Myrmicaria sp. (Afrika;Kenia) - Haltungsbericht

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    • Myrmicaria sp. (Afrika;Kenia) - Haltungsbericht

      Haltungsbericht: Myrmicaria sp. aus Afrika;Kenia



      Artsteckbrief

      Taxonomie

      -Familia: Formicidae (Ameisen)
      --Subfamilia: Myrmicinae
      ---Tribus: Myrmicariini
      ----Genus: Myrmicaria
      -----Species: ?
      ------Subspecies: -

      Allgemeines

      Verbreitung: Da diese Gattung sehr dürftig beschrieben ist, ist die Verbreitung schwer zu definieren. Allerdings scheint es Arten zu geben, die eher im tropischen Bereich (z.B. Myrmicaria arachnoides), wie Indien, Thailand, Malaysia, bis hin nach Indonesien verbreitet sind.
      Und es gibt Arten, die sich eher im Subtropischen bis trockenen Bereichen wohl fühlen. Diese leben eher im Großteil von Afrika und im Orient.
      Die hier beschriebene Art kommt aus Kenia in Afrika und zählt damit zu den Arten, die eher im subtropischen Breiten vorkommen.
      Habitat: Steppen, Küstenregionen
      Kolonie: monogyn
      Gründung: claustral
      Arbeiterinnen: monomorph
      Nestbau: Erdnester, vorzugsweise am Fuße von Bäumen
      Nahrung: Trophobiose, Zoophagie (Honig und Insekten in der Haltung)
      Temperaturen: ca. 7 Monate 23-25°C ; ca. 5 Monate 27-30°C
      Luftfeuchtigkeit: ca. 7 Monate 65-90% ; ca. 5 Monate 60-80%
      Winterruhe: Nein
      Ruhephasen: -

      Aussehen

      Königin: Kopf: schwarz glänzend; Thorax: schwarz glänzend; Gaster: schwarz glänzend; Beine: schwarz, Tarsus schwarz mit Übergang ins gelbliche
      Männchen: -
      Arbeiterin: Kopf: schwarz glänzend; Thorax: schwarz glänzend; Gaster: schwarz glänzend; Beine: schwarz, Tarsus schwarz mit Übergang ins gelbliche

      Größe

      Königin: ca. 10-11 mm
      Männchen: -
      Arbeiterin: 7-9 mm

      --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Hallo zusammen,

      die hier beschriebene Myrmicaria sp. ist bisher nur sehr dürftig beschrieben. Es ist schwer an brauchbare Informationen zu kommen.
      Ich hoffe mit diesem Haltungsbericht, meinen Teil zur Wissensvermittlung, bezüglich dieser Art beitragen zu können.
      Ich habe schon mehrere Stunden im Netz verbracht und versucht die Art zu bestimmen. Es ist mir bisher nicht gelungen, denn es gibt mindestens 67 verschiedene Arten der Myrmicaria Gattung, eine schlechter beschrieben als die andere. Lediglich über M. arachnoides und M. brunnea findet man hier und da ein paar Informationen.
      Alle Bilder und Berichte die ich durchforstet habe zeigen Ameisen, die gelblich bis braun sind. Diese hier beschriebene Art ist allerdings schwarz. Im Netz habe ich dieses Aussehen noch nicht finden können.
      Falls also jemand Informationen hat und diese mit mir teilen möchte kann er dies gerne in folgendem Thread tun, oder mir eine Nachricht senden:
      eusozial.de/viewtopic.php?f=40&t=2957
      Dort wurde über die Bestimmung der hier genannten Art diskutiert.


      Anlage

      Es gibt einen Thread, indem ich über den Bau und die Hintergründe Berichte:
      eusozial.de/viewtopic.php?f=77&t=2765


      Haltungsparameter

      Wetterdaten 2013 Mombasa, Kenia:


      Da Kenia südlich des Äquators liegt ist in Bezug auf Europa Winter/Sommer bzw. Regen-/Trockenzeit vertauscht.
      Im europäischen Sommer liegen die Temperaturen in Mombasa im Mittel bei 23-25°C und die LF ist recht hoch bei 65-90%.
      Im europäischen Winter liegen die Temperaturen bei 27-30°C und die LF schwankt von 60-80%.
      Da es den Ameisen wohl nicht schaden wird und ich es damit einfacher habe, werde ich die Temperaturen unseren Gegebenheiten anpassen und sie im europäischen Winter kälter halten und im Sommer etwas wärmer.


