*Lasius fuliginosus.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hallo antking88,

      ich hoffe Du nimmst es mir nicht übel wenn ich diesen Thread als gemeinsamen Haltungsbericht für L. fuliginosus verwende.

      Das erste flügellose Weibchen fand ich in diesem Jahr am 05-05-2014 (verhätnismässig früh). Zunächst versuchte ich eine Adoption bei L. cf. psammophilus. Zunächst sah es so aus als würde das Weibchen erfolgreich akzeptiert werden, was sich jedoch am nächsten Tag als nichtig erwies. So gab ich das Weibchen zu etwa zwei Dutzen L. fuliginosus Arbeiterinnen.


      L. fuliginosus Weibchen bei L. cf. psammophilus.


      L. fuliginosus Weibchen bei L. cf. psammophilus.

      Am 23-05-2014 fand ich dann 5 weitere Weibchen und adoptierte diese radikal mit zusätzlichen L. fuliginosus Arbeiterinnen.



      Das Kunstnest bestand aus zwei miteinander verbundenen 50 ml Rotkappenröhrchen.



      Seit dem 28-05-05 habe ich das Kunstnest etwas erweitert indem ich zwei zuätzliche Röhrchen angeschlossen habe; eines mit feuchter Erde und eines mit Rohrzucker.




      Nest provisorisch abgedeckt

      Soweit ich das beurteilen kann, sehen die Weibchen gut aus.

      Eierkopf
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hey, nein ich habe nichts dagegen jegliche Information über diese Art ist eine Bereicherung :welcome:

      du versuchst eine Gründung mit eigenen arbeiterinnen? Hm viel Glück ich habe auch eine paar als weisellose Kolonie aber damit eher schlechte Erfahrungen gemacht, die Gynen wurden zwar in einer weise akzeptiert aber nicht wirklich umsorgt ....

      Meine Versuche vom letzten Jahr sind ja leider gescheitert was Lasius fuliginosus angeht, jedoch konnte ich eine Lasius umbratus dazu überreden erfolgreich zu gründen. :mrgreen:

      Diese Kolonie ist aber leider noch so klein, dass ich sie dieses Jahr noch nicht verwenden möchte, also habe ich beschlossen es dieses Jahr nochmal mit Lasius niger zu versuchen, wenn es gelingen sollte ( ich bin ja skeptisch geworden :problem: ) wird ein Haltungsbericht mit den Gründungsinformationen etc. verfasst, aber ich habe ein paar dinge anders gemacht als letztes Jahr und dadurch meine Chancen wohl gesteigert :

      - mehrere Gynen pro Nestinfektion
      - nur ein, zwei wirklich unausgefärbte Arbeiterinnen und viele Puppen

      ein kleines foto als vorgeschmack, man beachte vor allem die dame rechts im bild und ihren popo :yu:

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Seit ein paar Tagen habe ich das Kunstnest etwas erweitert. Das Hauptnest befindet sich in dem Röhrchen ganz rechts (leider, denn diese Tube wird immer trüber und man hat keine gute Einsicht mehr). Die weiblichen Tiere befinden sich alle (bis auf eines, welches verstorben ist) ganz rechts am Ende der Tube; man kann sie kaum beobachten, geschweige denn gut photographieren.


      In den verschiedenen Röhrchen wird immer wieder Nahrung oder Larven & Puppen anderer Lasius sp. angeboten. Ich habe den Eindruck, dass Larven die Physogastrie der Weibchen fördet; die Weiblichen Tiere halten sich gerne bei den Larven auf.


      Viele der fremden Lasius Kokons wurden in das Hauptnest eingetragen.


      So sieht die Hauptkammer momentan aus:


      Eines der Weibchen scheint physogastrisch zu werden.
      Eierkopf
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hey,
      Freut mich dass es bei dir gut läuft :ok:

      Komme grade aus Oldenburg wieder und habe leider erst 1000 andere Sachen zu erledigen aber ich habe grade schonmal einen Blick riskiert (man ist ja neugirieg ;) ) und auch bei mir wurden erste Eier gelegt, dies geschah innerhalb von zwei Wochen, 2 der 5 gynen sind schön fett geworden.

      weitere infos folgen aber ich bin schonmal happy , ein weiterer schritt zur erfolgreichen Gründung :ok:

