Aufnahmen Rasterelektronenmikroskop (REM)

    • Aufnahmen Rasterelektronenmikroskop (REM)

      Hallo miteinander,

      Von meiner Ausbildung her war ich diese Woche in der Elektronenmikroskopie. Eigentlich ging es hauptsächlich darum, die Funktionsweise und die Bedienung des Raster- und des Transmissionselektronenmikroskop (REM &TEM) genauer zu verstehen. Ich nutzte die Chance und fragte ob ich eine Ameise anschauen darf. Wir bedampften die Ameise (Messor cf. barbarus) mit Kohle, damit die Elektronen von der Probe abgeleitet werden können. Leider wurde die Kohlenschicht etwas zu dünn und unregelmässig. Deshalb lud sich die Probe an gewissen Orten auf und die Auflösung musste darunter etwas leiden. Trozdem bin ich mit den Bildern sehr zufrieden und es war sehr spannend. Hier einige der besseren Bilder:


      Hier sieht man den Kopf. Die Vergrösserung wird auf dem unteren Balken in der ersten Spalte von Links auf der zweiten Zeile unter SEM Mag angegeben. Rechts auf dem Balken findet ihr einen Massstab.

      Ich wusste nicht, dass Ameisen (Warscheinlich auch andere Insekten?) Borsten zwischen den verschiedenen Einzelaugen haben.

      Auf diesem Bild sieht man die Klauen. Bei dem Objekt zwischen den Klauen handelt es sich warscheinlich um den Haftlappen. Er kommt mir allerdngs etwas gross vor, vieleicht ist es auch einfach ein Staubkorn :think: Hier weiss bestimmt jemand mehr dazu.

      Auf diesem Bild sieht man das Ende der Fühlergeissel. Man kann gut die vielen feinen Borsten erkennen.
      Bei folgenden Bilder sieht man eine Öffnung am hinteren Ende des Mesosoams (Propodeum?) und auf dem unteren Bild auch noch eine kleinere Öffnung am Petiolus. Handelt es sich hier um Atemöffnungen?


      Falls ihr mir mehr zu den Bildern sagen könnt oder mehr über diese Öffnungen wisst würde ich mich sehr darüber freuen :)

      Liebe Grüsse Iwan

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    • Da kann ich mich nur anschließen, Iwan, das Elektronenmikroskop bietet einen faszinierenden Blick auf unsere kleinen Freunde, wie man ihn sonst nicht hat. Magst du ein bisschen was zur Technik erzählen, wie stellt man es mit dem Kohlebedampfen an und wie kriegt man es so gleichmäßig hin? Das würde mich mal interessieren. :)

      Bei uns im Institut steht auch ein REM rum - vielleicht sollte ich mal versuchen, da ranzukommen.

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Hallo Phillip,

      In der Bedampfungskammer wird oben ein Kohlefaden aufgewickelt. Anschliessend wird die Probe in der Kammer positioniert und die Kammer evakuiert. (Ein Vakuum in der Kammer hergestellt) Durch starke erhitzung des Kohlefadens entsteht ein gleichmässiger Kohledampf in der Kammer und es lagert sich eine feine Schicht Kohle auf der Probe ab. Wie das physikalisch genau erreicht wird weiss ich allerdings auch nicht so genau. Die Dauer des Bedampfungsvorgangs bestimmt die Dicke der Kohlenschicht. Man will meist eine möglichst dünne Schicht erzielen. Wenn die Kohleschicht allerdings zu dünn ist können an gewissen Orten der Probe die Elektronen nicht abgeleitet werden. Bei uns war das zum Teil der Fall. Dann lädt sich die Probe auf und lenkt damit den Elektronenstrahl ab und die Auflösung des Bildes verschlechtert sich.
      Nach dem Bedampfen wird die Kammer langsam wieder belüftet und die Probe kann gerausgenommen werden.

      Beim Elektronenmikroskop mussten wir die Probe auf dem Probetisch befestigen und in der Vorkammer anbringen. Die Vorkammer evakuierten wir anschliessend. Danach kann man die Tür zur Hauptkammer öffnen und den Probetisch von aussen an einen langen Stab anschrauben mit dem der Probetisch auf das Stage in der Hauptkammer geführt wird. Eigentlich eine Art Schleuse, damit nicht bei jedem Probewechsel das gesamte REM belüftet und wieder neu evakuiert werden muss.

      Liebe Grüsse Iwan
    • Hallo Iwan,

      ja, das sind echt coole Aufnahmen! Sowas kann man nicht mal eben schnell zu hause knipsen ;)
      Das weiße Etwas bei dem Tarsus dürfte wirklich irgendeine Verunreiningung sein, Messor haben keine so großen Haftlappen (Arolium), zumindest kann ich das nicht auf anderen Bildern erkennen. Auf den letzten zwei Bildern sieht man die Propodealstigmata (also Atemöffnungen), und außerdem die Metapleuraldrüse (spaltförmig, mittig im letzten Bild). Die Öffnung auf dem Petiolus sollte auch ein Stigma sein.

      Grüße, Phil