Iridomyrmex purpureus

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    • Iridomyrmex purpureus

      Hallo, liebe Ameisenfreunde.
      Ich möchte hier eine weitere interessante Ameise vorstellen.
      Iridomyrmex purpureus gehört zu den Meat Ants, die Art bildet große Kolonien mit ungeheuren Arbeiterinnenzahlen. Meat Ants sind Dolichoderinen, Drüsenameisen, es gibt in Australien einige weitere Arten der Meat Ants. I.purpureus gehört dabei zu den größeren Arten.
      Angeblich erhielt die Art den Namen, weil die Arbeiterinnen im Sonnenlicht rötlich-purpurn schimmern. Ansatzweise zeigt sich der Schimmer auch bei hellem Kunstlicht, es sind sehr hübsche Tiere.

      Diese junge Königin gründete bei mir im Reagenzglas aus dem "Stand". Aber und zu erhielt sie etwas Zucker und auch mal einen halben Mehlwurm.



      Es dauerte eine kleine Zeit, was wohl eher den nicht sehr warmen Temperaturen geschuldet war, die ich ihr bisher anbot. Nun, da es bereits eine kleine Kolonie geworden ist mit einigen winzigen Arbeiterinnen, erhielt die Königin mit ihrer Truppe ein Terrarium und ein eigentlich viel zu großes Nest. Aber ich kenne diese Art bereits und weiß, dass dieses Nest bis zum kommenden Sommer ausgelastet und vollständig bewohnt sein wird.
      Ich werde in lockerer Folge weiter über die Kolonie berichten und Bilder einstellen. Hier ein zweiter Blick von vorhin, kurz nach dem Einzug in das Nest.



      Sofort hatten die Ameisen den allerwärmsten Bereich, direkt im roten Lichtkegel der Wärmelampe auserkoren. Nun, mit ständiger Wärme und Futter im Überfluss, wird alles sehr schnell gehen..;)

      Fragen und Diskussionen bitte direkt hier im Thread.

      LG, Frank.
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Hey Frank,

      sehr schöne und interessante Australier hast Du da.
      Iridomyrmex ist eien interessante und glücklicherweise vergleichsweise gut bearbeitete Gattung, zumindest seit den 90ern. Das verdanken wir vor allem Steve Shattuck (auch bekannt aus der kürzlichen Ponerinen-Revision), der sich mit viel Leidenschaft mit der Gattung beschäftigt.
      Vor der großen Iridomyrmex-Revision '92 enthielt Iridomyrmex zahlreiche andere Dolichoderinen aus den weltweiten Tropen; das berühmteste Beispiel ist sicherlich die Argentinische Ameise, die damals als "Iridomyrmex humile" bezeichnet wurde.
      Heute werden ganze 79 Arten in diese Gattung gezählt, deren eindeutiger Verbreitungsschwerpunkt im australischen Raum liegt; es gibt aber auch wenige Arten in Asien. Iridomyrmex sind in Australien sicher eine der ökologisch am dominantesten und wichtigsten Gattungen schlechthin, und charakterisieren die Ameisenfauna der australischen Steppe (in den trop. Wäldern sind sie eher selten) wie kaum eine andere Ameisengattung. In der Ameisenökologie spricht man gerne von den "dominant Dolichoderines", den dominanten Dolichoderinen, und da gehören Iridomyrmex ganz sicher dazu. Gerade die Arten aus der I.-pupureus-Verwandtschaft, die umgangssprachlich als "meat ants" bezeichnet werden, bilden riesige, hochaggressive Völker mit ausgeprägten Straßensystemen. Jeder Australier kennt sie, vor allem wegen ihrer hohen Aggressivität und opportunistischen Lebensweise, die sie auch in urbanen Gegenden zu häufigen Bewohnern macht. Trotz oder gerade wegen ihrer hohen Aggressivität gibt es bei I. purpureus sehr interessante Verhaltensweisen, um um Territorien mit artgleicher Konkurrenz zu kämpfen; es hat sich, wie auch bei Camponotus gigas und auch Myrmecocystus bekannt, ein ritualisiertes Kampfritual entwickelt, dass u.a. über Antennenboxen funktioniert. Es kommen keine Ameisen zu schaden, sondern es wird Volksstärke verglichen, und der Unterlegende macht den dominanten Platz. Ich finde solche Kämpfe, die den olympischen Spielen der alten Griechen gleichen, wirklich eines der faszinierensten Verhaltensweisen die Ameisen bisher hervorgebracht haben.
      Natürlich gibt es bei Iridomyrmex eine große Vielfalt, und nicht alle Arten sind hochaggressiv, es gibt sogar eine Art die sich bei Feindkontakt tot stellt. Die Lebensweisen und auch das Aussehen variiert sehr in der Gattung, und macht sie um so spannender.
      Ich empfehle zur weiteren Lektüre sehr die Revision von Heterick und Shattuck von 2011, sie fasst sehr gut alles zusammen was über Lebensweise, Ökologie und Systematik der Arten bekannt ist, eine gute, lesenswerte Monographie mit tollen Bildern:

