Gemeinschaftsbecken | Myrmica rubra + Gemeinschaftsbecken | Messor barbarus

    • Gemeinschaftsbecken | Myrmica rubra + Gemeinschaftsbecken | Messor barbarus

      Hey,

      das ist mein erster Beitrag in diesem Forum von daher erstmal :servus:
      Ich habe vor zwei Gemeinschaftsbecken zu eröffnen. Die bestehenden Becken sind einmal eine Messor barbarus Kolonie mit ca. 25-35 Arbeitern und halt einer Königin (die Kolonie Lebt in einem relativ großen selbstgebauten Ytong Stein). Die andere Kolonie ist eine Myrmica rubra mit ca. 130 Arbeitern und 3-4 Königinnen. Beide Becken haben die Maße 30x30x30 und haben jeweils eine Tränke. Meine Myrmica rubra Art zieht gefühlt alle 6 Stunden um mal in den Ytong Stein und mal irgendwo in die Erde.

      Meine Frage ist einfach welche Art ich zusetzen kann ohne einer Art zu schaden. Der Preis für die neue Art würde keine Rolle spielen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Tobias W.
    • Hey Tobias!

      Herzlich willkommen bei uns im Forum! :welcome:

      Bisher hatte ich nur wenige Vergesellschaftungen von Ameisenarten, aber die Frage finde ich durchaus interessant: Welche Arten würden dazu passen?

      Allerdings rate ich dir an erster Stelle bei der Größe deiner Formicarien ab, weitere Arten dazuzusetzen. Die Messor und Myrmica Kolonien sind meiner Meinung nach bereits groß genug und benötigen bei schneller und guter Entwicklung einfach den Platz. Ich vermute weiterhin, dass es im Fall der Myrmica beim Dazusetzen einer weiteren Art zu Kämpfen kommen wird und keine der beiden Kolonien kann sich aufgrund von Platzmangel dem Konflikt ausreichend entziehen. An meiner Straße sehe ich an wenigen Stellen Myrmica und Lasius Kolonien nebeneinander bestehen, allerdings vermute ich, dass die Grenze zwischen den Kolonien durch Kämpfe festgelegt wurde bzw. immer wieder neu bestimmt wird. Andere Arten des Kräftemessens wären auch denkbar, dass solltest du in jedem Fall recherchieren, bevor du unnötig den Ameisen durch Experimente schadest.

      Denkbar wäre, dass du die Messor mit einer sehr kleinen, friedlichen Art (z.B. Temnothorax) vergesellschaftest. Wenn die Messor den Bodenbereich beleben wäre es vielleicht weiterhin sinnvoll baumbewohnende Arten in Betracht zu ziehen, die den Boden meiden. Vermutlich wirst du eh in relativ schneller Zeit dir größere Becken zulegen. :D

      Vielleicht findest du ja ein gute Lösung für die Aufagbenstellung. Viel Erfolg!

      Gruß, Olaf
    • Hey,

      Finde ich auch sehr Interessant. Ich habe bereits gestern festgestellt das die Myrmica rubra doch sehr schnell das komplette Becken eingenommen haben. Ich sehe hier durchaus von einer neuen Art ab.
      Jedoch ist meine Messor babarus Art sehr inaktiv und hält sich nur in ihrem Nest auf. Es sind wohl auch einige Tiere verschwunden gesehen habe ich heute nur noch ca. 15. Die Vergrößerung der Becken wird folgen sofern es irgendwann nötig wird. Die Myrmica Art muss sich eh erstmal richtig eingewöhnen. Ich habe überlegt folgende Ameisen Art einzusetzen (bei den Messor babarus) überlegt habe ich mir die Formica Fusca (shoplink). Die sofern es nicht klappt in ein eigenes Formicarium kommt. Die Kollonie wird in der Größe 11-25 Arbeiterinnen geliefert.

      Also würden die sich vertragen?

