TdM Februar 2015: Ameisenhaltung international!

    • TdM Februar 2015: Ameisenhaltung international!

      Hallo liebe Mitglieder des Forums,

      bald ist es Februar und das heißt, es gibt ein neues TdM. Diesmal soll es um die internationale Ameisenhaltung gehen und wir haben uns etwas anderes einfallen lassen: statt einem einfachen kurzen Startbeitrags mit einer Fragestellung, haben wir verschiedene Mitglieder des Formiculture-Forums befragt und werden im Verlauf des Monats die Ergebnisse (auf deutsch und englisch) hier posten. Wir hoffen, dass wir euch so einen kleinen Einblick in die amerikanisch-kanadische Ameisenhaltung bieten können und über deren Ansätze (und andere von überall auf der Welt) diskutieren können.

      We also want to encourage all non-native speakers in this forum to participate in this discussion :)!

      Wir starten mit der kanadischen Moderatorin Mercutia (original version below!)




      1. Hallo Mercutia, als erstes wüssten wüssten wir gerne wie lange du schon Ameisen hälst.

      Seit zwei Jahren halte ich offiziell Ameisen. Aber als Kind habe ich schon welche gehalten, aber immer nur kleine Mengen und nie eine ganze Kolonie.

      2. Was denkst du über die amerikanische und kanadische Ameisenhaltung?

      Ich finde, dass es sehr wenige Leute in Nordamerika gibt, die sich dafür interessieren und diese scheinen überall in Nordamerika verteilt zu leben. Es war sehr schwer für mich, jemanden in meiner näheren Umgebung zu finden, der auch Ameisen hält. Aktuell wohnt die nächste Person, die Ameisen hält, zwei Städte weiter. Das ist gar nicht so schlecht, aber die übernächste Person wohnt jenseits der kanadisch-amerikanischen Grenze

      3. Ähnlich wie die amerikanischen Gesetze, verbietet das kanadische Recht den Handel mit Ameisen über die kanadische Grenze. Welchen Einfluss hat das auf die Ameisenhaltung?

      Naja. zunächst müssen ja alle Ameisen kanadisch sein. Ohne die Möglichkeit mit Exoten zu handeln, müssen wir auf die einheimischen Ameisen zurückgreifen. Meiner Ansicht nach ist das vorteilhaft und dafür sollte häufiger geworben werden. In jeder Region gibt es vielefaszinierende Arten und viele Aspekte ihres Verhaltens sind bisher undokumentiert. Da es so viel noch über die lokalen Regionen zu lernen gibt, muss man nicht weiter als in die eigene Nachbarschaft gehen, um spannende Ameisen zu finden. Warum sollte man sie daher importieren? Außerdem wird man schnell ein Experte für die einheimischen Ameisen, wenn man nur auf diese beschränkt ist. Es ist sehr einfach Leute, die keine Ameisen halten, zu beeindrucken, wenn man irgendeine Ameise aufhebt und diese bis zur Art bestimmen kann und dabei noch ein paar Details über ihre Gewohnheiten verraten kann. Ich glaube, dass die Haltung von einheimischen Arten dich dazu zwingt, etwas akademischer and die Sache heran zu gehen. Es ist nicht nur ein Spielzeug zum spileen, sondern eine lehrreiche Erfahrung darüber, wie Ameisen interagieren, nicht nur in Gefangenschaft, sondern auch in deiner unmittelbaren Umgebung. Das kann man mit Exoten nicht machen, es sei denn man reist wirklich dahin, wo die Exoten herstammen. Bei sovielen verhaltensbedingten und physischen Unterschieden zwischen den einheimischen Ameisen bei jeder Person, sind die meisten nordamerikanischen Ameisenhalter zufrieden damit, nur einheimische Arten halten zu können. Natürlich haben wir aber auch alle Träume über die Haltung gewisser Arten (Ich persönlich würde gerne eine Cephalotes halten), aber mit der Vielfalt in unserem Garten ist das kein großes Problem.

      4. Hast du während deiner Zeit in der nordamerikanischen Ameisencommunity interessante Entwicklungen und Tendenzen beobachten können?

      Nun, das offensichtlichste ist, dass die Community während der Wintermonate sehr ruhig wird, da die meisten Ameisenhalter ihre Kolonien in die Winterruhe geschickt haben und es auch in der Natur wenig zu dokumentieren gibt, was mit Ameisen zusammenhängt. Innerhalb der nordamerikanischen Community gab es ein Hauptforum, das sehr strenge Regeln hinsichtlich der Beiträge hatte. Manche Leute mochten diese Regeln nicht und haben ihr eigenes Forum gegründet. Das stand vor zwie Jahren statt und seitdem war das neue Forum ein voller Erfolg und sehr aktiv. Es gab darüber hinaus auch noch Facebookgruppen über die Ameisenhaltung.

      Während der Kontakt zwischen den beiden Hauptforen trotz der Teilung immer noch sehr freundlich war, entstand eine Spannung in der Welt der kommerziellen Ameisenhaltung. Früher gab es zwei Hauptverkäufer für Formicarien in Nordamerika, aber einer ist weggezogen und hat hier viel Marktanteil verloren aber dafür den europäischen und asiatischen Markt erschlossen. Der andere Formicarienverkäufer dominierte den Markt und hatte sehr treue Fans. Ich habe oft beobachten können,dass diese "Fans" es zu weit trieben, wenn sie Konkurrenten angriffen. Letztes Jahr kam ein weiterer Formicarienverkäufer auf den Markt, der einen einzigartigen und sehr interessanten Ansatz für Formicarien verfolgt. Man muss wohl nicht erwähnen, dass diese Konkurrenz nicht sehr freundlich aufgenommen wurde. Seitdem sind die beiden Parteien gespalten. Aber auch zwischen dem dominanten nordamerikanischen Formicariumverkäufer und dem europäisch-asiatischen Formicariumverkäufer verläuft ein Graben. Manchmal glaube ich, dass manche Menschen nicht miteinander klarkommen, wenn es ums Geld geht. Am Anfang habe ich versucht, mich aus dem ganzen Drama rauszuhalten, da ich mit allen dreien befreundet war. Allerdings habe ich irgendwann einen Post erstellt, in dem ich einem Halter den Rat gab, seine Formicarien mehr zu bewässern, da er Probleme mit verschrumpelten Larven hatte. Er hatte seine Ameisen in einem Formicirium des dominanten nordamerikanischen Verkäufers gehalten und mir war aufgefallen, dass ich mehrere Leute kannte, die das Problem hatten, dass sich das Wasser nicht gut im Formicarium verteilte, da die Wasseranschlüsse fehlerbehaftet waren. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass diese Kritik für eine Menge Aufsehen sorgte und ich danach aus dem Kreis des dominanten Formicarienverkäufer verbannt wurde und die Freundschaften gekündigt wurden. Ich denke, das sollte mich irgendwie voreingenommen machen, aber ich sehe keinen Grund, die Forumicarien, die er baut, nicht mehr zu mögen, jedoch sollte man vielleicht meine Aussagen zu seiner Art Geschäfte zu machen mit ein wenig Vorsicht genießen. Ich habe aber mein bestes versucht, bei den Fakten zu bleiben, so wie Ich sie frei von meiner eigenen Meinung sehe. Ich denke, wenn jemand das hier liest und bei dem Gesagten nicht zustimmt oder ich hätte verborgene Motive, da ich mit Verbindungen zu den anderen beiden Formicarienverkäufern habe (mit denen ich zwar befreundet bin aber für keinen der beiden arbeite), würde Ich denen gerne Beweise für jedes genannte Ereignis zeigen, aber Ich behaupte, dass das alles Fakten waren, die ich bezeugen kann.

