Science update related to ANTs & other hymenoptera

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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hallo,

      auch von mir noch drei interessante Artikel (leider alle in englischer Sprache):

      Unexpected diversity of egg yolk proteins play a key role in ant sociality and castes

      Analyzing Extinct Ants in Amber

      Genetically identical ants help unlock the secrets of larval fate

      Viel Freude beim Lesen und liebe Grüße,
      Christian
      Wanting people to listen, you can't just tap them on the shoulder anymore. You have to hit them with a sledgehammer, and then you'll notice you've got their strict attention. (Seven)
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      "Teamarbeit" bei Spermien
      Mehr durch Zufall als gewollt haben Forscher herausgefunden, dass bei vielen Ameisenarten die Spermien in Bündeln vorkommen; diese Bündel können schneller schwimmen als ein einzelnes Spermium und haben somit einen deutlichen Vorteil beim "Rennen" zur Spermatheca. Eigentlich untersuchten die Forscher die Charakteristika von Spermien in Abhängigkeit von der Anzahl der Männchen mit denen sich ein weibliches Geschlechtstier einer Art durchschnittlich paart, dabei kam es zu dieser Entdeckung. Um dieses Phänomen genauer zu untersuchen, wählte man eine Art aus, bei der sich die weiblichen Geschlechtstiere durchschnittlich mit vielen Männchen paaren: Cataglyphis savignyi. (Hier kommen die guten Damen durchschnittlich auf neun Partner.) Die Forscher fanden heraus, dass sich bei dieser Art die Spermien im Durchschnitt zu Bündeln von 73 Stück zusammenfinden. Durch vergleichende Versuche bei denen man Spermien bzw. Spermienbündel in Flüssigkeiten verschiedener Viskosität gab, stellte sich heraus, dass die Bündel eine oft doppelt so hohe Geschwindigkeit erreichten wie die "Solisten". Diese höhere Geschwindigkeit resultiert daraus, dass die einzelnen Spermien eines Bündels ihre Bewegungen koordinieren.

      Genauere Informationen mitsamt eines Videos findet man in dem folgenden englischsprachigen Artikel bei www.livescience.com:
      Ant Sperm Bundle Up to Outrace the Competition

      Liebe Grüße,
      Christian

      Edit: Als Nachtrag noch den Link zur originalen Veröffentlichung (leider kein freier Zugang, also Uni-Netz etc. erforderlich):
      Team swimming in ant spermatozoa
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      ein kleines, willkuerliches Update aus der Peripherie meiner Internetaktivitaet - ich bin recht froh, daß Diffeomorphismus hier mitmacht, da sich vieles meiner geteilten Aufmerksamkeit entzieht.

      Wie nun schon einigen bekannt ist, wurde das Genom der Bienen Apis mellifera 2006 komplett entschluesselt. Die genetische Forschung laeuft aus meiner Sicht etwas barbarisch ab. Man setzt neue Gene ein (zBsp. leuchtende Bienen (kein Witz (echt nicht))), oder schaltet welche aus, um dann den Effekt auf den gesamten Organismus zu sehen. (In der Anatomie wuerde man analog dazu einfach Organe aus dem Koerper entnehmen.)
      igtrcn.org/transgenic-honeybees-finally/

      What was absolutely critical to the success of their effort was their deep knowledge of the biology of honeybees and an uncanny ability to manipulated honeybees in the laboratory so that existing genetic technologies could be deployed. It is a scenario seen often over the years with various insects but there is no doubt that honeybees presented a monumental challenge. That Schulte and collaborators were up to the task is a great credit to their skill and innovation.

