Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

    • Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      Hallo,
      Ich hatte vor fünf Tagen eine Camponotus chilensis Kolonie bekommen.
      15 Arbeiterinnen und natürlich die Queen. Brut war keine vorhanden. Das Heikabel von Außen am Nest ist 24 Stunden an. Beim Bekannten standen sie in einem Terraraum bei 25 Grad in einer Box mit Erde. Im Reagensglas befand sich die Kolonie. Das Glas war halb in der Erde eingegraben.
      Es sind zwei Arbeiterinnen verstorben. :bash:

      Was mach ich falsch? :?:

      Gruß Orophus
    • Re: Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      Hallo Orophus,
      da Camponotus chilensis, von der Südlichen Halbkugel stammen, verhält es sich hier, wie bei z.B den Südafrikanern, Camponotus fulvopilosus oder den Australiern wie Myrmecia und anderen,
      geht es bei uns in den Sommer auf der nördlichen Halbkugel,
      geht es im Herkunftsgebiet dieser Ameisen, in den Winter. Also stellen sie sich auf den Wintermodus ein. Beheizt Du jetzt das Nest, würde ich behaupten, man bringt sie jetzt durcheinander.
      Verhält sich, wie bei Camponotus ligniperdus, nur umgekehrt. Die sollten ja auch überwintert werden. Sonst wird es nichts. Gerade die Chilenen, sind zusätzlich noch Bewohner, extremer Witterung geprägter Gebiete, wie die Atacama.
      Mehr Tipps, kann ich Dir jetzt leider nicht geben, denn ich kenne niemanden, der diese Ameisen erfolgreich über mehrere Jahre gehalten hat.
      Aber vieleicht meldet sich ja noch einer, der mehr Erfahrung mit diesen Ameisen hat!
      Gruß,
      Steffen
      ,,es ist nicht wichtig, was andere denken wenn man kommt, es ist wichtig was sie denken, wenn man geht!
    • Re: Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      Danke Steffen,
      Ich hatte sie die ersten Tage unbeheizt gehalten und neben mein Mantidenbecken gestellt. Sie suchten regelrecht die Wärme auf. Sie stammen aus dem nördlichen Bereich Valdivia.

      Ach deswegen findet man kaum Halterberichte. :read:

      Gruß Orophus
    • Re: Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      Ich halte selbst auch ein paar Ameisenkolonien, die von der südlichen Erdhalbkugel stammen und die daher in ihrer Heimat einen gegensätzlichen Jahreszyklus haben in Hinsicht auf unsere Jahreszeiten in Deutschland. Diese Kolonien wie auch andere, die ich aus diesen Breiten früher schon hielt, habe ich an die hiesigen Jahreszeiten gewöhnt. Das geht. Es fällt halt für die Ameisen mal ein Winter mehr oder weniger aus. Geschieht das einmal, überstehen die Ameisen das. Zumindest taten sie es bei mir immer.
      Es spielen bei den Ameisen auch andere Faktoren wie die Zeit eine wichtige Rolle. Wärme, Licht, Nahrungsangebot sind mindestens ebenso wichtig für ihren Jahreszyklus und damit für ihre Brutaktivität. Es wäre also m.E. falsch, im hiesigen Sommer mit dem vielem Licht, das die Sonne an den langen Sommertagen unserer gemäßigten Breiten schickt, den Tiere vormachen zu wollen, es wäre Winter. Wird auch schwierig sein, es sei denn, man hält seine Tiere in einem herunter gekühlten Keller.

      Ameisen sind wie alle Tiere keine programmierten Roboter. Sie passen sich, so gut sie können (...das mag bei den verschiedenen Arten unterschiedlich gut möglich sein.), den Bedingungen an, die sie vorfinden. Sie sind ausreichend flexibel.