      Heterick, B.E. & Shattuck, S.O. (2011) Revision of the ant genus Iridomyrmex (Hymenoptera: Formicidae). Zootaxa 2845: 1–174.
      Frei zugänglich hier: antwiki.org/wiki/images/a/ab/Heterick_%26_Shattuck.pdf
      Die Arbeit ist auch meine Quelle, leider war ich noch nie in Australien und kann daher keine eigenen Beobachtungen hier anfügen.

      Übrigens, bei der Bestimmung der Arten sollte man zur Vorsicht ermahnen; ich bin nicht überzeugt davon, dass das was als I. purpereus verkauft wurde/wird, auch tatsächlich diese Art ist. Es gibt einige nur schwer zu unterscheidende Arten in der I. purpureus Gruppe, die auch sympatrisch (d.h. sie leben in der selben Gegend) mit I. purperus vorkommen, wie I. greensladei. Näheres dazu findet man in der oben genannten Revision in der Artbeschreibung zu I. purpureus.

      Viele Grüße, Phil

      P.S.: Shattuck ist ein hervorragender Photograph, es lohnt sich, sich auf seinen Flickr-Account etwas umzusehen: Iridomyrmex Project, Ants Field Shots
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Sie machen sich sehr gut, auch wenn ich ihnen im Moment nur wenig Zeit widmen kann. Pflegeleichte Ameisen, es genügt, Zucker, Wasser und Proteine bereitzustellen.
      Die Kolonie ist weiter gewachsen, es sind nun sicher schon an die zwanzig Arbeiterinnen. Hinzu kommt Brut in allen Stadien.
      Die Ameisen sind genügsam, jeden Tag ein Mehlwurm genügt ihnen im Moment.

      Am Freitag und am Wochenende gibt es dann schon mal was "Besseres" und möglicherweise Gehaltvolleres. Letztes Wochenende gab es frischgesammelte Bockkäferlarven, heute eine Steppengrille.



      LG, Frank.
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Ach, die sind ja total bekloppt... :wtf:



      Langsam werden sie fordernder, haben ständig großen Hunger. Jetzt sind hier nur wenige Arbeiterinnen im Nest bei der Brut zu sehen, die meisten sind draußen mit dem Zerteilen einer Grille beschäftigt.

      Die Haltung der Ameisen ist im Moment mehr als einfach. Das Gipsnest steht im Sand des Auslaufs, den Sand befeuchte ich jede Woche, wobei er fast durchnässt wird. So wird auch das Nest befeuchtet und die Ameisen haben ständig Wasser. Es kondensiert an einigen Stellen in den tiefen Kammern des Nestes an der Glasscheibe.
      Ich halte die Kolonie zur Zeit in einem offenen Terrarium, einen 60er Becken. gesichert nur mit Talkum. Selten, dass ich mal eine Arbeiterin beim Erklettern der Scheiben beobachte.
      Sicher wird sich das aber mit dem Wachstum der Kolonie ändern.

      Phil hat sich oben die Mühe gemacht und einige Ausführungen zu diesen Ameisen gemacht. Vielen Dank dafür, Phil. Ich bin heute auch der Meinung, dass diese Art eine andere Unterart (...oder Art) der Gattung ist als jene, die ich vor Jahren mal halten konnte.