      Hier wird angerissen, daß es Christina Schulte gelungen ist 10-15 Koeniginnen wie Legehennen, also nicht in etablierten Kolonien, Eier wie auf dem Fließband zu legen. (So stell ich mir das mal vor) :think: Das erleichtert also die wissenschaftliche Arbeit enorm.
      Wenn sie das zufaellig hier liest und mir den Kopf abreißt, wißt ihr Bescheid. Eventuell gibt es dann auch eine Aufklaerung. (Ich als dummer Bauer kann/darf nicht auf den vollen Text zugreifen und es selbst erlesen)
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      Alex Wild - und sein Exposé zu weniger bekannten Wespen in der scientific american:
      blogs.scientificamerican.com/c…-are-our-friends-part-ii/
      im Part2 zeigt er zBsp die Orasema spec, die sich bis zur Entwicklung zum Imago von Ameisenbrut ernaehrt. Zu seiner uebergeordneten Galerie von Hymenoptera gelangt man ueber seine Bilder in den Artikeln alexanderwild.com/Insects/Inse…/Bees-Wasps-and-Sawflies/ - leider aber nicht umgekehrt. Und warum wird nicht einmal der Artname angegeben? zBsp Orasema cf. xanthopus :think: Immerhin sind die Bilder schon 2 Jahre alt. (vgl Exif daten 15.07.2012)
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      EFN -extraflorale Nektarien an Pflanzen bilden fuer Ameisen eine Insel der Ressourcen, besonders in neotropischen Wuestengegenden. eine Arbeit dazu:
      plosone.org/article/info%3Adoi/10.1371/journal.pone.0099838

      (aus der Arbeit von Dáttilo et al 2014)
      A) Chamaecrista mucronata (Leguminosae–Caesalpinioideae) + Pseudomyrmex pallidus (Pseudomyrmecinae)
      B) Stachytarpheta glabra (Verbenaceae)+ Camponotus crassus (Formicinae)
      C) Qualea grandiflora (Vochysiaceae) + Ectatomma tuberculatum (Ectatomminae)

      Die Arbeit gibt auch Auskunft ueber andere Ameisenarten und war fuer mich lesenswert im Diskussionsteil. :think:
      liebe Grueße,
      alexander
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Das Ameisennest: Ein Ort verborgener Biodiversität
      Forscher haben die Nester einer aus Mexiko stammenden, noch nicht beschriebenen Weberameise der Gattung Camponotus in Hinblick auf das Vorhandensein von myrmekophilen Lebewesen untersucht; hierbei tat sich ihnen eine wahre Fundgrube auf und sie entdeckten diverse unbekannte Arten.

      Allgemein weisen sie auch auf die Problematik hin, dass mit der Gefährdung vieler arborealen Ameisenarten eben auch diese Myrmekophilen bedroht sind, da diese sich vollkommen auf das Zusammenleben mit den Ameisen spezialisiert haben.

      Insgesamt eine wirklich lesenswerte und äußerst interessante Publikation, die dazu auch noch frei zugänglich ist. Hier der Link:

      Arboreal Ant Colonies as ‘Hot-Points’ of Cryptic Diversity for Myrmecophiles: The Weaver Ant Camponotus sp. aff. textor and Its Interaction Network with Its Associates

      Viel Vergnügen beim Lesen und liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Ameisenkadaver als Schutzwall
      Mit dem Ziel die verschiedenen Strategien denen sich Wespen bedienen um ihre Nester zu schützen zu untersuchen, sammelten Forscher in Südostchina gut 800 Wespennester. Dabei machten sie eine erstaunliche Entdeckung: Eine bis dahin noch unbeschriebene Wegwespenart füllt die Vorkammern ihrer Nester mit toten Ameisen. Es wird vermutet, dass dadurch das Wespennest als Ameisennest getarnt wird und mögliche Parasiten abgeschreckt werden. Diese Wespenart wurde daher auch "Bone-house wasp" getauft; ihr wissenschaftlicher Name lautet Deuteragenia ossarium.

      Einen deutschsprachigen Artikel mit ausführlicheren Informationen findet man auf tierwelt.ch:

      Die Totengräberin unter den Wespen

      Den Link zur originalen und frei zugänglichen Publikation findet man am Ende Artikels.

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Irgendwie klar!?!
      Was passiert, wenn man Ameisen daran hindert, die Kadaver der verstorbenen Nestgenossinnen aus dem Nest zu entfernen? Forscher in Belgien haben dies an Myrmica rubra-Kolonien untersucht. Das Ergebnis mag wahrscheinlich nicht all zusehr verwundern: Durch die Kadaver verschlechterten sich die hygienischen Bedingungen im Nest, so dass es zu einer erhöhten Sterberate kam.

      Einen deutschsprachigen Bericht über dieses Experiment findet man auf wissenschaft-aktuell.de:

      Hygiene im Ameisennest nutzt der Kolonie

      Die wissenschaftliche Publikation (freier Zugang) ist am Ende des Berichts verlinkt.

