Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      hallo zusammen,
      ich pflege auch eine Kolonie der schönen Cataglyphis spec.
      Dabei gestaltet sich meine Haltung relativ steril und ähnlich zu Christians:


      Das heißt aber natürlich nicht, dass dies schlecht für die Tiere wäre, wie man an der Brutentwicklung sieht.
      Derzeit konnte ich 12 Arbeiterinnen zählen und die Gyne. Dazu 9 Puppen und einige Larven und Eier.
      Davon sind mindestens die Hälfte eigene Arbeiterinnen (die Kolonien wurden ja durch Brutzugabe unterstützt).






      Bei mir steht die Dose in meinem "Brutschrank". Eigentlich nur ein OSB Terrarium in dem ich alle kleinen Dosen mit Jungtieren oder Klein-Kolonien horte. Die Temperatur sollte so teilweise bei 30°C liegen (aber die Tere können natürlich auch kühlere Stellen aufsuchen) und nachts auf etwa 20-22"C abfallen. Demnächst wollte ich ein Thermostat installieren, was ich schon da habe. Dazu muss ich allerdings erst die Glühbirne ausbauen und stattdessen eine Heizmatte oder Kabel benutzen, da es ein Impulsgesteuertes Thermostat ist.
      Füttern tue ich mit Heimchen, Fliegen Schokoschaben und Grillen sowie Zuckerwasser.

      Grüße Nils
      "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat" - Winston Churchill
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Moin,

      ich muss zugeben, dass Frank nicht zuviel versprochen hat: Es sind wirklich ganz tolle Ameisen die begeistern! Mittlerweile besteht meine Kolonie aus 12 Arbeiterinnen. Dazu kommt massig Brut (mind. 20 Bruteinheiten). Die Entwicklung verläuft also super.

      Auch wird die Kolonie zunehmend aggressiver gegenüber Störungen: Schnell stürmen ein paar Arbeiterinnen zum Eingang des Nestes und greifen alles an. Daher hatte ich schon ein paar mal Ameisen an der Pinzette hängen, die dann auch nicht so schnell wieder losließen. Wirklich äußerst temperamentvolle Damen.

      Bei dem recht flotten Wachstum wird natürlich einiges an Proteinen benötigt. So nimmt die Kolonie momentan durchschnittlich zwei Goldfliegen pro Tag an.

      Zum Abschluss noch ein paar Bilder dieser "Wüstenflitzer":



      Liebe Grüße,
      Christian
      Wanting people to listen, you can't just tap them on the shoulder anymore. You have to hit them with a sledgehammer, and then you'll notice you've got their strict attention. (Seven)
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey,

      Ich bin Vorgestern vom Urlaub zurückgekommen und hab 12 Tage lang die Catas unter die Aufsicht meines Bruders gelassen.
      Kurz bevor ich losgefahren bin sind die ersten Arbeiterinnen geschlüpft und da es 14 Puppen waren die kurz vorm Schlüpfen waren und ein großes Eierpacket auch in den Startlöchern stand hab ich ein Reagenzglas als Zweignest bereitgestellt.
      Dann noch ein Reagenzglas mit Zuckerwasser bereitgestellt und meinem Bruder eine Einweisung gegeben wie er die Kolonie füttern soll. Sie haben bei meiner Abwesenheit jeden Tag ein Heimchen bekommen und auch immer verwertet, dies macht sich auch bei der Anzahl der Brut sichtbar.

      Wegen dieser sehr schnellen, starken Entwicklung wurden denen die zwei Reagenzgläser schnell zu wenig, sodass sie angefangen haben ein Tunnelsystem im trockenem Sand anzulegen und die Puppen dort gelagert haben. Als ich dann zu Hause ankam war die gesamte Kolonie im Sand.
      Zum Glück hab ich vor dem Urlaub ein Ytongnest geschnitzt und ein größeres Glasbecken gesäubert. Ich hab das Becken indem sie gelebt haben dann ins große Becken gestellt und eine Brücke aus Pappe gebastelt.
      Gestern musste ich feststellen, dass die meisten Gänge eingestürzt sind. Voller Aufregung und Sorge hab ich mit einem Pinsel und Löffel Stück für Stück den Sand abgetragen, was rund 2-3h gedauert hat ..
      Zum Glück ist der Kolonie am Ende nichts passiert und ich hab auch aus meiner Lektion gelernt.