      06.07.2014

      Kolonie ist bei mir eingetroffen!
      Laut meinen Informationen ist der Schwarmflug auf das Jahr 2012 datiert.

      Bestand:
      1x Gyne
      ca. 500x Arbeiterinnen
      ein kleines Eipaket
      ein paar Larven, vielleicht 50 Stück
      recht wenig Puppen, ca. 20-30 Stück

      Die ersten Tage:
      Die o.g. Anlage besteht aus einem 30x20x20cm Formikarium und einem 60x30x30cm Formikarium, welche über ein Rohrsystem miteinander verbunden sind.

      Hier nochmal ein Bild:


      Ganz links das große Formikarium und ganz rechts das kleinere. In der Mitte Befindet sich noch ein 30x20x20cm Formikarium mit einer anderen Kolonie.
      Da das 60er Formikarium zu Anfang noch nicht fertig war, mussten sie mit der kleinen Anlage vorlieb nehmen.

      Temperaturen:
      Arena: 26-30°C
      Nest: 26-29,5°C

      Luftfeuchte:
      Nest: ca. 70-80%
      Arena: ca. 60-80%

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale.
      Proteine über Heimchen und Katzenfutter.
      Heimchen werden sofort eingetragen und um das Katzenfutter wird sich danach gekümmert.

      Verhalten:
      Da die Anlage etwas zu klein für die Anzahl an Tieren ist, sieht man immer viele Arbeiterinnen in der Arena.
      Das Ytong wurde nur wiederwillig bezogen. Besser schien es ihnen im Bodengrund zu gefallen.
      Nachdem ich aber die Befeuchtung eindrosselte, wechselte auch die Gyne und die Brut in das Ytong-Nest.
      Es fällt allerdings auf, dass sie die wärmsten Stellen im Nest meiden. Direkt unter dem, von der Lampe, angestrahlten Bereich halten sich kaum Individuen auf. Das erschien mir erst komisch, da sie doch aus einem recht warmen Land kommen.
      Da die aktuellen Gegebenheiten sowieso nur eine Übergangslösung war und kaum Arbeiterinnen starben, beließ ich es bei den Parametern, bis das große Formikarium fertig war.
      Proteine wurden trotz der recht geringen Brutmenge üppig verarbeitet. Es wurde kaum ein Rest übrig gelassen.
      Zuckerwasser wird hingegen nicht so viel benötigt. Man sieht zwar immer mal Arbeiterinnen an der Tränke, aber ein Massenauflauf ist das nicht.


      26.07.2014

      Im folgenden wird das 30x20x20cm Formikarium als Anlage 1 (Arena 1 & Nest 1) und das 60x30x30cm Formikarium als Anlage 2 (Arena 2 & Nest 2) bezeichnet.

      Bestand:
      1x Gyne
      ca. 500x Arbeiterinnen
      drei Eipakete
      ein paar Larven, vielleicht 100 Stück
      Puppen ca. 30-40 Stück

      Temperaturen:
      Arena 1: 26-30°C
      Arena 2: 24-33°C
      Nest 1: 26-29,5°C
      Nest 2: 23-31°C

      Luftfeuchte:
      Arena 1: ca. 60-80%
      Arena 2: ca. 50-80%
      Nest 1: ca. 70-80%
      Nest 2: ca. 50-95%

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale.
      Proteine über Heimchen und Katzenfutter.

      Verhalten:
      Nachdem ich jetzt Anlage 2 fertiggestellt hatte und auch ein paar Tage hab einlaufen lassen, öffnete ich die Pforten.
      Innerhalb weniger Minuten waren die 2m Röhrensystem erkundet und die ersten Scouts liefen in die neue Anlage.
      Am ersten Abend waren schon ca. 5 Arbeiterinnen im neuen Nest. Sie hielten sich fast ausschließlich am Eingang auf.
      Da das Nest recht groß ist, dachte ich, es wird ebenfalls bis in den letzten Winkel erkundet.
      Die Arena wurde zu jeder Zeit von mindestens 10-20 Scouts erkundet.