      LG, Frank.
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Hallo.

      Ich habe mal eine ähnliche Art gehalten, am ehesten könnte man sie von der Größe wohl noch mit Waldameisen vergleichen.
      Die Färbung kommt bei Sonne am besten zur Geltung, aber mit entsprechend Kunstlicht auch.
      Was das Füttern angeht, ja, ähnlich wie Pheidole wird Futter schnell verwertet und in das Wachstum der Kolonie gesteckt. Und diese können sehr groß werden. Da kommen wir an den Punkt wo sie sich dann von vielen anderen Ameisen unterscheiden. Die Kolonien können theoretisch mehre Hunderttausend Ameisen enthalten. In der Haltung kann man das sicherlich etwas besser steuern, aber dennoch brauchen sie entsprechend viel Platz.
      Ich hab diese Ameisen in Australien lebst erlebt, die Nester sind echt gigantisch und auch da sind sie wiederum mit Waldameisen zu vergleichen.
      Haltung empfehlen? Nur bedingt. Man sollte wissen auf was man sich da einlässt und entsprechende Erfahrung mitbringen.
      Auch in Hinblick auf die eher schwierige Beschaffbarkeit.
      Gruß, Markus
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Um die Beschaffung mache ich mir ehrlich gesagt die geringsten Sorgen.

      Erfahrung in dem Gebiet habe ich mir auch hoffentlich über die Zeit angeeignet ^^
      Was mich nur bedrückt sind die Ausmaße die es annehmen kann. Falls die Tatsächlich so ein explosives Wachstum haben brauchen die ja ebenfalls dementsprechend viel Platz.
      Mich würde auch Interessieren wie groß der Auslauf hier von Frank ist und was man da schon als Vorbereitung haben sollte.
      Das wäre der einzige Kritik Punkt wo ich sagen könnte deswegen beschaffe ich sie mir evt nicht.
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Markus hat das wichtigste bereits gesagt. Das Wachstum der Kolonie ist tatsächlich explosiv. Ich steuere es bedingt, indem ich sie schon mal hungern lasse, für eine Woche. Füttere ich sie dann, ist die Rekrutierung rasant. Sofort wird gespurt. Kundschafterinnen verzetteln sich nicht in Kämpfe, sondern laufen zurück ins Nest und alarmieren dort, um Verstärkung zur Beute zu führen. Ich würde sagen, sie sind noch etwas schneller und auch pfiffiger wie viele andere Arten. Auch sehr mutig und zupackend in der Gruppe, selbst vor großen Grillen wird dann nicht haltgemacht.
      Meine Kolonie lebt im Moment in einem 60er Becken, mit Talkum als Ausbruchschutz. Das funktioniert gut. Sie bewohnen ein Gipsnest, beheizt wird mit Rotlicht. Auslauf ist lediglich angefeuchteter Sand. Merkwürdigerweise graben sie bisher überhaupt nicht, das liegt vermutlich daran, weil das Nest mehr als ausreichend groß ist.
      Tolle und interessante Ameisen, die in vielem an Formicinen erinnern. Ähnlich wie bei zB. den Cataglyphis genügt wenig Futter, um viele Arbeiterinnen zu produzieren. Die Art ist lebhaft, die Tiere sind neugierig und erkunden alles. Besonders natürlich, wenn die Kolonie erhöhten Proteinbedarf hat.

      Man muss wissen, worauf man sich einlässt. Das wurde ebenfalls bereits gesagt. Die Kolonien werden gigantisch groß. In der Haltung kann man aber Einfluss nehmen und auch mal einen Teil der Kolonie "entfernen", um so eine Kolonie auf ein handhabbares Maß zurechtzustutzen. Auch wenn das immer nur das letzte Mittel sein kann.

      LG, Frank.
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Hallo Frank!

      Schöner Haltungsbericht. ließt sich wie immer sehr gut und die liebe zu den Tieren kommt natürlich wie immer nicht zu kurz bei deinen Ausführungen, Begeisterung pur eben.

