Bienenhaltung - Apis mellifera carnica

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    • Re: Bienenhaltung - Apis mellifera carnica

      Hallo zusammen,

      vor 11 Tagen habe ich 64 Gläser Honig abgefüllt und heute ist alles verkauft, Wahnsinn! Und das Wichtigste, es gab bisher nur positive Resonanz.
      Für mich ein klares Zeichen, in den nächsten Jahren muss mehr Honig her und so habe ich direkt 2 neue Beuten gekauft, die bald bestückt werden sollen, dann würde ich nächste Saison mit 5 Völkern starten (dieses Jahr waren es 2).

      Bei den aktuellen Völkern läuft es gut, die in früheren Posts beschriebenen Probleme haben die Bienen ganz allein gelöst.

      Bei Volk 1 sah ich schon am 15.06. die neue Weisel, nachdem die alte nicht mehr wollte... Aufgrund des schlechten Wetters in der letzten Zeit hat sie sich wohl mit dem Hochzeitsflug etwas Zeit gelassen, doch heute habe ich definitiv die ersten frischen Eier gesehen Das Volk ist natürlich deutlich geschrumpft, da eine Weile keine neuen Bienen nachgekommen sind. Arbeiterinnen leben nur ca. 40 Tage und so geht es schnell, dass ein starkes Volk schrumpft, wenn keine jungen Bienen schlüpfen. Doch jetzt wird es bald neue Generationen geben.

      Im Volk 2 könnte es kaum besser laufen. Richtig stark und die junge Königin legt und legt und legt. Noch blüht die Linde, etwas Brombeere und diverse Kleearten, einer von zwei Honigräumen ist richtig schwer, da werde ich dieses Jahr nochmal Schleudern können (allerdings diesmal nur von diesem Volk).

      So sieht hier das Brutnest aus, davon habe ich sicher 3 Rähmchen beidseitig verdeckelte Brut und im Randbereich dicke Maden. Auf weiteren Waben sind unzählige Eier und Larven.



      Volk 3, mein Ableger, den ich am 9.5. gebildet habe, schrumpft merklich. Ich habe bei der letzten Durchsicht eine Wabe mit Brut von Volk 2 eingehängt, jetzt haben sie endlich Weiselzellen, gleich 3 Stück und schon verdeckelt, in spätestens 8 Tagen schlüpft hier also eine Königin, noch kann es klappen! Damit der Ableger nicht zu sehr schwächelt, habe ich heute eine weitere Brutwabe hinzugefügt, schlüpfende Brut und frische Eier, so ist für Nachwuchs gesorgt, bis die Königin in Eilage geht.

      Ich werde berichten, bald wieder mit mehr Fotos und Videos!

      Grüße
      Dominik
    • Re: Bienenhaltung - Apis mellifera carnica

      Hallo dommsen!

      Erstmal große Gratulation zum ersten eigenen Honig! Eigentlich imkert man gar nicht für den Honig, aber wenn das Umfeld einen die süße Kost so fleißig abnimmt, möchte man auch ausreichend liefern.
      Trotzdem solltest Du Dich am Anfang nicht übernehmen. Zwei Völker in der Schwarmphase alle Woche durchzublättern macht noch Spass, bei fünf siehts schon wieder anders aus, weil dann werden aus 60min schnell mal 150min. Ausserdem sollten immer Beuten für eventuelle Ableger und Schwärme da sein und die ständige Rähmchenbauerei ist auch nicht zu unterschätzen.
      Gegen langsames Expandieren an die gewünschte Größe ist aber eigentlich nichts zu sagen - Du wirst sehr schnell merken wann es Dir zu viel wird.

      Zum Ableger: das hat aber lange gedauert bis da eine Königin gezogen wurde! Über so eine Zeitspanne kann ein Volk auch buckelbrütig werden und dann muss man es auflösen. Aber wenn Sie jetzt Weiselzellen ansetzen scheint noch alles ok zu sein. Und es schadet nie einen Ableger auch bei den derzeitigen Trachtverhältnissen kontinuierlich zu füttern. Wenn die Königin in Eilage gegangen ist, aber bevor die erste Brut verdeckelt ist, könntest Du auch noch Milchsäure behandeln.

      Ich freue mich schon auf die nächsten Berichte übers Abschleudern und die ersten Einwinterungsarbeiten. Das neue Bienenjahr beginnt ja zum 1. August ;)

      Liebe Grüße
      Malle
      Gute Gesprächspartner erkennt man daran, dass im Hintergrund kein Google laufen muss.
    • Re: Bienenhaltung - Apis mellifera carnica

      Hi Dominik,

      dein Bericht ist richtig super und gefällt mir richtig gut.