      Um die ganze Sache noch etwas zu veranschaulichen, folgendes Bild:


      Der rechte Bereich wird sehr warm. Unter den beiden Strahlern werden Temperaturen von knapp über 40°C erreicht. Ich denke das könnte der Mittagssonne in Kenia entsprechen. Das Temperaturgefälle im Becken ist aber sehr stark. 10cm weiter links herrschen nur noch Temperaturen von ca. 30°C. Und die Ecke ganz links, wo auch der Eingang des Röhrensystems ist, hat man fast Zimmertemperatur ca. 24°C.

      Das Nest geht einmal rundherum. Im rechten Teil des Nestes wird es sehr warm, weil dort noch eine extra Lampe außerhalb des Beckens angebracht ist. Es werden lokale Temperaturen von ca. 34°C erreicht. Ich hatte mir erhofft, dass sie dort die Puppen oder Eier lagern.

      Der Eingang in das Nest liegt zentral im vorderen Bereich.


      15.08.2014

      Bestand:
      1x Gyne
      ca. 500x Arbeiterinnen
      fünf Eipakete
      viele Larven, mindestens 200-300 Stück
      einige Puppen, ca. 50-150 Stück

      Temperaturen:
      Arena 1: 26-30°C
      Arena 2: 24-33°C
      Nest 2: 23-31°C

      Luftfeuchte:
      Arena 1: ca. 60-80%
      Arena 2: ca. 50-80%
      Nest 2: ca. 50-95%

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale.
      Proteine über Heimchen und Katzenfutter.

      Verhalten:
      Die Kolonie ist nun vollständig in Anlage 2 gezogen.
      Wie oben beschrieben waren erst nur 5 Arbeiterinnen im neuen Nest. Am nächsten Tag waren es aber schon über 10 und so entwickelte es sich auch die folgenden Tage weiter. Bis ich am etwa 5ten Morgen in das Nest schaut und die Gyne, sowie die gesamte Brut entdeckte.

      Die Entwicklung geht also gut voran. Es sind, seid ich die Kolonie erhalten habe, ca. 20 Arbeiterinnen gestorben.
      Was hinzugekommen ist, kann ich nicht sagen. Bei ca. 500 Individuen erkennt man +/- 50 Stück recht schlecht.
      Was allerdings auffällt, ist die Entwicklung der Brut. Optisch sieht es so aus, als wenn mehr Brut vorhanden ist, als es aktuell Arbeiterinnen gibt.

      Proteine werde weiterhin komplett aufgenommen. Sie bekommen ca. 4 große Heimchen und eine Schälchen Katzenfutter. Bis sie das Katzenfutter abgebaut haben, dauert es zwar einen ganzen Tag, aber am nächsten Morgen ist alles verschwunden.

      Zuckerwasser wird, wie am Anfang nur mittelmäßig angenommen. Meine Vermutung hat sich bestätigt, das diese Art nicht den riesigen Bedarf an Zucker hat, wie andere Arten. Wasser wird ähnlich wie Zuckerwasser besucht.

      Anlage 1 wird nur noch dürftig besucht. Es sei denn, es wird Futter dort angeboten, dann wird recht schnell rekrutiert und innerhalb weniger Minuten sind viele Arbeiterinnen vor Ort.

      Was noch sehr auffällig ist: Meine Vermutung bezüglich Wärme im Nest hat sich bestätigt. Sie meiden auch im neuen Nest die Bereiche mit hoher Temperatur. Es wird weder Brut im warmen Bereich gelagert, noch halten sich dort Arbeiterinnen auf. Maximal sieht man mal eine durchflitzen.
      Das hängt wahrscheinlich mit ihrem Nestbau in freier Natur zusammen. Da sie vorzugsweise im Schatten großer Bäume ihre Erdnester bauen, sind die Temperaturen im Nest wohl nicht so hoch. Auch mögen sie die Bereiche mit hoher LF mehr, als die Trockenen. Auch dies lässt sich mit dem Bau der Nester in der Natur erklären. Baumwurzel speichern Feuchtigkeit und sorgen damit für einen annähernd gleichen Feuchtigkeitsgehalt im Boden.
      Der Bereich in dem sie sich hauptsächlich aufhalten hat Temperaturen von 23-25°C. Da sie sich die Bereiche nach belieben aussuchen können, gehe ich davon aus, dass sie wissen was sie tun. :recht:


      Bilder:

      Zum Schluss noch ein paar wenige Bilder.
      Genaueres werde ich bald nachliefern!
      Es sei aber schon mal erwähnt, es sind sehr wuselige Tiere. Im Gegensatz zu meinen Camponotus halten sie kaum Still und das macht das Ablichten nicht gerade einfacher!




