Diskussionsthread zu Colophonius' Haltungsberichten

    • Re: Diskussionsthread zu Colophonius' Haltungsberichten

      Zu den Camponotus substitutus:

      Hört sich ja schlimm an, aber da sieht man mal wieder wie wichtig die Planung in der Ameisenhaltung ist. ^^
      Schon erschreckend wie schnell so eine Kolonie bei guter Fütterung einen über den Kopf wachsen kann ...

      Wenn dein Budget gerade wirklich so begrenzt ist dann bleibt dir anscheinend nur noch die Option sie einzusammeln und abzugeben.
      Kann man mal Bilder sehen wie das ganze im Moment ausschaut?

      Du könntest allerdings auch mithilfe eines Glasrundschneiders ein weiteres Becken anschließen und so ihren Auslauf erweitern.
      Die Option mit nach draußen stellen und abkühlen halte ich nicht für besonders gut, die Kolonie könnte Schäden davontragen.

      Aber mal ernsthaft hast du den Angaben im Antstore wirklich geglaubt?
      1000 Arbeiterinnen ist bei den meisten Camponotus noch ziemlich wenig.

      In der Haltung werden es natürlich auch immer mehr weil es keine Fressfeinde gibt.
      Falls man nicht die Option hat das Becken zu erweitern dann muss man halt Teile der Kolonie absammeln und überbrühen.

      Naja, wird sich sicher schon ein Abnehmer finden für die Kolo.

      Grüße
      Alex/Imp
    • Re: Diskussionsthread zu Colophonius' Haltungsberichten

      Hallo Colophonius,

      als erste Option würde ich erst mal die Erweiterung in Erwägung ziehen, wenn denn dein Platz dazu reicht. Dazu ein ausrangiertes Aquarium z.B. bei eBay (oft schon für 1€) oder eBay Kleinanzeigen besorgen und mittels Schlauch und Glasbohrer verbinden. Dazu den Schlauchaußendurchmesser 1-2 mm größer wählen als der Durchmesser des Glasbohrers und ohne Verbinder ins Loch friemeln. Das Loch ist mit Gefühl und etwas Wasser (am besten zu zweit) schnell gebohrt, bei mir ist dabei jedenfalls noch nie was zu Bruch gegangen.

      Sollte eine Erweiterung nicht in Frage kommen, würde ich mal den Staubsauger auspacken und ein bisschen aufräumen (Beutel entsorgen nicht vergessen). So eine Kolonie erholt sich sehr schnell von so einer Aktion, also nicht zu sparsam sein.

      Grundsätzlich werden aber sehr viel Camponotus Arten sehr groß und ich würde dir erst mal zu einer Erweiterung raten, da die Haltung dir in dem kleinen Becken wohl nie so richtig Spaß machen wird. Egal welche Option du wählst (wenn du den eine wählst) würde ich dir für die Zukunft raten, die Kolonie immer mit einer genau definierten Menge Futter zu versorgen, so kann man sehr genau die Koloniegröße steuern. Das kann allerdings eine Zeit dauern, bis man die genaue Menge raus hat.

      Grüße Sven
    • Re: Odontomachus cf. bauri - Haltungsbericht

      Hi Holger,
      Ich halte chelifer seit Ca 3 Monaten es waren schon 30 Tiere als ich sie erhalten habe. Jetzt sind es über das doppelte an Arbeitern. Ich bevorzuge immer Sicht Nester um ein wenig alles zu kontrollieren so bin ich immer :-). Ich denke das deine sicherlich schon Mondest 100 Tiere haben müsste.
      Lg
      Sascha
    • Re: Diskussionsthread zu Colophonius' Haltungsberichten

      Hallo Colophonius,

      Mich interessiert es sehr, was meine Messor eigentlich alles gerne fressen. Im Seifert steht irgendwo,dass Messor hochspezialisierte Körnerfresser seien. (Da ich keinen Seifert habe, kann ich die Seite auch gerade nicht nennen, war aber in einem Kapitel über Messor). Ich nehme mal an, dass sich das darauf bezieht, dass die Herstellung von Ameisenbrot schon ein sehr spezieller Vorgang ist, der den Ameisen das Anlegen von Futterlagern ermöglicht.

      zu der Ernährung von Messor; natürlich nehmen die meisten bzw. eigentlich alle Messor Arten proteinische Nahrung gerne an. Das unterscheidet sich aber je nach Art; ich hielt früher mal zwei Messorarten, eine cf. wasmanni und eine cf. semirufus. Erstere ernährte ich fast ausschließlich mit Grassamen und sie gingen äußerst selten an tierische Nahrung heran, die zweite Art dagegen musste regelmäßig mit Insekten gefüttert werden und trug deutlich weniger Samen ein.
      Messor sind dennoch hochspezialisiert auf die Ernährung von Samen, nur hat die Einlagerung dieser nichts mit Ameisenbrot zu tun; das Ameisenbrot ist nur die Masse, die entsteht, wenn die Messor ihre Samen zerkauen, und wird nicht eingelagert, sondern die Samen werden eingelagert. Die Spezialisierung drückt sich zum Beispiel darin aus, dass Messor aktiv die Keimung der Samen verhindern (was in der Natur natürlich nicht immer gelingt).
      Auch in der Lebensweise vieler Messor zeigt sich diese Spezialisierung; viele Arten können hochkomplexe Straßensysteme zu den Halmen ausbilden, die ihnen Futter geben. Messor kommen auch nur in solchen Habitaten vor, in denen ein sie genügend Samen finden, also vor allem Steppen.
      Auch in der Morphologie finden sich Hinweise auf diese Spezialisierung; z.B. die Majore dienen vor allem dazu, Samenhülsen zu knacken.
      Nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Aber das heißt natürlich nicht, dass die Ameisen ausschließlich Samen und sonst nichts anderes fressen würden; Insekten sind meistens willkommen. Aber in der Natur können sich die Messor eben nicht darauf verlassen, viele andere Ameisen kommen ihnen zuvor und Messor sind absolut schlechte Jäger.