      Mittlerweile sind es schon über 20 Arbeiterinnen und ebenso viele Puppen, dazu noch ein mittelgroßes Eierpacket und um die 10-15 große Larven.

      Ein paar Bilder hab ich hier auch noch für euch: :)

      Gruß Daniel
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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Moin,

      vor ein paar Tagen habe ich meine Kolonie in ein neues Becken (50x30 cm) gesetzt:



      Der Bodengrund besteht aus einer ausgehärteten Sand-Lehm-Mischung. Für die nötige Wärme sorgen zwei Heizfolien (Infrarot, 7 W und 14 W) unterhalb des Beckens. Das Thermometer, welches sich ca. 15 cm über dem Boden befindet, zeigt immer so um die 30°C an. Der Bodengrund selbst dürfe also noch ein paar Grad wärmer sein.

      Innerhalb kürzester Zeit zogen die Ameisen auch in das bereitgestellte YTONG-Nest um. Bei diesem besteht zwar die Möglichkeit es zu befeuchten, doch werden die feuchten Bereiche eher von den Ameisen gemieden. Vor allem wird dort keine Brut gelagert. Daher werde ich wohl zukünftig auf ein Befeuchten des Nestes verzichten. Den Ameisen steht immer eine Wasserquelle zur Verfügung (welche auch sehr gut besucht wird), weshalb sie sich sehr gut selbst um die nötige Feuchtigkeit kümmern können.

      Die Kolonie besteht aktuell aus 18 Arbeiterinnen und jeder Menge Brut in allen Stadien; es sind alleine ungefähr 15 Puppen vorhanden:



      Bei den Puppen ist sehr auffällig, dass die Hülle außen immer von Sandkörnern bedeckt ist. Diese scheinen sogar in die Hülle integriert zu sein. Auch bringen die Ameisen den Sand gezielt zu den sich verpuppenden Larven. Vielleicht weiß ja jemand welchem Zweck dies dient?

      Als Futter gibt es weiterhin Invertzucker-Sirup und natürlich jede Menge Proteine. Gab es anfänglich fast ausschließlich Goldfliegen, so sorge ich mittlerweile für etwas Abwechslung.

      Kleine Argentinische Waldschaben:



      Bei Fliegenmaden hilft sogar die Königin beim Zerteilen:



      Sehr beliebt sind auch kleine Heimchen:



      Abschließend noch ein paar Impressionen von diesen wunderbaren Ameisen:




      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hallo zusammen
      @Diffe und ich hab schon auf das Update gewartet. Hab mich beim Bild des Tages schon über den Ytong gewundert :D.

      Bei mir läuft es auch nicht gerade schlecht mit den Cataglyphis bicolor.
      Derzeit sind es knapp über 30 Arbeiterinnen, wenn ich mich nicht arg verzählt habe :thumbup:


      Noch sind sie in einem Reagenzglas, aber bald dürfen sie umziehen. Dieses Jahr dürften das wohl noch einige werden.
      Ansonsten ist Brut wie immer vorhanden und die Tiere tragen fleißig Insekten und Zuckerwasser ein.
      Weitere genaue Haltungsbedingungen kann ich gerade gar nicht geben, da sie sonst die "Abwärme" eines 35W Halogenstrahlers genießen, der eigentlich ein 60er Skorpion-Terrarium beheizt.
      Aber es scheint ihnen ja offensichtlich gut zu gehen