      Ich habe auch überlegt mir eine Carebara diversa zuzulegen (in einem großen eigenem Formicarium versteht sich). Würde sich das lohnen (soll spannend zu beobachten sein)?. Oder lohnt sich eine andere Art mehr?

      mit freundlichen Grüßen

      Tobias W.
    • Hallo Tobias,

      Willkommen im Forum! :wave:
      Ich muss mich Olaf anschließen, bei dieser Beckengröße wird es längerfristig nicht möglich sein, zwei Kolonien miteinander zu halten. Bei so einem kleinen Formicarium werden die Ameisen die ganze Fläche als so nah am Nest wahrnehmen, dass andere Arten angegriffen werden. In der Natur findet man wie von Olaf erwähnt zwar immer wieder Nester in absoluter Nachbarschaft, das klappt aber nur, weil die Ameisen in unterschiedlichen Bereichen fouragieren und andere Nahrungsquellen erschließen können und sich so nicht in die Quere kommen.

      Formica fusca ist keine gute Art für eine Vergesellschaftung auf engem Raum, die Kolonien wachsen bei guter Pflege zu schnell. Letzteres gilt auch für Messor barbarus, sie mögen zwar jetzt noch relativ inaktiv sein, vermögen es aber eine Menge Brut aufzuziehen und werden schnell ein größeres Becken benötigen.

      Relativ problemlos dürfte es möglich sein (zumindest zeitweise) eine in einer kleinen Eichel oder Stöckchen lebende Temnothorax oder Leptothorax Kolonie dazuzusetzen. Diese kleinen Ameisen werden meist von größeren Arten weitestgehend ignoriert oder höchstens einmal genervt gepackt und vom Nest weggetragen, aber stellen keine Gefahr für die eigentlichen Bewohner dar. Ich habe mehrere Kolonien selbst bei meinen sonst ziemlich aggressiven Myrmecia gulosa mit im Becken - das ist allerdings auch 1,2m lang.

      Je nachdem, wo du wohnst, brauchst du diese Arten auch nicht kaufen, sondern kannst sie sehr leicht an einem sonnigen Waldrand oder am Weg finden (nur nördlich der Elbe findet man Temnothorax nicht, Leptothorax hingegen in ganz Deutschland).

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)
    • Ein paar Worte noch zu Carebara diversa: Ich denke man tut sich - zumindest ohne sehr gründliche Vorbereitung und Geld in die Hand zu nehmen - keinen Gefallen mit der Anschaffung dieser Art.

      Wenn man Carebara in der Natur erlebt hat und ihre sich mehrere dutzend Meter durch den Regenwald ziehenden, dicht belaufenen Straßen gesehen hat, dann wird einem schnell klar, dass es keine für die Haltung prädestinierten Ameisen sind.

      Natürlich kann man sie halten und wenn es gut läuft gibt es sehr viel Gewusel zu beobachten - eventuell schnell sogar zu viel. Eine gesunde Kolonie wächst enorm schnell, verschlingt große Mengen Futter und frisst sich selbst in kleinsten Ritzen durch Gips und Silikon! Auf die Dauer gestaltet sich damit eine ausbruchssichere und erfolgreiche Haltung kostspielig und aufwändig und wenn es doch mal zu einem Ausbruch kommt, laufen eben nicht hundert, sondern gleich hunderttausende Ameisen in der Wohnung herum.

      Aber natürlich gibt es Leute, die sie sehr erfolgreich halten und im Griff haben.

      Da ich Carebara durchaus faszinierend finde, habe ich viele Berichte verfolgt und es scheint immer dasselbe Schema zu sein: entweder die Kolonie wächst sehr schnell oder sie bricht zusammen. Es werden unzählige Kolonien mit nur wenigen Arbeiterinnen (einige hundert sind für diese Art wenig) aus Asien importiert. Ich denke man muss leider davon ausgehen, dass die meisten davon eingehen, zu selten liest man von großen, alten Kolonien.

      Ist also kein kleines Projekt so eine Kolonie und will gut überlegt sein, das will ich damit nur sagen.

      LG, Phillip
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