinnen getragen werden und diese Tiere scheinen den Weg während des Getragenwerdens zu erlernen. Myrmecia trägt auch Nestgenossinnen, aber ungeordneter und nicht immer in "bequemer" Paketstellung der Getragenen. Getragen wird aber, wie bei den Myrmecia nur bei Kolonieumzügen und so ist dies die einzige Form und Gelegenheit der Rekrutierung bei den Gigantiops. Futterstellen und Jagdgründe werden individuell erkundet und nicht gemeinsam ausgebeutet, höchstens durch Zufall bei gemeinsamen Auffinden der Nahrungsquelle.

      Manchmal werden solche Ameisen wie die Myrmecia oder Gigantiops als urtümlich bezeichnet. Das ist natürlich falsch und zu vereinfachend. Die Tiere können das, was sie können müssen und was sie in ihrem Lebensumfeld benötigen. Sie sind dabei erfolgreich und die Arten haben bis heute überlebt. Und sie können manchmal eben einiges, was anderen Arten nicht möglich ist. Da ist bei den Gigantiops das visuelle Erkennen von Artgenosen auf Distanz, optische Kommunikation auf Distanz zwischen den Artgenossen, Kommunikation bei der rituellen Begrüssung durch Austausch von Futter und Pheromonen.

      LG, Frank.
    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      "Frank Mattheis" schrieb:

      Manchmal werden solche Ameisen wie die Myrmecia oder Gigantiops als urtümlich bezeichnet. Das ist natürlich falsch und zu vereinfachend.

      Interessant dabei ist ja, dass zwar das Verhalten der Ameisen zum Teil recht urtümlich ist/erscheint, allerdings der Körperbau durchaus sehr hoch entwickelt sein kann.
      Zum Beispiel die Mandibeln von Myrmecia. Mit urtümlichen Mandibeln von Wespen oder Ameisen haben diese extrem verlängerten, spezialisierten Kiefer nichts mehr gemeinsam. Würde mich schon interessieren wie es zu dieser Entwicklung gekommen ist, da es bei vergleichbaren auch jagenden Arten nicht der Fall ist.
      Ähnlich ja auch bei Gigantiops, deren Augen und ihr Körperbau wirken alles andere als urtümlich.
      Primitives Verhalten und spezialisierte Körpermerkmale vereint, finde ich persönlich sehr spannend bei Ameisen.

      Eine Überlegung noch zu diesem Thema, ist die Fähigkeit zu springen, welche ja bei beiden Gattungen vorhanden ist, auch ein urtümliches Verhalten? Immerhin kommt es bei "modernen" Arten, so weit mir bekannt ist, nicht vor.
    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      Hallo Markus. Das mit dem Springen dieser Arten hat sicher auch mit ihren überlegenen visuellen Möglichkeiten zu tun, sie sehen gut und vor allem räumlich hervorragend auf solche kurzen Distanzen. Grosse, weit auseinanderliegende Augen ermöglichen das, denke ich. Ein leistungsfähiges Gehirn berechnet die Entfernung und den Sprung, ebenso, wie andere Insekten fliegend navigieren oder eben laufend. Ähnliches wie das Springen der Gigantiops und einger Myrmeciinen findet sich ja auch bei einigen anderen Arten wie den Harpegnathos, einigen anderen Ponerinen und auch Formicinen. Was diese kleinen Insekten können, besonders die sozialen oder wenigstens die brutpflegenden, nestbauenden, und unter denen vllt. wieder ganz besonders die fliegenden, die alle immer wieder zu ihrem Nest zurückkehren und mit traumwandlerischer Sicherheit im Raum navigieren, ist einfach beeindruckend und wird oft zu wenig gewürdigt.

