Haltungsbericht Diacamma cf. rugosum

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    • Haltungsbericht Diacamma cf. rugosum

      Moin zusammen,

      an dieser Stelle möchte ich einmal meine Diacamma Kolonie in Gänze vorstellen. Von der Kolonie berichtete ich bereits in dem Thread: Aggressives Verhalten bei Diacamma cf. rugosum.

      Dennoch habe ich die Kolonie nur wenig beschrieben. Um dies nachzuholen entsteht dieser separate Thread. Weiterhin habe ich die Hoffnung, wenn alles gut geht, eine Kolonieabspaltung zu dokumentieren. Dafür scheint es starke Hinweise zu geben. Doch dazu später mehr.

      Eine Diacamma Arbeiterin beobachtet ihre Umgebung auf einem Stein.


      In diesem Thread könnt ihr eure Meinung äußern, Kritik üben, Vorschläge machen etc.: Diskussionsthread zum Thema Diacamma cf. rugosum.


      Koloniebeschreibung:

      Seit dem letzten Jahr halte ich eine Diacamma cf. rugosum Kolonie. Diese habe ich von einem Händler in gutem Zustand erhalten. Obwohl ich dies nicht so bestellt hatte, erhielt ich eine Kolonie, die bereits voll entwickelt war (Händlerangabe: 100 Tiere).

      Die Art Diacamma rugosum gehört zu den Ponerinae aus Südostasien und ist im tropischen Regenwald beheimatet. Die Arbeiterinnen sind matt schwarz und zwischen zehn bis zwölf Millimeter groß. Die Männchen sind rot. Die Kolonie verfügt über eine Gamergate, welche sich zwischen drei bis fünf Jahren behaupten kann, nicht über eine Königin. In der Natur zählt eine Kolonie bis zu zweihundert Tiere.

      Arbeiterinnenanzahl: über 100, es macht den Eindruck, dass die Kolonie noch ein wenig in der Anzahl von Arbeiterinnen gewachsen ist.
      Männchen: z.Z. immer vorhanden, Schätzwert: ca. 20, es werden schubweise viele Männchen produziert, welches auch die Koloniegröße zwischenzeitlich erhöht.
      Insgesamt: +/- 120, allerdings kann ich die Anzahl der Arbeiterinnen und Männchen nicht zählen, letztlich keine genaue Angabe dazu machen.

      Eine Diacamma Arbeiterin auf Nahrungssuche entlang des Bambusstocks.


      Alter: unklar, Schätzwert: > zwei Jahre, der Händler teilte mir keine Information über das Alter der Kolonie mit. Ich finde die zeitliche Entwicklung einer Kolonie durchaus wichtig. Bei einer Verweildauer der Gamergate an der Spitze der Kolonie von drei bis fünf Jahren, hat die Kolonie vielleicht bereits bis zu zwei Jahre in der Natur bestanden, ist nach Europa gebracht worden und hat dort eine unbekannte Zeit in eventuell verschiedenen Zwischenstationen verbracht, um dann erst an den Käufer zu gehen. Dies gestaltet eine Klärung des Alters schwierig.

      Herkunft: Der Händler teilte mir keine Information über die Herkunft mit.

      Beckengröße: Ich halte die Kolonie in einer einer Arena 60x30x30 plus Rahmen und Deckel, verbunden mit einer Farm 29x6x20.

      Dies sind zwei Bilder meines Formicariums für die Diacamma cf. rugosum in der Trockenzeit:




      Dies ist ein Bild meines Formicariums für die Diacamma cf. rugosum in der feuchten Zeit:


      Luftfeuchtigkeit: schwankend, Schätzwert: 60-80%, da ich trockene und feuchte Phasen simulieren möchte, gemäß der Wetterbedingungen der Trockenwälder Indiens. Meine Kolonie kommt auch recht trocken zurecht.

      Raumtemperatur: 20-22 °C, manchmal nachts 18 °C, denn auch in wärmeren Zonen gibt es Wetterschwankungen.

      Temperatur Farm Oberfläche: 23-29 °C
      Lufttemperatur und -feuchtigkeit: unklar, denn ich möchte die Tiere nicht derart stören und in das Nest einen Wärme- bzw. Feuchtigkeitsfühler stecken; nachts Absenkung auf Raumtemperatur.
      Wärmequelle: Heizmatte 7W (Zeitintervall 6-23h)

      Temperatur Arena: Boden 24 °C, Arena steht im Regal über zwei großen Nestern mit stärkeren Heizmatten, die viel Wärme nach oben abgeben.
      Lufttemperatur (Deckel geschlossen): 24-28 °C
      Wärmequelle und Beleuchtung: 20W Halogen (Zeitintervall: 11-16h, in der Abdeckung integriert), abends und nachts ist das Formicarium offen, also ohne Deckel.

