Diacamma cf. rugosum - Haltungsbericht

    • Diacamma cf. rugosum - Haltungsbericht

      Hallo zusammen,
      Hiermit starte ich meinen HB zu meinen D. rugosum.
      Erstmal alles von Anfang an.
      Heute Mittag kam der Postbote mit meiner Kolonie, ich war natürlich ganz aus dem Häuschen. Alles war schon vorbereitet, die oberen zwei Zentimeter des Aquariums habe ich mit einer dünnen Schicht Paraffinöl eingestrichen, der Deckel liegt sonst aber auch schon ziemlich dicht auf.
      Hier noch einmal ein Bild des Beckens, das im wesentlichen ein ausrangiertes Aquarium ist , nur eben mit tropischen Pflanzen bestückt und wie schon oben beschrieben gegen Ausbrüche abgesichert.


      Also habe ich das Paket aufgemacht und war nach gründlichem Begutachten heil froh , dass so ziemlich alle Tiere gelebt haben. Lediglich zwei tote Arbeiterinnen konnte ich entdecken.
      Also alles schön und gut, ich habe die Tiere erst einmal noch im Paket gelassen, um sich an die Zimmertemperatur gewöhnen zu können und um sich von dem Stress erholen zu können. Nach einiger Zeit habe ich also dann das RG vorsichtig ins Becken gelegt und es geöffnet. Sofort strömten die ersten dieser nebenbei erwähnten sehr agilen und aktiven Tiere ins Becken.
      Es war und ist natürlich immernoch sehr viel los im Becken, aber es beruhigt sich mittlerweile schon wieder.
      Wie gesagt, es wurde sofort alles erkundet und nach ca. zwei Stunden habe ich sie mit einer halbierten Grille gefüttert, die sie sofort angenommen und weiter zerteilt haben. Außerdem trinken sie von Wasser, das sich z.B. auf Blättern gesammelt hat.

      Bis jetzt bin ich einfach wahnsinnig beeindruckt von dieser Art, einfach toll zu beobachten und sehr neugierig und aktiv.

      Ich bin mir außerdem relativ sicher , dass sie schon beginnen, sich unter einer Wurzel einzunisten, der Eingang scheint sich in
      ,getrocknetem Moos zu befinden. Es bewegen sich immer wieder Arbeiterinnen in dieses Loch und kommen auch regelmäßig wieder heraus. Außerdem haben sie die zerlegte Grille unter dieses Stück Moos gebracht.
      Das wars jetzt soweit, bald geht's weiter.
      Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.
      Kritik , Verbesserungsvorschläge und alles weitere bitte hierher:forum.eusozial.de/index.php?th…t/&postID=41820#post41820
      Vg und schönen Abend. :bye:

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    • Hallo alle zusammen,
      Wie soll ich denn anfangen...
      Womöglich einfach damit, dass mir die Kolonie natürlich nach wie vor sehr sehr viel Freude bereiter. Ich verbringe täglich bestimmt über eine Stunde damit, den Tieren einfach zuzusehen, wie sie ihre Beute jagen, von Tropfen auf den Pflanzen trinken und einzeln durch das Becken streifen. Futter in Form von Grillen und Zophobas werden gut und gerne angenommen, was toll zu beobachten ist.
      Nicht verwertbares wird über nacht abtransportiert und auf einer Wurzel abgelegt.
      Außerdem haben sie jetzt sicher einen Nistplatz gefunden und oder bauen diesen noch aus. Das ist wie schon gesagt ein Loch unter einer Wurzel,das mit trockenem moos bedeckt ist. Eine Arbeiterin scheint am Eingang, der sich im Moos befindet, abgestellt zu sein. Diese Arbeiterin tastet ihre Schwestern mit den Fühlern ab, und lässt sie dann durch, soweit ich das richtig beobachten konnte. Futter wird in dieses Loch getragen und ständig gehen Arbeiterinnen ein und aus.
      Was man vielleicht noch erwähnen kann, ist , dass man die D. r. trotz ihrer nicht so beachtlichen Größe toll beobachten kann und sie einem schnell ins Auge fallen. In einem bepflanzten Regenwaldbecken , so wie ich sie halte,kommen sie natürlich noch besser zur
      Geltung.
      Die Pflanzen werden übrigens alle zwei Tage bewässert , manchmal lasse ich aber bewusst einen Tag aus und besprühe dann alles öfter.
      Abschließend gibts noch ein Bild:

      Natürlich werde ich weiter berichten.
      Lg und schönen Abend.
      Leander
    • Hallo,
      Ich melde mich mal wieder zu Wort.

