*Gigantiops destructor, Beobachtung und Haltung.

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    • Hallo Frank,

      denke das wird daran liegen, dass sich zum einen anaerobe Zonen gebildet haben und dazu noch keine richtigen Verbraucher im Wasser befinden. Ich würde das Aquarium mit einem tschechischen Luftheber (ist schnell und günstig gebaut) und Hamburger Mattenfilter ausstatten. Hinter dem HMF würde ich dann das Wasser zur beregnung absaugen (sollte das Wasser mit den wenigsten Partikeln sein. Den Rest vom Becken würde ich dann mit Wasserflöhen, und Pflanzen (z.B. Javamoos oder Schwimmpflanzen) besetzen, so dass du einen dynamischen Puffer schaffst. Der HMF hat sehr gute Filterwirkungen und die Pflanzen sollten die Nährstoffe abbauen, die der HMF nicht schafft. Früher habe ich solche Becken fürs Aquarium als Filter gebaut, als Bepflanzung hatte ich unter anderem auch Zyperngras und ander emerse Pflanzen, macht allerdings mehr Arbeit.
      Das schöne an so einem Becken ist, dass man es auch noch mit anderen Tieren besetzen kann, z.B. mit Garnelen oder sehr kleinen Fischen. Allerdings sollte dann der Besatz sehr niedrig gewählt werden. Wenn genug Nährstoffe ins Becken getragen werden, sind solche Becken selbstregulierend und müssen nicht zugefüttert werden. Mann muss nur alle paar Monate mal Pflanzen ernten. Sauber machen sollte man so ein Becken nur sehr spärlich, da der Mulm etc. Nährstoffe abbaut und und Nahrung für andere Tiere darstellt. Ein bisschen Sand als Bodengrund kann man auch noch einfügen.

      Schönen Sonntag

      Sven

      P.s. Es kann auch sein, dass sich die anaeroben Zonen im Hauptbecken bilden und von da der Gestank kommt. Dann würde ich mir überlegen ob du nicht irgendwie die Zirkulation mit Hauptbecken verstärkst (Pumpe + Schlauch).
      Und um so länger ich über dein ganzes System nachdenke denke ich das dies die Ursache ist. Du hast mit dem ganzen Wasser und dem Filtermatten ein System geschaffen was Nährstoffe sehr gut abbauen sollte, allerdings kann es durchaus sein, dass es dabei zu Sauerstoffmangel kommt.
    • Wieder ein interessanter Anstoß. Danke, Sven.
      Darüber habe ich schon nachgedacht, das Brauchwasser in einen weiteren, aquatischen Lebensraum einzuleiten. Ein ausgedehntes Filterbecken, mit submersen Pflanzen, Wasserpflanzen und auch mit Tieren wie den Wasserflöhen und eventuell mit Garnelen. Solche Aquarien habe ich ja eine Zeitlang auch hier gehabt, gerade Wirbellose wie die Garnelen sind interessante, liebenswerte Wasserbewohner. An Pflanzen wie Zyperngras habe ich auch bereits gedacht. Schnellwachsende Pflanzen sind in der Lage, viele Stoffe abzubauen. Aber das Ganze würde einige Ausdehnung bekommen, ich muss es noch durchdenken, wie ich es hier anlegen könnte und ich muss natürlich auch eine gewisse "Überzeugungsarbeit" leisten, denn alles spielt sich bei mir/uns im Wohnzimmer ab und daher muss ich ein wenig darauf achten, dass die Akzeptanz dessen, was ich hier treibe, nicht gefährdet wird... ^^
      Ich glaube auch, dass im Terrariumboden, also im Hauptbecken der Schwerpunkt der Prozesse liegt, die dazu führen, dass das Wasser ist, wie es ist. Nun will ich aber mal abwarten, wie gesagt, ich habe bereits etwas geändert mit der Belüftung im Absetzbecken. Hier ruht das Wasser nun nicht mehr, wird belüftet und ständig umgewälzt.
      Es wäre gut gewesen, im Hauptbecken einen Bach zu installieren. Das war aber schwierig, weil die Grundfläche doch etwas gering ist. Bei meinen früheren Treibhaus war das kein Ding, dort konnte ich eine Pumpe einbauen und so das gesamte Grundwasser bewegen. Du hast aber recht, ich werde, wenn sich die Wasserqualität nicht bessert, an einen Bach arbeiten. Wird das Wasser erst mal bewegt und das ständig, wird sich auch im Terrarium einige bessern.
      Pflanzen fehlen natürlich. Ich habe aber bewusst auf große Pflanzen im Terrarium verzichtet, weil ich möglichst überall Licht bis zum Boden haben will. Für Moose usw.. Große Pflanzen verstoffwechseln große Mengen an Abbauprodukten und sorgen für gesunde Bodenverhältnisse.

      LG, Frank.
    • Jedenfalls läuft es erstklassig bei den Gigantiops, ihnen machen die eventuell nur mittelprächtige Wasserwerte nichts aus.
      Die Kolonie wächst ständig und besetzt nun alle vier Kammern des Nestes. Die Brut lagert dabei getrennt, an der wärmsten und trockensten Stelle die Puppen, an einer etwas weniger warmen Stelle Eier und junge Larven, in einer tieferen, feuchteren und kühleren Nestkammer die älteren, teilweise verpuppungsreifen Larven.

      Hier ein Blick auf einen Teil der Kammer, in der die Kokons gelagert werden.



      LG, Frank.
    • Ich habe über Moglies Vorschlag nachgedacht und der Pumpe, die Luft in das Absetzbecken befördert und hier das Wasser belüftet, einen Abzweig verpasst. Einen Teil der Luft leite ich nun direkt und gezielt auch in den Boden des Terrariums.

      Der Boden des Terrariumgrundes besteht ja aus einem großen Aquariumfilterschwamm, der Schwamm bildet dabei das Grundwasserreservoir und soll als Siedlungsfläche für Bakterien dienen. Das hat bisher nur bedingt geklappt, weil wohl Sauerstoff fehlte. Die nützlichen Bazillen brauchen Sauerstoff, um arbeiten zu können und um Schadstoffe und Abfallprodukte abbauen zu können.
      Für einen kleinen Wasserlauf ist das Becken eigentlich zu klein, zudem würde das einen ziemlich schweren Eingriff bedeuten. Moose, kleine Orichdeen und andere Pflänzchen, die sich bereits angesiedelt haben, müssten zum Teil umgesetzt und gestört werden. Ein Wasserlauf könnte das Wasser bewegen und so auch für eine Sauerstoffanreicherung sorgen. Mit der Luft, die ich nun in den Boden leite, hoffe ich aber, das auch zu erreichen. Einerseits wird das Wasser im Boden nun etwas bewegt, andererseits wird es mit Luft, also mit Sauerstoff versorgt.
      Ich glaube, es klappt. Das Wasser habe ich noch nicht wieder wechseln müssen. Zwar wird es dunkel, aber es riecht nicht mehr nach Nitraten. Weder muffelt es aus dem Absetzbecken, obwohl da die Luftperlen ständig empor sprudeln, noch muffelt es am Terrariumboden, wo nun auch im Teich Luftperlen nach oben sprudeln. Das macht mich erst mal froh.

      LG, Frank.