      Grüße Nils
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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hallo Christian,

      die Arbeiterinnen bedecken die verpuppungsbereiten Larven mit Sand und kleinen Steinchen, damit diese beim Spinnen des Kokons Anknüpfungspunkte finden für ihre Gespinstfäden. Das machen eigentlich alle Ameisen so, deren Puppen in Kokons reifen. Nicht alle verwenden dabei so grobe Materialien wie es diese grossen Cataglyphis manchmal tun, deswegen fällt es bei anderen Arten weniger auf.
      Später werden die Kokons von den Arbeiterinnen oft geputzt und gereinigt und so manchmal von den Steinchen befreit, wenn diese nicht zu fest und zu tief im Kokongewebe eingearbeitet sind. Das gelingt also nicht immer, manchmal bleiben die Kokons so "steinig". Das ist aber kein Problem und nicht schädlich.

      Freut mich sehr, dass die bicolor bei euch so gute Bedingungen finden. Ihr werdet noch eure Freude an denen haben und die Kolonien werden ziemlich rasant weiter wachsen.

      LG, Frank.
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Moin Frank,

      vielen Dank für deine Antwort! Ich konnte dieses Bedecken der Larven mit Sand auch mittlerweile selbst beobachten:



      Hatte dieses Bild auch schon im AF gepostet, wo jemand Probleme mit dem Auftreten von Nacktpuppen bei seiner Cataglyphis-Kolonie hat.

      Und ja, ich zumindest habe schon jetzt große Freude an diesen Ameisen. Es macht einfach richtig Spaß sie zu beobachten, was jetzt im YTONG-Nest natürlich noch besser möglich ist.

      Bin mal gespannt, wann sie mir über den Kopf wachsen. ;)

      Liebe Grüße,
      Christian
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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hi Christian.
      Man sollte den Cataglyphis wie allen Schuppenameisen und allen anderen Arten, deren Larven sich in gesponnenen Kokons verwandeln, immer Sand oder ähnliches, geeignetes Substrat anbieten.
      Am besten im Nest; die Ameisen sind aber auch in der Lage, zu erkennen, wenn es im Nest keinen Sand oder geeignetes Material gibt und holen dann das geeignete Material von draußen, von außerhalb des Nestes in das Nest.

      Nacktpuppen sind bei den Cataglyphis ungewöhnlich und kommen im Regelfall nicht vor. Alle Larven verpuppen sich in Kokons und die Kokons werden nicht vor der fertigen Entwicklung der schlupfbereiten, jungen Ameisen von den Ammen geöffnet. Treten Nacktpuppen bei den Cataglyphis auf, mangelt es wohl an Sand etc. oder es stimmt etwas anderes an den Bedingungen im Nest nicht.

      Für mich gehören diese Ameisen zu den interessantesten Ameisen überhaupt. Sie sind dabei eigentlich nicht spektakulär, auch wenn sie ziemlich groß sind. Sie haben keine Schnappkiefern, keinen Stachel, rennen nicht zu hunderten in eine Richtung. Aber genau das macht sie für mich so interessant. Sie können allein und hartnäckig an einer Sache arbeiten, aber auch in der Gruppe. Sie sind in vielerlei Hinsicht die perfekten Universalisten, das zeigt sich auch an ihrem Körperbau, der eigentlich nichts besonderes aufweist, aber schön und perfekt ist.
      Sie können so eigentlich alles gut, aber nichts herausragend (...abgesehen von der Hitzetoleranz und einigen besonderen Anpassungen). Sie können jagen, Beutetiere überwältigen und töten, sie sind schnell, können aber auch langsam das Gelände sondieren. Sie sehen gut, orientieren sich im weitem Gelände, sie sind kriegerisch, aber tolerieren Artgenossen fremder Kolonien im Revier.
      Sie sind lernfähig, das habe zumindest ich oft im Freiland beobachtet und können so plötzlich sich anbietende Futterquellen besonders effektiv ausbeuten. Es gibt sogar so etwas wie Neugierde bei den Arbeiterinnen, die Tiere probieren alles mögliche aus und finden so manchmal ungewöhnliche Nahrungsquellen, deren Nutzung man ihnen gar nicht zutraut.