      Über die Kiefern der Myrmeciinen hab ich auch manchmal nachgedacht, als ich in der glücklichen Lage war, solche Tiere hier zu beherbergen. Ich finde aber schon, dass es auch zu ihnen Parallelentwicklungen bei anderen Arten geben könnte. Wieder bei manchen Ponerinen und Formicinen, auch bei Myrmicinen. Vllt. entstanden solche verlängerten Kiefern in einer Zeit, als die Arten klein waren und wie zB. die Myrmoteras Springschwänze jagten oder eben zumindest auf ähnliche Weise jagten, wer weiss. Dabei waren dann auch gut entwickelte Augen oder Tastorgane, wie sie manche Arten ausgebildet haben, vorteilhaft. Manche Arten wurden vllt. grösser und die verlängerten Kiefer erwiesen sich weiterhin als vorteilhaft. Es ist ja immer erstaunlich, wie sanft, geschickt und vorsichtig diese Ameisen wie die Myrmecia oder auch Odontomachus mit diesen Kiefern umgehen können, wenn sie ein winziges Ei vorsichtig aufnehmen oder fragile Nestbauarbeiten verichten. Und wie kräftig sie damit zuschnappen können und eine Beute oder den Halter :) packen können.

      Ich finde auch das Spekulieren und Nachdenken über solche Sachen sehr spannend. Und legitim. Denn niemand wird je ganau sagen könen, warum nun alle diese Myrmecia solche verlängerten Kiefern ausbildeten, warum sie nur in dieser Region der Erde überlebten und hier sogar dominieren konnten, obwohl doch auch hier alle anderen konkurrierenden Ameisenverwandten mit etlichen Arten vorkommen und sogar noch einige andere, ebenfalls nur hier lebende usw.. Es wird immer nur Theorien geben, gute, nachvollziehbare und weniger gute. Wenn sich überhaupt jemand die Mühe und die Umstände macht, über diese Dinge nachzudenken und an ihnen zu forschen.

      Die Ameisen sind wie alle Tiere für sich genommen wunderbar, besonders und beeindruckend. Alles, was wir über sie wissen, ist nur unser menschliches, beschränktes und von unserem Bewusstsein und unserem Drang nach Orientierung gefärbtes Wissen und für sie, ihre Evolution und für das Leben allgemein völlig unwichtig. Selbst die Unterteilung in Arten ist genau genommen nur ein kleiner Unfug und völlig irrelevant, den wir Menschen eben unternehmen, um eine Ordnung in die Dinge zu bekommen, die unser winziges Intellekt übersehen kann. Die Natur kennt keine Arten und keine Ordnung. Aber lassen wir das lieber... Denn natürlich ist es wichtig für uns, "unser" Wissen zu vermehren und zu versuchen, tieferen Einblick zu bekommen.

      LG, Frank.
    • Re: Nachzucht bei Gigantiops.

      Die Party geht weiter und die Kolonie hat Nachwuchs. Heute schlüpfte wieder eine Arbeiterin, fürsorglich wurde sie von den Schwestern und der Mutter aus der Kokonhülle befreit.
      Leider ist es im kleinen Terrarium noch sehr feucht, scheint dann den ganzen Tag die Sonne durchs Fenster, schlägt sich auch im Nest Wasser an der Glasscheibe nieder und so ist es schwierig, halbwegs gute Fotos zu bekommen. Trotzdem, ich habs versucht und man erkennt die junge, blasse Arbeiterin inmitten der sie putzenden anderen Tiere.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1x8f4tnkx9ti.jpg]

      Übrigens sind die Gigantiops richtige Saubermänner, oder besser gesagt, -frauen. Obwohl die Glasscheibe im Nest so nass ist, wird sie nicht verschmutzt und mit Erde und Substrat zugebaut, um so das Wasser zu binden, wie das viele andere Arten dann gern tun.

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Nachzucht.