      5. Zusätzlich zur Ameisenhaltung verkaufst du auch Ameisen. Warum?

      Ich verkaufe Gynen. Ich bin Teil von GAN (Global Ant Nursery) und verkaufe nur einheimsiche Ameisen an einheimische Ameisenhalter. Warum ich das tue? Wenn ich Gynen sammle, nehme ich oft viele in der Hoffnung nach Hause, dass eine oder zwei erfolgreich eine blühende Kolonie gründen. Allerdings kommt es oft for, dass ich mehr als genug erfolgreiche Kolonien übrig habe und das lässt mich in der Zwickmühle, was ich mit den anderen Kolonien mache. GAN ermöglicht es mir, meine Gynen mit anderen begeisterten Ameisenhaltern zu teilen und damit Geld für mein Hobby aufzubringen.Ich nutze das Geld um mehr Ameisenhaltungszubehör zu kaufen. Ich liebe es, mein Hobby mit neuen Leuten zu teilen, die es nicht geschafft haben, ihre eigene Gyne zu finden. Ich erinnere mich daran, dass ich damals am Anfang zwei Monate gebraucht habe, um meine erste Königin zu finden.Damals gab es keine Ameisenverkäufer und GAN existierte auch nicht.Ich war so frustriert und traurig, dass ich fast das Hobby aufgegeben habe. Daher kenne ich die Frustration von neuen Ameisenhaltern, wenn es darum geht, eine eigenen Gyne zu finden. Trotzdem ermutige ich Neulinge, ihr bestes bei der Gynensuche zu geben. Ich weiß, wie super wütend es einen macht, wenn man es nicht schafft. Deshalb bleiben die Ameisenhalter durch die Verkäufe am Ball und ich kann es bisschen mein Taschengeld aufstocken und so weiterhin das tun, was ich liebe – Ameisen in meiner Freizeit erforschen.

      6. Deutschland ist nicht gerade bekannt dafür, ein warmes Land zu sein. Aber im Vergleich zu Kanada dürfte es ziemlich ameisenfreundlich sein. Ihr habt mehr als ein halbes Jahr Schnee, wie schafft man es da überhaupt, Ameisen zu finden?

      Zugegebener Maßen gibt es nur eine sehr limitierte Zeit, in der man Ameisen nach einem Schwarmflug finden kann. Aber wenn man in der Zeit eine Gyne findet, kann man in der Woche noch ein paar mehr finden. Es gibt dabei auch sehr spezielle Wetterbedingungen, die die Ameisen zum Schwarmflug animieren.Wenn man sich daran gewöhnt, diese Wetterbedingungen zu erkennen, dann verbessert das die Chancen eine Gyne beim Schwarmflug zu finden enorm. Aber selbst wenn man den Schwarmflug verpasst, kann man noch immer unter Steinen oder in umgestürzten Bäumen nach Gynen suchen, die dort gerade ihre Gründungskammer gebaut haben.

      7. Welche Arten von Nestern und Formicarien nutzt du für die gründenden Königinnen und was nutzt du für deine eigenen Kolonien danach ?

      Ich habe verschiedene Möglichkeiten ausprobiert (Reagenzgläser, Behälter mit feuchter Watte und spezialisierte kommerzielle Setups) und dabei herausgefunden, dass mir Reagenzgläser für gründende Königinnen am meisten zusagen. Sie sind einfach und günstig und da ich meistens mehrere Gynen gleichzeitig pflege, wäre es zu teuer komerzielle Setups für alle Gynen zu haben. Bei den späteren Formicarien habe ich bisher YTONG, Acryl und Gips genutzt, aber bisher hat mich davon aufgrund der Einschränkungen nichts gänzlich überzeugt. Ich habe damit angefangen, kommerzielle Setups zu bewerten, vorallem Formicarien auf Youtube.Deshalb bin ich begeistert, dass es letztes Jahr viele Innovationen auf dem Gebiet gab und ich freue mich riesig auf die neuen Designs, die nächste Saison herauskommen werden. Ich hoffe, dass meine Bewertungen Neulingen helfen werden, das richtige Formicarium für ihre speziellen Bedürfnisse auszuwählen.

      8. Während es weltweit nicht allzuviele Ameisenhalter gibt, sind Frauen darunter noch viel seltener. Was denkst du darüber? Was denken deine Freundinnen über die Ameisenhaltung?

      Es überrascht mich nicht. Als Mädchen wurde mir immer erzählt, dass Mädchen immer Angst vor Spinnne, Käfern und gruseligen Krabbeltieren hätten, aber sowas hat mich eigentlich als Kind nie interessiert. Ich habe mich eigentlich nie an die Normen gehalten, vor allem nicht, wenn es um Geschlechtsstereotypen geht. Ganz im Gegenteil: Ich habe mich schon immer für Insekten und alle unterschiedlichen Organismen interessiert. Jedes Tier hat mich fasziniert. Die meisten meiner Freundinnen verstehen meine Faszination nicht und eine lange Zeit bin ich deshalb fast nur mit männlichen Freunden aufgewachsen. Heute habe ich nur eine Freundin, die ein leichtes Interesse an meinen Ameisen zeigt. Der Rest findet das zu komisch oder interessiert sich nicht dafür.

