Myrmecia mandibularis - Haltungsbericht

    • Myrmecia mandibularis - Haltungsbericht

      Myrmecia mandibularis Haltungsbericht

      Vorwort
      Vor einigen Jahren wurde diese Art schon einmal angeboten, aber trotz einiger Berichte und Bilder in den ersten Wochen hat man nicht mehr viel von ihnen gehört.
      Auch damals habe ich mich schon für diese Ameisen interessiert, mir wurde aber tatsächlich sogar davon abgeraten. Es schien wohl einige Schwierigkeiten bei deren Gründung/Haltung zu geben.

      Nun hatte ich mich zwischenzeitlich etwas aus der Ameisenhaltung zurückgezogen, lediglich meine Rhytidoponera Kolonie habe ich behalten. Ansonsten wurde nur mein Ehrgeiz gepackt, als es darum ging endlich erfolgreich Myrmecocystus zu halten.
      Dann gab es plötzlich mehr und mehr Berichte zu verschiedenen Myrmecia Arten hier im Forum. Schwer da nicht wieder über deren Haltung nachzudenken, zumal mich ein befreundeter Ameisenhalter noch weiter ermuntert hat es doch wieder zu wagen.

      Nun gab es auch wieder die Möglichkeit Myrmecia mandibularis zu bekommen und nach einigem Überlegen, hab ich mich dann doch entschieden es mit deren Haltung zu versuchen. Zumal es sich diesmal eben schon um eine kleine Kolonie handelt.

      Seit kurzen bin ich also im Besitz einer Gründungskolonie dieser wunderschönen Ameisen.
      Es sind bereits 4 Arbeiterinnen vorhanden und reichlich Larven in allen Größen.



      Allgemeines zu dieser Art.
      Myrmecia mandibularis (F. Smith, 1858) ist Namensgeber für einen Artengruppe, welche aus 7 Arten besteht.
      Diese Art kommt im Süden von Westaustralien, Südaustralien und Victoria vor.
      Dort leben sie in verschiedenen Habitaten von küstennaher Strauch- oder Baumheide-Landschaft über Mallee bis lichte Wälder. Generell in eher trockenen Lebensräumen.
      Nester können im Boden angelegt sein, aber auch unter Steinen oder Holzstücke.


      In Australien fand ich ein Nest dieser Art auf Kangaroo Island.
      Es handelte sich um ein Erdnest in einer niedrigen, offenen Heidelandschaft.

      Habitat:


      Neststandort:


      Nesteingang:


      Große Arbeiterin:



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    • Unterbringung
      Die kleine Kolonie ist vorerst in einer einfachen Plastikdose untergebracht.
      Das Nest besteht aus einem Reagenzglas.
      Auf Grund des guten Erfolges, habe ich das RG auf die selbe Art präpariert wie bei den Myrmecocystus. Dazu habe ich, nach herrichten des Wassertanks, die untere hälfte im Inneren mit Lehm bestrichen um den Ameisen einen besseren halt zu ermöglichen. Auch den Eingang habe ich mit Lehm verengt, damit sie sich sicherer fühlen.
      Weiterhin dient Sand als Substrat und etwas Moos als Einrichtung.
      Ein Napf für Zuckerwasser vervollständigt diese Unterbringung.



      Die Dose steht auf einem Terrarium und wird somit tagsüber etwas erwärmt, ansonsten halte ich sie bei Zimmertemperatur. (Etwa 22°C)


      Versorgung und Fütterung
      Die Fütterung hat mir zuerst etwas Sorgen bereitet, da keines der frischtot angebotenen Insekten angenommen wurde. Obwohl die Larven sichtlich hungrig waren, sie zappelten und zuckten permanent, wurden weder Fliegen, kleine Heimchen noch Spinnen angenommen.
      Als letztes versuchte ich es daher mit einem lebenden kleinen Heimchen. Und das war es!
      Es wurde sofort erjagt und zu den Larven gebracht.
      Ungewöhnlich für so eine kleine Kolonie werden nur lebende Futtertiere angenommen. Alles was sich nicht rührt wird ignoriert.
      Zuckerwasser wird gerne genommen und ab und an sprühe ich etwas Wasser auf das Moos.



      Die Larven sind schon gut gewachsen und die erste hat sich heute verpuppt.

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    • Update 08.02.2018


      Rückschlag und Hoffnung.

      Zuerst sah alles ganz gut aus, dann hatte ich ein kleines Milben-Problem durch meine Heimchenzucht.
      Das konnte aber schnell beseitigt werden, wobei die Ameisen kurzzeitig in ein Quarantäne-Becken mit neuem, sauberen Reagenzglas-Nest umziehen mussten. Zum Glück konnte ich die wenigen Milben an den Ameisen leicht entfernen und das Becken im Backofen sterilisieren. Bisher konnte ich auch keine Milben mehr entdecken.



      Nach dem das Becken mit Nest ausgiebig gelüftet war konnte ich die Ameisen wieder ins Becken setzen. Leider gab es da schon das erste Problem mit dem verpuppen einer Larven, die in dem Reagenzglas keinen Kokon zustande brachte.
      Daraufhin öffnete ich den Zugang zum Ytong-Nest, woraufhin die Ameisen über Nacht dort einzogen. So weit so gut dachte ich, aber leider kam es anders.
      Obwohl die Larven weiterhin gut versorgt wurden und sich jetzt auch wieder verpuppen konnten, wurden die schon älteren Puppen plötzlich nach und nach geöffnet und entsorgt.
      Auch die neu verpuppten wurden wieder aus ihrem Kokon gezogen und vermutlich verfüttert oder gefressen. Bald war nur noch die hälfte an Brut übrig.
      Zu meiner Erleichterung konnte ich aber Anfang Februar einige Eier entdecken.
      Inzwischen hat sich auch die letzte Larve verpuppt, aber gestern wurde schon wieder ein Puppe aus dem Nest geworfen. Es sind von den 11 Larven jetzt nur noch 3 oder 4 Puppen übrig. Genau kann ich es nicht sagen, da ein, zwei Puppen in der Kammer liegen die als Müllplatz genutzt wird.




      Der Grund scheint mir die Feuchtigkeit im Nest zu sein. Die Ameisen sind in den mittleren Bereich gezogen, die Kammer am Wassergraben wurde nur für das Verpuppen der Larven genutzt.
      Anfangs schien das Nest tatsächlich auch zu feucht zu sein. Bei einem neuen Nest und neuen Ameisen muss ich auch erst ein Gefühl dafür bekommen welche Bedingungen passen.
      Auffällig ist für mich jedenfalls, dass die Puppen oft entsorgt werden, nachdem ich das Nest befeuchte.
      Da ich das Becken mit einer kleinen Lampe tagsüber für 7 Stunden auf 25-26°C beheize, muss ich erst noch den richtigen Rhythmus zum befeuchten finden.
      Die wärme scheint ihnen indes gut zu gefallen. Die Puppen werden oft im Nest in den Bereich gebracht, welcher der Lampe am nächsten ist. (Auf der entgegengesetzten Seite vom Wassertank)
      Ab und an sitzen Arbeiterinnen auch direkt unter der Lampe um sich zu wärmen.



      Ich befürchte, ich werde diesen Brutschub einbüssen bevor ich das richte Verhältnis für die Feuchtigkeit gefunden habe. Es scheint, dass Myrmecia mandibularis es eher trockener mag.

      Aber hoffentlich klappt es dann mit den Eiern und den neuen Brutschub.


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