      Bodengrund für Arena und Farm: Sand-Lehm-Gemisch, selbst gemischt (vier Teile Sand, ein Teil Lehmpulver; Verhältnis nach Gewicht gemischt, nicht nach Volumen); Arena: eine dünnere Schicht Sand-Lehm-Gemisch, ausgehärtet. Nimmt Wasser gut auf und man kann so Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit nehmen. Farm: Sand-Lehm-Gemisch muss immer feucht gehalten werden, ansonsten stürzt eventuell das Nest unter diesen Bedingungen ein. Ich lasse manchmal die Oberfläche antrocknen, dann befeuchte ich aber wieder.

      Nesteinsicht:




      Arenagestaltung: Keine Pflanzen, aber Steine auf dem Boden, Bambusstöcke zum Klettern und Korkröhre zum Klettern und als Rückzugsmöglichkeit, Mahagonizapfen. In den trockenen Perioden (ca. 2/3 der Gesamtzeit) befindet sich getrocknetes Buchenlaub auf dem Boden.

      Nahrung: Die Kolonie nimmt ohne Probleme Nahrung an. Als Proteinquelle verfüttere ich lebend Schokoschaben, Waldschaben, Pinkies, Fliegen, Steppengrillen, Kurzflügelgrillen, Mittelmeergrillen. Wichtig ist, dass die Tiere abwechslungsreich mit Lebendfutter gefüttert werden. Die weitere Fütterung beinhaltet Kohlenhydrate, fast ausschließlich Invertzuckerlösung, selten Zuckerwasser. Keine Jellys.

      An warmen Tagen tragen die Arbeiterinnen Brut in den Schlauch, im Hochsommer auch manchmal in die Arena.


      Messung 29.01.2017, 9:15h (ohne Wärmequelle Licht 20W)
      Bodentemperatur Arena: 23,5-24 °C
      Luftfeuchtigkeit Arena: 80%, Deckel geschlossen seit dem Morgen, 1/3 des Bodengrunds ist vor zwei Tagen bewässert worden
      Lufttemperatur Arena: 23 °C
      Raumtemperatur: 20,9 °C

      Messung 29.01.2017, 13:45h (mit Wärmequelle Licht 20W)
      Luftfeuchtigkeit Arena: 77%, Deckel geschlossen seit dem Morgen, 1/3 des Bodengrunds ist vor zwei Tagen bewässert worden
      Lufttemperatur Arena: 26,4 °C
      Raumtemperatur: 21,3 °C


      Gruß, Olaf
      „It's a white whale, I say,“ resumed Ahab, as he threw down the top-maul; „a white whale. Skin your eyes for him, men; look sharp for white water; if ye see but a bubble, sing out!“ Moby Dick, Herman Melville

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Olaf Schwarz ()

    • Moin zusammen,

      nachdem ich ein paar Informationen zur Kolonie bzw. zu meinen konkreten Haltungsparametern genannt habe, möchte ich ein paar allgemeine Informationen nachreichen. Diacamma Arten werden in der Hobbyhaltung in Mitteleuropa anscheinend schon länger gängig gehalten. Allein die deutschsprachigen Haltungsberichte zur Diacamma rugosum gehen in Internetforen ein Jahrzehnt zurück.


      Systematik
      Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
      Unterstamm: Tracheata
      Klasse: Insekten (Insecta)
      Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
      Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
      Überfamilie: Vespoidea
      Familie: Ameisen (Formicidae)
      Unterfamilie: Urameisen (Ponerinae)
      Gattung: Diacamma
      Art: Diacamma rugosum

      Es sind z.Z. zwanzig Unterarten gelistet. (Quelle:en.wikipedia.org/wiki/Diacamma_rugosum 16.02.2017 19:20Uhr)


      Die Arbeiterinnen der Diacamma rugosum sind matt schwarz und erhalten durch eine kurze ausgeprägte Behaarung einen silbrigen Glanz.





      Wie für alle Diacamma Arten üblich, befinden sich auf der Oberseite des Stielchengliedes (Petiolus) zwei auffällige Dornen. Diese sind auch auf dem ersten Foto dieses Threads (s.o. Arbeiterin auf weißem Stein) gut zu erkennen.





      Meine Diacamma Kolonie produziert seit dem Erhalt regelmäßig Männchen. Diese sind orange bis rot und besitzen lange Antennen. Über die Länge staune ich immer wieder.










