Schulprojekt - Ameisenfarm

    • Schulprojekt - Ameisenfarm

      Hallo ihr Lieben,

      eine kurze Vorstellung zu Beginn.

      Ich heiße Fabian (33J.), bin Sonderpädagoge an einer Grundschule und eher in der Aquaristik beheimatet. :whistling: :D

      Zu Beginn des Jahres hat eine Klassenlehrerin eine Ameisenfarm (Set + 10 Tiere) für die Klasse gekauft. Neben der Ameisenfarm gab es eine Unterrichtsreihe zur Ameise.
      Auch nach der Unterrichtsreihe beobachteten die Kinder sehr gerne das Treiben im Ameisenstaat. Leider sind in den letzten Woche alle Ameisen gestorben.

      Ich würde das Projekt gerne nochmal - diesmal mit ein wenig mehr "knowhow" - starten und dazu brauche ich eure Hilfe und Erfahrungen.

      Gesucht wird:

      ein Ameisenstaat, das "nicht all zu große" Anforderungen + Technikansprüche stellt.
      ein Ameisenstaat, bei dem die Kinder viel beobachten können.

      Ist vorhanden:

      verschiedene Aquarien
      Handwerkliches Geschick
      neugierige Klasse

      Vielen Dank schonmal im Vorraus und liebe Grüße, Fabian
    • Hallo Fabian,

      ich finde es immer gut, wenn in der Schule die Faszination über Ameisen etwas an die Kinder weitergegeben wird!
      Anstatt jetzt alle Möglichkeiten aufzulisten, werde ich hier mal eine einfache Empfehlung schildern. Am besten ist es auf jeden Fall, bereits ein etwas größeres Volk zu erwerben, sodass man von Beginn an gut beobachten kann (außerdem ist es leichter zu halten!). Als Art würde ich am ehesten eine Messor halten, da diese sehr gut mit fehlender Pflege über längere Zeiträume auskommen und im allgemeinen recht robust sind und spannend zu beobachten: Die meisten Arten sind polymorph, und sie ernähren sich vor allem von Pflanzensamen, sodass man sie sehr gut füttern kann (eine handvoll Grassamen in das Terrarium hereinstreuen können auch die ganz Kleinen) und es schnell zur Straßenbildung kommt, auf denen dann auch ständig etwas getragen wird.
      Als Terrarium würde ich empfehlen, ein Ytongnest vorzubereiten und in das Glasterrarium zu integrieren (also Kammern reinritzen und dann einfach an die Scheibe in einem normalen 60x30er Becken pressen). Den Rest mit groben Substrat (Kies, Splitt) auffüllen, darüber etwas Sand/Erde und zur Bewässerung kann man dann einfach reingießen und der Ytong saugt das selbstständig auf. Den Nestbereich kann man mit einer Lampe oder Heizmatte etwas erwärmen, dann bleiben die Ameisen auch brav im Nest. Dieser Aufbau ist wohl am einfachsten, und auch sehr robust (im Gegensatz zu einer Farm).

      Viel Erfolg!

      Grüße, Phil
    • Hey Phil,

      vielen Dank für deine Antwort.

      Ich habe direkt ein paar Fragen:

      1) Befeuchten: reicht es, wenn die Kinder mit einer Sprühflasche den Ytong befeuchten oder wird das nicht reichten / gibt es elegantere Lösungen?

      2) was kommt als Deckel auf das Terrarium?

      3) Nestbereich wärmen: Muss die Lampe die ganze Zeit an sein? Ich denke, dass der Hausmeister vor dem Verlassen der Schule die Lampe ausstellen wird.

      Viele Grüße, Fabian
    • Hallo Fabian,

      1) Befeuchten: reicht es, wenn die Kinder mit einer Sprühflasche den Ytong befeuchten oder wird das nicht reichten / gibt es elegantere Lösungen?
      Wie beschrieben kann man einfach Wasser reingießen, wenn genügend Substrat in dem Becken ist. Der Ytong nimmt die Feuchte der Umgebung an. Messor brauchen es meistens ein wenig trockener.

      2) was kommt als Deckel auf das Terrarium?
      Ein Deckel :D Gibt es viele Möglichkeiten, man kann sich z.B. einfach einen selbst erbauen oder einfach gar keinen Verwenden und stattdessen etwas Talkumpuder an die Glaswände. Messor sind schlechte Kletterer, aber man sollte sie nicht unterschätzen.

      3) Nestbereich wärmen: Muss die Lampe die ganze Zeit an sein? Ich denke, dass der Hausmeister vor dem Verlassen der Schule die Lampe ausstellen wird.
      Das macht nix - Temperaturschwankungen mit nächtlicher Abkühlung sind sogar natürlicher.

      Grüße, Phil
    • dommsen schrieb:

      Hallo Fabian,

      ich denke Phil hat dir schon sehr gute Tips gegeben, so würde es auf jeden Fall klappen!
      Darf ich fragen in welcher Stadt das Projekt realisiert werden soll?

      Ich würde soetwas z.B. auch gern unterstützen, vielleicht ist es ja zufällig in der Nähe?! (In meinem Falle Dortmund)

      Grüße
      Dominik
      Hey Dominik,

      das hört sich gut an :D

      Komme aus Köln.

