Eine stille Katastrophe.

    • Die Meldung hat sogar den Postillon zu einem satirischen Beitrag veranlasst:


      Mehrheit findet Insektenssterben okay, solange auch Wespen und Stechmücken daran glauben müssen
      der-postillon.com/2017/10/insektensterben.html

      Neben Wespen und Stechmücken wurden Ameisen ("stören beim Picknick"), Hausspinnen ("aaaaaah!"), Fruchtfliegen ("nerven") sowie Chihuahuas ("kläffen blöde") als weitere Insekten genannt, denen man keine Träne nachweinen würde.
      Auch wenns kein Thema zum Lachen ist, kann man sich das Schmuzeln nicht verkneifen :D

      Grüße, Phil
    • Hey Phil, danke für den Hinweis. Das macht wirklich Spaß: Jan Thieme aus Köln. "Klar, Insekten sind angeblich unentbehrlich für das Ökosystem. Aber hier geht es um was Größeres: meine Ruhe. Ich hoffe, das Insektensterben ist bald durch."
      Ich habe herzlich gelacht. Herrliche Satire.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Die traurige Wahrheit daran ist nur die, dass die meisten Leute tatsächlich Insekten als lästig, unnütz oder auch "igitt" empfinden.

      Bis auch die merken, dass diese doch einen Nutzen in der Natur haben, kann man nur hoffen, dass es dann nicht schon zu spät ist.
      Wer nicht kann was er will, muss wollen was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. :crazy:
      Leonardo da Vinci
    • Diesen Artikel finde ich ganz interessant, wenn man die politische Polemisierung nicht zu ernst nimmt:
      achgut.com/artikel/das_insekte…_die_gruenen_heuschrecken

      Hinter ihnen [den Forschern] steht kein wissenschaftliches Institut, offenbar aber ist ihre Expertise und ihre Erfahrung ausreichend und auch anerkannt genug, um diese Feststellungen zu treffen, zumindest für die betroffenen Regionen. Ihre statistische Basis ist womöglich nicht erschöpfend, aussagekräftig aber allemal.
      Die bisweilen als „Hobbyforscher“ titulierten Entomolgen räumen allerdings ein: Über die Ursachen und Hintergründe können und wollen wir deshalb auch keine Aussagen treffen. Dennoch waren fast alle Berichte in Zeitungen, Internet, Funk und Fernsehen mit Erklärungen nur so gespickt: Die industrielle Landwirtschaft sei verantwortlich (neben dem generalverdächtigen Klimawandel natürlich).
      [...]
      In der Tat ist die Vermutung, die sich ausbreitenden Monokulturen, denen auch immer mehr Biotope zum Opfer fallen, seien schuld am Insektensterben, plausibel. Als da wären: wildwüchsige Ackerrandstreifen, Feuchtinseln mitten auf dem Feld, Knicks, Brachen – all das verschwand zusehends in den vergangenen Jahren, als sich zunehmend auch Energiepflanzen in der deutschen Flur breit machten, die Scholle begehrter und die Pachten teurer wurden. Auch finden sich auf den bewirtschafteten Äckern selbst immer weniger einzelne Pflanzen, Unkraut eben, das dem Bauern keinen Nutzen bringt, von den Insekten aber als Lebensraum genutzt wird.
      [...]
      Wichtig wäre es also, neben dem Nutzacker genügend Flächen im Land vorzuhalten, auf denen sich die Insekten aufhalten und vermehren – und in denen sie von den Vögeln gefressen werden können, denn die wollen auch leben. Reine Naturschutzgebiete, oftmals Wälder, reichen nicht als Ersatz, gefragt sind eben auch offene Flächen. Brachen, Niederdschungel. Doch woher nehmen?

      Was sich anbahnt ist die Debatte um das sogenannte "Land sharing vs. Land sparing" - sollen wir möglichst intensive, konventionelle Landwirtschaft nutzen auf kleiner Fläche (=mehr Naturraum außerhalb der Landwirtschaft) oder sollen wir eine extensive ökologische Landwirtschaft auf größere Fläche betreiben, die aber ineffizienter ist und daher eine größere Anbaufläche (=weniger Naturraum außerhalb der Landwirtschaft) benötigt?
      Über diese Frage sind sich auch Wissenschaftler noch sehr uneinig.

      Über Glyphosat kann ich mich den Autor nur ansschließen; ich halte das Mittel für vergleichsweise unbedenklich, und der politische Kampf und Energie, die darauf verschwendet wird, sollte besser in zuverlässigere Umweltschutzthemen fließen.

      Grüße, Phil