Camponotus sp. Asien

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    • Camponotus sp. Asien

      Hallo,

      ich habe vor wenigen Monaten eine Camponotus sp. aus Asien bekommen.
      Ich hatte sie in einem 50*30*30 Becken gesetzt. Sie war 50 Tiere stark und hatten wenig Brut. Sie lebten in einem Ytonnest. Luftfeuchtigkeit war leider schwankend. Tagsüber trocknete der Spot den Boden gut aus und gegen Abend konnte ich wieder Sprühen. Nach einigen Wochen fingen vereinzelnte Arbeiterinnen an im Becken wie irre Runden zudrehen. Sie liefen sich regelrecht tod :(
      So setzte ich die Kolonie in eine Faunabox mit fast geschlossenem Deckel. Ich baute für sie ein Gipsnest, setzte es an die Wand und füllte die Box mit Sandlehmboden auf. Als Feuchtigkeitsspeicher füllte ich vorher auf dem Boden eine 5 cm Schicht Kokoshumus. Die Kolonie hatte ca. 10 Tiere verloren und Brut. Futter bekamen sie regelmäßig. Die Temperatur lag um die 24 Grad. Luftfeuchtigkeit um die 70-80 %.

      Heute habe ich sie in eine Box mit einem großen Reagenzglas gesetzt. Als Bodengrund habe ich Sandlehm aus der alten Faunabox verwendet.
      Die Box steht jetzt auf der Heizung und ich hoffe das sich die Kolonie wieder erholt.

      Über Tipps wäre ich sehr dankbar :)

      gruss orophus
    • Re: Camponotus sp. Asien

      Hallo orophus,

      Das ist leider immer schwierig, auch wenn man unbedingt helfen möchte.
      Bei unbestimmten Ameisen ist es immer schwierig, denn man weiß ja selten den Herkunftsort.
      Da bleibt leider nichts anderes übrig als zu testen.
      Denn, wie in Deinem Fall, Asien ist sehr groß.
      Alleine in China gibt es verschiedene Klimazonen, dazu kommt noch die Frage, welches Mikroklima benötigen sie?
      Hast Du sie von privat oder aus dem Handel?
      Gruß Steffen
      ,,es ist nicht wichtig, was andere denken wenn man kommt, es ist wichtig was sie denken, wenn man geht!
    • Re: Camponotus sp. Asien

      Hi Steffen,

      das ist die `xiangban`. Ich wurde im Forum schon drauf angeschrieben das ich den Pseudonamen `xiangban` nicht verwenden sollte. Deswegen habe ich halt Camponotus sp. aus Asien geschrieben. Ich weiss nicht wo die kleine Kolo genau gefunden worden ist, deswegen schieb ich Asien. ;)

      gruss orophus
    • Re: Camponotus sp. Asien

      Schreib doch einfach Camponotus spec. ("xiangban"). Ich wüsste nicht, warum das ein Problem sein sollte. So weiß wenigstens jeder, in welche Richtung es geht.
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    • Re: Camponotus sp. Asien

      Hallo orophus,

      mich wundert eigentlich, dass Dir keiner der zwei erfahrenen Halter aus diesem Forum, die ebenfalls diese Art erfolgreich halten/hielten, Hilfestellung leistet.
      Du schreibst, dass Du das Nest auf einer Heizung hältst. Ich hoffe die Heizung ist nicht eingestellt. Bei einer Heizung wirst Du nur schwer die Temperatur regulieren können. Warme Luft steigt, so dass Du bei so einem Setup den Ameisen keine Möglichkeit anbietest der Hitze auszuweichen; ist Das Nest dann noch feucht, dünstest Du die Kolonie förmlich.

      Wie bereits in meinem letzten Beitrag angedeutet, kommt diese Art wohl vorwiegend in subtropischer Region vor; d.h. sie ist saisonalen und auch eventuell (ziemlich krassen) Tag/Nacht Temperaturschwankungen ausgesetzt. Du musst dabei allerdings berücksichtigen, dass die Ameisen im Erdreich wohnen und die Temperaturschwankungen dort je nach Tiefenlage geringer ausfallen werden.
      Was Temperatur bei der Haltung angeht, so ist Dir am besten dazu geraten die Wetterbedingungen einer der Regionen zu simulieren die in den anderen C. xiangban Beiträgen erwähnt wurden: z.B. Phuc Son in Vietnam; Xishuangbanna National Nature Reserve (Jinghong, Mengla, and Menghai counties) Yunnan Province in China. Wenn Du bei accuweather.com nachsiehst, wirst Du feststellen, dass dort derzeit nachts Temperaturen (je nach ausgewählter Region) zw. 8°C-18°C und tagsüber um 28°C erreicht werden. Du weißt dabei nicht ob diese Ameisen ein schattiges oder Sonnen-exponiertes Habitat bewohnen, also ob ein Naturnest noch zusätzlich durch Sonnenbestrahlung aufgewärmt wird. Die Temperaturen liegen aber mit Sicherheit nachts bzw. in den frühen Morgenstunden nicht im oberen Bereich.

      Momentan habe ich leider auch nicht die Möglichkeit auf 8°C abzukühlen. Im ersten Winter meiner Haltung habe ich das aber durchaus gemacht; ich habe die Kolonie in der Nacht Temperaturen von unter 10°C ausgesetzt, indem ich das Fenster einen Spalt offen liess. Diesen Winter halte ich meine Kolonie bei Zimmertemperatur und ungeöffnetem Fenster, d.h. Temp. nachts im Bereich ~ 20°C. Um ca. 18:00 Uhr bestrahle ich das Kunstnest (nicht den Bereich den die Kolonie bewohnt) für etwa 3 h mit einer 40 W Lampe. Die Erde, in der die Kolonie lebt, ist immer feucht; nicht nass und niemals trocken.

      Was die Namensgebung angeht muss ich doch sagen, ich bin etwas betrübt. Ich mach mir zwar nicht in die Hose, aber Kopfschütteln muss ich schon. Da wurde extra für dieses Art ein schöner wissenschaftlicher Name herausgesucht und keiner will ihn verwenden. Jeder Neuling ist stolz in einem Haltungsbericht eine Lasius Spezies beim wissenschaftlichen Namen zu nennen. Keiner schreibt etwa von schwarzer oder grauer Weg- oder Gartenameise ohne Geruch. Bei xiangban bleibt aber die Mehrheit stur, obwohl wasmanni mutilarius doch viel mehr hergibt. Die Art hat seit 1893 einen „offiziellen“ Namen (Habitus unverwechselbar!) aber jeder nennt sie nur beim chinesischen Spitznamen; fast schon respektlos dieser Ameise gegenüber. Auch Camponotus spp. ist meiner Meinung nach unangebracht. Mich wundert es wirklich, dass die deutschsprachige Ameisen Community, die ja doch eine der belesensten, informiertesten und erfahrensten in Sachen Ameisenkunde und Ameisenhaltung ist, bei der Benennung dieser Ameise keinen Schritt voran macht. Oder traut ihr euch einfach nicht? Ihr lasst sämtliche Projekte der Ameisensystematik (wie z.B. AntCat.org, AntWeb.org und Co.) wie für’n Arsch aussehen. Solange diese Quellen öffentlich zugänglich sind und uns auf irgendeine Weise voranbringen können, braucht man doch nicht den Angaben der Ameisenshops zu folgen.

      Grüsse,
      Carl-Ulrich


      Eierkopf