      Letzten Endes werden wohl 80-90% der Kolonien die gehalten werden irgendwann einmal zu groß. Sicher gibt es Arten die man da schneller hin bringen kann als andere. Ich denke diese Art gehört ungesteuert sicher zu den schnelleren Vertretern. Ein 60er Becken, ich denke es wird 30 oder 40 Breit sein, hält da Anfangs sicher eine weile durch. Wenn man ihnen immer etwas gibt womit sie sich beschäftigen können alle mal. Die meisten Ameisen versuchen auszubrechen wenn man nicht genügend Futter anbietet, die Haltungsbedingungen gar nicht passen oder das Becken viel zu klein ist. Die meisten "büchsen" aber aus wenn das Futter fehlt. Da sind dann auch die Grenzen mit dem drosseln durch Futterverweigerung. Ist der Ausbruchsschutz gut passiert aber auch dann nichts, es wird nur schnell nervig wenn die kleinen eigentlich nur noch damit beschäftigt sind Schwachstellen zu finden.

      Ich denke das diese Art eher nichts für den Einsteiger ist, der könnte da schnell etwas überfordert sein. Aber sonst sehe ich da keine Einschränkungen die es nicht auch bei anderen Arten gibt.

      LG, Mathias
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Hey, danke, Mathias, für deine freundlichen Worte.
      Sicher, das kleine Becken wird nicht auf Dauer ausreichen. Irgendwann wird eine größeres nötig sein.
      Trotzdem, manchmal wird diese Frage auch zu wichtig genommen, denke ich. Wir wissen ja, dass man auch Wüstenameisen wie die großen Cataglyphis bicolor in relativ kleinen Terrarien halten kann. Nur wenige haben diese Tiere im Freiland erlebt und beobachtet. Würde man Rückschlüsse vom Verhalten im Freiland auf die Haltung übertragen, müsste dies bedeuten, dass unsere Terrarien eher (mindestens) sechzig Meter lang sein müssten statt 60 Zentimetern. Bei den Cataglyphis fortis könnte es dann gut nochmal das zehnfache sein, denn die marschieren richtig weit auf ausgedörrten, leeren und trockenen Salzseen.

      Aber man kann solche mobilen Arten eben auch in relativ kleinen Terrarien für eine gute Zeit halten. Für mich sind die meisten Ameisen eben doch auch nur Menschen..:D, haben sie alles, Zucker, Wasser, Proteine, dann bleiben sie auch gern zu Hause und widmen sich dem Familien- und Sozialleben. Kurz gesagt, die meisten Ameisen sind auch gerne faul und wenn sie nicht hungern müssen und alles ins traute Heim geliefert wird, dann bleiben sie auch gern daheim. So zumindest erlebe ich meine Tiere i.a.R., wenn sie gut versorgt und zufrieden sind.
      Bei nomadisch lebenden Arten wird das Ganze sicher schwieriger. Aber mit solchen Arten befasse ich mich ja nicht.

      LG, Frank.
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Hallo liebe Ameisenfreunde.
      Diesen HB beende ich an dieser Stelle, zumindest von meiner Seite. Diese Ameisen gehen auf die Reise zu jemanden, der sich noch liebevoller um sie kümmern wird.
      Hier nochmal ein Abschiedsbild, vorhin gemacht. Die Kolonie ist reisefertig und alle Tiere sind wohlauf.



      LG, Frank.
      Bilder
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Heyho^^

      und an dieser Stelle übernehme ich. Vielen Dank dafür! <3 Seit ich vor einigen Jahren von dieser Art gehört habe, war ich von ihnen extrem fasziniert, wusste aber, dass es fast unmöglich sein würde an welche heran zu kommen. So hat sich jetzt ein kleiner Traum erfüllt.

      Die kleinen Monster kamen am Freitag letzte Woche - ein wenig steif, aber ohne Verluste - schon am Tag nachdem sie abgeschickt wurden, bei mir an.
      Ich durfte direkt zwei Dinge feststellen:

      1. Sie sind unglaublich aktiv und aggressiv!
      2. Kleiner als erwartet, dennoch wunderschön. :love:

      Entsprechend habe ich die Kammern des Ytong Nestes natürlich überdimensional und viel zu groß gestaltet, da ich bei den Worten

      swagman schrieb:

      Hallo.

      Ich habe mal eine ähnliche Art gehalten, am ehesten könnte man sie von der Größe wohl noch mit Waldameisen vergleichen.

