Impressionen aus Ecuador

    • Impressionen aus Ecuador

      Ein paar Eindrücke aus dem Rio Canandé Reserve in West Ecuador. Ich werde einfach regelmäßig ein paar Bilder und vielleicht kleinere Stories posten :) Wegen mangelhafter Internetverbindung und hohen Arbeitsdruck kann ich leider nicht so ausführlich werden.

      Zunächst ein Einblick in ein Nest von Cyphomyrmex. Diese kleinen Pilzzüchter sind häufig in der Streuschicht der Wälder zu finden. Ihre Nester sind unauffällig und klein, meistens in Totholz. Der Pilz sieht äußerst seltsam aus, wie eine Art "weiße Krümel".

      Blick ins Nest.

      Der Pilz.

      Grüße, Phil
    • Eine invasive Art mal anders. Wasmannia auropunctata ist eine der schlimmsten invasiven Arten weltweit. Sie bilden riesige, polygyne Kolonien aus, die ganze Landstriche dominieren.
      Ecuador gehört allerdings zu ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, und hier verhalten sie sich ganz anders. Die Kolonien sind recht klein, nur einige hundert Tiere, und sind in aller Regel monogyn. Wie ein Freund von mir (Felix Rosumek) entdeckte, haben sie eine Vorliebe für Vogelkot anstelle der eher räuberischen Ernährung in ihrem invasiven Bereichen. Es sind Winzlinge, aber durchaus interessant!


      Die Königin wird streng beschützt und nicht aus den Augen gelassen.

      Grüße, Phil
    • Phil,

      ich möchte nicht überschwnänglich loben, aber dies ist mal wieder ein so unglaublich genialer Thread, ich bin hin und weg!!!
      Alle 3 bis jetzt vorgestellten Arten sind wunderschön und absolut vortrefflich abgelichtet, du hast dein Equipment echt gut im Griff, die Qualität deiner Bilder nimmt stetig zu!

      Ich möchte mich von ganzem Herzen bei dir bedanken, ich bin wirklich sehr sehr froh, dass du deine Eindrücke und Beobachtungen hier mit uns teilst, danke danke danke!

      Liebe Grüße und bis hoffentlich bald
      Dominik

      PS: eine Cyphomyrmex würde ich dir sofort abnehmen, die sind ja sowas von putzig :D ;)
    • Vielen Dank, Dominik! Ja, die Bilder sind nicht einfach und ehrlich gesagt selten im Feld aufgenommen. Damit man die Beleuchtung richtig hinbekommt, verwende ich einen entfessselnden Blitz + Diffussor und ein paar weiße Papierblätter zur besseren Streuung... Das Equipment sieht sehr primitiv und zusammengebastelt aus, aber funktioniert! Die bisher abgelichteten Ameisen sind alle winzig, etwa 2-3 mm.

      Nun noch ein paar Bilder aus dem Feld, von den größten Ameisen hier. Auf einem der Wege fand ein Krieg zwischen zwei Paraponera Völkern statt. Der Boden war übersäht mit verletzten und toten Tieren, ein richtiges Massaker!
      Sehr spannend dabei war, dass sich auf verletzte Tiere sofort eine Menge Fliegen (ich vermute parasitäre Phoriden) stürzten. Ein faszinierenden Erlebnis, dass ich auch so zum ersten Mal mitbekommen habe!



      Grüße, Phil
    • Da kann ich mich Dominik nur anschließen...toll!

      Mich würden auch Einblicke in die Welt der Ameisenforschung brennend interessieren. Dass du über Vieles im Detail nicht schreiben und es zeigen kannst, wenn es noch unveröffentlicht ist, ist klar.
      Aber einfach ein bisschen was lesen (und sehen) zu können über den Alltag auf einer Forschungsstation, angewandte Methoden und Strategien im Feld, die Strapazen, die man vielleicht auch auf sich nehmen muss, wenn man stundenlang im Regenwald ist; das würde ebenfalls einen super spannenden Bericht abgeben! Von der Mikro- in die Makroperspektive sozusagen..

      Aber vermutlich ist deine Freizeit auch nur sehr begrenzt und ich freue mich über jedes neue Bild mit Anekdoten, denn die sind immer toll!