      9. Bevor du zur Ameisenhaltung kamst, hattest du schon immer alllerlei Insekten gesammelt. Was fasziniert dich daran so sehr?

      Ich glaube meine Faszination bezieht sich aufs gesamte Königreich der Tiere. Als Kind konnte ich allerdings keine Vögel mit meinen bloßen Händen fangen und musste mich daher auf Zikaden, Grashüpfer, Mantiden, Spinnen und Tausendfüßler beschränken (sehr gegen den Willen meiner Mutter). Meine übergreifende Faszination (vor alem auf eher jagende Insekten) bezieht sich auf die faszinerende Vielzahl von Werkzeugen, die die Natur für den Überlebenskampf entwicklet hat. Vieles davon imitieren wir Menschen, daher ist es schön, den Ursprung davon zu sehen. Tiere müssen darüber nicht nachdenken, sie handeln einfach. Es ist instinktiv, komplex und über die Jahrmillionen bis zur Perfektion geschliffen. Ich kann einfach nicht verstehen, warum die Menschen das nicht super faszinierend finden.

      10. Würdest du dir wünschen, dass es mehr Ameisenhalter gäbe?
      Einerseits ja, andererseits nein. Ich habe das Gefühl, dass die Ameisencommunity sehr stark verknüpft ist. Es ist ein Ort, an dem jeder jeden kennt und ich mag dieses Gemeinschaftsgefühl und hoffe, dass es erhalten bleibt. Das würde aber schwierig sein, wenn die Community sehr groß wird. Die aktuelle Einstellung der Ameisenhalter ist sehr akademisch und ich befürchte, dass die Community diesen Focus im Mainstream der Ameisenhaltung verliert. Aber ich wünsche mir, dass es bei mir in der Region mehr Ameisenhalter gibt. Es ist hier sehr einsam. Haha!

      11. Wenn du auf eine einsame Insel müsstest und nur eine Kolonie mit dir nehmen dürftest, welche wäre das?
      Von allen Ameisengattungen, sind Crematogaster meine Lieblinge. Ich würde eine beliebige Crematogasterart mitnehmen, weil ich ich glaube, dass sie mich aufheitern würden. Vor allem dann, wenn sie mit ihren herzförmigen Hintern wackeln. <3




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      Original version:

      1. Hello Mercutia, first of all we'd like to know who you are and for how long you have been keeping ants.

      Officially, I have been keeping ants for two years now. But I have kept ants as a kid though in small amounts and never a full colony.

      2. What are your thoughts on American and Canadian ant keeping?

      I find there are very few people in North America interested in ants and the population seems to be spread out throughout North America. It was very hard for me to find anyone within my immediate area that kept ants. As of now, the closest person I know that keeps ants lives two cities over. Not so bad, but then the one after that is across the USA/Canadian border.

      3. Like American laws, Canadian laws forbid the trade of ants across the Canadian border. How does that affect ant keeping?

      Well for one, all ants must be Canadian. Without the ability to trade exotics, we make do with our local ants. In my mind, this is beneficial and should be more often promoted. In any given region there are many fascinating species and many things still undocumented about their behaviours. With so much left to learn about each local region, you don't need to go farther than your own neighbourhood to raise interesting ants, why need to import them? Also, because you are limited to the ants within your region, you quickly become an expert of them. It is easy to impress non-ant keepers when you can pick out any ant you see and identify them down to the species as well as give some details about their habits. I feel like keeping local species forces you to be more academic with the hobby, it is not just another toy to play with, but a learning experience on how the ants interact, not only in your enclosure, but with your immediate environment. That's not something you can do with exotics unless you actually travel to where the exotics were obtained. With so many behavioural and physical differences in any person's local ants, the majority of North American ant keepers are satisfied to just raising local ants. Obviously we all have loft dreams about certain species we'd love to keep (personally mine would be Cephalotes), but with the variety we have just in our backyard, it is not a big problem.

      4.During your time in the ant community, did you observe interesting tendencies and developments within the American-Canadian ant community?

      Well the most obvious one is that during the winter months, the community grows very quiet as most keepers have their ants in hibernation and there is not much in the wild pertaining to ants that a person can document. Within the North American community, there use to be one main ant forum who had very strict rules about posting. Some people didn't particularly like the rules so they created their own forum. This happened two years ago and since then, the new forum has been a booming success and very active. There were also Facebook groups dedicated to keeping ants.

      While the two main North American forums still interacted very friendly with each other despite the division, there became tension in the commercial world of ant keeping. There use to be two main formicarium sellers in North America however one had moved away and lost some standing in the North American market, however they became more popular in the Euro-Asian market. The remaining Formicarium seller dominated the North American market for some time and had very avid fans. I have seen on multiple occasions that these "fans" can take it too far in terms of attacking the- competition. Last year, a new North American Formicarium seller came into the market with very unique and interesting approaches to Formicariums. Needless to say the competition wasn't very well received. Since then there has been a rift between the two factions. The dominant North American formicarium seller also shares a rift with the other Euro-Asian formicarium seller. Sometimes when I think it comes to money, some people just can't get along. During the beginning I had tried to stay out of drama between these three companies as I had been friends with all three of them at the time however I had made a post advising an ant keeper to water his formicarium more as she was experiencing shriveling larvae. He had been keeping his ants in the domninant North American seller's formicarium and I had noted that I knew some people who had experienced issues with the watering ports being faulty and not dispersing the water well through the formicarium. Needless to say, that criticism caused a bit of a stir, and I was subsequently banned and unfriended from the dominant formicarium seller's circle. I suppose that should make me biased in some way, but I have no reason to dislike the formicariums he made, only his way of handling business so I guess you can take this retelling of the events with a grain of salt. I have done my best to relay the facts as I saw them, free of opinion. I suppose if someone who read this disagreed with anything I have said or claim I had ulterior motives from being associated with the other two formicarium sellers (of which I am friends with and work for neither), I'd be happy to show them evidence of every such events but I maintain that these are all the facts as I have witnessed.

      5.In addition to ant keeping you are also selling queens. Why did you do it?

