Lasius fuliginosus - Diskussionsthread

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    • Re: Lasius fuliginosus - Diskussionsthread

      Hallo Philipp. Du hältst die Kolonie ja schon ein Weilchen, wie Du mir geschrieben hast. Wäre gut, wenn Du etwas mehr zur Entwicklung der Kolonie im letztem Jahr und zum jetzigen Status berichten würdest.
      Diese Kolonie ist für mich die einzige, die in dieser Zusammensetzung so lange zu funktionieren scheint. Zumindest die einzige, die glaubhaft dokumentiert ist. Das ist schonmal beeindruckend :thumbup: . Ich glaube, es gab ja da mal Bilder Deiner Kolonie im AF mit der Königin und den Hilfsameisen.
      Ich habe selbst mit dieser Zusammensetzung weniger Glück gehabt, die Königinnen der fuliginosus verstarben meist nach wenigen Wochen oder Monaten, obwohl alles immer recht gut aussah. Es gab immer Eipakete, die Königinnen waren akzeptiert und wurden gut gefüttert, ihre Hinterleiber waren infolge Fütterung und Eiproduktion angeschwollen. Trotzdem gelang es nie, solch eine gemischte Kolonie (niger/fuliginosus) bis zur Aufzucht von fuliginosus-Arbeitern zu bringen.
      Aber es gelingt ja vllt. bei Dir. Also berichte doch bitte etwas mehr, auch, ob Du die Kolonie bereits ausgewintert hast, was ich tun würde. Vielleicht kannst Du auch aktuelle Bilder einstellen?

      LG, Frank.
    • Re: Lasius fuliginosus - Diskussionsthread

      Jetzt haste grad einen neuen Bericht mit Bildern eingestellt. Hat sich das überschnitten mit meiner Anfrage oben.

      Toll, das sieht wirklich gut aus. Nun müssen nur noch Arbeiterinnen aufgezogen werden. Aber es sieht aus, als könnte das klappen. Hut ab, Philipp :shock: . Ich glaube, das wäre der erste wirklich nachvollziehbare dokumentierte Aufzuchtversuch mit niger, wenn er denn gelingt.
      Halt uns bitte auf dem Laufenden.

      LG, Frank.

      EDIT: Fütter die jetzt reichlich. Sie müssen viele Nachkommen mit der ersten Generation gleichzeitig aufziehen, sonst kann es passieren, dass nur wenige schlüpfende fuliginosus-Arbeiter getötet werden. Das geschieht fast immer bei temp. sozialp. Ameisen mit der ersten Generation. Wichtig ist also, dass möglichst viele Arbeiter der "neuen" Art gleichzeitig schlüpfen, dann verteilt sich das "Mobbing" der misstrauischen Hilfsameisen, die durchaus merken, dass da etwas nicht stimmt mit dem Nachwuchs, auf viele junge Ameisen und die Überlebenschancen für die einzelne junge Ameise steigen.
    • Re: Lasius fuliginosus - Diskussionsthread

      Die Arbeiterinnen der fuliginosus sind etwas grösser als die der niger. Aber die fuliginosus der ersten Generationen werden kaum grösser sein, das ist oft auch bei den Sozialparasiten so, dass die ersten Arbeiterinnengenerationen etwas kleiner sind.
      Die Larven werden also etwa 3 bis 4 mm lg sein, wenn sie sich verpuppen. Ich glaube, die Larven auf Deinen Bildern sind noch winzig, soweit man das erkennen kann. Es dauert also noch ein paar Tage bis zu Verpuppung.
      Aber das wird schon, die werden sich schon verpuppen.
      Der nächste wirklich kritische Moment ist auch nicht die Verpuppung, sondern der Schlupf der ersten fuliginosus-Arbeiterinnen. Es geschieht immer wieder in solchen gemischten Kolonien, dass die ersten schlüpfenden Arbeiterinnen der "neuen" Art von den Hilfsameisen getötet werden. Es müssen also möglichst viele Arbeiterinnen gleichzeitig schlüpfen, dann verteilt sich, w.o. schon beschrieben, das Mobbing der Hilfsameisen auf viele jungen Ameisen und die Überlebenschancen für die einzelne junge Ameise steigen. Im Prinzip muss das Hilfsameisenvolk von den ersten Arbeiterinnengenerationen der soz. parasitischen Art überflutet werden.
      Diese Tötungen der ersten Generationen der "Herrenameisen" passieren nicht nur in der Haltung aufgrund irgendwelcher Störungen, wie manchmal zu lesen ist. Sie geschehen fast immer bei allen, scheinbar bereits gelungenen Nestübernahmen durch verschiedene Sozialparasiten, erst die Masse der schlüpfenden neuen, sozialparasitischen Art führt zum Gelingen der Nestübernahme. Ich habe das mehrfach bei Raptiformica, bei Formica und Polyergus beobachtet. Bei Dendrolasius und Chthonolasius ebenfalls.