      Die Haltung der jungen Kolonie macht weiterhin viel Freude.
      Nun war ich eine Woche nicht da, trotzdem bereitete die Versorgung überhaupt keine Probleme. Einige Drosophila und ein Näpfchen mit Zucker genügte, um die Kolonie diese Zeit gut überstehen zu lassen. Ausserdem erjagen die Arbeiterinnen ständig Springschwänze, die es massenhaft im Terrarium gibt und so kann man eine solche Kolonie auch schon mal einige Tage unbetreut lassen.
      Heute gab es mal eine frischtote, halbwüchsige Grille, auch die wurde sehr gern genommen und sofort ins Nest geschleppt.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gr0891lbhb1w.jpg]

      Ich stelle fest, dass die Haltung im Artenbecken durchaus auch ihren Charme hat. Hier sind die Gigantiops nicht der Futterkonkurrenz durch andere Arten ausgesetzt. In diesem Becken leben neben dieser kleinen Gigantiops-Kolonie ja nur die schüchternen Myrmoteras, sie sind keineswegs eine ernstzunehmende Konkurrenz oder eine Beunruhigung für furagierende Gigantiops-Arbeiterinnen.

      In mir reift langsam der Entschluss und die Überzeugung, dass es besser ist, wieder auf die Haltung in solchen Artenbecken umzustellen. Ich werde wohl auch die Mutterkolonie dieser jungen Gigantiops-Kolonie wieder in einem etwas kleineren Artenbecken halten. Die grossen Gesellschaftsbecken sind interessant, man beobachtet manchmal Interaktionen zwischen den Arten, doch sind diese nicht immer friedlicher Natur und schaden u.U. die Ameisen auch dann, wenn es nicht zu Kämpfen und Verlusten infolge irgendwelcher direkten Auseinandersetzungen kommt. Die Schäden können dann indirekt sein, Konkurrenz und gegenseitige Verdrängung an den Futterplätzen, Stress infolge agressiver Begegnungen, Futtermangel trotz ausreichend vorhandenen Futters eben als Folge gegenseitiger Vertreibung und gegenseitigen Mobbings.
      Es ist ja klar, dass zB. solche Arten mit durchaus ähnlicher Lebensweise wie die Gigantiops und die Pseudomyrmicinen in der Terrarienhaltung oft aufeinandertreffen und da beide Arten ähnlich stark sind und ähnlich dominant, kann das zu Ausfällen führen und zu Auseinandersetzungen, die in der Haltung nicht erwünscht sind. Auch wenn sie und Mortalitäten durch sie im natürlichen Lebensraum normal sein werden, sind sie natürlich vom Halter nicht erwünscht. Niemand will ja Kämpfe und Konkurrenz, ob direkt oder indirekt, in seinem Terrarium provozieren.

      Problematisch ist dabei auch, dass schwärmende Geschlechtstiere der Gigantiops, insbesondere deren kleine Männchen, von den visuell und aktiv jagenden Pseudomyrmicinen leicht erbeutet werden könnten. Das muss verhindert werden.
      Ich werde also wohl in der nächsten Zeit das Gesellschaftsbecken abbauen und dann beide Gigantiops-Kolonien in seperaten Artenecken halten. Die Haltung der anderen tropischen Arten wie der Paraponera und der Pseudomyrmicinen werde ich dann aufgeben.

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Hallo Ameisenfreunde,

      hier mal Bilder der älteren Kolonie, also der Mutterkolonie der bisher in diesem Thread beschriebenen Jungkolonie.
      Auch diese Kolonie habe ich nun in ein kleineres Artenbecken umgesiedelt. Zwar schienen die Gigantiops immer gut im grösseren Terrarium neben den Paraponera und den Pseudomyrmicinen zurecht zu kommen, trotzdem wuchs die Kolonie nie wirklich. Das die Kolonie so klein blieb bisher, ist mir ein Rätsel, die Kolonie, aus deren Brut die Königin dieser Kolonie aufgezogen wurde, war in ihren Glanzzeiten um ein Vielfaches grösser und hatte sicher etwa 1000 Tiere.
      Diese Kolonie hier hat nun etwa 40 Arbeiterinnen und einige Jungköniginnen und wenige Männchen. Dazu gibt es Brut in allen Stadien und es schlüpfen regelmässig junge Arbeiterinnen, von denen auf den Bildern auch welche zu sehen sind.
      Fotos.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/piaune58jnl3.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/h4j09x8fil96.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/iomt5sd4qekr.jpg]

      Ich habe die Kolonie nun umgesetzt, weil ich natürlich hoffe, dass sie nun doch noch einmal etwas wächst und vllt. weitere Geschlechtstiere aufzieht. Die Alleinhaltung ist da sicher förderlich. Sie hat aber auch den Grund, dass mir diese Ameisen doch als besonders interessant und wichtig erscheinen. Dass sie für mich einzigartig sind, habe ich ja schon mehrfach gesagt.

