Wespennest im Komposthaufen

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    • Wespennest im Komposthaufen

      Hallo liebes Forum!

      Als ich heute in meinem Garten weiter geschuftet habe um mein, flaches aber großes, Hochbeet auf die diesjährige Saison vorzubereiten, musste ich auch an meinem Überfüllten Komposthaufen.
      Ich hatte mich schon halb durch gearbeitet und den Oberen Teil separiert, um ihn später wieder hineinzuwerfen, als mir auf einmal ein kleines Wespennest entgegen kam. Ich dachte erst es könnte eins vom letzten Jahr sein aber eine Königin schwirrte sobald um meinen Komposthaufen. Also habe ich das Nest genommen und es vorsichtig neben meinen Komposthaufen gelegt. Ich habe dann erst mal schnell den Kompost auf meinem Beet verteilt. Den Komposthaufen schnell wieder zusammen gebaut und das noch nicht vermoderte Gras wieder hinein geworfen. Zum Glück fand die Königin ihr Nest in der Zwischenzeit wieder. Dabei konnte ich beobachten das sie irgendetwas damit gemacht hat, ein knacken war immer wieder aus der kleinen Tischtennisball großen Papierkugel zu vernehmen. Es sah für mich so aus als hätte sie die Waben abgetrennt. Schnell legte ich die Königin samt Nest wieder in meinen Komposter. Die Königin flog kurz auf und setzte sich aber wieder auf ihr Nest. Soweit so gut... oder doch nicht?

      Also ich kann sie da auf dauer schlecht drinnen belassen. Zum einen ist da mein Sohn der panische Angst vor allem hat was piksen kann, auch spritzen beim Arzt sind absolut nicht möglich. Zum anderen benötige ich den Komposthaufen um meinen Rasen und Gartenabfall zu entsorgen.

      Nun stellen sich mir drei Fragen. Erstens, kann ich das Nest mit Königin in ein Schuhkarton legen und das Nest im nahe gelegen Wald an geeigneter Position platzieren?
      Zum anderen, zieht die Königin jetzt selbst um und warum beißt sie die Waben vom Nest ab?
      Wie sieht für euch eine geeignete Position aus?

      Hier noch ein Video:


      (gerne auch in 4K anschauen)

      Gruß
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Hallo Mathias,
      schön, dass du aufmerksam genug warst das Nest zu entdecken, bzw. nicht zu zerstören! Ich hoffe, du kannst es retten! Persönlich habe ich in meiner Jugend mit dem Verschieben von Wespennestern (schmerzliche) Erfahrungen gesammelt... Es funktioniert immerhin!

      An deiner Stelle würde ich das Nest in der Nacht, wenn die Königin darin ist, in eine entsprechende "Höhle" - also Box oder Kiste (mit einem Flugloch) - packen und das Ganze versetzen... Die Königin wird sich am nächsten Tag bein neuen Standort einfliegen! Wenn die Königin beim Verschieben nicht dabei ist, man das Nest also in Abwesenheit weiter versetzt, findet sie es nicht wieder. Sie kann sich optisch zwar in der näheren Umgebung orientieren, aber wenn das Nest in einer Box "versteckt" oder weiter als 2-3 Meter verschoben wird, findet sie es nicht wieder!

      Wichtig ist, dass die Königin bei Verlad/Transport nicht entwischt (Flugloch zusperren) und die Kiste, die du evtl. sogar eingraben kannst, stabil genug ist. Am besten eignet sich z.B. Holz (Weinkisten etc.). Karton löst sich bei Regen etc. zu schnell auf und ermöglicht Raubtieren wie Dachsen leichte Beute!

      Besten Erfolg'
    • Hallo Mathias. Die Wespe beißt das Wabenstielchen ab, weil es nicht mehr an der Stelle ist, wo es hin gehört. Wenn das Nest auf der Seite liegt und wackelig liegt, versucht sie so irgendwas zu retten und zerstört unabsichtlich noch mehr. Das Stielchen gehört für sie eben nach oben, die Wabe hängt horizontal, im Normalfall, Zellöffnungen nach unten.
      Man kann das Nest retten, indem man die Wabe am restlichen Stielchen richtig herum an ein Ästchen o.ä. klebt. Sekundenkleber, Heißkleber funktionieren. Dann versuchen, die Reste der Nesthülle um die Wabe zu drapieren und das Ganze irgendwo reingebastelt. Schuhkarton ist aber nicht so geeignet, der zerfällt.

      Wenn das Nest bereits verloren ist, ist das schade für die Wespe, aber sie wird jetzt noch ein neues anlegen oder versuchen, eines einer anderen zu finden und zu okkupieren. Also schade, aber nicht der Untergang der kleinen Königin.

      Umsetzungen funktionieren meist, wie schon Reber sagt. Ich würde die Wespe dann aber mindestens um 3 bis 4 Kilometer umsetzen, in diesem Umkreis kann sie die Umgebung des früheren Neststandortes kennen und wird daher immer wieder zu dem alten Standort fliegen. In einer neuen fremden Umgebung wird sie sich neu orientieren und neu einfliegen. Dabei kann sie sich allerdings auch verfliegen, es klappt also nicht immer.

      LG, Frank.
    • Hallo!

      Wollte noch berichten wie es hier weiter gegangen ist.
      Ich habe mir noch in der Nacht zum Montag bei der Arbeit einen richtig stabilen Pappkarton organisiert. Diese Kartons sind zwar aus Pappe aber sehr dich und stark zusammen gepresst. Darin bekommen wie 17 KG schwere Rollen geliefert, ich kann mich da drauf stellen, also sehr stabil :D !
      Soweit alles vorbereitet gehabt und am nächsten Mittag, nach dem ich dann ausgeschlafen hatte, bin ich in den Garten. Ich habe da weiter gemacht und immer wieder den Komposthaufen beobachtet. Doch nichts passierte, habe mich dann eine halbe Stunde davor gesetzt, dann nach geschaut. Aber keine Wespenkönigin in Sicht. Am nächsten Tag habe ich dann noch mal geschaut, meine Geduld war dann aber zu ende und so nahm ich das Nest wieder aus dem Komposthaufen. Die Waben hatte die Königin tatsächlich abgebissen und sie waren leer. Könnte schwören das ich am Fundtag noch Larven darin gesehen hatte.

      Naja, es war dann wohl entweder so das die Königin umgezogen ist (so schnell???) oder das die ganzen Ameisen in meinem Garten für den Rest gesorgt haben? Ich hoffe es ist ersteres und sie konnte sich noch mal woanders nieder lassen. Echt blöd gelaufen das ganze.

      Gruß
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)