      Die Diacamma rugosum verfügt über ein sehr gutes Sehvermögen. Wenn ich an dem Formicarium vorbei gehe, dann reagieren sie auf mich. Heute laufen nur noch manche Arbeiterinnen vor mir weg, anderen ist meine Anwesenheit durch die Glasscheibe eher unwichtig. Sprunghaft bleiben allerdings letztlich alle bei direktem Kontakt mit mir in der Arena und stellen eine nötige Distanz her oder attackieren den Finger bzw. die Pinzette. In der Anfangszeit, kurz nach dem Erhalt der Kolonie, wurde ich von Arbeiterinnen aktiv durch die Glasscheibe bedroht. Wurde ich gesehen, dann rissen sie ihre Mandibeln auf und bewegten drohend ihren Kopf, manche rannten sogar auf mich zu, wenn noch genug Platz zur Glasscheibe war. Dieses Verhalten legte sich dann mit der Zeit. Von einer Gewöhnung an den Halter kann man trotzdem nur entfernt sprechen.

      Das gute Sehvermögen befähigt die Tiere auch selbstständig Beute zu erjagen. Dafür nutzen sie geschickt ihren Giftstachel und nehmen einen Stich in die Weichteile der Beute vor. Danach wird das Beutetier schnell abtransportiert und somit in Sicherheit gebracht. Entsprechend der Größe des Futtertieres transportiert die Arbeiterin allein oder mit der Hilfe von wenigen anderen Arbeiterinnen dieses ab.

      Die Diacamma rugosum hat einen hohen Proteinbedarf und benötigt deshalb einen ständigen Zugang zu Proteinen. Manchmal setze ich in der Fütterung einen Tag aus. Dies geschieht meistens, wenn ich in den Tagen zuvor sehr üppig gefüttert habe. Grundsätzlich wird nur Lebendfutter angenommen. In anderen Haltungsberichten habe ich gelesen, dass die Arbeiterinnen einen Tandemlauf zu Nahrungsquellen vollziehen, allerdings habe ich dies bei dieser Art noch nie beobachten können. Der Hauptgrund besteht vermutlich darin, dass ich meistens direkt vor dem Schlaucheingang füttere und es keine Strecke zum Fundort per Tandemlauf zu vermitteln gilt. Wenn ich abseits des Einganges zur Farm füttere, dann initiiert ebenfalls eine Arbeiterin nach dem Erbeuten des Futtertieres den Abtransport und andere Arbeiterinnen kommen aufgrund ihres guten Sehvermögens und der enormen Wachsamkeit der Diacamma Arbeiterinnen zur Unterstützung hinzu. Wieder besteht keine Notwendigkeit zum Tandemlauf. Mit ein wenig Glück werde ich Zeuge eines Umzuges bei einer Kolonieabspaltung und sehe dann auch bei der Diacamma den Tandemlauf.


      Gruß, Olaf
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    • Moin zusammen,

      ein kleines Update zu der Diacamma Kolonie: Die Kämpfe haben sich vor ein paar Wochen gelegt und es hat sich bisher nicht viel im Bezug auf eine Kolonieabspaltung getan.

      Wenn man das Kolonieleben der Diacamma rugosum beschreiben möchte, dann kommt man um die Gamergate/Gemmae Thematik nicht herum. Es gibt bei der Diacamma rugosum keine gynomorphe Königin, sondern eine Gamergate und die Fortpflanzung wird von einer begatteten Arbeiterin übernommen. Dazu wurde in den Foren bereits viel geschrieben und diskutiert. Es werden anscheinend fachlich verschiedene Positionen vertreten. Dies möchte ich an dieser Stelle nicht wiederholen oder diskutieren.

      Wer sich in das Thema einlesen möchte, dem empfehle ich den Link auf Ameisen Wiki: http://www.ameisenwiki.de/index.php/Diacamma.

      Diffe fasst das Thema inhaltlich zusammen und später wird im Thread noch diskutiert bzw. die Standpunkte benannt: Gemeinsamer Haltungsbericht über Arten der Gattung Diacamma.

      Phil hat dies noch mit guten Fotos belegt: Das Bild des Tages.

      Gern möchte ich euch den Haltungsbericht von Diffe ans Herz legen, der ist informativ, lässt sich gut lesen und ist sehr schön bebildert: Diacamma rugosum - Ein Bericht in Bildern.


      Gruß, Olaf
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    • Moin zusammen,

      der Diacamma rugosum Kolonie geht es soweit gut und es kommt kaum zu Auseinandersetzungen. Es werden sehr viele Männchen produziert.

      Ein kleiner Nachtrag zum Futter: Die Diacamma rugosum sind tatsächlich ganz verrückt auf das weiße Jelly. Die Arbeiterinnen haben bei einem Versuch emsig das Jelly abgebaut, wirkten dabei aber ein wenig zu enthusiastisch. Ich werde es nicht erneut anbieten, da viel von dem Jelly ein bis zwei Tage später in kleineren Klumpen in der Arena herum zu liegen begann und dann so vor sich hin trocknete und ich nicht möchte, dass das Nest verklebt wird.

      Schönes Wochenende!

      Gruß, Olaf
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    • Moin zusammen!