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Glaubst du, daß ihnen irgendetwas fehlt, das in ihr Verhaltensspektrum gehört ?
      Sei es nun Klima (Herkunftsort?), Niststandort (kleinklimatische Bedingungen -hell-dunkel, polydom)Möglichkeit zu arteigenem Fouragierverhalten , Futter , oder da deine Ausgangsbasis ja sehr schmal war einfach eine schwächere Königin. Soweit ich deine Haltungsberichte gelesen habe dürfte es ihnen ja an nichts fehlen.
      Aber manchmal machen es Kleinigkeiten in der Tierhaltung aus. Ich habe lange Kakadus gezüchtet und erinnere mich noch als es bei einem Paar nicht und nicht klappte. Erst als ich einen Naturstamm mit ganz bestimmter Einflugslochgröße und abschälbarer Rinde (Roßkastanie) in die Voliere stellte klappte es. Die Tiere schälten als erstes die Rinde unterhalb des Einflugloches ab und puderten die blanke Stelle dick mit Federpuder ein, das dient dazu Schlangen (Australien!) den Weg zum Einflugloch zu erschweren. Ab da klappte es , sie fühlten sich sicher.

      LG
      Volker
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Hallo Volker,

      das ist eine tolle Geschichte mit den Kakadus und sie zeigt, wie sensibel Tiere sein können und wie individuell.
      Das ist wohl gut möglich, dass auch bei den Gigantiops irgendwas fehlt.
      Auch bei ihnen würde ich meinen, dass es besonders schwierig sein kann, ihnen alles zu bieten, was sie im Freiland, in ihrer Heimat bekommen, erleben und v.a. erbeuten. Diese Ameise erlebt ihre Umgebung sicher anders als die meisten anderen Ameisen anderer Arten, einfach weil diese Ameisenart sich in ganz besonderer Weise auf ihre visuellen Möglichkeiten verlässt. Das sogar so sehr, dass andere Möglichkeiten bei der Kommunikation und Orientierung im Raum, die andere Ameisenarten sehr erfolgreich machen wie die chemische Rekrutierung usw., bei den Gigantiops nicht vorhanden sind oder verloren wurden im Verlauf der Evolutiion.
      Schon die Jagd zeigt, wozu diesen Ameisen fähig sind. Sie jagen kleine Beutetiere, hetzen diesen sogar. Sie laufen davonhüpfenden Springschwänzen hinterher, versuchen diese aufzupicken und wenn sie wieder davon springen, verfolgen sie diese weiter. Sie flitzen hinter den Taufliegen oder Stummelfliegen hinterher, die ich ihnen anbiete und das manchmal über weite Strecken. Sie verfolgen ihre Beute optisch und laufen ihr dann nach, um sie zu packen. Das ist eine ganz andere Jagdtechnik als die Lauer- und Anschleichjagd anderer Ameisenarten mit guten visuellen Sinnen. Die Gigantiops verstecken sich nicht bei der Jagd, tarnen sich nicht durch Stillhalten, sie verfolgen erlegbare Beute offensiv und mit Selbstbewusstsein, wenn man das so sagen kann. Werden sie von grösseren Tieren oder hier dem Halter ;) entdeckt und bemerken das ihrerseits, verstecken sie sich ebenfalls nicht, versuchen erstmal nicht zu fliehen, sondern verlassen sich wohl auf ihre chem. Waffen und fixieren den Beobachter, um festzustellen, was der wohl vorhat. Kennen sie den bereits und haben das bereits mehrmals erlebt, gucken sie dabei nicht allzu lange und wenden sich bald wieder dem zu, was sie so vorhatten.
      Die erste Kolonie, die ich hielt und die die Mutterkolonie der älteren hier gezeigten Kolonie ist, hatte neben diesen Beutetieren eine weitere Beutetierart dauerhaft zur Verfügung. Im Terrarium lebte eine Kolonie kleiner, südamerikanischer Termiten. Termiten scheinen eine Hauptnahrung der Gigantiops zu sein. Es war immer interessant, zu beobachten, wie die Termiten erbeutet wurden. Die Gigantiops lernten, an den Enden der Tunnels der Termiten zu warten und dann zuzupacken, wenn eine Termite einen neuen Erdklumpen vermauern wollte und dabei unvorsichtigerweise den Kopf zu weit vorstreckte. Das war also eine andere Jagdmethode. Manchmal hockten mehrer Gigantiops-Arbeiterinnen an diesen Tunnelenden und beobachteten gemeinsam die Termiten, dabei abwechselnd miteinander kommunizierend und das Tunnelende beobachtend.
      Die ständige Versorgung der Gigantiops-Kolonie mit Termiten als Nahrung war vllt. der wichtigste Grund für das gute Gedeihen dieser Kolonie.