      I do sell queens. I'm apart of GAN (Global Ant Nursery) and trade only in local ants to local ant keepers. Why do I do it? When I go to collect queens, I often bring home many in the hopes that one or two will start successful thriving colonies. Often times, I will have more than enough colonies that are successful and left with the predicament of what to do with the other successfully founded colonies. GAN allowed me to share my queens with other avid ant keepers while raising some money to support the hobby. I used this money to buy more ant keeping equipment. I loved being able to share this hobby with new people who were unable to find their own queens. I knew when I first started, it took me two months to find my first queen! There was no ant queen sellers at the time, GAN did not exist at the time. I was frustrated and very sad and almost gave up on the hobby. I know the frustration a new ant keeper faces when trying to find their first queen, so although I do encourage new ant keepers to try their best to find their own queens, I know how absolutely infuriating it is when they can't. This way, the ant keeper can stay interested and less frustrated, and I make a little bit of pocket money to keep doing what I love to do; study ants in my free time.

      6.Germany is not know to be a warm country, but compared to Canada it's pretty ant friendly. You got snow for more than half the year. How do you even find queens?

      There is admittedly a limited period of time to find your ant queens however when they do fly, they often fly in swarms. If you find one ant queen, you're bound to find a few more before the week is done. There is also very particular weather conditions that stimulate mating flights. Getting accustomed to noticing these weather signals can heavily increase your chances of finding a queen during a mating flight. Even after you've missed a flight, you can still check under rocks or in fallen trees to find queens that have just created their founding chambers.

      7.What nests and formicaria do you use for founding queens and what do you use for your own colonies after founding?

      I have tried a few different founding setups (test tubes, containers with moist cotton, specialized commercial setups) and have found test tubes still tend to be my favorite founding setup for new queens. They are just easy and cheap, and I tend to house many founding queens at a time, it would be much to expensive to have specialized setups for all of my queens. In terms of formicarias, I have used ytong, acrylic, and plaster and so far found nothing quite up to me being satisfied with their limitations. I have started to review commercial ant keeping products, particularly formicariums on youtube. It is why I'm very excited that this year has been a very innovative time in commercial ant keeping and I am very excited to see the new designs that will be out for next season's ant keeping. I hope my reviews will help new ant keepers choose the best formicarium for their specialized needs.

      8. While there aren't many ant keepers worldwide, female ones are even less common. What do you think about it? What do your female friends think about ant keeping?

      It doesn't surprise me much. As a girl, I was always told that girls were afraid of spiders and bugs and creepy crawly things but such things never bothered me as a child. I never liked to conform to the norms especially when it came to gendered stereotypes. In fact, I always had been interested in insects and all the diverse organisms that existed. Every animal fascinated me. The majority of my girl friends do not understand my fascination and for a long time I grew up having mostly guy friends because of it. As of today, I only have one girl friend who is mildly interested in watching my ants with me. The rest are too weirded out by it or they don't care.

      9. Before ant keeping, you have always been collecting and keeping all sorts of insects. What makes insects so fascinating for you?

      I think my fascination involves the entire animal kingdom. As a kid though, I couldn't exactly catch a bird with my bare hands and had to often make do with crickets, grasshoppers, mantids, spiders, and centipedes for pets (much to my mother's disapproval). My overall fascination (especially in more predatorial species) was the fascinating array of tools that nature had produced for survival. A lot of these tools we humans mimic so it's nice to see their origins. Animals don't have to think about it, they just do. It is instinctual, complex, and perfectly honed over millions of years to perfection. I don't understand how people aren't more fascinated by that.

      10. Would you wish that there were more ant keepers?

      I do and I don't. I feel as of now the ant community is a very tight knit community. It's the kind of place where everyone knows everyone and I like that communal feeling and would wish it to stay that way however that becomes harder with a very large community. The current mentality of ant keepers is very academic and I fear that with the mainstreaming of ant keeping, the community might lose focus of this academic foundation. However I do wish specifically there were more ant keepers in my immediate region. It is very lonely here. Haha.

      11.If you were to leave for a lonely island and you may only take one colony with you, what colony would that be?

      Of all the genus' of ants, Crematogaster are my favorite. I would bring along any of the Crematogaster species because I feel like they would cheer me up. Especially with their waving heart-shaped butts. <3



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      Viel Spaß mit dem TdM-Februar 2015,
      Christian und Holger,
      euer "TdM-Team"
      Mein Diskussionsthread mit Links zu meinen HBs

      Ein Leben ohne Messor ist möglich, aber sinnlos! - frei nach Loriot
    • Re: TdM Februar 2015: Ameisenhaltung international!

      Moin,

      ich möchte mich an dieser Stelle erst einmal bei Holger bedanken, der die Interviews geführt und übersetzt hat. Vielen Dank für deine Mühen!

      LG,
      Christian
      Wanting people to listen, you can't just tap them on the shoulder anymore. You have to hit them with a sledgehammer, and then you'll notice you've got their strict attention. (Seven)
    • Re: TdM Februar 2015: Ameisenhaltung international!

      Weiter geht es mit den Antworten von Formiculture-Admin Dspdrew. Diesmal ein wenig kürzer, aber trotzdem sehr lesenswert.

      Original version below!


      1. Hallo dspdrew, als erstes würden wir gerne wissen, wer du bist und wie lange du schon Ameisen hältst.

      Mein Name ist Andrew und ich halte Ameisen jetzt seit etwas mehr als zwei Jahren. Ich bin ein wenig besessen, was meine Hobbies angeht, daher ist die Gesamtzeit, die ich mit der Haltung verbracht habe, wohl ziemlich hoch für nur zwei Jahre.

      2. Was denkst du über amerikansiche und kanadische Ameisenhaltung?

      Naja, es scheint eine sehr seltene, eigenartige Angelegenheit zu sein. Mir scheint, als ob viele Hobbies, die Wissenschaft miteinbeziehen, in den USA recht selten sind. Ich kann leider nicht wirklich sagen, wie es in Kanada ist. Ich denke aber, dass wir alles tun, damit dieses Hobby bekannter wird.

      3. Das amerikanische Recht verbietet den Handel mit Ameisen über die Staatsgrenzen. Wie beeinflusst das die Ameisenhaltung?

      Nunja, es schränkt viele Leute sicherlich ein und sorgt dafür, dass viele in den Foren neidisch auf andere werden. Ich bin selbst glücklich, da zu sein, wo ich bin (Kalifornien), denn obwohl ich diesen Staat aus vielen Gründen hasse, gibt es hier eine große Vielfalt von Ameisen, darunter sogar sehr interessante wie Acromyrmex und Myrmecocystus.

