Messor barbarus

    • Messor barbarus

      Hallo!

      Ich halte seit Ende Mai Messor Barbarus, es waren anfänglich ca 25 Stück. im Laufe der letzten 2 Monate haben sie sich bis auf 45 vermehrt. Vorgestern haben sie sich etwas gruppiert und waren nicht mehr in einer "Ecke" und heute nun warn es auf einmal nur noch 14 Stück. Was ist da passiert? Fressen sie sich selber auf ? Larven sind noch genügend da und auch noch 2 große Major . Hat jemand etwas ähnliches erlebt?

      Mfg Stromie
    • Stromie schrieb:

      Fressen die sich nun selber oder nicht? Weiß das keiner?
      Man beobachtet zwar, dass tote Arbeiterinnen umher getragen und zerlegt werden, aber sie verschwinden nicht einfach spurlos. Zur Beckengröße hast du nichts geschrieben, aber ich behaupte die Überreste hätte man entdecken müssen. Daher halte ich es auch für eher wahrscheinlich, dass sie sich aus dem Staub gemacht haben.

      Eine andere Ursache könnten Räuber wie z.B. die große Zitterspinne (Pholcus phalangioides) sein. Diese Neozoen können über offenen Becken hängend ziemlichen Schaden verursachen. Selbst juvenile Tiere bzw. ihre Netze stellen auch für relativ große Ameisenarten eine Gefahr dar.
    • Das ist ein absolut wichtiger Hinweis von Chris. Die Zitterspinnen sind oft unauffällig und werden nicht bemerkt. Sie sind aber eigentlich allgegenwärtig. Auch ich finde immer wieder in meiner Wohnung junge, noch kleine Tiere. das obwohl ich ihnen nachstelle und sie verfolge, weiß ich doch um ihre "Gefährlichkeit". Das völlige Verschwinden der verlorenen Arbeiterinnen deutet auf einen solchen Räuber hin.
      Zitterspinnen jagen aktiv aus ihren Netzen und warten dort nicht einfach nur. Um die Beute zu erwischen, erweitern sie manchmal sogar hastig ihre Gespinste während der Jagd, um die sich befreiende Beute doch noch zu bekommen. Sie sind in der Lage, wirklich große Beutetiere zu erledigen. Kürzlich beobachtete ich in unserem Keller eine noch halbwüchsige Zitterspinnen, die einen Großen Asseljäger überwältigte. Die scheinbar filigrane und schwache Zitterspinnen schaffte es, den wuchtigen Asseljäger zu fixieren und schließlich zu beißen.
      Ich mag beide Spinnen nicht besonders, also ließ ich sie gewähren.

      In der Wohnung oder im Haus würde ich diese Spinne nie dulden und immer nach ihr suchen. Der Staubsauger ist bei mir immer griffbereit.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Ein paar Fotos von dem Becken und Nest wären nicht schlecht.

      Was nutzt du denn als Ausbruchsschutz? Messor sind zwar keine fanatischen Scheibenkletterer, wenn sie wollen, finden sie aber schon den Weg nach draußen. Bei einer größeren Kolonie hatte ich einmal versehentlich eine Straße über das Regal, weil ich den Deckel nicht richtig aufgesetzt hatte.

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Fotos wären wirklich nicht schlecht. Ist z.B. ein Deckel vorhanden? Ist die Königin noch im Nest?

      Das vollständige verschwinden deutet darauf hin dass die Nest- oder Futterbedingungen nicht in Ordnung waren. Allerdings wären sie dann mit der Königin umgezogen oder hätten zumindest wieder versucht zurück ins Becken zu gelangen.

      Messor handhaben Müll recht gut. Wenn es Tote gegeben haben sollte, so wären immer deutliche Rückstände sichtbar. Meist sogar sogar unzerlegt also die komplette Ameise.

      Massive Kondensierung oben am Becken würde für mich zunächst einmal heißen ein Thermometer hineinzustellen und zu messen wie warm es wird. Weiterhin deutet es auf extrem rapide Temperaturwechsel oder geringe Durchlüftung hin. Beides wäre nicht gut.
      Ggf. kannst du das Becken in den Schatten stellen oder zumindest weiter weg vom Fenster beim Lüften.

      Ein einfacher Ausbruchschutz ist auf jeden Fall nötig. Am besten ist wohl einen belüfteten Deckel anzubringen (Gaze o.Ä. verwenden), sofern noch nicht vorhanden. Weiterhin ist Talkum sicher nicht verkehrt bei Messor und auch nicht teuer. Am besten asbestfreies Talkum kaufen um jedes Risiko auszuschließen - der Preis liegt selten über 5€ für 100g.
    • Update:

      Unterm Schrank war tatsächlich eine Spinne, die wäre sicher nicht raus gekommen, aber das Formicarium offen war sind wohl die guten kleinen in die Falle gelaufen.
      Dort unten hab ich dann ca 20 verpuppte Messors gefunden. Verdammt. Nun sinds nur noch 13 und die Königin... hoffe mal die erholen sich wieder. Hab es nun verschlossen. Wer ahnt schon sowas nach 3 Monaten voller Vermehrung...