      [...]


      natürlich sofort die größten Formica Arbeiterinnen im Kopf hatte, die ich je gesehen hatte. :oops:
      (Dafür gebe ich jetzt swagman die Schuld! :P )

      Wie auch immer... der regenbogenfarbene Schimmer der Tiere ist sowohl bei der Dicken, als auch bei ihren Arbeiterinnen, gut zu erkennen.
      Ich habe leider am Freitag nicht die Zeit gefunden, die Arbeiterinnen und die Brut zu zählen. Es ging in dem Moment nur darum, sie warm und sicher unterzubringen. Doch auch so war deutlich: Das Reagenzglas ist ziemlich voll.


      Der Hunger ist groß... doch die Arbeiterin zu klein. Alleine wurde das dann doch nichts, doch bis man auf die Idee kommt,jemanden zu Hilfe zu holen, wird natürlich erst mal stundenlang dran rum gezerrt.


      Aber früher oder später klappt es dann doch - den ersten "Abtransport" konnte ich leider nicht mit verfolgen, doch die Rekrutierung schien, sobald sich das erst mal rumgesprochen hatte, recht schnell zu klappen.


      Geschafft!


      Pro Tag verdrücken sie definitiv ein bis zwei Mehlwürmer - ich freue mich darauf, mit dem Futter rum zu experimentieren. Die Mehlwurmzuchtläuft gut genug, Rosenkäfer kommen hoffentlich bald dazu und ansonsten wird geschaut was sich noch so vernaschen.
      Wenn die Mehlwürmer noch ihre letzten Zuckungen haben, sobald man dran rum knabbert, ist das ganze noch zehn Mal so spannend. Da muss noch was erlegt werden!


      Ach ja... und meine Autorität untergraben sie auch direkt! Paraffinöl wird ignoriert und nasser Boden zugebuddelt und untergraben.


      So viel erst Mal dazu. Ich Berichte! ;)



      lg, doc
      "Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf." - Theodor Fontane
      "Etwas zu haben heißt nicht, etwas darüber zu wissen." - Saya
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Ganz tolle Bilder, Veronica.
      Mach dir mal wegen der Größe der Tiere keine Gedanken. Das hier sind noch Arbeiterinnen der ersten Generationen. Etwas größer werden die Arbeiterinnen der folgenden Generationen noch. Und ich finde, mir der Größe von Waldameisen können sie jetzt schon mithalten, später auf jedem Fall, sie sind aber natürlich etwas filigraner und graziler wie die "dicken" Formica spec..
      Ich glaub, die werden es sehr gut bei dir haben...:)

      LG, Frank.
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Heyho^^

      Vielen lieben Dank für diese netten Worte Frank!

      Vorab möchte ich noch mal klären, dass ich wegen der Größe der Arbeiterinnen keineswegs enttäuscht bin - mit erstaunt und
      einem kritischen Blick auf meinen Ytong könnte man das wohl eher beschreiben.
      Tatsächlich haben sich inzwischen einige größere Arbeiterinnen blicken lassen (wenn ich mir das nicht nur einbilde).

      Bedauerlicherweise habe ich aber auch eine Arbeiterin verloren.
      Ich hoffe, dass es sich bei der Arbeiterin um eine Pygmäe handelt und es für sie einfach an der Zeit war zu gehen...
      Natürlich bin ich seit gestern Abend, bis vor etwa einer Stunde als ich Heim kam, in Sorge gewesen wie es wohl um den
      Rest der Kolonie steht und ob da soweit alles gut ist, oder ob das jetzt der Anfang vom Ende ist.
      Dazu also gleich noch etwas.

      Fressen tun sie auf jeden Fall mehr als genug - Mehlwürmer, Mehlkäfer, Mehlkäfer-Puppen - alles wird angenommen.
      Nur bei den Mehlkäfern muss ich etwas Vorarbeit leisten, da scheint ihr Hunger entweder nicht groß genug zu sein und sie
      sind einfach zu faul, oder sie schaffen es tatsächlich nicht, sie zu knacken.
      Richtiges Fleisch und Ei wurde bisher verschmäht. Vermutlich ist es ihnen zu mühselig, sich da Stückchen ab zu knabbern.