      P.s.: Hier dürft ihr gerne kommentieren, diskutieren, fragen & antworten: eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=2967
      Liebe Grüße
      Denjo

      Myrmicaria sp. (abgegeben)
      Camponotus atriceps (abgegeben)
      Camponotus ligniperda (ausgesetz)
      Messor barbarus (abgegeben)
      Camponotus fulvopilosus

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Denjo1983 ()

    • Re: Myrmicaria sp. (Afrika;Kenia) - Haltungsbericht

      Hallo zusammen,

      es ist nun etwas Zeit vergangen und ich möchte ein kleines Update schreiben.


      28.10.2014

      Bestand:
      eigentlich unzählbar, daher nur ganz grob schätzbar :D
      1x Gyne
      (ca. 5000-6000x Arbeiterinnen) Edit
      6-7 Eipakete
      viele Larven
      sehr viele Puppen

      Temperaturen:
      Arena: 25-29°C
      Nest: 23-27°C

      Luftfeuchte:
      Nest: ca. 75-95%
      Arena: ca. 60-75%

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale. Sie trinken mittlerweile so viel, dass ich eine 50mm Schale komplett füllen muss.
      Proteine über Heimchen und Katzenfutter.
      Heimchen (ca. 5 große) werden sofort eingetragen und um das Katzenfutter wird sich danach gekümmert. Auch hier verspachteln sie so viel, dass ich eine 50mm Schale komplett mit Katzenfutter fülle (Bild 2&3). Ich füttere immer Abends. Die Schale ist bis zum nächsten morgen immer komplett leer.
      Sie nehmen zwar gut Zuckerwasser an, allerdings haben sie einen viel größeren Bedarf an Proteinen. Gut das sie Katzenfutter so gut annehmen, sonst hätte ich ein Problem :D

      Verhalten:
      Auf Bild 1-3 kann man erkennen, wie viele Individuen unterwegs sind, wenn ich Futter gebe. Die Rekrutierung geht sehr fix.
      Ich lege ein Heimchen in das kleinere Becken und im nu sind 3-4 Arbeiterinnen unterwegs ins große Becken, um Verstärkung zu holen.
      Sie laufen direkt zurück ins Nest und wenn sie auf dem Weg dorthin andere Arbeiterinnen treffen, laufen diese sofort in Richtung des kleinen Beckens. Im Nest angekommen strömen die Arbeiterinnen nur so raus. Wenn ich dann nach ca. 30 Minuten gucken gehe, dann wuselt es überall im kleinen Becken.

      Die Bilder 4-8 zeigen wie die Kolonie sich in den letzte 3 Monaten entwickelt hat. In meinem letzten Beitrag kann man auf einem Bild sehen, dass sich die Kolonie im linken vorderen Bereich des Nestes aufgehalten hat. Nun ist fast die komplette Front von ihnen eingenommen. Auch links um die Ecken (ohne Bild) sitzen einige von ihnen.

      Mir ist noch eine Sache aufgefallen: Es wird immer mal wieder diskutiert, ob die rote Folie nun notwendig ist, um das Nest zu bedecken. Auch ich kann bestätigen, dass die kleinen keinen Unterschied machen, zwischen Nestbereichen, die mit Folie bedeckt sind und Bereiche die das nicht sind.
      In das größere Formikarium wurde ringsum ein Ytongnest gebaut. Nur den vorderen Bereich habe ich mit roter Folie bedeckt. Aber die Kleinen halten sich genauso gerne im linken Bereich des Nestes auf, wo keine Folie ist. Hauptsache es ist feucht genug.

      Das ist auch so eine Sache. Feuchtigkeit ist ihnen wesentlich wichtiger als warme Bereiche. Sobald ich eine Ecke besonders gut wässere, wackeln sie in Scharen dort hin. Brut wird sofort umgesetzt.


      Bilder:

      Zum Schluss die Bilder!