      MFG andre

      edit 14.06.14 Noch schnell ein Foto nachgereicht, leider schlechte Qualität aber ich wollte sie nicht lange stören.
      Auch haben sie nochmal ca 20 Puppen und ein paar Larven spendiert gekriegt und ich habe das Reagenzglas erst an ein frisches angeschlossen und als sie umgezogen waren, dies dann in eine Miniarena gelegt da die Fütterung im geschlossenem RG für beide Seiten zu stressieg wurde und so das Reagenzglas natürlich auch schnell zusaut....
      Sie sind grade fleißig dabei ihren Nesteingang mit Korkkrümeln zu verschließen die zugepushte Brut wurde eingetragen und ich konnte die Gynen nochmal in Ruhe beim Umzug beobachten... :love:
      Ich finde interresant das zwei schon klar pysogastisch geworden sind, die anderen nur sehr leicht, bin gespannt wie es weitergeht :)
      Das andere Foto ist etwas älter und zeigt die Gynen bei ihrer Hauptbeschäftigung: Nahrungsaustausch :)

      Achja eins noch zum Thema larven: ich habe auch die Vermutung dass ein kleiner larvenanteil förderlich ist ( nur aus einem anderen grund ;) , und zwar durch vorhandene larven steigt die Proteinaufnahme der Arbeiterinnen, diese nehmen die nahrung auf und speichern sie in ihrem sozialen Magen,da ich nicht vermute das sie trennen können was sie aus ihrem sozialen Magen wieder abgeben bekommen so auch die Gynen einen höheren Proteinanteil durch die weitergegebene Nahrung ab ( vorsicht spekulation ;) )

      :thumbup:
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      26-06-2014



      Es hat sich nicht wirklich viel getan mit der kleinen Kolonie. Die Weibchen (4 oder 5) sind immer noch am Leben, pflegen sich gegenseitig und werden von den Arbeiterinnen gepflegt und gefüttert. Die vielen zugegebenen Kokons von verschiedenen Lasius sp. schlüpfen nicht; das hatte ich allerdings auch nicht erwartet. Sie werden nach und nach in die angeschlossenen Röhrchen als Abfall abtransportiert/verworfen. Die Gynen legen keine Eier mehr; möglicherweise liegt das an den niedrigen Temperaturen oder an der geringen Zahl Arbeiterinnen. Bislang hielt ich die Kolonie auf dem Balkon; nachts herrschen hier manchmal immer noch nur etwas über 10 Grad. Heute habe ich sie in die Wohnung geholt. Leider sterben auch hin und wieder Arbeiterinnen. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht mit einer grösseren Anzahl Arbeiterinnen gründen liess. Leider hatte ich zum damaligen Zeitpunkt kein grösseres Gefäss zum Sammeln - Pech. Vielleicht kann man ja noch im Nachhinein Arbeiterinnen zugeben; ich werds versuchen.

      Grüsse,
      Carl-UIrich
      Eierkopf
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hallo Carl-Ulrich, ich glaube nicht dass die Temperaturen der Hauptgrund für die stockende Entwicklung sind - was du beschreibst ist das typische Bild, was sich bietet, wenn man Lasius fuliginosus mit Lasius niger Arbeiterinnen gründen lässt. Sicher, es mag einige Fälle gegeben haben, wo es gut geklappt hat, aber meine Erfahrungen waren stets ähnlich. Es wurden zwar Eier gelegt und nach einiger Zeit schlüpften sogar kleine Larven, aber dann kam die Entwickung zum Stillstand und obwohl die Königin von den Arbeiterinnen scheinbar gut umsorgt wurde, ging es nicht voran.

      Die beiden Arten sind halt nicht aufeinander abgestimmt, in der Natur würde eine Lasius fuliginosus nie erfolgreich bei Lasius niger gründen. Zudem sind die aus Kokons zusammengewürfelten Lasius niger Kolonien natürlich verhältnismäßig klein, bei mehreren tausend Arbeiterinnen (praktisch natürlich nicht zu erreichen) würde es vielleicht noch einmal anders aussehen; so eine alte, weisellose Lasius umbratus Kolonie besteht natürlich auch nicht nur aus einer Hand voll Arbeiterinnen.

      Danke aber, dass du weiter berichtest, vielleicht tut sich bei etwas wärmeren Temperaturen ja doch noch etwas.