      Aber leider kann man mit den Bienen auch richtigen Stress bekommen.
      Aktuell geht bei uns in der Nähe die Bienenpest um.
      Dies muss sogar gemeldet werden und es gibt einen Sperrbezirk.

      swr.de/landesschau-aktuell/rp/…id=1632/60lllj/index.html

      Habe auch schon mitbekommen, wie sich einige von dem Bienenfieber anstecken gelassen haben, die Bienen aber " GANZ NATÜRLICH HALTEN WOLLEN UND SICH SELBER ÜBERLASSEN"
      dann kann es bzw. kommt es zu solchen Katastrophen.

      Bin aber auch gespannt, ab wann die Königin ausgetauscht werden muss.
      Wenn man selber immer wieder Königinnen nach zieht, wird das Volk immer agressiver und ene fürsorgliche Betreuung bzw. Pflege immer schwieriger.

      Freue mich auf deine weiteren Berichte.

      Ich selber habe leider keine Möglichkeit Bienen zu pflegen, würde mir ebenfalls richtig Freude bereiten.

      LG
      Holger
      Die Erinnerung ist ein Fenster durch das ich Dich sehen kann, wann immer ich will.
    • Re: Bienenhaltung - Apis mellifera carnica

      Freut mich, dass es bei Dir so gut läuft mit dem Honig, dommsen!
      Ich war heute im Fachzentrum Bienen in Veitshöchheim. Dort hatten sie ein echt cooles Bienenvolk, da komplett frei an einem Baum hing. Ursprünglich war mal ein Kasten darum, aber der wird nur zur Überwinterung angebracht. Die Bienen sind vollkommen ruhig und man kann sie super beobachten :love: So ein Volk hätte ich auch gerne.


      Grüße, Phil
    • Re: Bienenhaltung - Apis mellifera carnica

      Wer aus dem Raum Nordbayern stammt (oder eine weitere Reise nicht scheut) und Lust hat noch mehr über die Honigbiene zu erfahren, kann gern beim Veitshöchheimer Imkertag am Sa, den 10.07. in der Landesanstalt vorbei schauen.
      Ich war noch nie, aber es wurde mir schon mehrfach erzählt es lohne sich. Deswegen werde ich dieses Jahr auch versuchen mal dort zu sein.
      Gute Gesprächspartner erkennt man daran, dass im Hintergrund kein Google laufen muss.
    • Hallo zusammen,

      morgen geht es in den Urlaub, deshalb muste ich mich heute von den Bienen verabschieden und habe euch mal mitgenommen... ;)
      Seit meinem letzten Beitrag ist manches passiert, so wurden aus 3 einfach mal 5 Völker, ich habe ein zweites Mal Honig geerntet (dazu nach dem Urlaub mehr), die Völker wurden mit Zuckerwasser aufgefüttert und mit Ameisensäure gegen Varroa destructor behandelt.
      Das Bienenjahr ist im August quasi beendet, es gibt nur wenig lohnenswerte Tracht, die Völker werden langsam kleiner und stellen sich bereits auf den Winter ein.
      Eventuell muss nochmals mit Ameisensäure behandelt und/oder etwas zugefüttert werden, ansonsten gibt es bis zum nächsten Frühjahr keine Arbeiten mehr an den Bienenstöcken zu verrichten.



      LG
      Dominik

      Nachtrag:
      Bei der zweiten Honigernte gab es knappe 30kg Honig, insgesamt also 62kg+ Honig im Jahr 2016 von 2 Völkern, das ist ein guter Schnitt, besonders für mich als Anfänger! Da mir die Gläser nur so aus den Händen gerissen werden, muss und will ich weiter aufstocken! ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von dommsen ()

    • Moin Dominik,

      du hältst Ostfriesen, finde ich super! Danke für deinen Bericht. Und wie die Menschen in Ostfriesland sagen: „Tüchtig, tüchtig!“ Tolle Videos und Erklärungen. Spannend zu lesen. Zwei Väter von Freunden von mir betrieben Bienenvölker bei Forlitz-Blaukirchen und Ostgroßefehn. Der Honig war exzellent. Hast du mal deinen Honig mit Butter und Erdnussbutter auf Vollkornbrot probiert? Das war damals unsere ostfriesische Anpassung an den klassischen PBS der US Amerikaner.

      Heute Morgen las ich in der aktuellen Ausgabe von GEO 08/2016 einen Bericht über den Pariser Honig. Schau mal rein, wenn du Zeit hast.