      Bei Gesprächen mit Gerhard Kalytta, der diese Ameisen ja sehr oft im Freiland beobachten konnte, erzählte mir dieser manchmal, dass starke Gigantiops-Kolonien oft in unmittelbarer Nähe zu Paraponera-Kolonien leben würden. Eine Wechselwirkung zwischen den beiden Arten konnte ich, zumindest bei mir in der Terrarienhaltung nicht feststellen, sie mag es aber im Freiland geben.
      Ich denke, dass es den Gigantiops in jedem Fall zugute kommt, wenn sie jetzt ihr Terrarium allein bewohnen können. Insbesondere die frechen und draufgängerischen Pseudomyrmex waren manchmal eine Störung und irritierten die Gigantiops, die es offenbar nicht gewohnt sind, dass kleinere Ameisen ihnen bei Begegnungen im Terrain oder an den Futterstellen nicht ausweichen und sogar Gegen- und Scheinangriffe machen. Mehr als einmal kam es wohl auch zu Kämpfen, es gab einige sterbende Gigantiops-Arbeiterinnen, die wahrscheinlich von Pseudomyrmex gestochen waren. Einmal beobachtete ich eine Gigantiops, die eine getötete Pseudomyrmex als Beute ins Nest eintrug. Beides ist unerwünscht, Auseinandersetzungen zwischen den Arten sind ja nicht Ziel meiner Haltung.

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Die jüngere Kolonie wächst weiterhin. Bleibt es bei dieser guten Entwicklung, wird sie etwa in einem halben Jahr ihre Mutterkolonie überholen, was die Individuenzahl angeht. Vorausgesetzt, die ältere Kolonie macht nun unter den geänderten Bedingungen nicht doch noch einen Sprung und legt wieder zu.
      In dem kleinen Terrarium der jüngeren Kolonie wachsen einige Pflanzen. Die wichtigste Pflanze ist das Fleissige Lieschen. Auch wenn diese Pflanze nun wirklich nichts Besonderes ist und für jedem Gärtner und Pflanzenfreund fast etwas "Schnödes" hat, so erfüllt sie hier doch hervorragend ihren Zweck. Immer wieder sehe ich die Arbeiterinnen der Gigantiops und der Myrmoteras die Nektarien der Pflanze abpatroullieren und absammeln. Die Pflanze bietet den Ameisen also Nahrung. Zudem ist sie ungeheuer robust, wenig lichthungrig und lässt sich leicht vermehren.
      Einige kleine Orchideen und andere Pflanzen wachsen hier ebenfalls, die Orchideen eher langsam und zögerlich, ihre Wurzeln sind im stets feuchten Boden, das ist natürlich nicht optimal, aber im kleinen Becken nicht anders hinzubekommen.
      Jedenfalls ist das Becken schön grün, alle Pflanzen sind gut eingewachsen, einige heim. Kräuter tummeln sich ebenfalls ungewollt aber gern gesehen darin und der kleine Lebenraum ist facetten- und nischenreich. Springschwänze verschiedener Arten tummeln am Boden und im Zwergendschungel sich neben Weissen Asseln und neben immer vorhandenen Drosophila.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/s7tf45ntb68p.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dnvcrvetwki1.jpg]