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Ameisen vs. CO2
      Eine 25-jährige Langzeitstudie in Arizona und Texas hat gezeigt, dass Ameisen die Beschaffenheit von Sandkörnern derart verändern, dass diese mehr CO2 aufnehmen können. Dies geschieht dadurch, dass die Körner poröser werden, und dadurch ihre Oberfläche vergrößert wird. Im Vergleich zu gewöhnlichen Sandproben war der Sand aus den Ameisenbauten 50-300-fach stärker verwittert, also poröser.

      Einen deutschsprachigen Artikel, der sich mit dieser Studie beschäftigt, findet man hier. Dieser enthält auch den Link zur originalen Veröffentlichung in Geology, welche leider nicht frei zugänglich ist.

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hat jede Ameisenkolonie ihren eigenen "Charakter"?
      Sicherlich, jeder Mensch hat einen eigenen und oft unverkennbaren Charakter; eine einzelne Ameise wohl eher nicht. Aber wie sieht es mit dem Verhalten einer ganzen Kolonie aus, kann man hier verschiedene "Charaktereigenschaften" bei verschiedenen Kolonien ausmachen? Glaubt man einer Studie aus den Vereinigten Staaten, dann ja. Für die diesbezüglichen im Freiland und im Labor durchgeführten Untersuchungen wurde die Art Temnothorax rugatulus ausgewählt. Hierbei zeigte sich, dass Kolonien, bedingt durch äußere Einflüsse und der Lage im Verbreitungsgebiet (entlang der Nord-Süd-Ausdehnung), unterschiedliche Verhaltensweisen zeigten; z. B. bezüglich der Aggressivität oder der Bereitschaft Risiken einzugehen.

      Ant colony 'personalities' shaped by environment (englischsprachiger Artikel bei "www.bbc.com")

      Be meek or be bold? A colony-level behavioural syndrome in ants (Link zu der Studie (der Link im Artikel ist falsch), leider kein freier Zugang)

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hallo,

      anbei ein paar Hinweise auf lesenswerte Artikel und Publikationen:

      Durch ihre Lebensweise sind Ameisen natürlich besonders anfällig für z. B. Bakterien und Pilze. Während ihrer Evolutionsgeschichte haben sie daher diverse Verteidigungsstrategien entwickelt. Forscher möchten diese nun anhand von Blattschneiderameisen genauer Untersuchen. Insbesondere geht es hierbei um die Symbiose zwischen Mikroorganismen, vor allem Bakterien, und den Ameisen. Ziel ist die Entwicklung von neuen Medikamenten.

      Scientists explore ant microbiota in search of new drugs (englischsprachiger Artikel)

      Bleiben wir bei den Blattschneiderameisen, genauer genommen bei der Art Mycocepurus smithii und dem von ihr kultivierten Pilz.

      A Brazilian Population of the Asexual Fungus-Growing Ant Mycocepurus smithii (Formicidae, Myrmicinae, Attini) Cultivates Fungal Symbionts with Gongylidia-Like Structures (frei zugängliche Publikation bei "www.plosone.org")

      Auch Dinge, die gut gemeint sind, können negative Auswirkungen haben. Sind natürliche Lebensräume z. B. durch agrarwirtschaftlich genutzte Flächen voneinander abgeschnitten, so hört es sich erst einmal vernünftig an, wenn man diese durch Korridore wieder miteinander verbindet. Allerdings kann dies auch die Ausbreitung von invasiven Arten mit sich bringen, wie Forscher aus den Vereinigten Staaten am Beispiel der Feuerameise (Solenopsis invicta) aufgezeigt haben.

      Wildlife corridors sometimes help invasive species spread (englischsprachiger Artikel bei "www.sciencedaily.com")

      Landscape corridors can increase invasion by an exotic species and reduce diversity of native species (Link zu der frei zugänglichen Studie bei "www.esajournals.org")

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hi Christian.
      Du schreibst: "Sicherlich, jeder Mensch hat einen eigenen und oft unverkennbaren Charakter; eine einzelne Ameise wohl eher nicht."
      Ich würd ja bei den Ameisen ja nicht von Charakter sprechen (auch nicht bei allen Menschen...:D), aber individuelle Eigenheiten und Unterschiedlichkeiten habe ich bei Ameisen einer Kolonie schon oft beobachtet. Die Ameisen einer Kolonie gleichen sich in ihrem Verhalten nicht wie ein Ei dem anderen. Das wird eigentlich jeder aufmerksame Beobachter bemerken, denke ich.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Moin Frank,

      ich bin ja schon der Meinung, dass jeder Mensch einen unverwechselbaren Charakter hat, bestehend aus eher guten und eher schlechten Charaktereigenschaften. Leider gibt es ja Menschen, die um die Sonne kreisen, bei denen die schlechten Eigenschaften beängstigend in der Überzahl sind. ;)