      4. Hast du während deiner Zeit in der nordamerikanischen Ameisencommunity interessante Entwicklungen und Tendenzen beobachten können?

      Naja, es war bisher nicht so lang, aber ich habe eine Tendenz in Richtung wiederverwendbarer und einfach zu säubernder Formicarien wie Acryl und anderen Plastikmaterialien beobachtet. Ich selbst habe versucht, Lösungen für manche Probleme, die ich bei Formicarien und Reagenzgläsern sehe, zu finden.

      5.Zusätzlich zur Ameisenhaltung verkaufst du auch Ameisen. Warum?

      Drei Gründe: Wenn ich zum Sammeln aufbreche, will ich sicher gehen, dass ich genug finde um am Ende mit wenigstens ein paar starken, gesunden und produktiven Kolonien dazustehen. Das sorgt dafür, dass ich oft sehr viele überschüssige Ameisen habe, wenn sie erfolgreicher gründen, als ich es erwartet habe. Außerdem sehe ich da drin eine gute Möglichkeit, das Hobby bekannter zu machen. Ich habe sogar ein paar Freunde durch das Verkaufen von Ameisen als Teil des AntsCanada-GAN-Projekt gefunden. Schlussendlich lebe ich in einer Stadt, in der es fast nichts anderes als eine schreckliche, invasive Ameisenart gibt - die argentinische Ameise (Linepithema humile). Deshalb muss ich lange Strecken mit dem Auto in die Wüste und zu den Bergen fahren, um irgendetwas brauchbares zu finden. Bei dem aktuellen Benzinpreis (zumindest vor dem wunderbaren Fall der Preise) und der Menge der Ausflüge, die ich unternehme, kostet es mich eine ganze Menge Geld. Die Königinnen dann zu verkaufen ist ein schöner Weg für mich, ein paar dieser Kosten wieder reinzubekommen.

      6. Du entwickelst auch interessante Formicarien und stellst sie dann zur Diskussion. Welche Eigenschaften sollte deiner Meinung nach das perfekte Formicarium haben?

      Ich denke, es gibt zwei Basistypen von Formicarien: Eins um Ameisen einfach zu lagern und näher zu studieren, ähnlich wie eins, das man in einem Labor haben würde und eins um die Ameisen zur Schau zur stellen, wie z.B. in einem Museum. Das beeinflusst natürlich die wichtigen Eigenschaften. Eine wichtige Eigenschaft, die beide Arten jedoch haben müssen, ist vor allem ein Bewässerungssystem. Bei der Menge von Ameisen, die ich halte, kann ich mir nicht merken, sie alle ein bis zwei Tage zu bewässern. Ich brauche daher etwas, was mir ein sehr viel größeres Zeitfenster verschafft. Und (und das ist eher eine persönliche Vorliebe) ich mag etwas, was in sich geschlossen ist und eine einzige, sichere Einheit bildet. Das macht es einfacher, damit umzugehen und es bei Bedarf zu bewegen. meiner Ansicht nach ist eine Konstruktion mit vielen Röhren und Boxen, die herumstehen zu schwerfällig und anfällig für Desaster. Ich will damit nicht sagen, dass so etwas nicht interessant ist, aber ich finde ein typisches Formicarium sollte so nicht gebaut werden.[Anmerkung von mir: In Kalifornien gibt es oft heftige Erdbeben, was natürlich bei der Planung miteinbezogen werden muss]

      7. Welche Formicarien und Nester nutzt du für gründende Königinnen und was nutzt du für deine eigenen Kolonien nach der erfolgreichen Gründung?

      Ich nutze immer noch hauptsächlich Reagenzgläser. Ich habe aber mit gemischtem Erfolg ein paar andere Ideen ausprobiert. Ich gebe aber mein besten eine gute Alternative zu Reagenzgläsern zu finden, aber es ist schwer die Nachteile zu beseitigen, ohne zu viele Vorteile dafür aufzugeben. Das Hauptproblem ist der Preis. Es ist sehr schwer den Preis eines Reagenzglases und zweier Wattebäuschchen zu schlagen.

      Da ich bei der Wahl meiner Formicarien sehr wählerisch bin, habe ich meine Ameisen bisher abgesehen von Reagenzgläsern nur zu Testzwecken in meinen eigenen Prototypen gehalten. Zurzeit nutze ich meistens Reagenzgläser und lege diese in die Arena und sobald die Ameisen zu viele für das Reagenzglas sind, gebe ich ihnen einfach ein weiteres.

      8. Du bist Administrator von formiculture.com. Warum hast du dieses Forum gegründet und wie läuft es?

      Ich habe das Forum gegründet, weil ich ein Problem beim anderen führenden Ameisenforum (antfarm.yuku.com) sah. Das Forum ist wirklich toll und hat eine gigantische Basis an Wissen und Informationen, aber es scheint, als würden viele Mitglieder wegen der strikten Grammatikregeln dort kommen und gehen. Mir selbst ist Grammatik und Rechtschreibung auch sehr wichtig und ich würde es lieben, wenn alle Posts in meinem Forum in perfektem Englisch geschrieben wären, aber das ist keine realistische Vorstellung. Deshalb kümmere ich vor allem um meine eigenen Posts und nicht um die von jedem anderen. Ich habe versucht dabei die perfekte Mischung aus Professionalismus und der Möglichkeit für die Mitglieder Spaß zu haben und sich selbst zu sein zu finden. Ich denke bisher klappt das ganz gut. Es gibt dieses Forum jetzt erst seit etwas mehr als einem Jahr und es gibt mittlerweile fast 11.000 Posts und 220 Mitglieder, unter denen auch ein paar Doktoren sind.

      9. Gibt es Probleme mit anderen Ameisenforum?
      Meine letze Antwort hat das schon beantwortet.

      10. Hast du Wünsche bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Ameisen-Community?
      Mein einziger Wunsch wäre es, dass es hier so bekannt werden würde wie in Deutschland.

      11. Wenn du auf eine einsame Insel müsstest und nur eine Kolonie mit dir nehmen dürftest, welche wäre das?

      Ich würde sagen, dass ich meine Acromyrmexkolonie nehmen würde. Ich liebe Myrmecocystus, aber bisher hatte ich keine erfolgreiche Kolonie.



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      1. Hello dspdrew , first of all we'd like to know who you are and for how long you have been keeping ants.