      Es gibt ein Update zur Kolonieabspaltung der Diacamma rugosum Kolonie. Kurzer Rückblick: Die letzten großen Kämpfe der Jahreswende konnten als Abspaltungsversuch eines Teils der Kolonie gedeutet werden. Also bot ich seitdem ein separates Nest, mit einem langen Schlauch (ca. 1,5m) als Verbindung, dafür an.



      Zuerst kam ein 60x6x30cm Nest zum Einsatz. Die Überlegung dahinter war, dass die ganze Kolonie dies beziehen würde und einen kleinen Teil an Arbeiterinnen im alten Nest zurück ließe, um eine neue Kolonie zu bilden. Das Nest wurde entdeckt und nach einiger Inspektion nicht weiter beachtet und diente ein wenig als Abfallkammer. Da ich dieses Nest mit einer 20W Heizmatte beheizte, wurden mir die sinnlosen Kosten nach sechs Wochen zu viel. Weiterhin brauchte ich das Nest.



      Also ersetzte ich das große Nest mit einem kleinerem Nest 30x6x20cm. Dies entsprach dem Nest, in dem die Kolonie selbst wohnt. Dieses Nest wurde zuerst nicht beachtet und dann als weiterer Aufenthaltsraum genutzt.



      Das Interesse der Arbeiterinnen schwand und es wurde nur noch als Ablagestelle für Abfall genutzt. Dann beobachtete ich etwas sehr interessantes: Es entstand scheinbar eine ungeklärte Situation für die Arbeiterinnen, denn einige Arbeiterinnen trugen Abfall in das Nest und einige Arbeiterinnen taten genau das Gegenteil, nämlich den Abfall zurück in die Arena zu tragen, um das neue Nest sauber zu halten. Meine Hoffnung auf eine Abspaltung stieg. Doch letztlich gewann die Fraktion, die das Nest als Abfallkammer einstufte.



      Eine Woche nach meinem letzten Update kam es für mehrere Tage wieder zu heftigen Kämpfen (s. Foto 21.04.17) und die hätten eigentlich eine Abspaltung ermöglichen bzw. auslösen sollen, dies war ja die Vorannahme, warum ich dieses Experiment überhaupt gestartet habe. Dies ist nun zwei Wochen her, deshalb habe ich nun das Nest abgehängt, weil eine Abspaltung unwahrscheinlich zu sein scheint. Ich finde es doch erstaunlich, dass sich diese Art in Forschungslabors (z.B. Dr. Zettel in Wien) unter einfachsten Bedingungen ohne Probleme abspaltet, dies aber in der Hobbyhaltung scheinbar nicht so eben geschieht.



      Ein Diacamma rugosum Arbeiterin in voller Angriffshaltung.



      Seit zehn Tagen erscheint alles wieder recht friedlich und die Arbeiterinnen trinken in Ruhe Invertzuckerwasser.



      Hier könnt ihr euch gern äußern: Diskussionsthread zum Thema Diacamma cf. rugosum

      Gruß, Olaf
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    • Moin!

      Der Kolonie geht es weiterhin gut: Ein neuer Schwung Männchen versucht dem Terrarium zu entkommen, die Arbeiterinnen schauen aktiv nach Nahrung und der Müll wird in der Abfallecke entsorgt. Vor allem kommt das Fressen regelmäßig und Wasser gibt es ständig. Und wie es dann so in der Hobbyhaltung ist, sind die Tiere eher zu gut versorgt, als unterversorgt. Daran musste ich auch denken, als ich beim Lesen auf folgende Passage stieß:

      „Eine seltsame Art, Wasser zu sammeln, wird von der asiatischen Jagdameise Diacamma rugosum angewandt. In den trockenen Buschwäldern Indiens verzieren die Arbeiterinnen ihre Nesteingänge mit stark absorbierenden Gegenständen wie Vogelfedern oder toten Ameisen. In den frühen Morgenstunden wird der Tau, der sich darauf nieder schlägt, von den Diacamma-Arbeiterinnen eingesammelt. Während der Trockenzeit scheinen diese Tautropfen die einzige Wasserquelle für die Ameisen zu sein.“ [Hölldobler, Bert / Wilson, Edward O.: Auf den Spuren der Ameisen. Die Entdeckung einer faszinierenden Welt. 3., korrigierte Auflage. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag GmbH, 2016. S. 347f.]

      Bei der Fütterung lasse ich immer mal einen Tag aus. Dies geschieht unregelmäßig und ich kann keine negativen Folgen dadurch feststellen. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass die Futtertiere besser angenommen und mehr verwertet werden. Nichtsdestotrotz habe ich kaum Vorstellungen davon, wie sehr Jagdameisen habitatbedingt gefordert sind, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wo leben sie tendenziell im Überfluss? Wo kommen sie zurecht, mal mehr schlecht als recht? Vermutlich kommt es (fast) überall periodisch zu (starken) Nahrungs- und Wasserengpässen (s.o.), denen es zu begegnen gilt.