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Hey Phillip,


      alles danke dir! Ja, dann werd ich morgen mal [EDIT: Verschiebt sich um drei Tage wegen Exkursion ohne netz] ein wenig darüber berichten. Bis dahin, hier ein Bild einer Acanthognathus teledectus, eine Jägerin in der Streuchsicht mit Schnappkiefermandibeln, die länger sind als ihr Kopf.


      Besonders lustig fand ich dieses Bild, auf dem man auch eine Milbe und einen Springschwanz neben der Ameise sieht.


      Grüße, Phil
    • Hat zwar leider etwas gedauert, aber jetzt hab ich kurz Zeit, um über meinen Alltag zu berichten. Ich bin im Moment im Rio Canandé Reserve, welches ein privates Waldreservat ist. Es gehört zu der NGO 'Jocotoco', die das Gebiet managen und hier auch eine Lodge haben, in der wir zur Zeit unterkommen. Der Wald gehört zu dem sogenannten Chocó Biom, welches sehr stark gefährdet ist; kaum 1% der ursprünglichen Fläche ist noch mit Primärwald bewachsen, und es gibt dieses Biom nur hier in West-Ecuador und im Süden Kolumbiens. Wenn Jocotoco den Wald hier nicht aufgekauft hätte, wäre wahrscheinlich schon alles weggeholzt worden. Die Ganze Zeit brettern Laster hier vorbei, die Tropenholz beladen sind, das nur wenige Kilometer weiter abgeholzt wird. Ein tragischer Anblick!

      Mein Forschungsprojekt, das in Kooperation mit Forschern aus Quito stattfindet, ist eine Diversitätsstudie von Ameisen. Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die intakten Primärwälder, sondern wollen die Diversität entlang eines Landnutzungsgradienten erfassen, d.h. es werden auch Ameisen in Kakao-Plantagen und in Kuhweiden abgesammelt. Außerdem gibt es Gebiete, die früher mal solche Plantagen waren, aber nachdem sie von Jocotoco aufgekauft wurden, sind sie wieder mit Wald bewachsen. Auch auf solchen Regenerationsflächen entnehmen wir Proben. Ein Ziel der Arbeit ist zu zeigen, wie gut die Regeneration von statten geht. Weiterhin interessiere ich mich für Treiberameisenernährung, und erfasse diese auch in Plantagen um zu schauen, wie flexibel sich die Treiberameisen gegenüber solchen Störungen verhalten. Mein Freund und Kollege Adrian Brückner schaut sich außerdem noch die Milbendiversität an, und wir erfassen chemische Verteidigung (Alkaloide) von Ameisen und Milben. Das sind einige Projekte, und ich werde (hoffentlich) auch in Zukunft noch öfters hierher kommen.. Meine Doktorarbeit soll einen großen Fokus auf Naturschutz haben.

      Aussicht von der Lodge


      Balkon

      Hier seht ihr unseren Blakon mit den ganzen Forschungsmaterial. Die weißen Säcke sind sogenannte Winklerfallen: Man hängt darin gesammeltes Laubstreu auf, und lässt es trocknen. Unten befindet sich ein Sammelgefäß, in welches dann die zahlreichen Streubewohner im LAufe der Zeit hinein plumsen. Gerade haben wir über 30 Stück davon herum hängen!
      Unsere Forschungsgebiete sind überall verteilt, und wir müssen sehr viele lange Strecken zurücklegen. Der Wald ist zwar schön, aber extrem anstrengend - die Wege gehen die ganze zeit hoch und runter, das Höhenprofil reicht von etwa 150 Metern bis hoch zu 500 Meter. Es ist definitiv das schwierigste Gelände, in dem ich je gearbeitet habe! Da es soviel Regen gibt und alles matschig ist, und man öfters kleine Flüsse durchqueren muss, trägt man ausschließlich Gummistiefel. Die Bergwanderungen sind dementsprechend unangenehm. Da einige unserer Stellen zu weit entfernt sind um sie an einem Tag zu erreichen und wieder zurückzukommen, haben wir nun schon mehrere Nächte in Hütten verbracht. Für eine der Hütten, die von einer anderen Umweltschutzorganisation (Tesero Escondido) gepflegt wird, haben wir sogar ein Pferd bekommen, da das Gelände zu schwierig für motorisierte Fahrzeuge ist.