      My name is Andrew, and I've been keeping ants for a little over two years now. I'm a bit obsessive about my hobbies, so the total amount of hours I've spent indulging in it is probably very high for only two years.


      2. What are your thoughts on American and Canadian ant keeping?

      Well, it seems to be a very rare and strange thing. It seems like a lot of hobbies involving science are pretty rare in the United States. I can't really speak to what it's like in Canada. I think we're all doing everything we can to make this hobby more popular though.


      3. American laws forbid the trade of ants across the state borders. How does that affect ant keeping?

      Well it certainly limits a lot of people, and leaves many on the forums pretty envious of others. I'm pretty lucky to be where I am (California), because even though I hate this State for many reasons, it does have a pretty diverse population of ants, and even some pretty interesting ones like Acromyrmex and Myrmecocystus.


      4.During your time in the ant community, did you observe interesting tendencies and developments within the American-Canadian ant community?

      Well it hasn't been very long, but I have noticed many are moving toward more reusable and cleanable formicarium solutions like acrylic and other plastics. I myself have been trying for a while to come up with solutions to some of what I see as problems with a lot of formicaria, and test tubes as well.


      5.In addition to ant keeping you are also selling queens. Why did you do it?

      Three reasons: When I go out collecting, I make sure I get enough to likely end up with at least a few strong, healthy, productive colonies. This sometimes leaves me with a lot of extras when they turn out to be more successful than expected. I also see it as a great way to promote the hobby. I have even made a few friends selling ants through the AntsCanada GAN project. Last but not least, I live in the city where there is mostly nothing but one terrible, invasive species of ant--the Argentine Ant (Linepithema humile). Because of this, I need to drive long distances to the mountains and deserts to find anything good. With the price of gas (at least before this miraculous drop in prices), and the amount of trips I take, this costs me a lot of money. Selling queens is a good way for me to recoup some of these costs.


      6. You are also developing interesting formicaria. You then put them up for discussion. In your opinion, what features should a perfect formicarium have?

      Well I think there are two basic types of formicaria. One simply for storing and studying ants, like something you would have in a laboratory, and one for displaying and showing them off, much like a museum exhibit. This obviously would have an affect on the features I think are important. As for important features I think both of these should have, I would say first and foremost would be a hydration system. With the amount of ants I keep, and the amount of projects and other activities I have going on, I can't remember to hydrate my nests every day or two. I need something that will give me a much larger buffer of time. Also (and this is really more of a personal preference), I like something that is contained and built as a single, secure unit. This makes them easier to manage and move around if needed. To me something with all sorts of tubes and boxes dangling all over the place is just too cumbersome and prone to disaster. This is not to say something like that would not be interesting, but I don't think a typical formicarium should be built that way.


      7.What nests and formicaria do you use for founding queens and what do you use for your own colonies after founding?

      I primarily use test tubes still. I have tried a few other ideas, and have had mixed results. I'm trying hard to find a good alternative for the test tube, but it's hard to get rid of some of the cons, without doing away with too many of the pros. The main issue is the price. It's very hard to beat the price of a test tube and two cotton balls.

      Since I'm very picky about my formicaria, the only thing I have kept my ants in other than the initial test tubes, are a few of my prototypes, and this has been mainly for testing purposes. For the time being, I tend to take the test tubes and put them in containers where the ants can forage, and if they out grow the test tube, I just give them another.


      8. You are the administator of formiculture.com. Why did you create that forum and how are things going?

      I created Formiculture.com because I saw a problem over on the other leading ant forum (antfarm.yuku.com). That forum is a great forum and a huge knowledge base of information, but it seems there were a lot of members coming and going because of the strict grammar rules there. I'm pretty anal about grammar and spelling too, and would love for everything on my forum to be in perfect English, but it's just not a realistic expectation. Because of this, I only worry about my own posts, and not everybody else's. I've tried to keep a perfect balance between professionalism, and allowing members to have fun and be themselves, and so far I think it's working. We've had the forum for just a little over a year now, and there's already close to 11,000 posts, and 220 members including a few doctors.


      9. Are there problems with other ant forums?

      My last answer pretty much covered this.


      10. Do you have any wishes regarding future development of the ant community?

      My only real wish is that it would become as popular here as it is in Germany.


      11.If you were to leave for a lonely island and you may only take one colony with you, what colony would that be?

      I would have to say my Acromyrmex colony. I really love Myrmecocystus, but so far I haven't had any really successful colonies of them yet.
      Mein Diskussionsthread mit Links zu meinen HBs

      Ein Leben ohne Messor ist möglich, aber sinnlos! - frei nach Loriot
    • Re: TdM Februar 2015: Ameisenhaltung international!

      Bis jetzt dachte ich eigentlich, dass die Gesetzeslage in den USA, was den Handel bzw. Transport von Ameisen aus anderen Ländern bzw. sogar aus anderen Staaten betrifft, ganz klar geregelt sei.

      Im Formiculture läuft gerade eine Interessante Diskussion darüber, ob alle Ameisen von dem Verbot des Handels bzw. Transports betroffen sind.

      Anscheinend gilt das strenge Gesetz, das sogar den zwischenstaatlichen Transport verbietet, nur für Pflanzenschädlinge ("plant pests").

      Ob jetzt alle Ameisen darunter fallen, ist fraglich.
    • Ameisenhaltung in Brasilien - Ein Interview
      Weil ich die Idee, mit den Interviews in diesem Thema des Monats einen kleinen Einblick in die Ameisenhaltung in anderen Ländern möglich zu machen, einfach nur genial fand und finde, habe ich beschlossen, es um ein weiteres Land beziehungsweise ein weiteres Interview zu ergänzen. Brasilien ist ein großes Land mit riesigen Regenwäldern und vielen Ameisenarten, die bei uns in Deutschland in der Haltung gut bekannt sind. Aber wie sieht es dort eigentlich vor Ort mit der Ameisenhaltung aus? Mein Interview mit Ed, einem befreundeten brasilianischen Ameisenhalter, ist zwar nicht so lang wie die beiden oben, aber vielleicht trotzdem ganz interessant.

      So machen wir uns hier kaum Gedanken, ob es okay ist, Ameisen per Post zu verschicken, während das in vielen anderen Ländern, wie auch Brasilien, verboten ist. Trotzdem gibt es auch dort eine kleine Community und vor der Haustür gibt es schließlich genug interessante Ameisenarten zu entdecken:


      1. Hallo Ed, danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen nimmst. Seit wann hältst du schon Ameisen und was sind deine bisherigen Lieblingsarten?