      Gruß, Olaf
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    • Ein erneuter Versuch zur Kolonieabspaltung

      Moin!

      Vor vier Wochen kam ich morgens zu meinen Ameisen in das Zimmer und sah, dass die Diacamma rugosum Arbeiterinnen mehrere Kokons in die Arena getragen hatten. Auf diesen Moment wartete ich schon länger. Schnell griff ich mir vier Kokons und fünf Arbeiterinnen und gab sie in ein kleines Formikarium.






      Meine Hoffnung ist, dass sich unter den Kokons auch weiblicher Nachwuchs befindet. Die Arbeiterinnen sollen sich in diesem Setup um die Kokons kümmern und sie pflegen und im Idealfall einer Koloniegründung die kleine Kolonie unterstützen. Sollte ich eine unverstümmelte Arbeiterin mit einem Männchen erfolgreich vereinen können, so wäre eine Kolonieabspaltung denkbar.




      Nach kürzerer Zeit gab es den ersten Nachwuchs, er war männlich und lebte. Lediglich zwei Stunden später fand ich das Männchen, als Abfall entsorgt, außerhalb des Reagenzglasnestes vor.




      Dann ergab sich zehn Tage später eine weiter Möglichkeit in der Arena der Diacamma Kolonie eine Arbeiterin mit einem Kokon einzufangen und umzusetzen. Es schlüpften seit dem zwei weitere Männchen, beide fand ich später verstorben vor. Eine Arbeiterin starb ebenfalls.




      Nun verbleiben noch zwei Kokons und ich hoffe sehr, dass nun endlich Arbeiterinnen schlüpfen, deren Gemmae noch unversehrt sind, am besten gleich zwei Arbeiterinnen, bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt...




      Gruß, Olaf
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    • Moin!

      der Diacamma rugosum Kolonie geht es weiterhin gut, es ist alles recht friedlich und es kommt kaum zu Auseinandersetzungen. Mir gefällt diese Diacamma Art sehr. Es sind nach meinem Empfinden sehr schöne Ameisen, matt schwarz mit silbrige Behaarung, mit einer sehr charakteristischen Kopfform, den zwei Dornen am Petiolus und mit ihren zehn bis zwölf Millimeter besitzen sie eine bestimmte Größe, um sie mit dem bloßen Auge gut beobachten zu können. Weiterhin haben sie kaum das Bedürfnis sich zu verstecken, sind immer präsent und viele von ihnen sind aktiv unterwegs in der Arena. Bei der Fütterung mit Lebendtieren zeigen sie ebenfalls beeindruckend ihr Angriffsverhalten. Zuerst attackieren sie, finden Halt an der Beute und stoßen mit ihrem Wehrstachel zu, wenn nötig mehrfach. Selbst ein größeres Futtertier ist da schnell dem Gift erlegen. Meistens wird die Beute in Windeseile in Sicherheit gebracht. Manchmal fressen sie auch einfach in der Arena. In diesem Fall haben sie eine Kurzflügelgrille (Gryllus sigillatus) erbeutet.







      Leider ist das Experiment mit den separierten Kokons und den verbleibenden vier Arbeiterinnen gescheitert, es schlüpften ausschließlich männliche Geschlechtstiere, keine Arbeiterinnen. Sollte sich die Gelegenheit erneut bieten an Kokons zu kommen, werde ich das Experiment wiederholen. Dafür müsste es nun endlich mal heiß werden hier im Norden, ansonsten tragen die Tiere nicht ihre Kokons in die Arena, denn bei Hitze schalten sich meine Heizmatten aus und die Arbeiterinnen nutzen die Wärme der Arena dann für die Brut. Ich werde dann darüber berichten...

      Gruß, Olaf
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    • Moin!

      Als kleiner Nachtrag: Ich hatte nun die Gelegenheit an Kokons zu kommen und habe mich aber erst einmal dagegen entschieden das Experiment zu wiederholen. Die Arbeiterinnen hatten in einer warmen Nacht einen Großteil der Kokons in den Schlauch getragen, so hätte ich leicht mit dem Abziehen des Schlauchs die Kokons und einige Arbeiterinnen heraus schütteln können und ein Plastikbehältnis, mit Paraffinöl als Ausbruchsschutz, hätte als erstes die Arbeiterinnen in Schach gehalten. Dies wäre in puncto Nesteingriff nicht invasiv gewesen und ich hätte leicht eine größere Anzahl an Arbeiterinnen zu den Kokons hinzugeben können, ohne dass die bestehende Kolonie gefährdet gewesen wäre, denn die Kolonie erscheint mir größer denn je.