      LG, Phillip ;)
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hallo Phillip,

      neinnein, ich hab die Gynen sogar bei L. fuliginosus gruenden lassen; nicht bei L. niger. Und die Kolonie besteht immer noch nur aus L. fuliginosus. Du hast aber schon recht-die handvoll Arbeiterinnen wird die Kolonie wahrscheinlich nicht durchbringen.
      Was mich dennoch vermuten ließ, dass die Temperatur ein entscheidender Faktor sein koennte fuer die Weiterentwicklung, war ein Beitrag von Frank in dem er schrieb, dass im Kartonnest eine mehr oder weniger konstante Temperatur von 30 Grad herrscht. Solchen optimalen Temperaturen ist meine Kolonie nicht ausgesetzt, sondern enormer Temperaturschwankungen mit naechtlichen 12-15 Grad. Das ist sicher alles andere als foerderlich fuer die Eiablage von L. fuliginosus,sofern Franks Angaben stimmen.

      Wie siehts bei Deiner Kolonie aus antking88? Deine Kolonie muesste doch eigentlich heranwachsen.

      Grueße,

      Carl-Ulrich
      Eierkopf

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ureaplasma ()

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Ich denke, warme Temperaturen sollten bereitgestellt werden. In den Brutnestern der fuliginosus, Chthonolasius herschen immer während der Brutaufzucht ideale Temperaturen von etwa um die dreissig Grad. Leider habe ich das nie ganz genau gemessen, aber die Temperaturen dürften in etwa denen ähneln, die Wespen und Bienen in ihren Brutnestern erzeugen.
      Die sozialparasitischen fuliginosus-Jungköniginnen werden fast immer von relativ grossen Kolonien adoptiert, die in der Lage sein dürften, bei Brutaufzucht diese Bruttemperaturen zu erzeugen.
      Das gelingt in der Haltung bei solchen Versuchen den wenigen Ameisen natürlich nicht. Sollte also bereitgestellt werden.

      Carl-Ullrich, manchmal kommt man an die Brutnester der fuliginosus im Freiland ran. Ich war schon oft auf dem Boden liegend bis zur Schulter in einem Erdloch verschwunden. Die Nester sind manchmal an der Basis eines Baumes im Erdreich oder angreifbar in einem morschen, hohlen Baum, da kann man durchaus mal rankommen. Reingreifen. Ertastet man irgendwann kartonähnliches Material, ist man dem Brutnest nahe. Wird es spürbar warm an der Hand, und das nicht nur wegen der Bisse der Ameisen, hat man das Brutnest erreicht. Die Puppen lagern meist weit oben im Brutnest, genau da, wo es natürlich im Nest infolge der aufsteigenden Wärme am wärmsten ist. Bist du da mal angekommen, genügt eine Handvoll, dann hast du schon hunderte Puppen darin.
      Mit einigen dutzend Puppen würdest du deine Kolonie stabilisieren können.
      Natürlich hinterher das Freilandnest wieder verschliessen, Substrat wieder raufdecken usw.. Damit die Ameisen ihr Nest schnell reparieren können und den Wärmehaushalt wieder in den Griff bekommen.

      Aber Vorsicht. Man muss recht viele Puppen klauen und dann penibel sortieren. Die unzähligen ihr Nest verteidigenden Ameisen spritzen Gift in Unmengen und so sind viele Puppen dann verklebt und vergiftet. Die sollte man da lassen, die grosse Freilandkolonie kann sie vllt. retten. Für das gehaltene Völkchen nur unversehrte, saubere und unverklebte Puppen mitnehmen.
      Ausserdem, den Ameisen nicht mehr Brut zugeben, wie sie versorgen und pflegen können. Diese geraubte Brut aus starken fuliginosus-Nestern verpilzt schnell, wenn nicht genügend Arbeiterinnen zur Verfügung stehen, die sie pflegen und sauberhalten.

