Vespula

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    • Jeden Tag besucht mich auf dem Balkon eine meiner Wespen (Vespula vulgaris). Nun habe ich ihr ein Näpfchen mit Honig bereitgestellt.
      Sie ist nun ständig unterwegs, vom Nest auf der anderen Hausseite nach hier, zum Balkon und zurück. Hin und her, den ganzen Tag. Den Honig liefert sie im Nest ab, füttert damit die Schwestern.



      Absolut hübsch, finde ich.

      LG, Frank.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Frank Mattheis ()

    • Viele Menschen begegnen ihnen mit Respekt und Furcht. Es sind aber wundervolle Geschöpfe mit hochentwickelten Familienleben und starken sozialen Zusammenhalt.
      Eine weitere unserer europäischen Kurzkopfwespen, Vespula germanica.



      Sie ist in ihrer Arbeit vertieft, sie nagt und raspelt mit ihren kurzen, starken Kiefern Holz von einem grauverwitterten Brett. Baumaterial für das heimische Nest, sie wird die gesammelten Holzfasern mit Speichel durchfeuchten und zu einer modellierbaren Masse weiter verarbeiten, um dann mit diesem Material das Nest zu vergrößern.
      Vielleicht aber sammelt sie auch nur und übergibt das Material daheim an eine Schwester, die Arbeitsteilung und Spezialisierung der Arbeiterinnen ist gerade bei den Vespual-Arten hoch entwickelt.

      LG, Frank.
    • Noch ein Bild dieser Wespe.



      Vespula germanica. Typisch die Punkte oder Flecken auf dem Kopfschild zwischen den Facettenaugen. Insgesamt sind die Tiere dieser Art etwas heller, "gelber" und leuchtender gefärbt und gezeichnet als die nah verwandte Gemeine Wespe oder Erdwespe (Vespula vulgaris). Die Tiere dieser Art sind auch durchweg ein wenig größer als die Wespen von V. vulgaris.
      Beide Arten sind hier häufig, wobei die Gemeine Wespe in den höheren Lagen der Eifel häufiger ist. Die Art ist etwas weniger kälteempfindlich. Beide Arten sind aber durchaus robust und kommen mit unseren mitteleuropäischen Klimaverhältnissen hervorragend zurecht. Beide Arten haben langzyklische Kolonien. Die Arbiterinnen fliegen ab Ende Mai bis in den November, manchmal bei uns noch im Dezember. Koloniegründende Königinnen fliegen ab Ende März.
      Obwohl beide Arten eng verwandt scheinen und nahezu gleiche Lebensgewohnheiten haben, gibt es deutliche Unterschiede. Gravierendster Unterschied; Das Nestbaumaterial. Die Gemeine Wespe bevorzugt Fasern von morschem Holz, die Deutsche Wespe verbaut Pflanzenfasern von grauverwitterten Holz. Auf diesen Bilder erkennbar.

      Diese Wespen können lästig werden, denn sie suchen jetzt, wo ihre Kolonien groß werden, ständig nach Nahrung. Manch einer beginnt sie jetzt zu hassen. Mir haben zwei Wespen gerade den Balkonaufenthalt etwas vermiest, sie interessierten sich für mein Bier und das Grillfleisch. Das kann schon mal nerven.
      Aber ich denke mir dann immer, die kleinen Biester haben einen verdammt harten Job. Daheim, im Nest warten hungrige Larven und Schwestern. Die Kolonie muss von den Außendiensttieren versorgt werden. Diese müssen dabei auch noch selbst selbst versorgt werden, das Herumfliegen kosten ungemein viel Energie! Die Wespenkolonien sind jetzt ständig unter großen Stress und immer nah am Hunger. Dabei kann nicht nur nach Nahrung gesucht werden, es muss bei den Erdnestern gegraben werden, der Nistraum muss vergrößert werden, das Aushub muss fliegend davon getragen werden, es muss eben Baumaterial gesammelt werden (s.o.), es muss Wasser eingetragen werden, das Nest muss beheizt werden, ständig umgebaut werden, natürlich ständig bewacht werden, außerdem müssen eben Proteine und Kohlehydrate eingetragen werden. Die jagenden Wespen der Kolonien vertilgen dabei unter Inkaufnahme großer Risiken alle möglichen Beutetiere, sie greifen sogar fette Kreuzspinnen in ihrem Netz. Das ist für die relativ kleinen Wespen nicht ganz ungefährlich.
      Fliegen, Mücken, Raupen und Grashüpfer. Auf alles machen die Wespen jetzt Jagd. Sie selbst werden von ihren größeren Verwandten, den Hornissen, bejagt.

      Auch wenn die Wespen manchmal lästig sind und es auch manchmal (...aber doch eher selten) zu unangenehmen Stichen kommt, wir sollten sie tolerieren. Sie sind nützlich und als kleine, aber bedeutende Raubtiere ein wichtiges Glied in der Nahrungskette. Und sie ähneln uns. Sie sind fleißig und hartnäckig, pflichtbewusst und sozial.

      Okay, sie ähneln nicht jeden von uns... ^^

      LG, Frank.