      Antfriend schrieb:

      Eine Kolonie auf eine gute Größe heranziehen, von mind. 200 Arbeiterinnen. Diese dann splitten in zwei. Bis die ersten Männchen großgezogen werden in der gamergatenlosen Kolonie. Und der Kolonie mit Gamergate nocheinmal ca. 50 Arbeiterinnen entnehmen und Puppen. Dann könnte man beobachten, ob aus den Puppen Weibchen schlüpfen die eine Gamergate unter sich ausmachen. Wenn ja: diese Kolo dann mit den Männchen zusammenbringen. Das ganze halt unter 2 Vorraussetzungen, die miteinander konkurrieren: du brauchst jederzeit eine Eingriffsmöglichkeit in die Kolonien inkl. Brut. Und du solltest es auf der anderen Seite etwas naturnah gestalten, damit die Diacamma auch ihr natürliches Verhalten an den Tag legen können. Bin der Meinung, das naturnahe Haltung die Chance auf Geschlechtstiere und Kopulationsversuche steigert.
      Wenn man aber die Koloniespaltung ausprobieren möchte, dann sollt man vielleicht Marcels Vorschlag folgen, der wurde in dem Thread zum Thema Diacamma und Koloniespaltung mal gepostet: Diacamma Vermehrung Informationen?!



      Aus aktuellem Anlass:

      Der Kolonie geht es bestens und es wird ständig Brut aufgezogen, es besteht ein großer Ausstoß an Männchen, aber auch Arbeiterinnen werden stetig produziert. Und ich habe die Haltung der Diacamma Kolonie gänzlich umgestellt, nämlich auf feuchte Haltung mit Erde aus der Natur.



      Es sind zwei Erdschichten zu sehen, wobei die untere Schicht eine Mischung aus Walderde und Sand-Lehm-Gemisch ist, die obere Schicht besteht einzig aus Walderde. Die Mischung entstand als Sicherheitsmaßnahme gegen Einsturz, weil ich mich mit der Grabfähigkeit des entnommenen Bodengemischs aus der Natur nicht auskenne und mir diese Mischung als verlässlicher erschien. Die Organismen, die in der Erde tätig sind, verschwinden nicht einfach durch das Mischen und dies sollte keine Minderung darstellen.




      Nachdem die Verbindung vom Nest zur Arena durch mich hergestellt wurde, gruben die Tiere intensiv an der Freilegung des Eingangs.




      Die obere, unverdünnte Erdschicht habe ich mit einem guten Schwung Laubstreu versehen. Auch hier besteht der Wunsch bzw. das Ziel verschiedene kleine Lebewesen anzuziehen. In diesem ungeheizten Teil habe ich die Pflanzen positioniert.




      Auf der linken Seite befindet sich ein Heizkabel als Wärmequelle, dort ist die gesamte Bodenschicht 7cm tief und es sind zwei halbe Korkröhren in den Bodengrund eingelassen, damit die sich Tiere dort vergraben können, wenn sie es wollen.




      Nach einigen Tagen wurde auch eine der zwei im Bodengrund eingelassen Korkröhren als potentieller Unterschlupf entdeckt und diese wird seitdem nach und nach ausgehoben. Allerdings nehme ich nicht an, dass die Kolonie den Neststandort wechseln wird, dort sind sie bereits seit über einem Jahr.




      Es macht Spaß die Diacamma Arbeiterinnen bei dem Erkunden der neuen Umgebung zu beobachten. Die Klettermöglichkeiten werden gleich genutzt und scheinen zu überzeugen.




      Alles in allem merkt man, dass es den Tieren in dieser Umgebung sehr gut geht!

      Gruß, Olaf
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    • Hallo!

      Die Kolonie hat sich schnell in ihre neue Umgebung eingefunden. Aufgrund der Umstellung der Haltungsparameter kam es am Anfang manchmal zu ein wenig Schimmel. Im Laubstreu befand sich z.T. altes, trockenes Material, welches ich aussortiert habe. Manchen Schimmelansatz habe ich auch einfach (unter Beobachtung) schimmeln lassen und er verschwand dann nach fünf bis zehn Tagen, ansonsten hätte ich dort auch die schimmeligen Stellen entfernt bzw. das Material entsorgt. Interessanterweise ist es insgesamt zu keinen großen Schimmelproblemen gekommen. Der Ausbruchsschutz ist weiterhin Talkum, nur kommt es jetzt viel zur Bildung von Kondenswasser am Deckel und an den Scheiben, was den Schutz arg verringert. Meine Feststellung ist, dass das Testen der Talkumsperre kaum bis gar nicht vollzogen und diese scheinbar akzeptiert wird. Sollte sich dies ändern, dann müsste ich auf Paraffinöl umsteigen. Ich werde es im Blick behalten.