      LG, Frank.
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hallo Frank,

      danke für die Tipps. Aber vorerst möchte ich kein Nest deswegen öffnen. Obwohl es mich natürlich auch selber interessiert; ich hab noch nie in ein L. fuliginosus Nest gegriffen und die Kartonnester dieser Art kenn ich auch nur von Bildern, bzw. ich habe bislang nur verlassene Kartonnester in Baumstümpfen gesehen. Eigentlich habe ich auch mit der erfolgreichen Adoption erreicht was ich erreichen wollte. Prinzipiell wäre nämlich eine Koloniegründung einfacher als behauptet. Die Kolonie am Leben zu halten ist nur eine Frage der Anzahl an Arbeitern. Und diese zu erhöhen ist, wie Du selber schreibst, eine Leichtigkeit, indem man die Kolonie weiter "pusht". So weit will ich aber nicht gehen. Am Ende wird man dann wieder die Zahl der Arbeiterinnen reduzieren müssen...sonst geht die Kolonie an Überbevölkerung ein.
      Ich werd auf jedenfall weiterberichten und bescheid geben wenn es mit der Kolonie zu Ende ist.

      Grüsse,
      Carl-Ulrich

      p.s. an dieser Stelle möchte ich mal auf eine wunderschöne Nestbeschreibung von L. fuliginosus hinweisen.
      auf Seiten 228-233

      DIE ÜBERWINTERUNG DER AMEISEN.
      H. Eidmann, Hann. Münden.
      Sonderdruck aus
      „Zeitschrift für Morphologie und Ökologie der Tiere", 39. Bd., 2. Heft,
      1943, 8. 217—275.
      Springer-Verlag, Berlin W 9.

      archive.org/details/ants_14641
      Eierkopf
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Ein freundliches Moin Moin von meiner fuliginosus Front:
      Ein kleines Updatevideo:




      ...von einer der beiden gründenden Lasius fuliginosus Kolonien, es handelt sich um die Kolonie mit 4 Gynen sie haben von mir nochmal ca 300 Puppen Lasius cf. niger spendiert gekriegt die jetzt mit der Zeit schlüpfen.
      Sie bewohnen mittlerweile zwei Reagenzgläser eins mit Lichtschutz, eins ohne.
      Die Gynen befinden sich mit den Eiern im Rg mit Lichtschutz, der überwiegende Teil der Kokons befindet sich im Rg ohne Lichtschutz.
      Das Rg mit den Gynen wurde für das Video aus dem Becken genommen und der Lichtschutz entfernt, deswegen die Aufregung im Nest.

      Und achtet mal am Ende des Videos auf die Dame die von rechts ins Bild kommt und was sie da kleines trägt... die erste LARVE :feiern:

      Versorgen meine Lasius cf. niger also die Brut, dann wäre ich schonmal einen großen Schritt weiter die Gynen scheinen ja versorgt zu werden.....
      ich zögere immer noch einen Hb anzusetzten aufgrund der vielen geschilderten Misserfolge im Netz, wobei ich zugeben muss so weit bin ich mit Lasius f. noch nicht gekommen :)

      Eine schöne Nacht :shh:

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Alexander () aus folgendem Grund: Youtubeverlinkung "repariert"

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Heyho nochmal:

      Eine kleine Frage in die Runde:

      Ich habe jetzt schon mehrmals gelesen, dass ein weiterer problematischer Punkt die Versorgung der Larven sein soll, ich konnte heute bei der Fütterung das erste leichte Interesse an Proteinen feststellen, meine Idee war jetzt die Arbeiterinnen, durch die zugabe von Lasius niger Larven, zu mehr Proteinaufnahme zu bewegen, in der Hoffnung, dass sie diese auch an die Lasius fuliginosus Brut weitergeben, eine gute Idee? Einen Versuch wert? Oder eine Schnapsidee zu nachtschlafender Zeit ?

      Was meint ihr?
      EDIT: Idee wurde verworfen, da die Kolonie ihren Speiseplan von sich aus auf Proteine umgestellt hat ;)

      MFG
      Andre

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andre88 ()

