Myrmecia gulosa

    • Auch wenn viele Arbeiterinnen verloren gegangen sind, geht das Brutgeschäft doch unbeirrt weiter. Die Kolonie hat viele Larven, viele Puppen und auch frischgelegte Eier.



      Das ist auch der Grund, weswegen ich mir noch keine wirklichen Sorgen mache. Es sind bis jetzt nur ältere Arbeiterinnen gestorben, nie junge Tiere und es ist auch keine Brut verloren gegangen.
      Natürlich aber waren auch diese "älteren" Arbeiterinnen höchstens etwas über ein Jahr alt. Ich denke aber, dass die Arbeiterinnen dieser Arten älter werden können, insofern ist der Verlust so vieler Arbeiterinnen durchaus beunruhigend.

      Heute gab es Mittelmeergrillen. Ich füttere jetzt, angesichts der wenigen Außendiensttiere und der vielen Larven, direkt am Nesteingang. Die Versorgung der Brut soll so leicht wie möglich sein.

      Auch die Königin zeigt Interesse an einer Grille.



      Es ist noch relativ feucht im Nest. Kondenswasser sammelt sich an den Scheiben. Etwas Kondenswasser gab es aber zu allen Zeiten im Nest der gulosa, lediglich in der letzten Zeit der Winterpause nicht.

      Noch ein Bild des Lebensraums der Ameisen.



      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Hier mal eine Arbeiterin mit beginnender Erkrankung bzw. mit ersten sichtbaren Symptomen.



      Bei ihr ist der linke Fühler resp. die Fühlergeißel verkrümmt und wohl auch steif, sicher auch bereits taub und gefühllos. Der gesamte Fühler ist etwas weniger beweglich, wird kaum noch eingesetzt, scheint fast gelähmt zu sein und hängt manchmal etwas herunter.
      So begann und beginnt bei allen bisher erkrankten Arbeiterinnen das Siechtum. Meist zuerst sichtbar an einem der beiden Fühler, immer nur an einem (!), manchmal an einem Bein, das steif wird und unbeweglich.
      Jetzt ist diese Arbeiterin hier noch wach und aktiv, aber morgen schon wird sie lethargischer werden und übermorgen vielleicht bereits tot sein.

      Es ist mir ein Rätsel und es ist ein Drama. Ich denke mal, dass ich nun fast alle der älteren Arbeiterinnen verloren habe. Vergiftung würde ich ausschließen, auch wenn es aussieht wie eine schleichende Vergiftung.
      Im Terrarium wurde nur alte Pflanzen eingesetzt, die seit langem in meiner Pflege sind oder hier aufgewachsen sind und garantiert giftfrei sind. Das Inventar im Becken ist ebenfalls garantiert giftfrei, es gibt bei mir keine Chemie, keine Silikone oder Kleber. Das Becken selbst besteht aus Floatglas und Aluminium.
      Es gibt kleine Fliegen im Terrarium. Es sind jedoch keine Buckelfliegen bzw. Phoriden. Für mich sind es Trauermücken, die sich ja eigentlich vegetarisch, von Pflanzenwurzeln und Pflanzenresten ernähren. Trauermücken treten immer wieder mal auf, sie sind schlimmstenfalls ungünstig für die Pflanzen, denke ich. Phoriden könnten gefährlich sein, sie würden aber sicher auch das Nest aufsuchen oder die großen Ameisen direkt anfliegen, wenn es parasitische Formen sind, das machen diese Trauermücken nie. Für beide kleinen Fliegen sind/wären die Bedingungen zunehmend ungünstig (wie gesagt, für Phoriden würde ich die Tierchen nicht halten), es wird immer trockener im Terrarium, LF jetzt unter 60 %. Die Bodenoberfläche ist ebenfalls trocken.

      Seit Tagen entferne ich erkrankte Arbeiterinnen und töte sie. Könnte ja sein, dass es eventuell gegenseitige Infektionen gibt, ich will sie so gut es geht eindämmen und weitgehend ausschließen. Es macht keine Freude, solche schönen Tiere zu töten. Auch, wenn sie erkrankt sind.

      Wenn das so weitergeht, muss ich die Kolonie wohl in ein Quarantäne-Becken umsiedeln, um jedes Risiko auszuschließen. Echt doof... ;(
      Aber es gelingt nicht immer alles. So ist es nun einmal.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Frank Mattheis ()

    • Dass ist wirklich traurig, dass es im Moment so schlecht steht um die Kolonie.

      Genau das selbe Bild bot sich mir hier ja ganz am Anfang einmal, als die Kolonie auf 20 Arbeiterinnen angewachsen war und dann fast alle starben. Es fing immer mit den Fühlern an, dann wurden die Beine steif und nur noch hinterhergezogen. Teilweise saßen die Arbeiterinnen apathisch herum, vor dem Tod verbissen sie sich in Pflanzen.

      Ich hatte sie daraufhin in ein völlig trockenes Quarantänebecken gesetzt und das Sterben hörte sofort auf.

      Ob sie sich vielleicht eine Pilzinfektion oder Ähnliches einfangen von unserer heimischen Erde? Kann es mir anders nicht erklären. Seitdem ist die Kolonie schon Monate wieder im relativ feuchten Becken und entwickelt sich prächtig.

      Ich hoffe sehr, dass es bald bergauf geht!
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)