Myrmica sp. Experiment

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    • Myrmica sp. Experiment

      Hallo,

      Ich hab ein kleines Experiment über die Änderung des Kolonieduftes bei Isolation der Hauptkolonie gemacht.

      Jedes mal wenn bei meinen Kolonien nix mehr los ist versuche ich mir die Zeit im Garten zu vertreiben und füttere große Kolonien mit Heimchen und Zuckerwasser um zu ihre Rekrutierung und deren Kommunikationsarten zu beobachten.
      Also nahm ich eine Spritze Zuckerwasser und ging zuerst zur Myrmica sp. Kolonie, doch bei ihnen war es nicht so ruhig wie normal, sie haben eine lange Straße gebildet und trugen ihre Bruteinheiten vom altem Nest zum neuen.
      Ich konnte kaum glauben was ich da sah : eine unbeflügelte Gyne !
      Mir war die Gyne es aber nicht wert die ganze Kolonie zu zerstören deshalb lies ich sie in ruhe aber, ein paar Minuten später lief mit eine zweite begattete Gyne über die Ameisenstraße und ich entschloss mich die zweite Königin einzufangen und zu Halten.
      Dann noch so ca. 100 Arbeiterinnen genommen und zusammen in ein RG gepackt.
      Jeden Tag nach der Isolation habe ich der Hauptkolonie eine Arbeiterin entnommen und meiner Kolonie in die Arena gelegt.
      Die ersten zwei Tage nach der Trennung wurden die Arbeiterinnen noch angenommen doch ab den dritten Tag hat die Kolonie angefangen Eier zu legen und hat somit glaube ich einen eigenen Koloniegeruch bekommen.
      Wenn ich jetzt eine Arbeiterin aus der alten Kolonie in die Arena werfe wird sie sofort angegriffen und getötet.

      Ich glaube der Koloniegeruch verändert sich bei Isolation der alten Kolonie wenn die abgetrennte Kolonie ihre ersten Eier legt.
      Was meint ihr ?
      Hat schon jemand von euch ein ähnliches Experiment durchgeführt ? -Wenn ja wann wurde die getrennte Kolonie "selbstständig" ?

      Gruß Daniel
    • Re: Myrmica sp. Experiment

      Hallo Daniel,
      interessante Beobachtung, auch bei anderen Arten wurde Ähnliches wohl schon beobachtet.
      Vor zwei Jahren hatte ich im Frühling einer sehr großen Myrmica Kolonie (ich vermutete Myrmica ruginodis) eine große Anzahl an Arbeiterinnen
      und mehrere Gynen entnommen. Über das ganze Jahr hinweg habe ich immer mal wieder einzelne Gynen vom Schwarmflug hinzu gesetzt, die problemlos akzeptiert und ins Nest geleitet wurden. Dadurch hatte ich letztendlich um die 60 Königinnen in der Kolonie.

      Einmal habe ich das Ganze sogar gefilmt, leider in einer echt schlechten Qualität. Am Anfang sieht man wie eine Gyne erst leicht angegriffen,
      dann jedoch ins Nest geführt wird:



      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Re: Myrmica sp. Experiment

      Hallo Daniel,

      schön zu lesen, dass Du so experimentierfreudig bist!
      Ich glaube der Koloniegeruch verändert sich bei Isolation der alten Kolonie wenn die abgetrennte Kolonie ihre ersten Eier legt.
      Was meint ihr ?

      Zwischen Eiablage und Kolonieduft besteht wahrscheinlich kein unbedingter Zusammenhang - auch Isolation von Arbeiterinnen ohne dass diese Eier legen führt zu einem unterschiedlichen Kolonieduft. Allerdings gibt es noch sehr viel Ungeklärtes was diesen Duft angeht. Das folgende von mir ist daher nicht ohne Skepsis zu betrachten; Verantwortlich für den Kolonieduft sind jedenfalls anscheinend genetische Komponenten und Umwelteinflüsse. Letzteres wird wohl hauptsächlich durch die Ernährung und Nistmaterial beeinflusst, eine Isolierung mit anschließend unterschiedlichen Nest und unterschiedlicher Nahrung führt also am schnellsten zu einem Nicht-erkennen als Nestgenossen. Den Kolonieduft selbst machen verschiedene Pheromone aus, die sich auf der Cuticula der Tiere befinden. Durch den ständigen Kontakt durch Futteraustausch und Berührungen wie gegenseitiges Putzen wird dieser Geruch weitergegeben bzw. erhalten.
      Schon erstaunlich, wie schnell er verschwindet schon nach so kurzer Isolation. Ich habe auch schon ähnliche Beobachtungen gemacht, man muss da vorsichtig sein - eine ausgebüchste Arbeiterin die schon seit ein paar Tagen in der Wohnung rumlungert kann man oft nicht mehr bedenkenlos zum Volk zurücksetzen.

      Grüße, Phil