      Außerdem muss man sich mit den anderne Bewohnern im Wald abfinden. Glücklicherweise gibt es nicht so viele Stechmücken, dafür aber umso mehr Gnitzen. Außerdem wurden wir beim sammeln in einer Wiese von Chiggers Milben attackiert - mein ganzer Körper ist im Moment übersäht mit roten Punkten! Ebenfalls gefährlich sind Schlangen, wir sind bereits mehreren Vipern begegnet, auch der sehr großen Bushmaster. Einmal hatte ein Bothrops-Pärchen sich mitten auf unserem Weg "vergnügt" :)


      Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke einer sehr coolen Ameisenart, Neoponera laevigata. Diese Neoponera sind Termiten-Jäger, und sind in einer Kolumne von ca. 50 Tieren langsam über den Boden gekrabbelt. Super spannende Tiere! Leider hab ich sie bisher nur einmal gefunden.

      Freilandaufnahme der Kolumne


      Studioaufnahme - natürlicher Hintergrund


      Studioaufnahme - weißer Hintergrund.

      Grüße, Phil
    • Eine weitere spannende Art aus dem leaf litter, über welche ich mich besonders gefreut habe. Diese Ameisen sind winzig, kaum einen Millimeter groß, und sieht einfach furchtbar putzig aus :) Es handelt sich um Discothyrea, welche sich von Eiern von Arthropoden (z.B. Spinnen) ernähren. Wenn man sie nicht kennt, hätte man sie vielleicht gar nicht als Ameisen erkannt.


      Grüße, Phil
    • In den Tropen gibt es zahlreiche parasitäre Pilze, die auch Ameisen befallen. In den Medien wird er oft als "Zombie"-Pilz bezeichnet, da er das Verhalten von befallenen Arbeiterinnnen verändert; sie kletter an Vegetation empor, und beißen oder krallen sich dann fest. Dann beginnt der Fruchtkörper (also der Teil des Pilzes, der die Sporen zur Vermehrung bildet) zu wachsen. Gestern fand ich eine Paraponera, die mit dem Pilz infiziert war; es ist ein schauriger Anblick!



      Grüße, Phil
    • Heute: Eine Atta Königin!
      Den Schwarmflug habe ich leider verpasst, aber eine einzelne Königin habe ich zufällig doch gefunden. Angeblich finden die Schwarmflügen wohl um 3 Uhr morgens statt. In vielen Teilen von Ecuador und auch in weiteren südamerikanischen Ländern werden die Königinnen gerne frittiert, und als Snack verspeist. Das hat diese Königin hier aber nicht zu fürchten.


      Grüße, Phil
    • Diese seltsame Ameise wurde bisher nur selten gefunden. Es handelt sich um Lenomyrmex foveolatus, eine mittelgroße Ameise deren Mandibelmorphologie auf eine ungewöhnliche Ernährung schließen lässt. Jedoch weiß niemand, was sie fressen. Die Ameise bewegt sich sehr langsam, und bei Störung stellt sie sich einfach tot. Erst vor zwei Jahren wurde - nicht weit weg von hier - eine neue Art der Gattung beschrieben, Lenomyrmex hoelldobleri. Diese kennt man ausschließlich aus Froschmägen!


      Grüße, Phil
    • Ein sehr spannendes Erlebnis hatte ich letzte Nacht: Ein Kolonie-Umzug von Neoponera laevigata! Alle liefen brav in der Reihe, nur größere Arbeiterinnen dienten als Wächten und patrouillierten an der Seite des Umzugs. Nach etwas 20 Minuten warten ließ sich dann sogar die Königin blicken! Neoponera laevigata sind bekannt dafür häufig ihren Neststandort zu wechseln. Die genauen Ursachen sind nicht klar, aber wahrscheinlich um in neue Jagdgebiete vorzudringen. Eine spannende Parallele zu den Megaponera in Afrika!

      In der Kolumne befanden sich zahlreiche kleine Phoriden, die mit den Ameisen das Nest wechseln. Außerdem konnte ich mehrere myrmekophile Kurzflüger Käfer (Staphylindae) erspähen. Wissenschaftlich wurden die Myrmekophilen bei Neoponera noch nie untersucht.