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      Liebe Grüße
      Denjo

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    • Re: Myrmicaria sp. (Afrika;Kenia) - Haltungsbericht

      Hallo zusammen,

      neues Jahr, neuer Bericht:

      13.01.2015

      Bestand:
      1x Gyne
      ca. 6000-7000x Arbeiterinnen (habe mal versucht zu schätzen)
      Eipakete, Larven & Puppen vorhanden

      Temperaturen:
      Die Temperaturen sind aktuell etwas gering. Werde sie aber bald wieder erhöhen.
      Auch in Kenia hat es mal 24°C, also sollte das kein Problem darstellen, ist allerdings auch nicht förderlich!
      Arena: 24-27°C
      Nest: 22-24°C

      Luftfeuchte:
      Nest: ca. 75-95%
      Arena: ca. 55-90%

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale.
      Proteine über Heimchen, Mehlwürmer und Katzenfutter.

      Verhalten:
      Wir waren über Silvester und Neujahr 12 Tage im Urlaub.
      Ich habe 2x RG Zuckerwasser, 1x RG Wasser, 1x Vogeltränke mit Wasser, großer Vorrat Heimchen und Mehrwürmer, 1x Proteingel und 1x großer Haufen Katzenfutter gegeben, bevor wir los gefahren sind.
      Leider musste ich bei meiner Ankunft feststellen, dass die Kolonie leicht geschwächt war und einige Tiere verstorben waren.

      - Die RG mit Zuckerwasser waren kaum angenommen worden.
      - Proteingel war ebenfalls kaum angenommen worden.
      - Heimchen und Mehlwürmer, wurden komplett verspeist.
      - Katzenfutter war nur noch wenig vorhanden.

      Mittlerweile ist die Kolonie wieder aufgepäppelt und macht den Anschein, als wenn es wieder bergauf geht.
      Zuckerwasser wird wieder sehr gut angenommen. Vor allem Abends, wenn es neue Nahrung gibt, ist einiges los im Becken.
      Die Queen sehe ich immer mal wieder im Gewimmel des Nestes. Ihr scheint es gut zu gehen.

      Ich habe vor kurzem das kleinere Becken (30x20x20cm) abgebaut, gewaschen und neu eingerichtet.
      Die Kleinen haben die Scheiben sehr stark verschmutz und mir gefiel es einfach nicht mehr.
      Das alte Nest wurde eh nur noch sehr sporadisch genutzt und da habe ich es gleich mit ausgebaut...


      Bilder:

      Ich hab mal wieder versucht Nahaufnahmen hin zu bekommen. Bei den Camponotus hat das immer ganz gut geklappt, aber die Myrmicaria sp. sind sehr wuselig. Allein an der Zuckerwassertränke konnte ich ein paar stille Arbeiterinnen ablichten.
      Erwartet also nicht zu viel von den Bildern.
      Vom Nest gibt es diesmal nur zwei Bilder.








      P.s.: Hier dürft ihr gerne kommentieren, diskutieren, fragen & antworten: eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=2967
      Liebe Grüße
      Denjo

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    • Re: Myrmicaria sp. (Afrika;Kenia) - Haltungsbericht

      Hallo,

      ich hab mal wieder einen neuen Bericht, bzw eher Fotos.

      21.02.2015

      Bestand:
      1x Gyne
      wieder nur eine Schätzung, aber es sind mehr geworden... mindestens 7000, eher 8000 Arbeiterinnen.
      Einige Eipakete, Larven & Puppen sind vorhanden.

      Temperaturen:
      Die Temperatur im Becken habe ich etwas erhöht. Habe dafür einfach eine etwas stärkere Birne in die Lichtbox eingebaut.
      Arena: Dadurch das ich die Lichtbox auf der rechten Seite des Formikariums stehen habe, entsteht ein recht großes Temperaturgefälle. Unter der Box und in der Umgebung sind es sicherlich 38-43°C. Recht warm und man merkt auch, dass die Ameisen diese Bereiche meiden. Aufgrund meiner Konstruktion aber nicht anders machbar. Die Kleinen haben ja genug Ausweichmöglichkeiten. In der Mitte des Beckens, in der auch der Eingang ins Nest ist, sind es ca. 30-32°C. Im linken Bereich des Beckens sinkt die Temperatur auf ca. 26°C ab.
      Nest: 22-24°C || Nachts sogar runter auf 21°C
      In der kleineren Arena sind es etwa 26°C.