      Bild für Lesefaule:



      Im Übrigen habe ich die kleinen Flitzer kurz nach ihrer Ankunft noch gezählt. Ich kam auf 35 Arbeiterinnen.
      Den Gedanken die Brut zu zählen habe ich dann auch direkt verworfen.
      Und auch die Arbeiterinnen werde ich in Zukunft nicht mehr zählen.
      Könnt ihr selber machen.
      Ich mache euch dafür vielleicht sogar mal Fotos mit Gesamtübersicht.
      Unendliche Großzügigkeit.

      Zurück zur toten Arbeiterin: Meine Sorge mag durch den Blick in das Reagenzglas nicht komplett ausgeräumt zu sein, doch es beruhigt mich
      zu sehen, dass die Proteine gut verwendet werden. Es gibt fleißig Nachschub und so kommen sie genau dem nach, was ich erwartet hatte. :feiern:



      Für alle, die jetzt rum meckern wollen wie "Überbelichtet blah schwer zu erkennen blubber total doof *grummel* #§!!*+%~!"
      Es gibt eine einfache Lösung. Nimm deinen Desktop und kippe ihn leicht schräg nach hinten. Taddaa - schon sind die Eier rechts im Bild
      bestens zu erkennen und alle Kontraste verstärkt. :mrgreen:

      Ich muss mich dafür entschuldigen, wenn ich hin und wieder Informationen nach reiche oder mich wiederhole. Ab und an berichte ich Frank
      per privater Nachricht und bin mir nicht ganz sicher, wo ich was erwähnt habe, oder ob ich es überhaupt schon irgendwo geschrieben habe. :think:

      So viel für heute dazu von meiner Seite.
      Falls ihr Anregungen, Kritik, Wünsche, Fragen oder Lob habt, ich halte es wie mein Vorschreiber:
      Einfach hier rein schreiben, ich freue mich.



      LG, doc


      P.S. Meine Fotos mache ich noch immer (wie auch vor Jahren) mit meiner treuen kleinen Panasonic Lumix DMC TZ7. :love:
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Heyho!

      Auch heute sind mir wieder schöne Bilder gelungen.^^

      Auf dem Speiseplan gestern stand Mehlwurm, Mehlkäfer und entsprechende Puppen - davon nicht wenig.
      Ich habe leider erst spät fotografiert - wo es noch vor kurzer Zeit Stunden gedauert hat, bis die Arbeiterinnen die Beute
      weggeschleppt haben, ist das nun Dank der "Waldameisen" großen Arbeiterinnen innerhalb weniger Sekunden passiert.
      Die Kleinen finden es, beißen probehalber ein paar mal rein und fangen an daran herum zu nuckeln.
      Die Großen dagegen schrecken kurz zurück, packen zu und zerren weg!



      Die Arbeiterinnen Anzahl dürfte jetzt bei um die geschätzt 55~60 liegen. Die Rekrutierung erfolgt extrem schnell!
      In nicht einmal einer Minute ist sofort die Hölle los. Wo vorher noch Arbeiterinnen aufmerksam aber komplett regungslos
      im Nesteingangsbereich hocken, stürmen mit einem Mal um die 25 bis 30 los, um zu finden was gemeldet wurde.
      Auffällig dabei ist, dass sie sich im Thema "Napf mit leicht erhöhtem Rand" offenbar schwer tun.
      Alle suchen das Gelände aufgeregt ab, aber bis das Futter in der kleinen Schale gefunden wird dauert es.

      Des weiteren scheinen sie sich (trotz ausreichender Befeuchtung) weitaus mehr für Kondenswasser zu interessieren,
      als für Zuckerwasser, Honig oder Invertzucker hell/dunkel, wo letzteres bei anderen auf die größte Begeisterung trifft.

      Heute stand Katzenfutter auf der Speisekarte.
      Nachdem die Verwirrung erst groß war, dass man das doch tatsächlich nicht in einem Stück weg schleifen kann,
      wurde es sehr angeregt abgeschlabbert um dann langsam und in kleinen Krümeln abgetragen zu werden. :D
      Es folgen einige Bilder, die zwar alle gleich aussehen, jedoch meine Begeisterung ausdrücken sollen:









      Sehr gut zu unterscheiden sind hier mal wieder junge (hell rötlich und groß) und ältere Arbeiterinnen (sehr dunkel und klein),
      wobei letztere richtig zierlich wirken, neben ihren jüngeren Schwestern.