      Zu Beginn sah ich häufig den Tandemlauf, dies ist aber eher selten geworden, es kommt allerdings manchmal vor, erst gestern Abend konnte ich ihn erneut beobachten. Die Tiere haben die Möglichkeit in die neue Arena umzuziehen aus meiner Sicht erfreulicherweise nicht genutzt, unterbinden hätte ich es kaum können bzw. blockieren wollen. Sie sind also in ihrem alten Nest verblieben und haben sich neue Plätze geschaffen, z.B. haben sie die Erde unter einer der beiden Korkröhren nach ihren Bedürfnissen ausgehoben und scheinen nun auch im Eingangsbereich der Arena viel Grabtätigkeiten auszuführen. Bisher hatte ich den Eindruck es ginge nur um das Freihalten des Eingangs, nun scheinen sie doch ganz unten weiterzugraben. Die Pflanzen, die ich in dem Teil des Formicariums gepflanzt hatte, musste ich bereits versetzen, weil sie aus- oder zugebuddeld wurden. Lediglich der Ableger der Erdbromelie konnte an seiner Stelle verbleiben. Einer Orchidee, die ich geschenkt bekommen hatte und als Versuch von mir in das Formicarium gepflanzt worden war, bekam das Klima nicht und ich musste sie ebenfalls entsorgen.
      Es freut mich, dass es ihnen gefällt im Eingangsbereich zu graben, nur handelt es sich um den kältesten Teil der Arena. Im Falle eines Umzugs würde ich mir natürlich wünschen, dass sie unter die Korkröhren ziehen, dort ist es schön warm. Das von mir benutzte Heizkabel (25W) ist recht stark für die Arena, deshalb habe ich jetzt seit gestern einen Dimmer im Einsatz, da das Kabel durch die Kontrolleinheit zu häufig an- und ausgeschaltet wurde.
      Nachdem ich in den letzten Wochen hauptsächlich Schockoschaben angeboten habe, wurde das Menü wieder durch Waldschaben ergänzt. In naher Zukunft werden auch wieder Grillen (Kurz- und Steppengrillen) verfüttert, die müssen nur etwas größer werden und die Schockoschaben werden dann für eine Zeit aus dem Programm genommen, so entsteht ein wenig Abwechslung. Außerdem müsste ich mal wieder einen halben Liter Pinky Maden kaufen und eine Fliegenproduktion anstoßen, dafür fehlt mir aber die Zeit. Für die Diacamma erfreulich habe ich mich um neue Schabenarten bemüht, die werden dann auch in das Angebot eingehen, dafür müssen die Zuchtansätze erst einmal angehen.



      Die Diacamma Arbeiterinnen haben frische Beute gemacht: eine Schokoschabe wird immer gern genommen, sie liegt nur für das Empfinden der Arbeiterinnen ein wenig zu tief.



      Die Schabe wurde noch ein wenig nach oben gezogen und nun sind die Arbeiterinnen dabei die Beute zu zerteilen.



      Mit vereinten Kräften wird die Schabe zerbissen, an ihr gezogen und gezerrt, meistens wird sie erfolgreich zerteilt. Im Zweifelsfall kann man (später, ohne Gesichtsverlust ;) ) auch so dran fressen.



      Zum Eingang transportiert bricht die letzte Hölle über der Schabe los: Das große Fressen findet im Schutz des Nesteingangs statt. Interessanterweise transportierten sie die Beute in der alten Umgebung fast immer in die Sicherheit des Schlauchs. Nun reicht ihnen vermutlich die sichere „Wand aus Erde“ vor dem Nesteingang.


      Hier ist eine aktualisierte Version der Koloniebeschreibung:

      Alter: unklar, Schätzwert: > zweieinhalb bis drei Jahre (s.o.).

      Arbeiterinnenanzahl: ca. 150 Arbeiterinnen.

      Beckengröße: Arena 60x30x30 plus Rahmen und Deckel, verbunden mit einer Farm 29x6x20.

      Luftfeuchtigkeit: schwankend, Schätzwert: 60-90%.

      Raumtemperatur: 22-25 °C, manchmal nachts 20 °C.

      Temperatur Farm Oberfläche: 23-29 °C
      Lufttemperatur und -feuchtigkeit: unklar, denn ich möchte die Tiere nicht derart stören und in das Nest einen Wärme- bzw. Feuchtigkeitsfühler stecken; nachts Absenkung auf Raumtemperatur.
      Wärmequelle: Heizmatte 7W (Zeitintervall 6-23h).

      Temperatur Arena: Bodengrund 22-27 °C / Bodenoberfläche 22-25 °C.
      Lufttemperatur (Deckel geschlossen): ca. 25 °C.
      Wärmequelle: 25W Heizkabel, in der Leistung reduziert.
      Beleuchtung: 5W Sun (Zeitintervall: 7-19h, in der Abdeckung integriert).