      Arbeiterinnen können sterben. Das ist nicht ungewöhnlich.
      Wichtig wäre zu wissen, in welchem Habitat die Art lebt, wie die klimatischen Bedingungen sind, welche Nahrung eingetragen wird. Handelt es sich um eine wüstenbewohnende Art, sollte es allgemein nicht zu feucht sein, weder im Nest noch in der Arena. Gutes Licht tagsüber wäre gut, dazu eine geringe Luftfeuchte, relativ hohe Temperaturen. Diese aber nicht im Nest, die Tiere werden sich wahrscheinlich in der Heimat tiefe Nester graben bis in die kühleren, erdfeuchten (nicht nassen) Bodenschichten.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      hallo Frank,

      vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
      Ja, dass ist immer so eine Sache mit der Gewöhnung. Dafür braucht man auch Glück und ich hoffe es klappt. ;)
      Ich hatte vor zwei Tagen einen Haltungsbericht über die schöne Art angefangen und hoffe das ich sie auch lange schreiben kann.
      Bei mir bekommen sie alle zwei Tage Honigwasser und selbgezüchtete Gewächshausgrillen, von denen sie nur die Beine in ihr Nest tragen.
      die temperatur ist bei den 22 Grad Tagsüber und Nachts drei Grad weniger. Aufgrund der kühleren Heimat.
      Sie stammen aus einer eher trockenen Gegend in Valdivia.


      gruß
      orophus
    • Re: Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      Hey orophus - Bilder kannst du auch einfach über den Button "Galerie" im Text einfügen.

      Ansonsten kannst du auch das Bild im Großformat direkt einbinden über [Img] + direkt-link

      Zu deinem Becken kann man eventuell raten das Gummitier und den Eifelturm herauszunehmen. Ansonsten bleibt die Frage woher die Pflanzen stammen. Sind sie "frisch gekauft", könnten sie noch Restchemikalien besitzen, die evtl toxisch wirken.
      Mehr fällt mir gerade auch nicht ein - ich hab auch keine Erfahrung mit tropischen Formikarien. :think:
      Grüße[/img]
    • Re: Arbeiterinnen sterben (Camponotus chilensis)

      Vielen Dank Alexander, das werde ich ausprobieren.
      Das Tier und den Eifelturm habe ich entfernt.
      Das Laub ist aus meinem Wald. Die Korkenzieherhasel ist Pflanzenschutz frei.

      Ich halte die Kolonie nachts bei 18/19 grad. Auch das Nest wird nicht beheizt.

      Gruß

      Orophus
    • halli hallo hallöle … ich weiß nicht genau ob der Beitrag noch aktuell bzw das problem mit den Ameisen immer noch besteht aber wenn würde ich ganz kurz auf meinen haltungsbericht verweisen und dir nen tip geben. ich selber halte ganz ehrlich nicht viel von Nestern aus ytong - das hat aber bei mir nur nen optischen Faktor - ich würde das nest innen mit etwas Lehm oder sandlehmgemisch auskleiden - wirkt natürlicher und zwischen den Poren des ytongs kann sich nicht so viel ansammeln - weder Unrat und dreck noch Eier, kleine Larven oder anderes was da nicht hingehört! ist mir schon mehrmals so gegangen und bei manchen arten wurden alrven und Eier dann einfach liegen gelassen und ich hatte schon diverse Schmarotzer die sich im porenbeton besser halten konnten, wenn er nicht bestrichen war.

      und als zweites würde ich einfach mal auf honigwasser - verstehe sowieso nicht wieso immer Wasser unter den eh schon mit Wasser versetzten Honig gemischt wird :) in der Natur bekommen die Ameisen auch nur honigtau oder Nektar, Fruchtsäfte oder Ausfluss aus verschiedenen baumverletzungen und wer sich das schon mal angeschaut hat, wird ja wohl zugeben, da fließt nix aus der wunde wie bei nem Wasserhahn sonder das is eher wie ne Reduktion - also eingekochte Sauce zb ;) das mal zuerst, gib ihnen Honig oder agavendicksaft ( meine gehen fast nur an Honig und sind auch aus Valdivia :P und fütter mal Stubenfliegen…. Heimchen werden bei mir fast garnicht eingetragen oder einfach nicht beachtet :)
      Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit sich zu besinnen - Mark Twain