      Ich habe angefangen, als ich sieben Jahre alt war. Meine erste Ameisenkönigin war eine Odontomachus Art. Meine Lieblingsgattung sind Acromyrmex.


      2. Ist es in Brasilien legal Ameisen zu kaufen und zu verkaufen?

      Nein. Es geht dabei auch um Umweltschutz, denn viele ausländische Arten können hier sehr leicht überleben und ein Umweltproblem werden. Außerdem ist es generell verboten lebende Tiere mit der Post zu verschicken und die Regierung und Postämter arbeiten zusammen und kontrollieren, ob das passiert und brummen dem Sender und Empfänger eine Strafe dafür auf. Das kann als Umweltkriminalität gelten.


      3. Gehst du oft raus und suchst nach Königinnen?

      Hier gibt es oft Schwarmflüge, wenn es regnet. Ich lebe in einer sehr warmen Region Brasiliens, deshalb sind die Schwarmflüge nicht von Jahreszeiten abhängig. An regnerischen Tagen bin ich immer alarmiert und halte die Augen offen nach Königinnen.


      4. Wie ist das mit dem Zubehör, gibt es Zooläden in Brasilien, bestellst du alles im Ausland oder baust du dir alles selber?

      Einiges Zubehör wie Pinzetten bestelle ich im Ausland. Material, um künstliche Nester zu bauen, haben wir hier vor Ort.


      5. Wie bekannt ist die Ameisenhaltung in Brasilien, gibt es sowas wie eine brasilianische Ameisen-Community?

      Es scheint bekannter zu werden, aber es ist noch nicht sehr verbreitet oder etwas Normales. Es gibt ein paar Gruppen, aber vor Allem bei Facebook und sie werden für den Erfahrungsaustausch, um Einsteigern zu helfen und um zu zeigen, was man so macht, genutzt.


      6. Brasilien ist ein Land mit vielen tollen und faszinierenden Ameisenarten, die wir hier in Deutschland "exotisch" nennen würden. Sind andersherum Ameisen aus Europa für dich besonders interessant?

      Messor, diverse Arten - wegen ihrer ungewöhnlichen Nahrungsquelle. Da gibt es mehr zu beobachten im Nest. Es ist echt eine Schande, dass wir hier keine Messor haben. Das heiße Klima hilft nicht gerade, sie hier zu halten.


      Obrigado pelas respostas, Ed!

      _________________________________________________________


      Und hier das Original auf Englisch:

      1. Hi Ed, thanks for taking the time to answer a few questions. How long have you been keeping ants for and what are your favorite species so far? Since I was 7 years old. My first queen was an Odontomachus. My favourite ant genus is Acromyrmex.

      2. Is it legal in Brazil to buy and sell ants? No. It's a matter of to care about the environment. Since many foreign species can easily survive here and become an environmental problem. Another situation is that's forbidden to use the post service to send live things, and the government together with the post offices work checking if this is happening and charge the senders and addressees for the violation. It can be considered, as well, as environmental crime.

      3. Do you often go outside to look for queens? When it rains here very often the queens fly. I live in a very warm area [of Brazil], so the ants flight doesn't respect seasons. So raining days are the time I keep myself alert about the queens.

      4. What about the equipment, do you have pet shops in Brazil, do you order from abroad or do you build everything yourself? Tools like tweezers I order from abroad. Material to build artificial nests we have here.

      5. How common is antkeeping in Brazil, is there a something like a Brazilian ant community? It seems to be growing, but it's not something ordinary yet. There is a few groups, but they exist on Facebook and they are used for exchange experiences, to help the beginners and to show what one is doing.

      6. Brazil is a country with many amazing and fascinating ants we'd call "exotic" here in Germany. Are ants from Europe of a special interest for you? Messor, any kind. Because of the exotic [food source]. This makes more things to behold in their nests. It's a pitty that we don't have them. And the hot weather doesn't help keeping Messor.

      Obrigado pelas respostas, Ed!
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Auswüchse des Ameisenhandels
      Es ist kein Geheimnis, dass aus China eine große Zahl an Ameisenköniginnen importiert werden; es ist auch kein Geheimnis, dass davon vermutlich ein augenwässernder Prozentsatz den Transport oder die ersten Monate nicht übersteht.

      Aber das Ausmaß, dass dieser Handel angenommen hat, regt schon zum Nachdenken an finde ich. Vor Allem, wenn man sich die Preise anschaut...ab 3€ für Camponotus Königinnen, 5€ für Pheidole, 10€ für Harpegnathos Kolonien. Bei den deutschen Verkaufspreisen bedeutet das oft einen Händleraufschlag von 1000% und mehr. Bei guter, längerer Pflege bis hin zu einer stabilen Kolonie verständlich und gerechtfertigt, aber leider wohl nicht bei allen Händlern gängige Praxis.

      Es besteht letztendlich die Gefahr, eine frisch importierte Königin einfach weitergereicht zu bekommen - die Brut wurde dann leider während des Transportes zum Kunden „aufgefressen“. ;)

      (Facebook-Screenshot von gestern, 15.05.2018)

      Man sollte sich überlegen, ob man so etwas unterstützen möchte.

      Selbst die Behörden und damit internationale Medien sind bereits auf den Massenschmuggel aufmerksam geworden: dailymail.co.uk/news/peoplesda…led-Germany-packages.html

      Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Auswüchse zu strengeren Gesetzen und Kontrolle und damit zum Nachteil von uns allen führen werden. Für mich alles eine Frage des richtigen Maßes; abertausende Königinnen und Kolonien aus der Natur zu entnehmen und in Plastikröhrchen zu stapeln ist nichts weiter als gierig und eine rücksichtslose Ausbeutung der Natur. Mit Liebhaberei hat das dann nichts mehr zu tun.

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Hallo Phillip. Du hast gefragt, ob man so etwas unterstützen sollte... Sicher keine ganz ernstgemeinte Frage.
      Ich würde so etwas nie unterstützen und ich habe bei solchen, irgendeinen Händler noch nie etwas gekauft. Nur bei Leuten, die ich persönlich kenne und schätze. Und ich sammle selbst ab und zu.
      So kann man es auch hinbekommen; ich litt noch nie an "Ameisenmangel".