      Na ja, ich mag diese Tiere schon ein wenig.

      LG, Frank.
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hallo zusammen,
      sehr schlechte Nachricht bei mir.
      Kürzlich (vor etwa 2 Wochen) habe ich die Kolonie in ein 60*30*30 Aquarium umgesiedelt mit einm Ytongnest welches ich an die Scheibe gelehnt und mit einer Heizmatte erwärmt habe (beleuchtet wurde durch eine LSR)...
      Soweit so gut. Die Kolonie hat sich bis heute auch gut entwickelt. Sie haben fleißig Futter eingetragen und es sind etwa 60 Arbeiterinnen inkl. Brut in allen Stadien.
      Heute guckte ich in das Ytongnest und in der obesten wärmsten Kammer lag die verstorbene Königin. Diese hielt sich voher (vorgestern hab ich in das Nest das letzte mal geguckt) meist ganz unten auf zusammen mit den Larven.
      Den plötzlichen Tod kann ich mir nicht erklären, da es voher keine Anzeichen meines Erachtens gab. Wie gesagt die Entwicklung in dem Nest war nicht schlecht. Sie haben in den zwei Wochen nochmal zugelegt an Brut und vorgestern war sie sehr fidel.....
      Ich bin echt sprachlos.


      Grüße Nils
      "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat" - Winston Churchill
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Verluste sind leider nie ganz auszuschliessen bei solchen Wildfängen. Möglicherweise war diese Königin mit irgendeinen Erreger infiziert oder litt unter Parasitenbefall. Ich fand bei wildgefangenen, verstorbenen Jungköniginnen schon alles mögliche, bei einer verstorbenen Messorkönigin verließ ein etwa zwei Zentimeter langer Wurm nach ihrem Tod ihren Hinterleib. Auch bei ihr, wenn ich mich recht erinnere, erst nach einiger Zeit der Koloniegründung und keineswegs kurz nach dem Einsammeln.

      Ist wirklich sehr schade für dieses Tier und für die Gruppe der Arbeiterinnen. Ich habe noch eine junge Kolonie der Art hier, die werde ich dir in der nä. Woche zuschicken.
      Versuche dann, nach und nach die Arbeiterinnen deiner Kolonie einzeln oder in ganz kleinen Gruppen der neuen Kolonie zu zusetzen, um sie so zu retten und ihnen eine neue Perspektive zu geben. Zumindest bei den Brutstadien und den kleineren und mittleren Minoren dürfte das ohne weiteres funktionieren. Bei größeren Arbeiterinnen muss man natürlich vorsichtig sein und das Ganze beobachten, sich auch die Möglichkeit schaffen, eingreifen zu können, wenn es zu ernsten Auseinandersetzungen kommt.

      LG, Frank.
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hallo Leute,
      ich denke bei mir ist es langsam wieder Zeit für ein Update.
      Frank war so nett und hat mir nachdem die Königin verstorben war, einen anderen schönen Staat zugeschickt mit etwa 40 Arbeiterinnen. Die Brut und alte Arbeiterinnen ohne Königin konnte ich an jemanden bedürftigen abgeben.
      Die neue Kolonie nistet wie die alte in einem Ytongnest, welches an die Scheibe eines 60*30*30 Aquarium gelehnt ist. Ein Unterschied ist jetzt, dass ich die Temperatur über einen HQI Strahler mit 70W erreiche, ohne Heizmatte. Dies gefällt mir deutlich besser. Den Spot habe ich nicht neu gekauft sondern von einem anderen Becken geklaut. Denn die kleinen schwarzen Cataglpyhis aus der albicans Gruppe, welche ich ebenfalls hab, sind bei mir in Winterruhe seit Ende Oktober. Von Diesen stammt die Lampe.
      DIe Cataglyphis spec. bicolor sind mit der neuen Lampe deutlich aktiver und schöner anzusehen. Auch denke ich dass die Temperaturverteilung im Nest besser ist im Zusammenhang mit Tag/Nachtabsekung. Als Nestabdekung hängt die Heizmatte allerdings noch uneingeschaltet davor.
      Die Kolonie hat einige Larven und Puppen und geht langsam aber sicher ihrers Weges. Ich denke derzeit sind es etwa 20 Bruteinheiten mit 7 Puppen plus Eier. Kein sehr schnelles Wachstum aber es geht voran.