      Ein weiterer Punkt wäre, dass mir heute beim füttern doch tatsächlich eine auf die Hand geklettert ist. Mit zwei Fingern geschnappt,
      mit meinem geübten "Oecophylla smaragdina ich greife dich so, dass du dich nicht an mich kleben kannst"-Griff
      und beförderte sie zurück in ihr Formicarium.
      Am Boden ihrer Tatsachen angekommen, fing sie an zu flitzen und rempelte dabei eine andere an. Danach war sie ruhig,
      aber die andere total außer sich. Ich glaube ich habe noch nie eine Ameise so schnell rennen sehen!
      Und wie es bei ihnen so ist, machte sich nur wenige Sekunden danach eine ganze Horde in Richtung Öffnung auf den Weg,
      um den Feind zu eliminieren... Zeit den Deckel nieder zu legen. Gute Nacht. ;) :bye:

      Ich freue mich über Rückmeldungen - kann ja gar nicht sein, dass dieser Thread wieder auf Seite zwei vom Portal verschwindet,
      gibt doch nichts Wichtigeres!! :P



      lg, doc
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Irgendwie erinnern mich die Iridomyrmex an Cataglyphis. Ich denke aber, dass sie wohl mit zunehmender Koloniegrösse um einiges aktiver und vielleicht sogar aggressiver werden. Sie sind ja als meat ants bekannt dafür, dass sie fleischlichen Genüssen nicht abgeneigt sind. Da scheint das Katzenfutter ja geradezu prädestiniert dafür.
      Es ist auf jeden Fall interessant, wie die sich entwickeln.


      LG Franz
      LG Franz
    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Heyho :D

      Danke für eure Rückmeldungen.
      Das Katzenfutter war tatsächlich schon nach wenigen Stunden nicht mehr da. Ein weiteres hielt immerhin bis zum nächsten Tag und ein drittes hält sich bisher wacker. Natürlich bekommen sie weiterhin Insekten, nicht dass ich später mehr Katzenfutter an meine Ameisen geb, als an meine Katze...

      Es wird derzeit immer schwerer, den Deckel zu öffnen, ohne dabei mindestens drei Arbeiterinnen runter zu stupsen. Aggressiv? Ja, definitiv! Die Kolonie entwickelt sich rasant und ist deutlich pflegeleichter als ich dachte. Ich war ha doch immer sehr in Sorge, dass ich das nicht gebacken kriege.
      Einen Tag mal nicht gefüttert, sind sicherlich direkt dreißig Ameisen auf Achse.
      Derzeit möchte ich noch nicht allzu viel riskieren und die Entwicklung nicht einschränken, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass das später in Frage kommt. Ich hoffe allerdings, dass ich bis dahin eine Möglichkeit gefunden habe, mein Terrarium zu erweitern.
      Da ich bisher niemanden gefunden habe mir, der sich traut ein bestehendes Terrarium zu durchbohren und ich das auch nicht riskieren möchte (auch weil ich eh noch nie Glas gebohrt habe), wird es wohl auf eine ausgeklügelte "Lochmetall-Bohrung" hinauslaufen.^^
      Aber so weit ist es ja noch nicht...



      LG, doc
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    • Re: Iridomyrmex purpureus

      Hallo Veronika,
      bei mir kletterten die Ameisen eigentlich selten an den Glasscheiben.
      Als Schutz vor dem Ausbüchsen einzelner Arbeiterinnen hatte ich bei der Art einen dünnen Talkumstreifen am oberen Terrariumrand. Der funktionierte hundertprozentig. Die Arbeiterinnen konnten darüber nie hinweg klettern, auch dann nicht, wenn das Becken geöffnet wurde und die Tiere alarmiert waren und dann auch schon mal an den Scheiben empor kletterten.

      Talkum ist ein alter Hut, ich weiß. Funktioniert aber sehr gut.

      LG, Frank.