Formica truncorum - Königin

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    • Formica truncorum - Königin

      Hallo Zusammen!

      Ich bin heute zufällig über alte Bilder aus meinem Ukraine Urlaub von 2010 gestolpert und habe folgende Bilder ausgraben können.



      Ich finde, eine sehr schöne Ameisenart, bzw. Königin. Ein Nest konnten wir damals auch finden. Eher zufällig sind wir darüber gestolpert und befanden uns nach kurzer Zeit in einem recht großen Gewusel, aus doch recht aggressiven Arbeiterinnen, wieder. Dabei viel die schöne Färbung auf und der doch recht potente Einsatz ihrer Säure. Ich weiß gar nicht mehr so genau ob wir diese Gyne in dem Gebiet gefunden hatten oder wo anders aber es war nördlich der Halbinsel Krim, im Gebiet Cherson.

      Ich schwärme ja immer noch von diesem Kurzurlaub, aber das war einfach genial dort :love:

      Die Gyne habe ich übrigens meinem Kumpel geschenkt gehabt, kann euch nicht sagen was daraus geworden ist.

      Gruß
      Mathias
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Formica truncorum

      Hallo!

      Danke für euer Lob, die Königin ist aber auch echt hübsch, ein Dankbares Wesen die kleine.

      Eine Reise in die Ukraine ist leider nicht möglich. Das Gebiet nördlich der Krim ist zwar prinzipiell zu bereisen, aber man weiß ja gar nicht was da noch alles kommt. Die ganze Sache ist sehr politisch und auch von hier aus nicht zu bewerten. Ich habe zwar eine Meinung dazu aber das sprengt jeden Rahmen hier. Fakt ist, in der Ukraine gibt es einiges an Arten zu beobachten. Hier mal ein Überblick: Link

      In der Liste sind nicht einmal alle Arten vertreten die ich dort finden konnte. Mindestens eine weitere Aphaenogaster Art und drei weitere Messor Arten konnte ich 2010 beobachten.

      Lg, Mathias
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • ich hatte heute meine erste Begegnung mit einer Formica truncorum Gyne. Beim Wandern machten wir Pause auf einer Bank und plötzlich lief zu meinen Füßen etwas schnelles rotes umher. Ich dachte erst an rufibarbis oder sanguinea und somit sammelte ich sie erst einmal ein. Als ich sie dann näher betrachten konnte war schnell klar, dass es sich um truncorum handelt.
      Ich hätte dort nicht damit gerechnet, da überall Hügel anderer Waldameisen zu finden waren. Ich würde auf polyctena tippen.
      Nichtsdestotrotz handelt es sich bei truncorum um die schönste Gyne, die wir in Mitteleuropa besitzen. Die obigen Bilder verdeutlichen das eindrucksvoll.
      Ich hatte meine Kamera leider nicht dabei und kann somit leider nicht mit Bildern dienen. Mir kam sie noch heller und röter vor als das oben gezeigte Exemplar.

      Aussehen ist zwar nicht alles, dennoch finde ich es schade, dass oft die schönsten Arten nicht zur Haltung geeignet sind.

      Grüße
    • Hallo Kuemmerz, stimmt, diese Ameise ist sicher die schönste unserer Waldameisen in Eurasien.
      Alle Waldameisen sind in Deutschland ja streng geschützt. Entnahmen aus dem Freiland und Fänge von Tieren sind damit in Deutschland verboten.

      Das bedeutet aber nicht, dass man die Art nicht halten kann. Wenn es eine Waldameise gibt, die im Terrarium gepflegt werden kann, dann sicher Formica truncorum. Es werden ja auch Völker von Raptiformica sanguinea gehalten. Beide Arten erreichen nicht die Koloniegrößen, die etwa Formica rufa oder gar Formica polyctena erreicht. Zumindest nicht dann, wenn die Kolonien nur über eine Königin vefügen, also monogyn sind. Truncorum ist im Freiland oft stark polygyn und sogar polydom, junge Einzelkolonien sind aber natürlich sicher meist monogyn mit einer Königin, die diese sozialparasitisch gründete.

      Es ist eigentlich sehr schade, dass der Schutz in Deutschland so weit geht, dass eine Beobachtung der (einheimischen) Waldameisen in der Haltung kaum möglich ist. Vieles ist noch nicht restlos geklärt bei den Arten. Gerade die temp. sozialparasitische Koloniegründung birgt noch Fragen, zumal es bei einigen Arten so zu sein scheint, dass sowohl diese vorkommt wie auch die Adoption in arteigenen oder artverwandten Kolonien.
      Wer sich ernsthaft mit diesen Arten befassen möchte, der findet jedoch durchaus Möglichkeiten.

      LG, Frank.
    • Hallo Frank,

      das Thema mit der Haltung bei Ameisen ist ja sehr umstritten und grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Haltung noch den geringsten aller Einflüsse auf Populationen etc. darstellt. Dennoch bin ich selbst hin und hergerissen ob das Erlauben der Haltung sinnvoll wäre oder nicht.
      Klar ist doch auf jeden Fall, dass die Waldameisen nicht wegen ihrer Seltenheit, sondern ausschließlich aufgrund ihres Nutzens für die Forstwirtschaft besonders geschützt sind. Und selbst hier stellt eigentlich nur Formica polyctena oder Arten die polydom auftreten eine Bedeutung dar, da diese groß und mächtig genug werden um überhaupt einen Schutz bei Massenauftreten von Schädlingen darstellen zu können.
      Somit liegt auch hier nur der Nutzen, den der Menschen von dieser Art hat, im Fokus.
      Halter, die sich an den Tieren selbst erfreuen wollen, müssen entsprechend zurückstecken. So gibt es bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe bei Verstoß gegen die entsprechenden Gesetze zum Schutz der Waldameisen. Sollen jedoch Straßen etc. gebaut werden, gibt es hier durchaus "Ausnahmen" und es finden bestenfalls noch Umsiedlungsaktionen statt, die nicht selten im Tod des Volkes enden.
      Ich wollte eigentlich gar nicht so abschweifen, habe mich aber hinreißen lassen...

      Zum Thema der Gründung habe ich selbst folgende Beobachtungen machen können:

      - Oft konnte ich schon Formica cf. polyctena Gynen vor vermeindlich arteigenen Nesthügeln machen, die im Abstand von 2-3m davor umherliefen. Scheinbar sich nach und nach anzunäheren und eventuell immer wieder den Kontakt mit Arbeiterinnen suchend um so vermutlich den Geruch nach und nach anzunehmen.

      - Ich konnte unter einem Stein drei Formica cf. polyctena Gynen entdecken, die hier ohne Arbeiterinnen zusammengekauert saßen. Ob sie nur den erstmöglichen Unterschlupf aufgesucht hatten, oder etwas anderes dahintersteckte, lässt sich nur schwer sagen. Man hätte diesen Stein über längere Zeit beobachten müssen.

      - Eine temp. sozialparasitische Gründung halte ich bei den meisten, wenn nicht sogar bei allen Waldameisen für gegeben. Zum einen sind Arten wie Serviformica fusca teilweise so friedsam und tolerant, dass das Eindringen durchaus mit einem lohenswerten Risiko verbunden ist und zum anderen wird es wohl zwangsläufig notwendig sein um neue Standorte zu besiedeln und den Radius der Verbreitung zu steigern.

      Natürlich sind diese Punkte nur meine persönliche, erfahrungsbezogene Meinung.

      Ich hoffe, dass noch weitere Personen von dieser einzigartigen Art berichten werden.

      Grüße