      (auf dem Bild sieht man die Färbung der Tiere sehr schlecht. Sie sind deutlich schwarz/rot und nicht einheitlich schwarz, wie es hier wirkt)
      Das Terrarium ist sehr sporadisch eingerichtet. Das einzige Grünzeug sind zwei kleine Kakteen rechts in der Ecke. Ansonsten benuzte ich als Beodengrund eine Sand Lehm Mischung.
      Das wärs auch erstmal zu meiner Kolonie.

      Viele Grüße Nils
      "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat" - Winston Churchill
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey,

      Hab die leichte Winterruhe ziemlich früh eingeleitet, naja sie haben es eingeleitet.
      Anfang Oktober gab es nämlich nur noch einige Puppen und die Proteinangebote haben sie auch nicht mehr angenommen. Als die letzten Puppen dann geschlüpft sind hab ich die Wärmelampe abgenommen um die Winterruhe einzuleiten. Dazu gehörte auch eine stärkere Bewässerung des Nestes.
      Sie standen dann bis heute ohne Wärmelampe bei durchschnittlich 20 Grad, zeitweise wegen Renovierungsarbeiten in meinem Zimmer auch kälter.
      Komischerweise starben mir mit Wärmelampe einige Arbeiterinnen die ich alle sammel und trocken lagere, wobei in der Winterruhe keine Arbeiterinnen gestorben sind.

      Ich wollte die Winterruhe eig. mindestens bis Februar einhalten, aber als ich heute beim Checkblick zwei Eierpackete sah, hab ich die Wärmelampe wieder angeschlossen und ein paar Mehlkäfer-puppen verfüttert.

      Letztes Jahr wuchs die Kolonie auf circa 100 Arbeiterinnen und hatten einen ectreeem hohen Proteinbedarf. Mal schauen wie sie sich dieses Jahr entwickeln werden. Ich arbeite grade übrigens schon an einem neuem Nest, der ein Stück größer als der alte ist und auch etwas ansprechender als der alte aussehen soll.

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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey,

      ein bisschen Wärme mit etwas Futter und die Catas entwickeln sich prächtig. :)
      Es erstaunt mich immer wieder wie effizient sie Nahrung verwerten und mit wie wenig sie auskommen. Es macht wirklich spaß mit denen.

      Ich hab wie geplant ein neues Nest fertig gemacht. Der ganze Umzug hat sich am ende als ziemlich kompliziert herausgestellt, denn weil mein 60x30cm Glasbecken indem sie vorher schon waren mein größtes und einzig geeignetes war musste ich die Kolonie irgendwie aus dem Becken rauskriegen und dann auch wieder hinein.
      Die Lösung war es, dass sie in ein provisorisches Nest kommen, welches sich in einen kleineren Glasbecken befindet. Ich konnte mir dadurch relativ viel Zeit lassen um das 60x30cm Becken gut zu säubern, den Ytong richtig zu schneiden etc. . Als das neue Becken dann fertig war hab ich dann schnell und mit sehr großer Sorge das provisorische Nest aus den kleinen Becken rausgenommen und in das große Becken reingelegt. Ich hab beim herausnehmen vom Nest eig. viel Aufregung und herumflitzende Arbeiterinnen erwartet, stattdessen haben sie in aller Ruhe erstmal die neue Lage gecheckt und sich gar nicht nervös oderso verhalten ..
      Sie fanden dann schnell das neue Nest und sind auch über die Nacht eingezogen.