      Hier nochmal ein Bild zur Veranschaulichung:


      Luftfeuchte:
      Nest: ca. 75-99%
      Arena: ca. 65% +/-10%
      Mit der LF im Nest kämpfe ich gerade etwas. Mir kommt es zu feucht vor, weil ich die Nester von freilebenden Myrmicaria sp. in Kenia gesehen habe. Ich dachte eigentlich, dass es dort nicht so feucht sein kann. Andererseits scheint die Kolonie gerade die Bereich, mit hoher LF zu suchen. In den Kammern, die sehr stark mit Kondenswasser beschlagen sind, halten sich die meisten Arbeiterinnen auf. Der ganze Ytong scheint recht feucht zu sein. Das kommt wohl davon, dass ich 1-2 mal die Woche die Arena bewässere, um dort eine LF von ca. 70% zu halten. Das Wasser sickert dann unweigerlich in den Ytongstein. Mal sehen, wie ich das "Problem" in Zukunft lösen werde. Aber im Sommer werde ich die LF sowieso nicht so hoch einstellen...

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale.
      Proteine über Heimchen und Katzenfutter.

      Verhalten:
      Hier habe ich nicht so viel zu vermelden. Alles geht seinen gewohnten Gang.
      Das einzige was ich mich frage... Wie hoch ist, für so eine Kolonie, wohl die Zahl der Toten Arbeiterinnen pro Woche?!?
      Ich hatte noch nie eine so große Kolonie und habe daher auch keine Erfahrung. Klar es gibt immer mal wieder Schwankungen, aber kann das jemand grob einschätzen.
      Ich entferne einmal pro Woche den Haufen der toten Arbeiterinnen. Diesen schichten sie sehr ordentlich, in einer Ecke, im kleinen Becken auf. Ich schätze die Zahl auf etwa 50 bis 100 Individuen pro Woche.


      Bilder

      Bilder habe ich diesmal etwas mehr mitgebracht:

      Bilder von der Arena und dem Futterplatz


      Eines der kleinen Larvenpakete. Die Kolonie hat einige davon


      Bilder von kleineren Larven


      Bilder von etwas weiter entwickelten Larven


      Arbeiterin bei der Brutpflege


      Nahaufnahmen von Arbeiterinnen in der Arena


      Futterstelle


      Über diesen Ast geht eine Ameisenstraße



      P.s.: Hier dürft ihr gerne kommentieren, diskutieren, fragen & antworten: eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=2967
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      Denjo

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    • Re: Myrmicaria sp. (Afrika;Kenia) - Haltungsbericht

      Hi,

      mein letzter Bericht ist nun doch schon eine Weile her... Die Zeit vergeht wie im Fluge!
      Aber heute habe ich mir mal wieder etwas Zeit genommen, um ein paar Fotos zu schießen.

      23.05.2015

      Bestand:
      1x Gyne
      Ich bin ganz schlecht im schätzen aber die Kolonie wächst. Ich würde auf 10.000+ Arbeiterinnen tippen.
      Sehr viel Brut in allen Stadien vorhanden.

      Temperaturen:
      Ich habe zwei neue Lichtboxen gebaut, daher ist der Temperaturverlauf im Becken nun günster.
      Dazu aber später mehr!
      Arena:
      Im Schnitt 28°C
      Unter den Lampen 35-38°C
      Nachts Zimmertemp. 21-24°C
      Nest:
      Immer Zimmertemperatur 21-24°C
      Ich hatte testweise mal eine Heizmatte in einem Bereich des Nestes, dort war die Temp. bei ca. 32°C
      Dazu aber auch später mehr. Die Heizmatte ist nun wieder ausgeschaltet.

      Luftfeuchte:
      Nest: ca. 70-99%
      Arena: ca. 70% +/-10%

      Futter:
      Wasser über Vogeltränke mit Watte, immer verfügbar, sowie in einer kleinen Schale.
      Zuckerwasser jeden Abend neu in einer Schale. Die Kleinen schlürfen mittlerweile ganz schön was weg. Man sieht eigentlich durchweg immer viel Andrang an der Schale. Teilweise auch mehrere Arbeiterinnen übereinander 24h/7d die Woche.
      Proteine über Heimchen (jeden Tag ca. 6-7 große Heimchen), Mehlwürmer und Katzenfutter (ohne Konservierungsstoffe). Sie nehmen im Grunde fast alles. Auch rohes Fleisch nehmen sie gerne.
      Nur Früchte mögen sie gar nicht. Lassen sie einfach links liegen.