      Grüße, Phil
    • Eine Anekote von der Feldarbeit:
      Wir mussten in einem bestimmten Gebeit sammeln, das relativ weit weg ist. Angeblich gibt es einen Weg, der die Station hier mit einer Straße etwas weiter nördlich in der Nähe des nächsten Dorfes verbindet. An diesem Weg liegen unsere Sammelstellen. Angeblich kann man den Weg innerhalb eines Tages durchlaufen, zumindest gerade so wenn man sich beeilt.
      Meine Feldassistentin und ich haben uns also auf dem Weg gemacht, und uns promt verlaufen - trotz GPS irrten wir stundenlang auf Wegen umher, ohne dem Ziel näher zu kommen. Schlussendlich drehten wir um, und kamen nach 10 Stunden Fußmarsch erfolglos wieder an der Station an. Damit das nicht nochmal vorkam, bat uns einer der Parkwächter seine Hilfe an, und wollte uns begleiten. Aber, da unsere Sammelpunkte soweit im Wald lagen, war er der Meinung, dass man es nicht an einem Tag schaffen kann - es gibt aber wohl eine kleine Campingstelle dort in der Nähe, wo man eine Nacht verbringen kann.
      Wir gingen also gestern erneut in den Wald, diesmal mit einem kleinen Zelt und Parkwächter-Begleitung. Doch auch er wusste oft nicht wo genau hin, und nur mithilfe unseres GPS konnten wir die Sammelpunkte auffinden. Jedoch verliefen wir uns trotzdem irgendwann im Wald, und das mysteriöse Camp blieb verschollen. Man braucht das Camp eigentlich nur, weil es dort eine Plastikplane gibt die vor Regen schützt, also beschlossen wir einfach irgendwo anders im Wald zu schlafen und zu hoffen, dass es nicht regnete.

      Kaum hatten wir das Zelt aufgeschlagen, da fing es an zu Donnern und ein heftiges Tropengewitter legte los. Wir wurden nass, unsere Ausrüstung wurde nass, eigentlich alles wurde nass. Wir quetschten uns zu dritt in das Zelt, und konnten nur betrübt hoffen, dass es bald weniger Regen wurde. Wir hatten eine kleine Falsche mit Schnaps abgefüllt und mitgenommen, und beschlossen, dass es an der Zeit war, uns zu betrinken, da man anders kaum schlafen würde. Es wurden ein paar lustige Stunden im Zelt, wir waren schon sehr beheitert und der Schnaps war bald leer.
      Da zog plötzlich unser Parkwächter mit großen Grinsen eine weitere Flasche von richtig übel riechenden Fusel aus der Tasche. Das ganze wurde mit etwas Limetten vermischt, damit man es überhaupt runterbekam, aber immerhin waren wir sehr glücklich damit. Ich schließ tief und fest bis um zwei Uhr morgens, als ich noch mit drehenden Schädel in einer Wasserpfütze aufwachte. Das komplette Zelt war innen unter Wasser, und draußen schüttete es fröhlich weiter.
      Der morgen war auch nicht viel besser, wir reisten zugeschlammt im Regen wieder ab, rutschten gewissermaßen Matschbäche den Berg runter. Schlussendlich schafften wir es, müde, aber trotzdem irgendwie zufrieden, wieder an die Straße zu finden und zurück ins Camp zu fahren.

      Und, nun zu den Ameisen. Im Matsch sind wir auf einen Trail einer eher selten zu sehenden Treiberameisenart gestoßen, Labidus coecus. Diese orangenen Ameisen sind hauptsächlich unterirdisch unterwegs, und nur wenn man zufällig auf eine ihrer Straßen tritt, kommen sie zum Vorschein. Sie sind aber wahrscheinlich relativ abundant im Wald, man sieht nur eben nicht. Die Majore erreichen beeindruckende Größen, vor allem im Vergleich zu den Minor-Arbeiterinnen!