      Die Kolonie macht immernoch sehr viel Spaß und ihnen gehts gut. Futter in Form von Grillen , Zophobas und Apfel, den ich ursprünglich den Springschwänzen kredenzen wollte, wird gerne und gut angenommen.
      Es macht Spaß, zuzusehen wie die Arbeiterinnen beispielsweise eine Grille entdecken und zuerst versuchen , sie mit ihrem Stachel zu betäuben und sie dann ins Nest abzutransportieren. Letztere Aktion ist immer sehr lustig zu beobachten, da die Diacamma meistens , obwohl sie meistens zu zweit bzw. zu dritt unterwegs sind, einige Schwierigkeiten beim Abtransportieren zu haben scheinen. Die Grille fällt dann von einem Zweig, wird wieder mühsam hochgetragen - und fällt dann schließlich doch noch ein paar Mal irgendwo hin, bevor das Futtertier dann doch in den viel zu kleinen Eingang zum Nest gestopft wird.
      Auch wenn nicht gefüttert wird, sind von Zeit zu Zeit mindestens 5-10 Arbeiterinnen im Becken unterwegs und erkunden alles.
      Ich versuche auch bald wieder neue Bilder zu machen, die letzten Tage waren einfach etwas zu stressig.Kritik,Lob und Verbesserungsvorschläge sind natürlich nach wie vor gerne gesehen und können gerne hier geäußert werden: Diskussionen zum Thema : Diacamma rugosum - Haltungsbericht
      Bald geht's weiter! :servus:

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    • Hallo zusammen,
      Es geht weiter, dieses Mal mit einer weniger erfreulichen Nachricht.
      Vor zehn Minuten habe ich einen kleinen Wurm im Becken gesehen, nachdem ich mich eingelesen habe , kann ich ihn als Xaximwurm identifizieren. :cursing:
      Ich habe von diesen Würmern noch nicht gehört und gelesen und bin jetzt etwas überfordert, vorallem nach dem Bericht von dir, Frank.
      Was soll ich jetzt also machen? Ein Mittel einsetzen ,oder...?!
      Das ich so bald wie möglich eingreifen sollte und auch muss ist mir klar, deswegen frage ich jetzt gleich.
      Alle Antworten und Ideen zu diesem Thema bitte direkt hierher , nicht in den Diskussionsthread.
      Vielen Dank,
      Schönen Abend noch.
    • Ich würde da erst mal die Füße still halten, Leander. Es gibt viele Arten ähnlicher kleiner Würmchen, nicht alle sind so unangenehm. Auch die Tiere, die ich damals beschrieben habe, waren für die Ameisen nicht gefährlich.
      Unangenehm war vor allem die Gefräßigkeit, mit der die Würmer nach einiger Zeit sämtliche Springschwänze ausrotteten.