      Grüße! Olaf
      „It's a white whale, I say,“ resumed Ahab, as he threw down the top-maul; „a white whale. Skin your eyes for him, men; look sharp for white water; if ye see but a bubble, sing out!“ Moby Dick, Herman Melville
    • Hallo zusammen,


      auch wenn es hier sehr ruhig um meine Bienen geworden ist, ich habe sie noch und... es werden immer mehr!
      Im letzten Jahr stand nur noch die Behandlung gegen die Varroa Milbe an, erst mit Ameisensäure der erste Durchgang im September, dann ein weiterer im Oktober. Wenn die Bienen im Winter keine Brut mehr haben, wird mit Oxalsäure behandelt. Bei mir lief es sehr gut, ich konnte die Milben stark reduzieren und hatte somit keinerlei Verluste über den Winter, das Frühjahr 2017 habe ich also mit 5 Völkern gestartet.
      Leider war der Frühling witterungstechnisch denkbar ungünstig. Der März war ungewöhnlich warm und die Natur entwickelte sich sehr schnell, fast zu schnell, denn die Völker brauchen eine gewisse Zeit um eine annehmbare Volkstärke zu erreichen. Man sagt, dass ein Volk mit ca. 5.000 Bienen überwintert, im Sommer hat es dann ca. 60.000 Tiere, aber diese Entwicklung geht natürlich nicht von heute auf morgen.
      Die warmen Temperaturen im März haben für viele Eier gesorgt, doch dann kam ein besonders kalter April. Hier in Dortmund gab es innerhalb von 5 Wochen genau 3 Tage an denen Flugwetter herrschte, aber massig hungrige Brut! Viele Pflanzen der Frühtracht mussten ganz ohne Bienen auskommen, so sind z.B. die Obstbäume verblüht oder ihre Blüten gar erfroren, ohne, dass auch nur eine Biene die Chance auf Nektar oder eine Bestäubung gehabt hätte.
      Statt satten Honigeintrag mussten die Bienen an ihre Reserven, manch Imker musste seine Bienen sogar füttern und das, obwohl es eigentlich reichlich Blüten gegeben hätte. Aber bei teils deutlich unter 15°C wäre das Ausfliegen tödlich. Bienen kühlen schnell aus, müssen irgendwo landen und verklammen. Andere Insekten kommen selbst mit Frost oder deutlichen Minusgraden zurecht, aber Bienen sterben bei noch deutlich höheren Temperaturen, sie sind auf die Nestwärme angewiesen!
      Jetzt ist das Wetter seit ca. 6 Tagen schön, perfekte Temperaturen und auch immer mal wieder etwas Regen, dieser ist wichtig, denn ist es zu trocken, gibt es keine Nektarbildung in den Blüten. Bei der heutigen Durchsicht konnte man erahnen, wie gut das meinen Völkern tut. Es war sehr viel frischer Honig zu sehen, reichlich Brut und die Honigräume werden endlich ausgebaut, vielleicht wird es noch was mit Frühjahrshonig? In ca. 900m Entfernung blüht ein Rapsfeld, eine sogenannte Massentracht, aber es gibt auch sehr viel andere attraktive Blüten in der Umgebung. Ein starkes Volk schafft es mitunter auf bis zu 2kg Nektareintrag am Tag!
      In 3 Wochen werde ich den bis dahin eingetragenen Honig ernten, denn dann bin ich erst mal 2 Wochen im Urlaub. Es wird auf jeden Fall Infos geben, wie erfolgreich die Ernte dann ausgefallen ist.


      Eines der Völker ist besonders stark und war schon in Schwarmstimmung. Um den Schwarmtrieb zu bremsen habe ich vor 2 Wochen eine volle Brutwabe mit aufsitzenden Bienen in eine separate Kiste gepackt, dazu eine volle Futterwabe mit übriggebliebenem Winterfutter und eine leere Mittelwand zum ausbauen. In diesem Ableger konnte ich heute eine frisch geschlüpfte Königin entdecken, es sind also 6 Völker und ich habe noch 4 weitere Beuten gekauft. Ich würde gern Ende 2017 10 Völker einwintern, mal gucken wie es dann im nächsten Jahr weitergeht?! ;)


      Aber in diesem Jahr gibt es noch viel zu tun, ich halte euch auf dem Laufenden.


      Zum Abschluss noch 2 Bilder vom Stand aus kälteren Tagen:



    • Hallo,

      heute ist es sehr regnerisch, aber eine kurze Regenpause habe ich genutzt und bin mal bei den Bienen vorbei, dort fand ich folgendes:



      Ich dachte erst, dass die Bienen schwärmen wollen, aber sie waren sehr ruhig, ein kurzer Blick ins Volk ergab auch keinerlei Kennzeichen für Schwarmtrieb (der zeigt sich, wenn Schwarmzellen, also Königinnenzellen, angelegt und bestiftet werden). Es ist schlichtweg voll in der Beute und auch der Honigraum ist prall gefüllt, da haben sie sich trotz leichtem Regen etwas Frischluft gegönnt...
      Morgen kommt eine Zarge mit Mittelwänden oben drauf, dann haben sie etwas zu tun und wieder Platz!

      Grüße
      Dominik