Eine stille Katastrophe.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Die Meldung hat sogar den Postillon zu einem satirischen Beitrag veranlasst:


      Mehrheit findet Insektenssterben okay, solange auch Wespen und Stechmücken daran glauben müssen
      der-postillon.com/2017/10/insektensterben.html

      Neben Wespen und Stechmücken wurden Ameisen ("stören beim Picknick"), Hausspinnen ("aaaaaah!"), Fruchtfliegen ("nerven") sowie Chihuahuas ("kläffen blöde") als weitere Insekten genannt, denen man keine Träne nachweinen würde.
      Auch wenns kein Thema zum Lachen ist, kann man sich das Schmuzeln nicht verkneifen :D

      Grüße, Phil
    • Diesen Artikel finde ich ganz interessant, wenn man die politische Polemisierung nicht zu ernst nimmt:
      achgut.com/artikel/das_insekte…_die_gruenen_heuschrecken

      Hinter ihnen [den Forschern] steht kein wissenschaftliches Institut, offenbar aber ist ihre Expertise und ihre Erfahrung ausreichend und auch anerkannt genug, um diese Feststellungen zu treffen, zumindest für die betroffenen Regionen. Ihre statistische Basis ist womöglich nicht erschöpfend, aussagekräftig aber allemal.
      Die bisweilen als „Hobbyforscher“ titulierten Entomolgen räumen allerdings ein: Über die Ursachen und Hintergründe können und wollen wir deshalb auch keine Aussagen treffen. Dennoch waren fast alle Berichte in Zeitungen, Internet, Funk und Fernsehen mit Erklärungen nur so gespickt: Die industrielle Landwirtschaft sei verantwortlich (neben dem generalverdächtigen Klimawandel natürlich).
      [...]
      In der Tat ist die Vermutung, die sich ausbreitenden Monokulturen, denen auch immer mehr Biotope zum Opfer fallen, seien schuld am Insektensterben, plausibel. Als da wären: wildwüchsige Ackerrandstreifen, Feuchtinseln mitten auf dem Feld, Knicks, Brachen – all das verschwand zusehends in den vergangenen Jahren, als sich zunehmend auch Energiepflanzen in der deutschen Flur breit machten, die Scholle begehrter und die Pachten teurer wurden. Auch finden sich auf den bewirtschafteten Äckern selbst immer weniger einzelne Pflanzen, Unkraut eben, das dem Bauern keinen Nutzen bringt, von den Insekten aber als Lebensraum genutzt wird.
      [...]
      Wichtig wäre es also, neben dem Nutzacker genügend Flächen im Land vorzuhalten, auf denen sich die Insekten aufhalten und vermehren – und in denen sie von den Vögeln gefressen werden können, denn die wollen auch leben. Reine Naturschutzgebiete, oftmals Wälder, reichen nicht als Ersatz, gefragt sind eben auch offene Flächen. Brachen, Niederdschungel. Doch woher nehmen?

      Was sich anbahnt ist die Debatte um das sogenannte "Land sharing vs. Land sparing" - sollen wir möglichst intensive, konventionelle Landwirtschaft nutzen auf kleiner Fläche (=mehr Naturraum außerhalb der Landwirtschaft) oder sollen wir eine extensive ökologische Landwirtschaft auf größere Fläche betreiben, die aber ineffizienter ist und daher eine größere Anbaufläche (=weniger Naturraum außerhalb der Landwirtschaft) benötigt?
      Über diese Frage sind sich auch Wissenschaftler noch sehr uneinig.

      Über Glyphosat kann ich mich den Autor nur ansschließen; ich halte das Mittel für vergleichsweise unbedenklich, und der politische Kampf und Energie, die darauf verschwendet wird, sollte besser in zuverlässigere Umweltschutzthemen fließen.

      Grüße, Phil
    • Hi Leander,

      das stimmt. Die Bienen bzw. andere Insekten sind nicht nur allein durch den Einsatz von Pestiziden gefährdet und von denen haben wir immer noch genug zur Hand. Leider. Meine Hoffnung liegt darin, dass sich das Bewutsein der Menschen bezüglich solcher Problematiken ändert und sich der Blick auf die DInge verschiebt, hin zu einer Wertschätzung unserer Umwelt, die offensichtlich viele verloren haben und erst wieder neu gewinnen müssen. Sicherlich sind die Bienen jetzt nicht gerettet worden...