      Springschwänze, möglichst unterschiedlicher Arten, kann man in einem Waldbecken gar nicht genug haben. Fehlen sie irgendwann völlig, weil sie von solchen Fressfeinden ausgerottet wurden, können sich zB. Pilze ausbreiten. Außerdem entsorgen Springschwänze Abfälle und Futterreste.
      Ihr völliges Verschwinden infolge des massenhaften Auftretens der räuberischen Würmer war damals mein Hauptproblem.
      Aber, die Ameisen sind nicht gefährdet.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Hallo Frank,
      Danke für die Antwort.
      Ok, darauf werde ich mal hoffen.
      Ja, ich habe natürlich auch Springschwänze im Becken und habe auch deinen Bericht gelesen und verstanden, was das Hauptproblem an den Tierchen ist und dass sie Gott sei Dank den Ameisen nur indirekt schaden (können). Darin besteht natürlich auch meine Angst, d.h. irgendwann keine nützliche Bodenpolizei mehr im Becken zu haben. Aber ich warte jetzt einfach mal ab-war ja auch das erste Mal, dass ich so eine Kreatur im Becken gesehen habe und Springschwänze sind auch noch genug da. :D
      Schönen Abend.
      Lg
    • Hallo zusammen,
      Gestern Nachmittag bin ich von einem sehr schönen Wochenende in Salzburg zurückgekommen und bin direkt in meinen kleinen "Hobbyraum" gegangen, um nach den Tieren zu sehen.
      Es war einiges los im Becken, Honig wurde ins Nest gebracht und eine frisch getötete Grille wurde auch mit großer Begeisterung angenommen. Es ist einfach schön, wieder nach der Kolonie zu sehen und dann zu bemerken, dass alles super ist und man die Tiere gleich zu Gesicht bekommt. :thumbup:
      Was mir übrigens aufgefallen ist: Soweit ich es mitbekomme, nimmt die Aktivität der Kolo gegen Abend deutlich zu. Es sind zwar immer ein paar Arbeiterinnen im Becken unterwegs, aber gegen Abend ist die Aktivität eigentlich immer besonders hoch.
      Meinen D. cf. rugosum geht es also nach wie vor sehr gut und ich habe sehr große Freude an ihnen. Was ich mir tatsächlich etwas schwieriger vorgestellt habe, ist die ganze Pflege des Beckens und die Versorgung der Ameisen. Ich habe im Endeffekt nicht viel mehr zu tun, als alle paar Tage das Becken zu überbrausen, Futterreste zu entfernen und ggf. den Paraffin-Film zu erneuern. Die Versorgung der Kolo ist genauso einfach:
      Ich füttere alle paar Tage, aber unregelmäßig, weil mir das natürlicher vorkommt. Mehr Abstand zwischen Fütterungen als 3 Tage gab es aber noch nicht. Honig und Zuckerwasser stehen ebenfalls dauerhaft zur Verfügung, das Zuckerwasser wird allerdings total verschmät. Den Honig reiche ich in einem Flaschendeckel auf einer Wurzel und er wird sehr gerne und eigentlich andauernd angenommen. Die Arbeiterinnen stecken ihre Mandibeln in den Napf und transportieren ihn in kleinen Kügelchen in ihr Nest.
      Es ist also alles gut und ich hoffe, dass ich noch lange Freude an diesen tollen Ameisen haben werde und die Kolonie weiter wächst und aktiv ist. Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge wie immer gerne in den Diskussionsthread. :servus:
      Vg und schönes WE!
    • Hi Leander,

      sehr schöner Bericht von dir! :thumbsup: Es freut mich sehr, dass es bei dir gut läuft. Hoffentlich ist es ok, dass ich hier direkt in deinen Thread zu schreiben.

      Ich hatte damals eine kleine Kolonie geordert und eine ausgewachsene Kolonie bekommen, sodass ich leider dieses Stadium nicht miterlebt habe und die Kolonie zeigte von Anbeginn eine durchgängige Aktivität.

      Bei mir wird der Invertzucker gut angenommen, den ich selber herstelle. Dies kann ich dir zur Kontrolle deiner Futtermittel nur empfehlen. Für den Invertzucker benutze ich diese Kochanleitung: Invertzucker-fuer-Eis-Sorbets-und-Likoere.html Ich biete den Diacamma rugosum den Invertzucker in einen kleinen Plastiktöpfchen an, verdünne den Invertzucker allerdings noch einmal direkt für die Fütterung 1:5 mit Wasser. Auch mit der zusammensetzung spiele ich: mal dicker, mal dünner. Bei der Bereitstellung in Reagenzgläsern wurde nur die Watte auseinander gepflückt und der Inhalt drohte dann zu Auszulaufen.