      Wiedermal ein Blick in die Brutkammer des Nestes der Kolonie. Es gibt nun sieben Arbeiterinnen und wie man sieht, einige Puppen, wenige Larven und einige Eier. Das Nest und die Sichtscheibe ist natürlich recht feucht, fotografieren daher nicht leicht.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3hb8t1ye9wiu.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Bei der grösseren und älteren Kolonie gibt es tatsächlich Grund zur Hoffnung. Es gibt bereits ein recht grosses Eipaket mit wirklich frisch gelegten Eiern, das ist wohl der wichtigste frühe Indikator, der anzeigt, dass es nun wieder mit dieser Kolonie aufwärts gehen kann.
      Eigentlich stand die Kolonie unter den bisherigen Haltungsbedingungen wohl vor dem Zusammenbruch. Warum das so ist und warum diese Kolonie immer so schwach blieb, die doch immerhin eine erfolgreiche Jungkönigin aufgezogen hatte, bleibt mir ein Rätsel.
      Vielleicht hat die jüngere Kolonie die ältere gerettet, denn ihre gute Entwicklung hatte sicher auch damit zu tun, dass ihr kleines Terrarium recht warm steht, nämlich auf einem Fensterbrett über einen Heizkörper. Die ältere Kolonie dagegen bewohnte ein Terrarium, das lediglich von der HQI-Lampe tagsüber erwärmt wurde und in dem die Temps zwischen tagsüber um 25 und nachts um 20 Grad schwankten. Zudem war das Klima eher trockenwarm, das kommt diesen tropischen Regenwaldbewohnern vllt. nicht wirklich zugute und ist nicht ganz optimal. Mit warmer, fast nasser Haltung mache ich bei der Art die besseren Erfahrungen. Ausserdem befand sich das Nest an einer äusseren Scheibe des Beckens, kann sein, dass hier auch mal die Temperaturen auf Zimmertemperatur sanken für einige Zeit. Das kann bereits zu kalt sein.

      Wie dem auch sei, das gute Gedeihen der jüngeren Kolonie brachte mich auf den Gedanken, die Haltung umzustellen und auf die Haltung anderer Arten in Gesellschaftsbecken zusammen mit den Gigantiops vorerst zu verzichten. Denn, wenn ich die Haltung meiner Gigantiops-Kolonien in den letzten sechs Jahren überdenke, stelle ich fest, dass die Art am erfolgreichsten war und die Kolonien am besten gediehen, wenn ich sie allein in feucht-warmen Terrarien hielt. Seit meinen Versuchen mit dem Treibhaus, das natürlich einen grossen Spass gemacht hat und andere schöne Beobachtungen vermittelte und seit ich die Gigantiops mit anderen grossen Arten zusammen halte, habe ich kaum noch Nachzuchten und die Kolonien bleiben eben klein. Das liegt sicher v.a. daran, dass in einem grösseren Terrarium oder gar in einem Treibhaus das Klima schwer konstant warm zu halten ist. Und natürlich brauchen Tiere aus den tropischen Breiten Wärme und manchmal auch Licht.

      Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, und dass mit mehreren Arten, dass tropischen Ameisen nicht die Wärme so gezielt suchen wie das andere Ameisen aus subtrop. oder gemässigten Breiten so erfolgreich tun. Es kann geschehen, dass trop. Arten in zu kühlen Nestern ausharren und der Halter meint, na gut, wenn ihnen das gefällt, wird es wohl richtig sein. Immerhin könnten sie ja an die Wärmelampe ziehen oder in einen andere warme Ecke. Das tun sie aber oft nicht. Möglicherweise fehlt vielen trop. Arten der Instinkt in der starken Ausprägung, der Ameisen aus anderen, winter- und manchmal sommerkühlen Breiten mitgegeben ist. Arten, die in Breiten leben, in denen es eine kühle Jahreszeit gibt, müssen den Sommer nutzen und beginnen manchmal so früh wie möglich mit der Brut. Sie suchen nach warmen, besonnten Brutplätzen im Frühjahr, manche Arten ziehen dafür zeitweise sogar um.
      Tropische Arten haben dieses Problem nicht in dem Umfang, überall ist es ausreichend warm und das ist es das ganze Jahr. Zeit und Wärme genug, überal an vielen halbwegs günsitgen Nistplätzen Nachkommen aufzuziehen. Daher könnte manchen trop. Arten der Instinkt in dieser starken Ausprägung fehlen, wie er anderen Arten mitgegeben ist, gezielt nach warmen Nistplätzen zu suchen. Trop. Ameisen können mit anderen Gefährdungen gut umgehen, Wassereinbrüchen im Nest, Bedrohungen durch andere Arten am Nest usw..
      Ich verlasse mich nun nicht mehr bei meinen trop. Arten darauf, dass die Tiere in einem Nest bleiben. Das ist für mich nicht ausreichend als Beweis dafür, dass sie in einem optimalen Nest mit optimalen Bedingungen wohnen. Und gerade, wenn es um Nistplatz-Opportunisten wie die Gigantiops geht, die sicher auch mal im Freiland warme Nistplätze bewohnen und nicht im tiefen Erdreich nisten, sondern eher in Baumhöhlen, hohlen Ästen, sogar leeren Bierdosen usw., gerade bei solchen Arten könnte Wärme besonders wichtig sein. Nicht zuletzt haben die Gigantiops-Kolonien im Freiland oft etliche Nebennester, so gibt es immer genügend Alternativen, auszuweichen und in den meisten der Nebennester werden die Bedingungen stimmen und werden sicher erfolgreich Nachkommen aufgezogen.

      Meine beiden Gigantiops-Terrarien stehen nun wie bereits gesagt auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper. So ist auch jetzt im Winter sichergestellt, dass es nicht zu "Kälteeinbrüchen" in den Nestern kommt. Um eine zu starke Erwärmung des Terrarienbodens zu vermeiden, habe ich die Becken auf eine 5 cm starke Styroporplatte gestellt. So ist der Boden im Auslauf immer gleichwarm und wärmetechnisch gepuffert. Die Nester befinden sich dabei für mich einsehbar an der fensterabgewandten Rückseite der Terrarien, also zum Zimmer hin. Die vom Heizkörper erwärmte, hier noch sehr warme Luft streicht an dieser Scheibe vorbei und so ist es in den Nestern mollig warm, durchgehend über 25 Grad.
      Erstmal scheint das gut zu funktionieren, denn wie gesagt, es gibt nun auch bei der älteren Kolonie ein neues, schönes Eipaket, was mich hoffnungsvoll stimmt...:) Hier mal zwei Beweisbilder.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/jcoubn63bpbi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1yvhcg7v686z.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Sag einmal Frank wie vermeidest du, daß sich in diesem feuchtwarmen Milieu im Boden Schimmel bildet? Ist zwischen Bodengrund(auf Flies möglicherweise?) und Terrarienboden ein Hohlraum in den die überschüssige Feuchtigkeit ablaufen kann? Sonst beginnt doch alles irgendwann zu modern. Oder hast du Entlüfter installiert , aber so ein kleiner Raum neigt ja zu heftigen Schwankungen was Temperatur und Luftfeuchtigkeit betrifft.
      Ich kenne das von kleinen Aquarien.
      LG
      Volker
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Hallo Volker,
      es gibt eine Lüftung, diese Becken sind von ExoTerra. Also oben Stahlgaze, an den Türunterseiten Lüftungen. Beide Belüftungen habe ich aber zum grossen Teil zugeklebt und versperrt, um dauerhaft eine hohe LF im Terrarium zu haben und dabei immer noch einen gewissen Luftaustausch.
      Meine Tropenterrarien sind immer so eine Art Hydrokultur. Im grossen Stil war das auch mein Treibhaus damals. Untere Bodenschichten grober, sauberer Split und Steine, darüber feinerer Split und auch Lavakies, als Bodenoberfläche Waldstreu, Moose, etwas Erde usw. So ist der Boden immer ein grosser Wasserkörper, in diesen kleinen Becken natürlich nicht sehr gross. Es ist natürlich wichtig, in die unteren Schichten bei der Einrichtung des Terrariums nicht zuviele organische, tote Pflanzenteile zu verbringen, es wäre ungünstig, wenn die dann im Wasser verrotten.
      Wasser steht immer im Boden, Höhe zwischen 1 und 3 Zentimeter, je nachdem, ob ich gerade nachgefüllt habe und wie gross die Becken sind resp. wie hoch der Boden ist. Es gibt also sozusagen Grundwasser im Boden. Ähnlich wie bei einer zu feuchten Hydrokultur.
      Die Pflanzen wurzeln dabei im Boden bis in die wasserführenden Schichten und bauen hier alle möglichen organischen Abbauprodukte ab. Was dann noch verwertbar ist in den oberen Schichten, übernehmen tausende Springschwänze, Weisse Asseln usw. Die füttere ich auch zu mit etwas Flockenfutter ab und an.
      Der Boden lebt also, es gibt keinen Schimmel und wenn er mal auftritt, zB. an liegengelassenen toten Futtertieren, wird er samt dieser von den kleinen Bodentierchen weggefuttert.