      Das neue Nest ist um einiges größer als das alte, also viel Platz den sie dieses Jahr bestimmt brauchen werden. Denn sie sind mächtig fleißig was Nachwuchs angeht, im Moment sind es nach einer Zählung etwa um die 160 Arbeiterinnen .. und das schon in demselben Jahr der Gründung !
      Da kann man sich schon denken, wie groß sie diese Saison werden können, falls nichts schlimmeres passiert.

      Zur Zeit fütter ich sie täglich mit 2-3 Mehlwürmer/Mehlkäfer und immer ein bisschen Zucker-Honigwasser. Mich quält es sie nur mit Mehlwurm-Nährstoffen versorgen zu können, aber denen scheint es nicht zu stören.
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    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey,

      Heute ist die Glühbirne der Wärmelampe durchgebrannt. Haben aber ein paar Glühbirnen auf Vorrat, welche alle aber ein kleines bisschen zu stark leuchten. Weil die Lichtstärke zu stark ist um damit direkt ins Nest zu Strahlen, hab ich ein rechteckiges Stück Plastik ausgeschnitten, auf das Plastik schwarzes Klebeband geklebt und hab das dann an das Nest geklebt.
      Kann sein, dass es vielleicht ein bisschen zu klein geworden ist, aber für ein größeren Ersatz muss ich erstmal wieder Plastik finden, welches auch eine größere Flache hat .. Naja es reicht ja fürs erste glaub ich noch aus.



      Dazu hab ich heute noch die karge Wüstenlandschaft mit kleinen Kakteen aufgehübscht. Dafür hab ich einfach alte Metall Dosen passend ausgeschnitten, Löcher in den Boden gebohrt, mit etwas Blumenerde aufgefüllt und die Kakteen reingesteckt. Damit man die Dose und Erde nicht sieht hab ich es dann alles mit einer Sand-Lehmmischung überstrichen. Zuletzt bekam dann der Sand-Lehm-Überstrich ein paar kleine Löcher damit ich die Erde auch bewässern kann.

      Die Kakteen sehen aus dem richtigen Winkel betrachtet so aus wie winzige Palmen, erinnert mich ein bisschen an kleine Bonsai`s. :)





      Der Kolonie selber geht es weiterhin ganz gut. Mittlerweile haben sich viele Larven schon verpuppt und werden schön an der wärmsten Stelle des Nestes gelagert. Ansonsten fütter ich sie weiter mit 2-3 Mehlwürmer am Tag und einer immer mit unterschiedlichen süßen Früchten zugesetzten Zuckerlösung. Zum Beispiel haben sie heute eine Lösung aus ein kleines bisschen Hagebutte-Konfitüre mit Honig und Zucker bekommen.

      Hier noch ein paar Bilder von der Kolonie:






      Gruß Daniel
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey Daniel. Du machst das hervorragend, deinen Cataglyphis geht es richtig gut und ich lese gern hier in eurem Gemeinschaftsthread.
      Kurz zu den Glühlampen. Ich verwende ja ausschließlich Glühbirnen. Es gibt einfach einige Vorteile, die ich jetzt nicht wieder alle aufzählen will. Sind ja allen bekannt.
      Um aber die Lebensdauer auf ein fast biblisches Alter bei den Dingern zu erhöhen, benutze ich Dimmer. Ich verwende also starke Rotlichtbirnen, jene mit Reflektor, die gibt es in verschiedenen Baumärkten mit 40 Watt. Mit dem vorgeschaltenen Dimmer, der einfach nur in der Verteilerleiste steckt und in ihm dann der Stecker der Lampe, mit dem Dimmer also kann ich dann die Leistung und Licht- und Wärmeabgabe der Glühbirne stufenlos herunter dimmen. So kann ich die Wärmeabgabe den Bedürfnissen der Ameisen anpassen und auch den Umgebungstemperaturen (...im Sommer genügt natürlich eine geringere Wärmeabgabe); das gelingt, indem man beobachtet, wohin sie die Brut stapeln, wo sie sich im Rotlichtkegel aufhalten usw..
      Angenehmer Nebeneffekt, wie gesagt, die um einiges herunter gedimmten Glühbirnen halten sehr viel länger als wenn man sie ständig an ihrer Leistungsgrenze brennen lässt.
      Probier das mal aus, Daniel. Die Dimmer bekommst du bei OBI, im Bauhaus oder bei Hornbach... Einfach in der Elektroabteilung mal fragen. Sie kosten nur ein paar Euro.