      Die Art braucht regelmäßig Proteine und ich würde dir vorschlagen, selbst bei deiner Koloniegröße, alle zwei Tage zu füttern. Dein Instinkt ist goldrichtig, Unregelmäßigkeiten in der Fütterung vorzunehmen ist realistischer, als eine zu regelmäßige Fütterung. Bei einer Fütterung mit drei Tagen Abstand läufst du Gefahr, dass der Nachwuchs gefressen wird. Ich muß täglich füttern (ca. 150-250A), lasse ohne Probleme mal einen Tag aus. Nur wenn ich große Schaben (Madagaskar Fauchschaben, Madeiraschaben, argentinische Waldschaben) verfüttere, dann brauchen sie allein zwei Tage zum Fressen, da schadet ein dritter Tag ohne Proteinzufuhr wenig.

      Gruß, Olaf
      „It's a white whale, I say,“ resumed Ahab, as he threw down the top-maul; „a white whale. Skin your eyes for him, men; look sharp for white water; if ye see but a bubble, sing out!“ Moby Dick, Herman Melville
    • Hallo Olaf,

      Freut mich, dass er dir gefällt. Klar, kein Problem. Den Invertzucker werde ich definitiv ausprobieren, vielen Dank für das Rezept.
      Danke für den Tipp mit der Fütterung, dass werde ich jetzt so einhalten, war mir bis jetzt nur nicht ganz sicher. :thanks:
      Die Drei Tage waren eine Ausnahme, ich habe aber gegen Abend am dritten Tag gleich gefüttert.
      Ich berichte natürlich weiter.
      Danke und Vg.
    • Servus,

      Ich habe Heute Mittag ein paar Walnuss-Blätter und kleine Zweige ins Becken gegeben, um der Kolonie zusätzliche Klettermöglichkeiten anzubieten.
      Gerade sind fast ungewöhnlich viele Arbeiterinnen unterwegs, auch wenn die Aktivität ja nach meiner Beobachtung gegen Abend ansteigen zu scheint.
      Ein Teil der Tiere transportiert Baumaterial (v.a. Kokoshumus) zum Nesteingang, der gerade ausgebaut wird, der andere läuft durch das Becken und sticht munter in die schon fast komplett enthauptete Grille ein. Wenn die Kolonie mit der Erweiterung des Nesteingangs so weitermacht, ist bald die ganze Neoregelie in diesem Kokoshumus-Gebilde verschwunden. :drehen: :D
      Spaß bei Seite, diese Bauaktivitäten sind schön zu beobachten, auch wenn sie mir nicht ganz klar sind. Wie sieht es da bei deiner Kolonie aus, Olaf? @Olaf Schwarz Hat sonst schon jemand solche verzierten Nesteingänge gesehen oder beobachten können?
      Ich habe immernoch meinen Schreibtischstuhl vor dem Becken stehen, weil sich die Tiere im Becken einfach toll beobachten lassen und es wirklich eine große Freude ist, vorallem wenn so viele Tiere aktiv sind.
      Ich habe leider meine Kamera nicht bei mir und kann somit auch keine Bilder machen und zeigen,werden aber sicher bald nachgeliefert.
      Das wars also für Heute, bis bald! :servus:
      Leander
    • Hi Leander,

      bei mir besteht der Eingang zum Nest aus einem Ring aus Bodengrund, welcher zu Beginn durchaus kleiner war, bevor er wuchs und wuchs und sich ausdehnte. Ranken, die ich dort platzierte, waren in kurzer Zeit begraben. Die Arbeiterinnen laden einfach ihren Aushub direkt vor ihrem Nesteingang ab und bedecken dabei einfach alles. Ein Erdbromelie musste ich auch versetzen. Nun haben sie selbst an dem neuen Standpunkt der Bromelie den Bodengrund unter ihr weggegraben, dabei fing sie gerade an sich zu entwickeln. Mit pflanzlichem Material haben sie nicht versucht den Eingang zu verzieren, wie es z.B. Harpegnathos saltator tun.

      Ein Stuhl ist doch äußerst praktisch, oder? :D

      Gruß, Olaf
      „It's a white whale, I say,“ resumed Ahab, as he threw down the top-maul; „a white whale. Skin your eyes for him, men; look sharp for white water; if ye see but a bubble, sing out!“ Moby Dick, Herman Melville