      Grüße, Phil
    • Dies ist ein Nest einer hier häufigen Apterostigma Art. Es ist ein großer Sack, der komplett aus Pilz besteht. Innen im Nest ist auch alles voll mit Pilz, hier wird er zur Ernährung herangezüchtet. Anders als bei anderen Pilzzüchtern wird der Pilz nicht etwa an einem bestimmten Ort angebaut, sondern er wächst überall und über alles. Die Eier, Larven und Puppen sind komplett vom Pilz überwachsen, was ganz schön seltsam aussieht. Ich habe diese Ameisen noch nie dabei beobachten können, dass ihre Larven gefüttert hätten; die Larven sind im Pilzgewebe drin, und wahrscheinlich ernähren sie sich direkt davon. Der Pilz übernimmt sozusagen einen Teil der Brutpflege.
      Ganz schön abgefahren! Die Nester sind klein, selten mehr als 30 Arbeiterinnen und stets mit einer Königin. Ich war neugierig, wie die Ameisen reagieren würden, wenn ihr Nest zerstört wird. Ich habe also eines mitgenommen, und einfach mal beobachtet. Die Arbeiterinnen zerlegen innerhalb eines Tages das komplette Nest in kleine handliche Teile, und bauen sich so ein Nest zusammen. Sehr faszinierend.







      Grüße, Phil
    • Hallo Phil,

      tolle Beiträge aus Ecuador, die du hier postest und die Bilder sind super! Die Apterostigma sp. sieht ja faszinierend aus! :thumbsup:

      Handelt es sich bei dem Zusammenleben der Apterostigma sp. mit dem Pilz um eine mutualistische Symbiose? Ist der Pilz von den Ameisen in irgendeiner Form abhängig oder profitiert von dem Zusammenleben? Besteht der Pilz auch allein für sich in der Natur?

      Gruß, Olaf
    • Hallo Olaf,

      vielen dank! Ja, es handelt sich um eine mutualistische Symbiose - die Ameisen überleben ohne den Pilz nicht. Der Pilz kommt aber auch ohne Ameisen im Freiland vor, das ist bei vielen primitiven pilzzüchtenden Arten so.

      Das heutige Highlight: Eine Königin von Odontomachus mormo! Die Art ist sehr selten und nur von wenigen Fundorten in Ecuador und Kolumbien bekannt. Man weiß praktisch nichts über ihre Biologie. Es handelt sich um die größte Odontomachus Art von Südamerika, und ich habe bisher noch keine Arbeiterinnen gefunden. Die Königin saß nachts in einer kleinen Erdhöhle am Fuße eines mittelgroßen Baumes, ich sah ihren Kopf herausgucken und irgendwie war mir sofort klar, dass das was besonderes ist.




      Grüße, Phil
    • Hier ein Fundstück von der letzten Feldexkursion, eine Arbeiterin von Platythyrea, vermutlich P. prizo. Wenn meine Einschätzung richtig ist, handelt es sich um einen Erstnachweis dieser Art für Ecuador. Es ist nur wenig über diese Ponerinen bekannt - wir fanden einige nervöse Arbeiterinnen am Fuß eines Baumes im Primärwald.




      Grüße, Phil
    • Auf der letzten größeren Exkursion mussten wir eine Brücke überqueren, die knapp 20 Meter über einen schnellfließenden Fluss reichte. Als wir die Brücke erreichten, bemerkten wir ein paar Abdrücke von einer größeren Katze im Schlamm. Dann viel unser Blick auf die andere Seite der Brücke - und dort saß ein Ozelot, misstrauisch geduckt! Er hatte wohl gerade eben vor uns die Brücke überquert. Für etwa 5 Sekunden saß er still, dann wurde er misstrauisch und rannte in den Wald. Leider konnte ich kein Bild von ihm machen. Das ist das erste mal, dass ich eine größere Katze im Wald gesehen habe, da sie extrem scheu sind. Aber nur etwa zwei Wochen vorher, ganz in der Nähe, erspähten einige Affenforscher einen Jaguar aus ca. 20 Metern Entfernung, und konnten sogar ein Bild von ihm machen.
      Neben diesem 'Säugetier-Highlight' gab es natürlich auch ein Ameisen-Highlight. Am Fuße eines Baumes, zwischen Lianenwurzeln, fand ich ein Nest von Lenomyrmex foveolatus. Ich glaube es wurde überhaupt noch nie ein Nest der Gattung gefunden, zumindest ist es nirgendwo beschrieben. Es ist nur etwa 20 Arbeiterinnen groß, und die Tiere furchtbar langsam und vorsichtig. Die Larven sehen sehr seltsam aus, und haben lange Haare.




      Grüße, Phil