      Beste Grüße, Fabian
    • Hi Phil,


      Phil schrieb:

      Wie beschrieben kann man einfach Wasser reingießen, wenn genügend Substrat in dem Becken ist. Der Ytong nimmt die Feuchte der Umgebung an. Messor brauchen es meistens ein wenig trockener.
      Verstehe ich das richtig, dass man "einfach" Wasser in das Terrarium schüttet und der Ytong es von der Umgebung aufsaugt? Entstehen da nicht Seen bzw. muss man das Wasser auf den Ytong gießen? :D



      Phil schrieb:

      Ein Deckel Gibt es viele Möglichkeiten, man kann sich z.B. einfach einen selbst erbauen oder einfach gar keinen Verwenden und stattdessen etwas Talkumpuder an die Glaswände. Messor sind schlechte Kletterer, aber man sollte sie nicht unterschätzen.
      :D Der muss sein, sonst gibt es nur Gekreische und das Projekt ist ganz schnell vom Tisch.

      Beste Grüße, Fabian
    • Hallo Fabian,

      für den Anfang kann ich dir auch nur eine Messor Kolonie ans Herz legen, da die Haltung äußerst einfach, das Investment gering und die Beobachtungsmöglichkeiten enorm sind.

      Mein Bruder bereitet gerade die Haltung einer Atta cephalotes Kolonie in der Freien Gesamtschule Facettenreich (Issum) vor und hat in der Vergangenheit auch Messor barbarus zusammen mit seinen Schülern gehalten. Das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium (Wuppertal) pflegt ebenfalls seit Kurzem eine Atta cephalotes im neu eingerichteten "Tierraum".

      Hier lässt sich wohl problemlos der Kontakt herstellen, wenn es dir bei der Umsetzung deines Projektes hilft. Die Verantwortlichen sind keine Experten auf dem Gebiet der Ameisenhaltung, können dir aber mit Sicherheit wertvolle Tipps, auch in Hinsicht auf die Einbeziehung der Schüler, geben.

      Noch ergänzend zu deiner Frage: Porenbeton (u.a. Ytong) saugt Wasser förmlich auf. Es reicht also das Substrat in der Nähe zum Nest feucht zu halten, wobei man bei "einfach ins Terrarium schütten" natürlich auf die Menge achten sollte ;) Man schafft so auch gleich ein Gefälle, da obere Teile des Nestes trockener bleiben als der untere "im Wasser stehende" Teil.

      LG, Chris
    • Fabian schrieb:

      Verstehe ich das richtig, dass man "einfach" Wasser in das Terrarium schüttet und der Ytong es von der Umgebung aufsaugt? Entstehen da nicht Seen bzw. muss man das Wasser auf den Ytong gießen? :D
      Gerade Messor als Bewohner trockener Gebiete in Südeuropa und Nordafrika brauchen es nicht zu feucht, so viel Wasser, dass es als See im Becken steht, sollte es natürlich nicht sein!
      Wenn du, wie Phil beschrieben hat, ein Ytongnest von innen an die Frontscheibe schiebst, kannst du den Raum dahinter ruhig mehrere Zentimeter hoch mit Kieselsteinen/Lavasplit und nur einer dünnen Sand-Lehm-Schicht oben drauf auffüllen. So hält sich die Feuchtigkeit ziemlich lange und der Ytong trocknet nie ganz aus.

      Eine größere Kolonie wird da sowieso recht unempfindlich sein, es sollte immer eine kleine Wassertränke (z.B. eine Vogeltränke) mit Wasser im Becken sein, dann holen sie sich das Wasser, was sie brauchen - ich habe eine große nordafrikanische Art fast völlig trocken gehalten für lange Zeit und nur ab und an ein wenig Wasser ins Becken gegossen.

      Falls es Bedenken wegen einer Heiz-/Rotlichtlampe geben sollte, funktioniert auch eine Heizmatte, die von außen an der Glasscheibe des Nestes am Sichtschutz angebracht ist. Als Grundbeleuchtung, damit die Kinder die Ameisen gut beobachten können, bietet sich eine LED-Leiste super an (z.B. eine Unterschrankleuchte aus dem Baumarkt, kann man super auf einen Glasdeckel drauflegen). Mit angebrachter Zeitschaltuhr braucht dann auch der Hausmeister nichts mehr ein- und ausschalten. :)

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Zur Beleuchtung/Erwärmung des Beckens, das geht auch ganz gut mit einer normalen Glühlampe oder eben einer Heizlampe, die man ganz einfach über eine Schaltuhr steuern kann.
      Ein simples Aquarienthermometer am Boden positioniert, zeigt auch die Temperatur dort an.
      Jetzt, wo es sowieso wärmer wird, reicht das vollkommen aus und man ist nicht verleitet, das Becken oder das Nest zu überhitzen.
      Wer nicht kann was er will, muss wollen was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. :crazy:
      Leonardo da Vinci
    • Hey,

      ihr seid super. Vielen Dank.

      Christian Ludwig schrieb:

      Es reicht also das Substrat in der Nähe zum Nest feucht zu halten, wobei man bei "einfach ins Terrarium schütten" natürlich auf die Menge achten sollte
      Menge achten; das ist nicht so ganz einfach bei den Schülern. Es sind sowohl 1.Klässler als auch 4.Klässler in der Klasse. :D

      Kann ich oben im Ytog Nest eine Wasserkammer fräsen, die dann mit einer Spritze "voll" gehalten werden muss. Das ist für die Kinder anschaulicher / konkreter.


      Dann würde ich mich erstmal an den Nestbau wagen und euch danach mit den nächsten Fragen löcher....

      Liebe Grüße und ein schönes WE, Fabian