      Blut wird zwar von vielen Ameisen angenommen, enthält aber nur sehr wenig Nährstoffe. Das sieht man ziemlich gut bei Tieren, die sich von Blut ernähren: Mosquitos oder Zecken müssen ein vielfaches ihres eigenen Körpergewichts an Blut aufnehmen, um etwas daraus zu gewinnen. Vampirfledermäuse müssen ständig Blut zu sich nehmen, und verhungern innerhalb kürzester Zeit (2 Tage) ohne Blutzufuhr. Blut ist eigentlich fast nur Wasser; deswegen wird bei vielen Bluttrinkern gleichzeitig Wasser herausgefiltert, d.h. sie pinkeln aktiv während des Blutssaugens um ein größeres Volumen aufzunehmen (z.B. Fledermäuse oder blutsaugende Wanzen).
      Mehr als eine Spielerei ist Blutverfütterung bei Ameisen also nicht.

      Grüße, Phil
    • Re: Diskussionsthread zu Colophonius' Haltungsberichten

      Hallo Phil,

      vielen Dank für den schönen Beitrag. Mir ist durchaus bewusst, dass die Ameisen die Körner einlagern und später daraus das Ameisenbrot herstellen (das kann man in der Haltung ja auch sehr gut beobachten), ich habe das aber vermutlich etwas ungenau ausgedrückt. :D

      Leider sind richtige Straßen der Ameisen in der Haltung eher selten, ich konnte aber beobachten, dass die Ameisen vor allem dann, wenn nicht immer Futter angeboten wird, dieses in großen Mengen annehmen. Dabei scheinen sie mehr einzutragen, als wenn man einfach ein Schälchen mit Körnern anbietet. Dieses wird dann schnell ignoriert.
      Mein Diskussionsthread mit Links zu meinen HBs

      Ein Leben ohne Messor ist möglich, aber sinnlos! - frei nach Loriot
    • Hey,

      danke für das Kompliment. :)

      bei den Formica ist das Problem, dass sie zum einen ja eine Winterruhe bekommen sollen und zum anderen bilden die Ameisen ja deutlich größere Kolonien.

      Wenn man so etwas andenkt, könnte man vielleicht groben Blähton als eigentlichen Bodengrund nutzen, den die Ameisen vielleicht nicht bewegen können. Ich glaube @Frank Mattheis macht das ähnlich. Vielleicht schreibt er noch was dazu.
      Mein Diskussionsthread mit Links zu meinen HBs

      Ein Leben ohne Messor ist möglich, aber sinnlos! - frei nach Loriot
    • Hallo Holger. Nein, Blähton verwende ich nicht. Das habe ich einmal getan und fand das Resultat (also für mich) nicht zufriedenstellend. Er ist mir zu leicht. Große Ameisenarten können ihn ohne weiteres umstapeln und tun dies auch, wenn sie einmal auf den Dreh gekommen sind.
      Fleißigen Ameisen muss man es schwer machen, ihnen die Lust nehmen, das komplette Terrarium nach ihren Belieben umzudekorieren. Ich verwende seit langem Lava und bei den großen, starken Arten Flusskiesel. Die sind zu schwer für umfangreiche Grabarbeiten, sehen natürlich auch und bilden für Pflanzen ein gutes Wurzelsubstrat. Man kann über solche Lava oder über den Kieselboden etwas Erde, Sand und Waldstreu verteilen, in ihm können junge Pflanzen, Moose etc. siedeln und wurzeln und mit etwas Geduld erhält man mit der Zeit einen natürlich aussehenden, mit in den Nischen lebenden Kleintieren belebten Wald- oder Steppenboden.
      Bewässern mit Regenwasser oder mit destillierten Wasser. Düngen, für die Pflanzen sparsam und nach Bedarf.

      LG, Frank.
    • Etwas guter Pflanzendünger bringt die Ameisen sicher nicht um. Wie gesagt, sparsam, in niedrigen Dosen.
      Ich verwende Flüssigdünger, hab da welchen speziell für Tillandsien und noch ein Fläschchen Aquarium-Dünger aus den Zeiten, wo ich mich mit einem Aquarium beschäftigt hatte. Gedüngt wird selten, eigentlich erst, wenn es an den Blättern Mangelerscheinungen gibt. Gelbe Blätter usw.. Also eigentlich lange nach einer Neueinrichtung eines Beckens.
      Diese Dünger sind ungiftig, sie werden schließlich auch in den Aquarien benutzt, und Fische oder Garnelen sind ihnen dann viel intensiver ausgesetzt als unsere landlebenden Ameisen.

      Tillandsien dünge ich eigentlich nur, wenn ich, wie im Winter, nicht auf die Schnelle an temperiertes Regenwasser kommen. Dann kommen ein paar Tropfen in das destillierte Sprühwasser. Vom Sprühen und Nebeln profitieren dann alle Pflanzen.

      LG, Frank.