      Mein Rat: Selbst sammeln, Tiere und Erfahrungen. Dann weiß man, woher Tiere stammen, wie sie im Freiland leben usw.. Niemand sollte sagen, das kann er nicht. Es gibt hierzulande mindestens ebenso interessante Arten wie es die merkwürdigsten, auffälligsten tropischen Arten sind. Oft ist die Biologie der Arten und die Interaktion, das Verhältnis der Arten zueinander aus gemäßigten Breiten hochinteressant. Man denke nur die Sozialparasiten wie deine Chthonolasius oder an die ebenfalls heimischen Dendrolasius fuliginosus, aber an an Raptiformica etc..
      Man schont die Tierwelt, zumindest die anderer Länder, in der auf solche rücksichtslose Art gesammelt wird wie du oben zeigst. Man lernt etwas mehr über die Lebensumstände und Bedürfnisse der Arten, wenn man sie erst mal selbst beobachtet. Das kann dann hierzulande und auch in anderen Ländern geschehen.
      Zu guter Letzt. Tiere, die man selbst gesammelt und zur Kolonie aufgezogen hat und pflegt, haben einen "Mehrwert". Andersherum. Tiere, die zu Dumpingpreisen verschleudert werden, laufen Gefahr, für den Halter schnell wertlos zu werden.
      Sicher nicht für jeden Tierhalter.

      LG, Frank.
    • Danke für die gut gewählten Worte, Frank! Wenn man - wie ich ja auch - in einem gewissen Maße am Handel mit Ameisen beteiligt ist, muss man immer aufpassen, auf wen man mit dem Finger zeigt und dass man nicht mit zweierlei Maß misst.

      Aber wenn ich solche Fotos sehe, kann ich nicht anders, als mich beschämt und traurig zu fühlen und mich einfach nur zu ärgern. Ich finde es wichtig, sich von einem solchen rücksichtslosen Sammeln zu distanzieren - schließlich geht es auch anders.

      Gruß, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Das stimmt schon, zum einen muss man zwar zugeben, dass hier punktuell mal eine ganze Menge Gynen gesammelt wurden. Man darf aber auch dabei nicht übersehen, dass gerade in den wärmeren Ländern die Schwarmflüge noch weitaus massiver sind als hierzulande. Abgesehen davon ist das auch nicht das Gros der Leute, die dort eine derartige Sammelwut betreiben.
      Was man aber nebenbei einmal betrachten sollte, ist die großflächige Zerstörung von Lebensraum, die wohl nicht nur Ameisenhalter betrifft.
      LG Franz
    • Moin Franz,

      auf die Umweltzerstörung in den Ursprungsländern zu verweisen finde ich ehrlich gesagt ein billiges Argument - es ist immer leicht zu sagen, es gäbe wichtigere Probleme, warum also verantwortungsvoll handeln? Aber ich nehme an, dass das auch mehr als Ergänzung der Thematik, anstatt als Verteidigung solcher Sammelpraktiken gedacht war.

      Wenn man, ob als Halter oder Händler am Tierhandel beteiligt ist, sollte man darauf achten, dass den Tieren möglichst wenig Leid zugefügt und die Umwelt möglichst geschont wird. Denn wie gesagt, am Ende wird die Öffentlichkeit und der Gesetzgeber darauf aufmerksam und dann ist es ganz schnell komplett vorbei mit der Freiheit, exotische Tiere bei sich zuhause halten und beobachten zu dürfen.

      Na klar, es ist nicht die Mehrzahl der Menschen, die in solche Mengen sammeln. Aber der Screenshot stammt von einer der wesentlichen Bezugsquellen mehrerer deutscher Shops. Die claustral gründenden Königinnen mögen sicher problemlos länger in den Plastik-Eppies überleben können, aber die große Zahlen an Kolonien, die verkauft werden und das am laufenden Meter und seit einigen Jahren, lässt sich einfach nicht gut versorgen. Die Sammelplätze müssen inzwischen wie eine Kraterlandschaft aussehen. Die Ameisen werden in die Röhrchen gepfercht und schnellstmöglich verschickt, bevor sie verhungern. Der Gesamtschaden für die Populationen ist sicher trotzdem vernachlässigbar gering bis nicht vorhanden, aber das macht dieses Vorgehen ethisch nicht besser. Es fällt mir kein Grund ein, das zu verteidigen. Am Ende sind die Menschen mit Schuld, die möglichst viele und exotische Ameisenarten einfach nur haben wollen, aber am Liebsten nichts dafür zahlen möchten.

      Die Schlussfolgerung aus dem Ganzen ist für mich, dass ich Kolonien lieber von privat kaufe oder von jemandem, der sie selber vor Ort beobachtet, gesammelt und aufgezogen hat - wie Frank es auch schon beschrieben hat. Das spiegelt sich vielleicht im Preis wieder, aber das sind mir die Tiere eben wert.

      LG, Phillip

      P.S. Es war eigentlich nicht meine Intention, eine Grundsatzdiskussion über den Ameisenhandel vom Eis zu brechen, es gibt genug langwierige Threads dazu in den bekannten Foren zu finden. Jeder soll tun, was er für richtig hält und was er verantworten kann, mein Post sollte lediglich ein Gedankenanstoß sein - besonders auch für in der Thematik noch neue Leute.
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Da hast du schon recht Phillip und ich bin da mit dir auch einer Meinung. Die Praktiken, die dort angewendet werden, heiße ich auch nicht gut.
      Sicher mag die schiere Menge der eingesammelten Tiere schon verstörend wirken, das ist aber nicht nur ein Problem in der Ameisenhaltung.
      So sieht es leider in vielen Fällen der Tierhaltung aus. Egal ob es Ameisen sind, exotische Vögel oder Reptilien oder ob es sich um die Billigproduktion von Welpen handelt.
      Grundsätzlich ist daran der Verbraucher schuld, der sorgt nämlich für die Nachfrage.
      Ich selbst beschäftige mich ja hauptsächlich mit heimischen Arten und habe diese auch selbst gesammelt, bzw auch gründen lassen.
      In vielen Fällen ist wohl auch erst einmal das Verlangen, eine möglichst ausgefallene Art zu halten im Vordergrund. Leider ist es da, wie du auch schon angemerkt hast, eher so, dass sich der zukünftige Halter gar kein Bild von der Lebensweise und dem Lebensraum dieser Tiere gemacht hat.
      Ich fände es auch besser, man würde sie selbst sammeln, dann hätte man schlussendlich auch einen ganz anderen Bezug dazu.
      LG Franz