Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

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    • Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Moin moin,

      immer wieder habe ich in verschiedenen Berichten (gerade über Tropenbecken) gelesen, dass Asseln und Springschwänze eingesetzt werden, um das Formicarium von Milben, Dreck und Schimmel zu befreien.
      Klingt im ersten Moment sehr gut, aber ich kenne mich damit kaum aus.
      In Betracht kämen bei mir v.a. das Becken meiner Pheidole pieli (mögen wohl ein feuchtes Nest, da schimmelt schnell was) und eventuell das meiner Messor minor hesperius, sehr schön wäre da eine Art, die zum einen die Müllberge beseitigt oder sogar die Kotstreifen von den Scheiben entfernt, allerdings ist das Becken recht trocken und sehr warm.

      Später dann auch bei meinen Camponotus herculeanus, da dort der Boden aus Kokoshumus ist, also auch schnell schimmeln kann.

      Was gibt es da für Möglichkeiten und was für Risiken birgt das Einbringen von weiteren Tieren in das Formicarium?
      Mein Diskussionsthread mit Links zu meinen HBs

      Ein Leben ohne Messor ist möglich, aber sinnlos! - frei nach Loriot
    • Re: Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Moin Holger,

      von Asseln kann ich dir nur abraten; ich selber habe in ein Tropenbecken mal um die 50 einheimische Kellerasseln gesetzt und sie haben sich rasant vermehrt und zu einer richtigen Plage entwickelt; ich bin sie bis heute nicht los, ich kann so viele rausnehmen wie ich will, es werden trotzdem nicht weniger. Das Problem ist, dass sie die Pflanzen anfressen und sogar Futtertiere, die eigentlich für die Ameisen gedacht sind. Ähnliches berichtet Fred Priebe von den bekannten weißen, tropischen Asseln: >Klick!<

      Springschwänze hingegen sind super, ich selber habe bisher nur einheimische in den Becken (teilweise sogar gezielt im Wald gesucht und eingebracht), die vermehren sich aber enorm langsam, vielleicht auch wegen des unpassenden Klimas. Trotzdem sind sie nützlich, verhindern effektiv die Ausbreitung von Schimmel und Ähnlichem. Das Gleiche und vielleicht in noch höherem Maße gilt auch für die tropischen Springschwänze, die sich jedoch enorm schnell vermehren. Zwar wurde vereinzelt von Problemen berichtet, wenn zu viele Springschwänze im Nest der Ameisen sind, aber bei einer Menge Leute klappt es super. Außerdem sind sie für jagende Arten immer noch ein Notfutter, über dass sie sich ein bisschen selber versorgen können. Tropische Springschwänze gibt es im Internet und auf Bestellung auch in den meisten Zoohandlungen für nicht all zu viel Geld zu kaufen.

      LG, Phillip ;)
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Re: Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Bei meinen gigas leben Springschwänze verschiedener Arten, tropische und heimische und es gibt Weisse Asseln. Diese winzigen Asseln sind bei mir absolut unproblematisch, unauffällig und kaum mal zu sehen. Bei mir gibt es auch keine Massen von ihnen, ich sehe sie nur ab und zu vereinzelt an der Oberfläche, meist nach dem Wässern. Ebenso wie die Springschwänze ernähren sie sich von Abfällen, ich kann mir nicht vorstellen und habe bei mir noch nie beobachtet, dass die Schaden anrichten. Und eigentlich habe ich die immer in solchen Becken mit dabei.
      Von den verschiedenen Springschwänzen hab ich einigermassen stabile Populationen, ich sehe die kleinen, hellgefärbten tropischen ebenso wie grössere heimische Arten immer wieder. Alle kommen gut zurecht, ab und zu füttere ich mit etwas Fischflockenfutter zu und das unterstützt ihr Überleben. Nicht zuletzt sind die jagenden Gigantiops kein Problem mehr, die sind so gut wie weg und es gibt nur noch zwei Gigantiops. Die haben die Springschwänze ja stark bejagt und die Population begrenzt.
      In Abwandlung des Titels dieses Threads würde ich sagen: Asseln und Springschwänze. Aber eben kleine, tropische Weisse Asseln und verschiedene Springschwänze aller greifbaren Arten.

      Heimische Asseln werden schnell zum Problem, sie neigen zur Massenvermehrung und schädigen massiv die Pflanzen. Die fressen eben einfach alles, finden sie nichts mehr, müssen die Pflanzen und v.a. deren Wurzeln dran glauben. Und sie pflanzen sich rasant fort. Zum Glück habe ich keine. Sind die mal drin, ist es fast unmöglich, die loszuwerden.