      Das ist auch der Grund, warum Arten wie fuliginosus i.d.R. grosse weisellose Kolonien von Chthonolasius übernehmen. Fuliginosus zeigt hier noch eine Besonderheit. Viele, hochproduktive Königinnen dringen in ein solches Nest ein und werden bei günstigen Bedingungen adoptiert. Viele Hilfsameisen ohne eigene Brut im schon weisellosen Volk ziehen nun Unmengen von fuliginosus-Arbeiterinnen auf, welche beim Schlüpfen durch ihre schiere Menge die Angriffe der misstrauischen Hilfsameisen nun überleben.
      Später wenden sich die temporär sozialparasitischen Ameisen gegen ihre Ammen und töten diese ihrerseits oder vertreiben sie aus dem Nest. Dies zumindest hab ich bei den temp. sozialparasitischen Arten der Lasius beobachtet.

      LG, Frank.

      EDIT: Diese Tötungen erster schlüpfender Arbeiterinnen habe ich mehrfach wie geschrieben bei den Artenpaaren Dendrolasius/Chthonolasius beobachtet. Bei Gemischten Kolonien mit Dendrolasius/Lasius niger konnte ich das noch nie beobachten, einfach weil solche Kolonien bei mir nie so weit gediehen wie Deine Kolonie, Philipp.
      Es wird nun spannend sein, wie sich die niger verhalten beim Schlupf dieser "ungewöhnlichen" Nachkommen. Es ist eine ungewöhnliche Konstellation, man kann davon ausgehen, dass es diese Mischung im Freiland so nicht gibt. Zumindest wurden noch nie solche gemischten Kolonien gefunden und beschrieben, auch wenn immer wieder solche Behauptungen aufgestellt werden...
      Interessant also wird sein, wie die niger mit diesen Sozialparasiten umgehen, auf dessen Erscheinen sie überhaupt nicht vorbereitet sind.

      Die Adoption einer fremden Königin einer verwandten Art in Gefangenschaft gelingt ja immer mal wieder bei den unterschiedlichsten Ameisen. Ich erinnere an meine gemischte Kolonie der Mrmecia pavida/ gulosa, einen Bericht dazu gibt es hier im Forum. Das Problem ist dann der Schlupf der ersten Arbeiterinnen, die Akzeptanz dieser durch die Hilfsameisen. Dass diese die fremde Königin unter Anwendung verschiedener Tricks adoptiert haben, muss nicht bedeuten, dass sie problemlos die Arbeiterinnen der neuen Art tolerieren.
      Es kann aber auch durchaus besser laufen als bei den an diesen Sozialparasiten angepassten Chthonolasius. Vielleicht tolerieren die niger die schlüpfenden fuliginosus also auch einfach.
      Das wird also spannend.
    • Re: Lasius fuliginosus - Diskussionsthread

      Hi Frank,
      danke für die Information :thanks:
      In ca. 2 Wochen werden die genug Larven haben :D Die essen jetzt ja schon ganz schön viel, bin mal gespannt wie viel sie dann essen :thumbup:

      Der Eierhaufen wächst weiter und ich denke für das doch recht kleine Volk reicht eine Königin :lol:



      PS: Bei den Bilder wo die Larven zusehen sind, ich habe ja bei mir die orginal Bilder wo ich noch ran zoomen kann, dann erkennt man auch besser die Larven. Vieleicht kann man die hier irgendwie speichern oder noch weiter ranzoomen.

      Gruß Philipp
      Bilder
      • CIMG1932.JPG

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