      LG, Frank.
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey Frank,
      als ich bei dir war hab ich ja gesehen, dass du Dimmer benutzt und hab sie bei den Catas letztes Jahr auch benutzt. Die alte Glühbirne war ja ganzschön schwach, welshalb die Lichtstärke eig. ganz gut gepasst hat. Den Dimmer benutze ich grade für mein "Brutkasten" für die gründenden Kolonien. Hab aber einen Dimmer als Option voll vergessen ^^. Da beleuchtet die Wärmelampe auch nicht mehr das halbe Zimmer mit und man kann nebenbei auch bisschen Strom sparen. :)
      Danke für deinen Tipp, ich werd mal beim nächsten mal wenn ich beim Baumarkt vorbeifahre nach Dimmern und Rotlichtbirnen schauen.

      Gruß Daniel
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hallo,

      die erste Jungkönigin ist geschlüpft ! :)
      Die Kolonie ist nicht einmal ein Jahr alt und zieht jetzt schon Jungköniginnen auf, das zeigt wie schnell sie sich entwickeln können .. Einfach bewundernswert.
      Ich hab die letzten Tage schon ein paar Larven entdeckt die ein bisschen größer als die restlichen sind, also kann ich mich schon auf weitere Jungköniginnen oder besonders große Arbeiterinnen freuen, Männchen sind glaub ich nicht so massig ^^.



      Sie nehmen eig. ganz schön viel Futter, aber nachdem sie in einer Woche eine ganze Packung Wüstenheuschrecken "verschlungen" haben, mögen sie Mehlwürmer nicht mehr so sehr. Nehmen also nicht mehr alles an, und legen manchmal ganze Mehlwürmer auf den Müllhaufen. Wird sich aber bestimmt wieder einregeln, heute wurden z.B. schon zwei Mehlkäferpuppen ganz genommen.
      Die ganze Mästerei lässt sich auch am Nachwuchs sehen, hier zum Beispiel strecken die Larven alle die Köpfe hoch um von den Schwestern gefüttert zu werden:






      Die Außenaktivität ist auch ziemlich stark gestiegen.





      Sie verschmutzen leider die Glasscheibe sehr stark, hab an vielen Stellen gar kein Einblick ins Nest. Ich hab mir überlegt, dass ich die Glasscheibe vielleicht mit Magneten sauber halten kann. Also ich ziehe ein Stück Stoff um einen Magneten, leg ihn ins Nest rein, und wenn keine Ameise in der nähe ist leg ich den zweiten Magnet an die Aussenseite der Glasscheibe und gehe dann so die verschmutzten Gänge alle vorsichtig durch.
      Hat jemand von euch schon mal mit Magneten gearbeitet ? Oder habt ihr das Problem auf andere Weise gelöst ?

      Gruß Daniel
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey,

      heute mal wieder ein kleines Update meines Haltungsberichtes.
      Die Haltungsparameter sind wie immer dieselben, heißt also das es aus einer Heizlampe die tagsüber leuchtet und einer täglichen Befeuchtung des Beckens und Nestes besteht. Dazu noch 10 Mehlwürmer und genug Zuckerwasser am Tag und die Kolonie entwickelt sich ganz gut.
      Ich bin ein bisschen zu faul um die Ameisen mal grob durchzuzählen, aber ihr könnt ja selber sehen wie viele es im Moment schon sind.