      Aber zurück zu den Ameisen: Ja, von einem Charakter zu sprechen, wäre sicherlich vermessen. Auch in Bezug auf die Kolonien stand dieser Begriff ja bewusst in Anführungszeichen. Klar, auch innerhalb einer Kolonie unterscheiden sich einzelne Ameisen in ihren Verhaltensweisen; man betrachte z. B. eine Art mit Soldatinnen. Aber auch ansonsten scheinen jüngere Arbeiterinnen wohl eher Aufgaben im Nest zu übernehmen, wohingegen älterere außerhalb fouragieren. Aber unterscheiden sich auch Soldatinnen untereinander? Kann man hier individuelle Eigenschaften feststellen? Ich täte mich damit etwas schwer; zumindest mit den Assoziationen, die ich mit Charakter und Individualität bezüglich Menschen habe.

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hi Christian,
      sicher sind Menschen komplexer. Trotzdem würde ich den Ameisen Individualität nicht absprechen. Ganz sicher sind Arbeiterinnen einer Kaste, mtw. einer Soldatenkaste, und einer Kolonie oft mit unterschiedlichen Temperament versehen. Ich beobachte das gerade mit einigen Vergnügen bei den ja eigentlich auffällig draufgängerischen Raubameisen der Art Raptiformica sanguinea, die natürlich keine Soldatenkaste haben, die sind keineswegs alle gleich verwegen und mutig. Manche sind eher feige und bringen sich auch mal gerne in Sicherheit, wenn etwas los ist. Andere sind wahre Furien.
      Daneben gibt es natürlich den Alterspolyethismus bei den sozialen Insekten, der dafür sorgt, dass ältere, erfahrenere Tiere eher risikobehaftere Aufgaben, Aussendienst etc., übernehmen.
      Das ist aber auch nicht immer ausschliesslich so. Heute erlebte ich beim Umsetzen meiner Camponotus gigas, dass eine der jüngsten, unausgefärbten Arbeiterinnen die Mutigste war, sie war die erste, die mich wütend angriff, als ich am alten Nest herum manipulierte. Sicher eine Ausnahme, aber eben auch ein Hinweis. Sie ist eben mutiger, verwegener als die anderen Arbeiterinnen und stellte selbst die älteren Arbeiterinnen in dieser Hinsicht in den Schatten.

      Individuelle Unterschiede bei Arbeiterinnen einer Kolonie beobachte ich immer wieder, auch diese kleinen Insekten sind keine Automaten, auch wenn das immer behauptet wird und nicht alle sind immer bereit, das eigenen Leben zu riskieren zum Schutz der Kolonie. Dabei spielt dann aber auch die Intensität der Alarmierung und das Überschreiten der entsprechenden Erregungsschwellen eine Rolle, ist die Kolonie in wirklicher Gefahr, werden alle Arbeiterinnen sie verteidigen wollen. Individuelle Unterschiede wird man aber immer bemerken, wenn man beobachtet.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Unterschiede wird man aber immer bemerken, wenn man beobachtet.


      Ja das kann ich nur Bestätigen. Zumindest beobachte ich Arbeiterinnen die einfach mehr Erfahrung haben.

      Auch wenn das nun etwas OFF-Topic wird:
      Ich hatte mal Muscheln in einem Aquarium. Selbst diese einfachen Lebensformen zeigten in der Langzeitbeobachtung individuelle Unterschiede.

      LG
      hormigas
      arriba hormigas :)
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hallo,

      anbei ein deutschsprachiger Artikel zum Lesen bzw. Hören zum Thema "Charakter" von Kolonien:

      Von Draufgängern und Drückebergern ("www.deutschlandfunk.de")

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Jetzt muß ich immer schon aufpassen, ob Christian nicht schon etwas zu einem Thema geschrieben hat. Was wunderbar ist, denn ich bin selber mit meinem Kopf unfreiwillig in andere Dimensionen abgetaucht. Ich werde einfach die Eintraege auch kurz und knapp halten, damit es besser flutscht.