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Heyho,

      ich poste einfach mal weiter wenn niemand was dagegen hat. ;)
      Die Kolonie hat ein externes liegendes Beobachtungsnest spendiert gekriegt was auch positive Auswirkung auf die Brutversorgung zu haben scheint. ( Fotos folgen noch)
      Die Eier werden nun nicht mehr in einem großen Berg gelagert, sondern in mehreren kleineren Haufen (kein Wunder im RG hatten sie ja auch keinen Platz mehr :) ) nunja diese kleinen Haufen sind fortlaufend umringt von Lasius niger Arbeiterinnen die sich wirklich aufopferungsvoll um die Brut und die Gynen kümmern, alles schön umringt und umsorgt so wie es scheint, auch steigt der Proteinbedarf stark an sie nehmen alles an was ich ihnen gebe, Fliegenpuppe und Minischabe werden schon komplett ausgehölt :)
      Konnte auch in einer Ecke die Larvenabteilung begutachten, sie sind zwar noch sehr klein aber an der Zahl bestimmt schon 15 :mrgreen: und ich konnte grade eine Lasius niger Arbeiterin beim füttern erwischen, die Larve hatte sich auch richtig zur Arbeiterin "hingestreckt" :mrgreen:

      Sie sind auch momentan echt mein Lieblinge täglich kriegen sie 2x kleine Schaben, Fliegen und immer frisches Zuckerwasser, das muss doch jetzt einfach was werden :ok:

      MFG
      Andre
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Ein Moin Moin an alle Mitleser:

      Die schlechte Nachricht zuerst, eine der fünf Gynen wurden von eigenen Arbeiterinnen vor meinen Augen zerlegt, das Verhalten war ganz ähnlich wie in einer Lasius niger Kolonie mit mehreren Gynen, die Aggressionen gingen ausschließlich von den Arbeiterinnen aus, sie wurden nicht mehr versorgt irgendwann fixiert und dann richtig angegangen, am nächsten Morgen lagen sie auf dem Abfallhaufen, ein wirklich interessanter "Mechanismus" der da in Gang gesetzt wurde, denn diese Gynen wurden nicht physogastrisch im Gegensatz zu ihren Kolleginnen, die mittlerweile echte Brummer geworden sind :)
      Ich vermute daher diese Gynen haben sich nicht an der Eiablage beteiligt, vielleicht dazu gar nicht in der Lage, wurden von den Arbeiterinnen als "unbrauchbar" umgestuft und entsorgt, aber das ist reine Spekulation mich würde interessieren was Ihr darüber denkt. :denken:

      Zu den positiven Aspekten: die verbleibenden drei Gynen platzen :D die Eierberge werden nicht kleiner und Larven sind mittlerweile auch gut vorhanden, Fotos reiche ich nach sobald ich die Zeit finde, die leider momentan wiedermal knapp ist...

      Eine Sache noch, die ich erst nicht richtig einschätzen konnte: die Larven bewegen sich, werden umsorgt und gefüttert, jedoch bleiben alle auf einer Art Ministadium und wachsen nicht weiter heran, ich machte mir erst Sorgen und erinnerte mich an einen Beitrag in diesem Forum wo ein Halter genau diese Situation schilderte und ahnte schon böses, was wenn die Lasius niger doch nicht in der Lage wären die Larven richtig zu versorgen..... :|

      Im Forum der DASW bin ich dann aber fündig geworden, dort wird beschrieben, dass eine von einem dortigem Halter aufgezogene Kolonie direkt nach dem Schwarmflug auch nur Larven aufgezogen hat, mit diesen überwintert und diese sich auch schon recht früh auf die Winterruhe eingestellt haben und ein Päuschen einlegen.
      Vielleicht gibt es da auch Unterschiede bedingt durch den breit gefächerten Schwarmzeitraum...?

      Naja soll mir nur recht sein, denn so werden im nächsten Frühling eine große Menge L. fuliginosus Arbeiterinnen zeitnah schlüpfen, die die reine Anzahl an L. niger A. locker übersteigt, also letztendlich ein Vorteil, jetzt heißt es also also gut durch den Winter bringen :drehen:

      Ureaplasma wie sind deine Erfahrungen?