      Flies oder Gaze verwende ich nie im Boden. Käme für mich auch nur in Frage, wenn ich damit das unkontrollierte Anlegen von Zweignestern im Boden bei meinen Ameisen verwenden wollte, denn ich will ja, dass die Pflanzen die wasserführenden Schichten mit kräftigen Wurzeln erreichen.
      Das Unterbinden grosser, tiefgehender Zweignester im Boden erreiche ich aber mit den schweren Kieseln, in diesem Boden kann kaum eine Ameise ein Nest anlegen und so sind die Kolonien brav in ihren Beobachtungsnestern und die Ameisen haben trotzdem einen naturähnlichen, reich strukturierten und nischenreichen Lebensraum. Trotzdem treten schonmal kleine Nebennester bei den Gigantiops auf in Moosschichten usw., die dulde ich dann auch, wenn sie nicht zu gross werden und wenn sie nicht eine Konkurrenz für das Beobachtungsnest werden.

      LG, Frank.
    • Re: *Gigantiops destructor, Beobachtung und Nachzucht.

      Ich hab mal ein paar Bilder gemacht, die Teile des Bodens und der Schichtung zeigen. Neben schweren Kielselsteinen im unteren Bodenbereich sieht man kleinere Steine, darüber Sand und Erdmaterial. Untere Teile der Beobachtungsnester stehen manchmal im Wasser, macht nix, die unteren Kammern werden sowieso nicht bewohnt von den beiden kleinen Kolonien. Die Nester müssen aber feucht sein bei dieser Ameisenart, also stehen sie bei mir immer mit den "Füssen" im Bodenwasser.
      Auf dem ersten Bild im Hintergrund der Nebler, der zweimal am Tag für eine halbe Stunde arbeitet. Noch etwas weiter im Hintergrund die schöne Mosel....:D !

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5wgn0pq7dr7a.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fk4cybpkcd54.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/m878vj5iw8cd.jpg]

      Das sind nur mal schnell geschossene Fotos, die zeigen sollen, wie ich Ameisen halte, die aus trop. Regenwäldern stammen. Diese Haltung kommt besonders den Gigantiops entgegen, weil sie hier ständig nach Springschwänzen und anderen Bodentierchen jagen können und sich so zum Teil selbst versorgen können.
      Mit solchen Terrarien mache ich eigentlich seit vielen Jahren richtig gute Erfahrungen. Die Pflanzen wachsen gut, selbst so anspruchsvolle Arten wie Moose. Natürlich benutze ich nur Regenwasser oder weiches Wasser mit niedrigen PH-Wert aus meinem Aquarium für die Bewässerung.

      LG, Frank.