      Ant Battle Creates Chemicals Previously Only Seen in Lab
      Beim Aufeinandertreffen von 2 Invasoren scheint die Nylanderia fulva die alkaloiden Gifte (basisch) der Solenopsis invicta durch das auftragen ihrer eigenen Saeure neutralisieren zu koennen.

      Dadurch verlagert sich das Kraefteverhaeltnis zu Gunsten der Nylanderia fulva.
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Hallo,

      da es mir momentan absolut an der nötigen Zeit fehlt etwas mehr zu schreiben, anbei nur zwei Links:

      Are Local Filters Blind to Provenance? Ant Seed Predation Suppresses Exotic Plants More than Natives (englischsprachige und frei zugängliche Publikation bei "www.plosone.org")

      Natural selection drives the evolution of ant life cycles (englischsprachige und frei zugängliche Publikation bei "www.pnas.org")

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      Wie myrmecos berichtete: Tatuidris tatusia wurden, im Rahmen einer größeren Studie zur Ökologie der Art, zum ersten Mal lebend beobachtet. Wirklich seltsame Ameisen!


      Ein Rätsel bleibt weiterhin die Ernährung. Die Ameisen haben nichts akzeptiert, was die Forscher ihnen gaben. Nach einer Stickstoff-Isotopen-Verhältnis Analyse kamen sie jedoch zum Schluss, dass Tatuidris einer obersten Prädatoren im Nahrungsnetz der Streuchschichtfauna darstellt.

      Die Studie:
      Jacquemin J, Delsinne T, Maraun M, Leponce M. (2014): Trophic ecology of the armadillo ant, Tatuidris tatusia, assessed by stable isotopes and behavioral observations. Journal of Insect Science 14(108)


      Ausführlicher Blogpost von Zach Griebenow über die seltsamen Tatuidris: gentlecentipede.blogspot.de/20…psing-armadillo-ants.html

      Grüße, Phil
    • Re: Science update related to ANTs & other hymenoptera

      "Zombie-Ameisen"
      Der Umstand, dass ein Pilz (Ophiocordyceps camponoti-rufipedis) existiert, der Ameisen befällt und sie sozusagen unter seine Kontrolle bringt, sie also zu "Zombies" macht, dürfte den meisten geläufig sein; wenigstens das Bild mit einem aus einer Ameise sprießenden Pilz dürfte jeder schon einmal gesehen haben. Der Pilz bringt die befallene Ameise dazu, sich fest an ein Blatt zu "klammern", wo sie dann verstirbt und der Pilz aus der Ameise heraus wächst. Forscher aus den Vereinigten Staaten und Brasilien haben diesbezüglich nun genauer geforscht und eine Studie veröffentlicht.
      In einem ersten Schritt wurde getestet, was geschieht, wenn eine kürzlich durch diesen Pilz verstorbene Ameise direkt in das Nest verbracht wird. Hierfür standen im Labor zwei Nester (der Art Camponotus rufipes) bereit, eines wurde noch von Ameisen bewohnt, das andere nicht mehr. In jedes wurden 14 kürzlich von diesem Pilz dahingeraffte Ameisen verbracht. Das Ergebnis zeigte, dass der Pilz sich in beiden Nestern nicht richtig entwickeln konnte. Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass in dem bewohnten Nest die Ameisen aktiv gegen den Parasiten vorgingen, wohingegen im unbewohnten Nest wohl einfach die Bedingungen nicht stimmten (Untergrund, Mikroklima etc.).
      In einem zweiten Schritt wurden Untersuchungen im Freiland vorgenommen. Dabei wurde bei befallenen Kolonien sozusagen eine Karte mit den Orten erstellt, an dem befallene Ameisen bezüglich des Eingangs zum Nest verstarben. Es zeigte sich, dass dies immer an der "Türschwelle" zum Nest geschah. Fouragierende Arbeiterinnen mussten so immer durch eine Allee von Pilzen laufen, denen somit immer neue Opfer zur Verfügung standen.
      Interessant ist auch, dass Kolonien durch diesen Pilz nicht ausgerottet werden, sich aber auch nicht von seinem Befall befreien können.

      Zombie ant fungi manipulate hosts to die on the 'doorstep' of the colony (englischsprachiger Artikel auf "www.psu.edu")

      Long-Term Disease Dynamics for a Specialized Parasite of Ant Societies: A Field Study (Link zu der frei zugänglichen Studie bei "www.plosone.org")

      Liebe Grüße,
      Christian
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