      Ich bin mir nicht einmal sicher ob das zuerst überdimensionale Nest noch für dieses Jahr reicht ..





      Damit die Jungköniginnen nicht durch mein Zimmer fliegen, decke ich das Becken ab. Dadurch verdunstet das Wasser nicht mehr so schnell und die Luftfeuchtigkeit steigt ein bisschen, aber der Unterschied ist nicht so groß, sodass ich weiter täglich bewässere.



      Wie sieht es eig. bei den anderen Haltern aus ? Habt ihr eure Catas auch in eine "Winterpause" gesetzt, oder habt ich sie durchgehend den Winter über warm gehalten ?

      Gruß Daniel
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hi Daniel!

      Danke das du diesen Bericht weiter aufrecht erhälst und uns immer wieder mit neuen Beiträgen auf den aktuellen Stand bringst.

      Sieht ja schon echt gut aus bei deiner Kolonie. Versuchen den deine Königinnen davon zu fliegen oder konntest du das noch nicht beobachten und der Deckel ist somit eine reine Vorsichtsmaßnahme?

      Gruß
      Mathias
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bicolor - Gemeinsamer Haltungsbericht

      Hey Daniel,
      ich bin dir auch dankbar, dass du diesen Thread weiter pflegst und uns von der Entwicklung deiner Kolonie erzählst.
      Sieht wirklich so aus, als ob dieses Nest nicht mehr lange groß genug sein wird. Du wirst wohl bald ein Größeres für die Kolonie brauchen.
      Jetzt nach der Winterpause ziehen die Catas mit der ersten Generation ja ihre Geschlechtstiere auf. Wenn alles richtig läuft und die Winterruhe ausreichend war, sollten mit den nächsten Generationen nur noch Arbeiterinnen schlüpfen.
      Es geschah ja schon mehrmals in der Haltung, dass Kolonien dieser Arten mehr oder weniger ständig Geschlechtstiere aufzogen. Vielleicht lag das manchmal an einer fehlenden oder zu kurzen Winterruhe. Ich stelle mir vor, dass eine zu schwache Winterpause (also zu kurz oder zu warm) nicht ausreicht, um die Kolonien in ihrem Jahreszyklus zu "eichen" oder, anders gesagt, auf Null zurück zu stellen.
      In der subtropischen Heimat, aus der diese Tiere hier stammen, machen die Kolonien ihre Winterpausen mit der niederschlagsreicheren, kühleren Regenzeit, ab Mitte November etwa. Die Winterruhe endet dann meist bereits im Januar, mit den ersten trockenen und sonnigen Tagen des neuen Jahres. Die Kolonien der bicolor-Arten zeigen dann im Freiland fast so etwas wie einen nomadischen, unsteten Lebensstil. Während sie im Sommer an bevorzugt schattigen Stellen, unter Palmen, Büschen oder im Schatten von Mauern siedeln und hier dauerhaft sesshaft sind, suchen sie im frühen Frühjahr ständig nach warmen, besonders sonnenexponierten Stellen. Je nach Sonneneinstrahlung und je nach günstigen oder neu gefundenen, noch günstigeren Nistplätzen ziehen die Kolonien jetzt oft um. So bekommen es die bicolor hin, als erste große Ameisen im Frühjahr sehr früh Nachkommen aufzuziehen. Die häufigen Umzüge der Kolonien in immer neue Umgebungen erleichtern vielleicht auch die Nahrungssuche, im zeitigen Frühling sind die Reviere schnell leer gesammelt und leer gejagt.

      Deine Kolonie wird noch wachsen, mach dich auf einiges gefasst...:) Aber das weißt du ja selbst.

      LG, Frank.