      Gruß, Olaf
    • Ich glaube, alles, was den Bienen und den anderen vielen Insekten ein wenig hilft, ist gut. Da ist es mir eigentlich egal, ob einer was daran verdient. Oder ein anderer nicht mehr.
      Klar ist es aber traurig, dass erst, und das seit Jahren, die wirtschaftlich wichtigen Honigbienen betroffen sein müssen, bis sich überhaupt irgend was tut.

      Na warten wir mal ab, was als nächstes dann ausgebracht wird. Für den "Pflanzenschutz".

      LG, Frank.
    • Moin,

      die Umweltministerin Schulze möchte mit 100 Millionen Euro den Insektenschutz fördern.

      Deutschlandfunk schrieb:

      Eine Hälfte des Geldes solle ab 2020 über ein gemeinsames Förderprogramm von Bund und Ländern verteilt werden, berichtet die Funke-Mediengruppe unter Berufung auf einen Entwurf für das sogenannte „Aktionsprogramm Insektenschutz“. Die andere Hälfte der Summe solle der Bund allein tragen. Weitere Maßnahmen sind vorgesehen: zum Beispiel ein Düngeverbot auf bestimmten Ackerstreifen. Umweltministerin Schulze sagte, das Insektensterben zu stoppen, sei eine der zentralen politischen Aufgaben der Gegenwart. Wenn man dem nicht Einhalt gebiete, seien Landwirtschaft, Vogelwelt, Ökosysteme und Wirtschaft in Gefahr. Schulze will das Aktionsprogramm heute offiziell vorstellen. Es bedarf der Zustimmung des Bundeskabinetts.

      Forscher machen vor allem Pestizide aus der Landwirtschaft für die Verluste bei den Insektenpopulationen verantwortlich.
      Quelle: Dlf Insektensterben (Abruf 10.10.2018)

      Gruß, Olaf
    • Moin,

      der Entomologische Verein Krefeld hat den Rückgang bei einzelnen Arten im Wahnbachtal untersucht und dabei seien Schwebfliegen besonders betroffen.

      Axel Ssymank schrieb:

      Was auffällig ist, dass besonders Artengruppen, die irgendwie mit Wasser zu tun haben, also feuchte Lebensraumtypen, dass die stärker betroffen sind von den Rückgängen, und das gilt auch für Artengruppen, die irgendwie mit dem Boden in Kontakt kommen. Es gibt eben Larven, die zum Beispiel in Ameisennestern von der Ameisenbrut leben. Es gibt andere, da fressen die Larven Wurzelblattläuse, und diese kommen natürlich permanent auch mit Boden in Berührung. Und wenn ich mir diese Arten anschaue, sind dort die Verluste höher als im Durchschnitt der Verluste. Das sind so erste Ergebnisse, es muss aber auch alles statistisch noch genau durchgerechnet werden.
      Quelle: DLF Krefelder Studie von Joachim Budde (Abruf 09.11.2018)

      Gruß, Olaf
    • Still ist diese selbstgemachte Katastrophe inzwischen nicht mehr.

      Jetzt beginnen wir den Preis dafür zu Zahlen. Und dabei denke ich weniger an die Ernteausfälle und gestiegenen Kraftstoffkosten bei uns, als vielmehr an die Opfer und deren Angehörige im Mittelmeerraum.

      Aber das haben wir nun von unserer Denkweise und Weltsicht, in der monetäre Belange über allem stehen.
      Lieber beruhigen wir unser Gewissen mit Alibis und wählen die Grünen, kleben uns „Rettet die Bienen“ Sticker aufs Auto und sähen eine kleine Blumenwiese an. Oder starten staatliche Förderprogramme. Als ob.
      Eine Art moderne Absolution.

      Wir vergessen oder ignorieren so leicht, dass alles von und aus der Erde kommt. Unsere Häuser, Autos, Handys, Lebensmittel, einfach Alles. Holz, Stein, Metall, Benzin und selbst Plastik, alles kommt von der Erde. Auch wir selbst.
      Aber gehen wir sorgsam und dankbar mit diesen Ressourcen um?
      Wir vergewaltigen unsere eigene Lebensgrundlage und wunder uns wenn sie nicht still hält und sich wehrt.

      Mein Wort zum Sonntag.

      LG,
      Markus