      Holger, erwarte keine Wunder von diesen Kleinsttieren. Sie verwerten halt Nahrungsreste, sind aber keine Müllabfuhr. In tropisch eingerichteten Terrarien können Springschwänze sehr grosse Populationen aufbauen und dann sind sie ein wichtiger und sogar regulierender Faktor im Stoffkreislauf des Beckens. In trockeneren Terrarien können sich andere Arten auch ganz gut halten, aber nicht solche grossen Zahlen erreichen.
      In solchen Becken hielt ich dann manchmal heimische Arten von Springschwänzen. Kleine graue Tierchen, wie man sie auf Terrassen und Balkonen, unter Töpfen und Abtretern findet. Die kommen ganz gut mit trockeneren Klimaten zurecht, wenn irgendwo Wasser erreichbar ist in Form einer feuchten Stelle und der Auslauf mit Waldstreu usw. eingerichtet ist.
      Diese Springschwänze können dann auch recht viele werden und finden sich dann an Nahrungsresten und Abfällen zusammen, um diese zu verwerten.

      LG, Frank.
    • Re: Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Also ich habe schon seit 3 Jahren einheimische Kellerasseln in einem 60x30cm VogelspinnenTerrarium, und es hat sich eine stabile, gleichbleibende Population entwickelt. Musste nie neue Asseln dazu setzen und sie lassen sich nur nachts blicken.

      Über übermäßige Vermehrung kann ich nicht klagen. Und ein Schimmel Problem das ich am Anfang hatte hat sich schnell erledigt und ist nicht wieder aufgetreten.

      Nebenbei leben auch ein paar Tausendfüßler in dem Becken, die man ganz selten mal sieht ^^
      Grüße, Jörn

      "The love for all living creatures is the most noble attribute of man" - Charles Darwin
    • Re: Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Es ist interessant, wie unterschiedliche Erfahrungen mit Asseln und co. gemacht wurden. Bei meinem Becken mit einheimischen Asseln ist eigentlich weniger das Problem, dass sie die Pflanzen abfressen, sondern das wirklich Nervige war, dass sie den Ameisen das Futter regelrecht weggeschnappt haben. Am Anfang habe ich mich gewundert, warum die vor den Nesteingang gelegten Futtertiere immer verschwanden, aber nie im Nest lagen. Nach einiger Zeit habe ich dann beobachten können, wie die Asseln die frischgetöteten Futtertiere fressen. Ich finde die Asseln eher sehr nervig, auch wenn es im Becken nie zu Schimmel kommt.

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Re: Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Hallo Leute,

      ich habe mal eine Frage an euch und verwende diesen Thread dafür:

      Ich habe beim entfernen von Futterresten, aus meiner Anlage, folgende Tierchen gefunden:

      Leider sind die Bilder sehr schlecht... Sie bewegen sich sehr schnell!




      Es sind zwei verschiedene Tierchen. Eines eher bräunlich und das andere fast durchsichtig weiß.
      Das Weiße ist auch viel kleiner als das Braune, mit dem Auge fast nicht zu sehen.
      Das Braune ist vielleicht maximal einen halben Millimeter.
      Beide Tiere im Vergleich sieht man auf Bild 4.

      Was sind das für Tiere?
      Sind das Springschwänze?
      Milben schließe ich eigentlich auf Grund der Körperform aus.
      Ich habe in diese Anlage keine Springschwänze, etc hinzugefügt. Sie sind also von allein rein gekommen.

      Vielen Dank im voraus für eure Hilfe!


      LG
      Denjo
      Liebe Grüße
      Denjo

      Myrmicaria sp. (abgegeben)
      Camponotus atriceps (abgegeben)
      Camponotus ligniperda (ausgesetz)
      Messor barbarus (abgegeben)
      Camponotus fulvopilosus
    • Re: Asseln oder Springschwänze als Reinigungskräfte?

      Sieht für mich nach Staubläusen aus, jüngere und ältere Tiere. Die findet man oft und in fast jeder Wohnung und wenn es irgendwo etwas zu futtern gibt und die Bedingungen halbwegs für sie stimmen, sind die bald da.
      Ungefährliche Tierchen, die aber schon viele werden können. Wenn du Futterreste entfernst und nicht zu lange liegen lässt, wird die Population nicht explodieren.

      LG, Frank.