      MFG Andre

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andre88 ()

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hallo Andre,

      bei meiner Kolonie sah es für eine Zeit lang auch echt schlecht aus. Von den 5 Gynen sind drei verstorben. Da zeitgleich von den ca. 30 - 40 Arbeiterinnen mindestens die Hälfte starb, nehme ich an, dass die Gynen einfach verhungert sind. Am 31.07. bin ich dann zu dem D. fuliginosus Nest von dem ich ursprünglich die Arbeiterinnen meiner Kolonie abgezweigt hatte und entnahm nochmal ein paar Duzend Arbeiterinnen um meine Kolonie zu puschen. Ich hatte keine Ahnung ob soetwas funktionieren würde. Also, 50 ml Tubes mit Substrat und Ameisen an mein Kunstnest angeschlossen und abgewartet. Die Adoption verlief problemlos ohne Kampf. Am 14.08. habe ich das ganze nochmal wiederholt; wieder gab es keinerlei Aggression zwischen etablierter und zugeführter Gruppe. Und die Gynen werden jetzt sowas von fürsorglich umsorgt - in einem kleinen Ameisenknäul wird gegenseitig betrillert, geleckt, gefüttert... sowas hab ich bei anderen einheimischen Ameisen noch nicht gesehen.
      Damit die Gynen in diesem Jahr nicht mehr physogastrisch werden, werde ich die Kolonie wieder auf den Balkon stellen. Und um die Kolonie in einen mehr oder weniger stabilen Zustand für die Winterruhe zu bringen, werde ich in den nächsten Wochen noch ein paar Mal mit Ameisen zu puschen.

      Grüsse,
      Carl-Ulrich
      Eierkopf
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Vor ein paar Tagen durfte mein kleines Volk ein neues Kunstnest beziehen. Ich gebe zu, es wirkt etwas überdimensional für die paar Tierchen.
      Leider komme ich nicht dazu die Kolonie mit der Menge an Ameisen zu puschen wie ich es gerne möchte.




      In der Gruppe befindet sich irgendwo eine Gyne, die gerade in das Kunst-Nest umzieht.



      Eierkopf
    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Hallo Leute,

      ein kleines Winterupdate von mir:
      Der kritische Moment der Nestübernahme der bald bevorsteht dürfte kein Problem sein,wie man sieht: alle Larven wurden auf einen Berg zusammengetragen und es sind doch ein paar geworden :ok: , es gibt keine Eier mehr nur noch Larven die darauf warten die Macht an sich zu reißen. ;)
      In meiner anderen Kolonie sieht es nicht ganz so gut aus, es gibt zwar auch Larven aber nicht so viele ( logisch da nur 2 gynen in diesem Nest sitzten..) und ich habe bei beiden Kolonien recht viele Lasius niger zugepusht, eventuel sind die lasius fuliginosus nicht zahlreich genug in dieser Kolonie, aber das wird die Zeit zeigen.
      Auf jeden Fall haben sich in beiden Kolonien bis jetzt nur Larven entwickelt.

      Natürlich befinden sich die Kolonien nach wie vor in Winterruhe, wobei es mich langsam schon wieder in den Finger juckt die einheimischen wieder aus dem Keller zu lassen :D

    • Re: *Lasius fuliginosus.

      Moin Moin,

      mal wieder zeit für ein kleines Update:

      Ehrlich gesagt ich bin ein wenig hin und hergerissen zwischen Himmel und Hölle was diese zwei Kolonien angeht....

      Fangen wir mal mit dem Schönen an:
      Die Gynen stehen wieder extrem gut im Futter und das hat Folgen, es ist jeweils ein frischer Eierberg vorhanden. :mrgreen:
      Insgesamt machen die Kolonien einen guten Eindruck, bei der großen Kolonie und bei der kleinen Kolonie stimmt das Verhältnis, würde die Larvengeneration aus letztem Jahr schlüpfen wären es so viele das sie mit den lasius niger zumindest gleichstark wären (bei einem kollegen werden grade einzelnd schlüpfende fuliginosus arbeiterinnen gekillt)....

      womit wir aber auch schon beim "Problem" sind:

      Die Kolonie ist jetzt seit gut 1 1/2 Monaten ausgewintert, aber die Larven machen keine Anstalten sich weiterzuentwickeln,auch werden zu wenig Proteine angenommen für so viel Brut :???:
      Ich vermute es liegt an der Temperatur und das die Larven sich erst aber einer gewissen Temperatur weiterentwickeln,vielleicht in der Natur sogar erst im Hochsommer..?

      Ich habe jetzt einen Teil eines Nestes mit einer Heizmatte erwärmt, was dazu geführt hat das die Kolonie in den Teil gezogen ist, habe grade nachgeschaut und doch glatt die erste dickere Larve entdeckt, ich werde also eine Kolonie schwach beheizen und eine bei Zimmertemperatur weiterhalten :)

      MFG
      Andre