      Verhalten:
      Zuerst würde ich gerne auf ein Verhalten bezüglich Brut und Wärme im Nestbereich eingehen.
      Aufgrund einen aktuellen Threads, in dem ich versprochen habe, in meinem HB näheres zu erläutern.
      Ich habe im hinteren Bereich des Nestes eine kleine Heizmatte angebracht, weil ich dachte meine Myrmicaria sp. kommen aus Kenia und da ist es sehr warm... Klar man kann solche Gedanken nicht verallgemeinern, weil die Nesttiefen von Ameisenkolonien sehr tief gehen können und die Temperaturen da auch nicht besonders hoch sein dürften. Aber grundsätzlich dachte ich, warme Gegend, also mögen es die Tiere warm.
      :crazy: Nix wars. Wie man auf den Bilder unten sehen kann meidet meine Kolonie die warmen Bereiche. Sie halten sich zwar auch in der Nähe der Heizmatte auf, sie lagerten ihre Brut aber, bevor ich die Heizmatte anbrachte, auch schon dort.
      Ich habe die Heizmatte nach 3 wöchigen Test also wieder ausgeschaltet.

      Mit dem Koloniewachstum bin ich sehr zufrieden. Im großen Formikarium ist rund um die Uhr viel los und im Futterbecken gibt's auch immer was zu sehen. Wenn ich füttere, dann dauert es maximal 30 Minuten und alle Heimchen sind im Nest verschwunden. Ich verfüttere mittlerweile große Heimchen. Diese werden mit nur 4-5 Arbeiterinnen über die Röhren ins Nest, im großen Formikarium getragen. Sehr kraftvoll diese Art!

      Sonstiges:
      Ich habe vor ein paar Wochen zwei neue Lichtboxen gebaut. Die klobige alte Box hat mir nicht gefallen und die Wärmeverteilung im Becken war auch suboptimal. Die Boxen habe ich identisch denen gebaut, die meine Camponotus atriceps bekommen haben (siehe: eusozial.de/viewtopic.php?f=43&t=2673&start=10 Beitrag 2 auf Seite 2, da kann man die Boxen gut erkennen. Auf den Bildern weiter unten kann man es aber auch erkennen).
      Im Moment sind je Seite ca. 15Watt eingesetzt. Dadurch erhalte ich im mittleren Bereich, des Beckens ca. 28°C. In dem Bereich befindet sich auch der Nesteingang. Unter den Lampen geht die Temperatur dann hoch bis maximal 38°C.

      Weiter unten habe ich noch einige Nahaufnahmen, von einer Arbeiterin und einer Puppe gepostet.
      Mit den Aufnahmen einiger anderer Forenmitglieder können die nicht mithalten, aber für eine Bridgekamera mit Raynox Vorsatzobjektiv bin ich sehr zufrieden.
      Es geht mir auch in erster Linie darum, so viele Informationen und Bilder dieser Art zur Verfügung zu stellen, wie ich kann.
      Da diese Art nur sehr dürftig Beschrieben ist, möchte ich wenigstens ein paar Infos/Bilder in diesem HB zusammen tragen!

      Bilder

      Hier die Bilder bezüglich Heizmatte im Nestbereich. Damit man sich auch etwas drunter vorstellen kann:


      Bereich unter der Heizmatte:


      Bereich neben der Heizmatte:


      Draufsicht große Formikarium:


      Im Futterbecken nimmt die Aktivität seid einigen Wochen auch drastisch zu:


      Noch einige Nahaufnahmen:






      P.s.: Hier dürft ihr gerne kommentieren, diskutieren, fragen & antworten: eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=2967
      Liebe Grüße
      Denjo

      Myrmicaria sp. (abgegeben)
      Camponotus atriceps (abgegeben)
      Camponotus ligniperda (ausgesetz)
      Messor barbarus (abgegeben)
      Camponotus fulvopilosus
    • Mir ist aufgefallen, dass ich den Haltungsbericht nie zu Ende geführt habe.
      Sorry für die späte Rückmeldung, aber an alle die diese Art halten möchte und dies als Referenz verwenden...
      Ich habe die Kolonie Ende des Sommers 2015 abgegeben.
      Bis dahin ging es der Kolonie super!
      Mit den hier festgehaltenen Daten bin ich hervorragend gefahren.
      Liebe Grüße
      Denjo

      Myrmicaria sp. (abgegeben)
      Camponotus atriceps (abgegeben)
      Camponotus ligniperda (ausgesetz)
      Messor barbarus (abgegeben)
      Camponotus fulvopilosus