      Bodengrund für Farm: Sand-Lehm-Gemisch, selbst gemischt (vier Teile Sand, ein Teil Lehmpulver, Verhältnis nach Gewicht gemischt, nicht nach Volumen); Bodengrund für Arena: eine Mischung aus Walderde und Sand-Lehm-Gemisch, oben eine unverdünnte Schicht Walderde.


      Messung 20.09.2017, 12:00h
      Bodentemperatur Arena: 21,9-25,3 °C.
      Luftfeuchtigkeit Arena: 84%, Deckel geschlossen seit dem Morgen, Bodengrund am Tag zuvor bewässert.
      Lufttemperatur Arena: 24,6 °C.
      Raumtemperatur: 22,9 °C.



      Manchmal gibt es unterschiedliche Vorstellungen über die Strecke des Abtransports. Auch in diesem Fall ringen die beiden Arbeiterinnen um die Entscheidung. Letztlich setzt sich immer eine Arbeiterin durch und der Nesteingang, als häufigster Verteilungsort von Beute, steht als Ziel eh fest.


      Gruß, Olaf
      „It's a white whale, I say,“ resumed Ahab, as he threw down the top-maul; „a white whale. Skin your eyes for him, men; look sharp for white water; if ye see but a bubble, sing out!“ Moby Dick, Herman Melville
    • Moin!

      Meine Formicarien wandeln sich stetig in ihrer Gestaltung mit der Zeit, teils durch mich, teils durch die Ameisen. Auch dem Diacamma-Formicarium ergeht es so. Nach und nach begrünt sich alles und es macht sehr viel Spaß dem Wachsen der Pflanzen zuzuschauen. Katastrophen habe ich durch meine Umstellung auf feuchte Haltung nicht erlebt, vielleicht habe ich den einen oder anderen Schimmel ignoriert oder beseitigt, aber im Großen und Ganzen geht soweit alles gut.


      Hier entstand mir in der Arena zu viel Kondenswasser an den Scheiben und die Sicht war zu sehr eingeschränkt. Ich habe über verschiedene Lösungen nachgedacht und in diesem Fall habe ich mich zu einer halboffenen Haltung entschieden.


      Deshalb habe ich den Deckel entfernt und halte die Arena nun seit ein paar Wochen lediglich mit Rahmen, der dient mit der Talkumsperre als Ausbruchsschutz. Eine Zeit lang habe ich noch eine 20W Mini Sun Wärmelampe neben der 5W Mini Sun betrieben, die erhöhte die Umgebungstemperatur der Arena um ca. 2 °C, also meistens von 24,5 °C auf 26,5 °C. Nach drei Wochen habe ich die Wärmeergänzung durch die 20W Mini Sun abgeschaltet und somit die leicht erhöhte Lufttemperatur der Arena durch das Heizkabel im Bodengrund als Basistemperatur erhoben. Die Absenkung um 2 °C hat soweit keinen sichtbaren Einfluss auf das Verhalten der Arbeiterinnen gehabt. Ich konnte auch nie beobachten, dass sie sich vielleicht mal absichtlich im Wärmespot aufgehalten, "gesonnt" hätten, im Gegenteil waren sie eher recht gleichgültig durch den Kegel gewandert. Die Temperatur, die der Bodengrund abgibt, ergänzt die Basistemperatur des Zimmers und scheint eben vollkommen zu reichen.


      Die Arena ist nun auch mit mehr Pflanzen versehen, die den Boden schön begrünen sollen. Die Fortschritte sind deutlich zu sehen.


      Weiterhin wird viel Brut aufgezogen. Erfreulicherweise ist die Kolonie trotz Veränderungen in der Arena in ihrem angestammten Nest verblieben. Alle paar Wochen entferne ich zwei bis drei Löffel voll Kokons.



      Ich verdünne den Invertzucker für die Diacamma-Kolonie in diesen kleinen Plastikbechern, die stammen noch aus meinen Versuchen mit verschiedenen Jellys und sind dafür recht praktisch. Die Lösung ist nicht immer gleich „dick“ und es gibt eine Grenze ab der die Arbeiterinnen Schwierigkeiten bekommen einen Tropfen von der Gesamtflüssigkeit zu trennen. Hier hat sich eine Arbeiterin waghalsig auf das Stückchen Ast begeben, um besser den Invertzucker mit den Mandibeln aufzunehmen. Vermutlich trinkt sie selbst zuerst und trägt dann einen Tropfen Invertzucker in den Nestbereich.



      Es sind immer recht viele Arbeiterinnen in der Arena unterwegs, kurzum eine Ameisenart, die in der Haltung durch Aktivität überzeugt.



      Gruß, Olaf
      „It's a white whale, I say,“ resumed Ahab, as he threw down the top-maul; „a white whale. Skin your eyes for him, men; look sharp for white water; if ye see but a bubble, sing out!“ Moby Dick, Herman Melville