Problem-Hornisse

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    • Problem-Hornisse

      Zu meiner großen Freude hat sich in unser Betriebsgebäude eine Hornisse eingenistet.
      Nur leider könnte das zu Problemen, bzw. Schäden am Gebäude führen.

      Es handelt sich um ein in Holzständerbauweise errichtetes, einstöckiges Gebäude. Gedämmt ist aussen mit Holzfaserplatten, auf welchen eine Lattenkonstruktion die Fassade aus Lärchenholz hält. Es gibt also hinter den Fassadenbrettern einen schmalen Raum jeweils zwischen den Senkrechten Holzlatten.
      Und dort hat sich die Hornisse unter einem Fensterbrett eingenistet.

      Neststandort:


      Nesteingang:


      Unterseite der Fassade mit Gitter und Hornissenlarve: (Was da wohl passiert ist? Sie lebte noch)


      Unterseite der Fassade mit Dreck aus dem Hornissennest:



      Mein Freund hat jetzt natürlich bedenken, dass die Hornissen sich mehr Platz schaffen, in dem sie die Dämmung zerstören. Sollte das der Fall sein müssen sie dort raus. So oder so, da das Gebäude erst zwei Jahre alt ist und uns natürlich eine Stange Geld gekostet hat.

      Die Frage wäre, ob man sie dazu bewegen kann, einen etwas geräumigeren Ersatznistplatz zu beziehen? Ich hätte noch einen Nistkasten für Meisen aus Holz. Bringt es etwas diesen direkt neben dem Einflugloch aufzuhängen?


      Frank, du kennst dich doch recht gut aus mit Hornissen und Wespen, vielleicht kannst du mir weiterhelfen?

      LG, Markus
    • Hallo Markus. Es gibt eigentlich nur einen Weg. Ihr werden die Hornisse umsiedeln müssen. Noch wäre das möglich, er wird jetzt nur wenige Arbeiterinnen geben.
      Ich würde versuchen, die Wand zu öffnen. Vorher die Hornissenkönigin abfangen (wenn sie selbst noch ausfliegt) bzw. die ersten Arbeiterinnen einfangen, die es bereits geben kann. Das ist heikel. Respekt ist angeraten, Vorsicht und Selbstschutz.
      Dann versuchen, das Nest zu bergen und es behutsam in einen ausreichend großen Kasten befestigen. Natürlich oben. Die alte Brutstätte nun komplett schließen und für die Hornissen, die ja noch mal hier suchen werden, unzugänglich machen und den neuen Brutkasten erst mal in der unmittelbaren Nähe aufstellen. Vielleicht davor oder dicht daneben. So müssen sich die Tiere erst mal noch nicht neu einfliegen und werden sich bald an das neue Domizil gewöhnen. Später kann man das Volk immer noch umsiedeln, wenn der Kasten verschließbar ist (Nicht zu spät, nicht erst, wenn das Volk groß ist. Hornissen fliegen auch in der Nacht, es ist also später nicht einfach, ein Volk mal so einfach nachts umzusiedeln).

      Ich würde das versuchen. Ist nicht einfach, aber lohnt sich. Das sind einmalige Tiere, die man ja nicht töten will (und auch nicht so ohne weiteres töten darf). Und ich würde schnell handeln, denn das Volk wird sich jetzt zügig entwickeln. Und sich auch den Platz verschaffen, den es benötigt.

      Manchmal ziehen Hornissen der Art Vespa crabro auch selbstständig um. Wenn der Platz zu gering ist, wenn sich einen geeignetere neue Nistmöglichkeit bietet. Aber darauf warten würde ich eher nicht.
      Wie gesagt, ist das Volk erstmal größer und hat vielleicht über 50 Arbeiterinnen, wird eine Umsiedlung schwierig.

      Natürlich kann man sich auch Hilfe holen. Es gibt überall berechtigte, zertifizierte Umsiedler von Wespennestern. Nicht zuletzt, ich muss das sagen, auch wenn ich weiß, dass das hier jeder weiß, sind unsere Hornissen streng geschützt und freihändige Manipulationen an ihren Nestern sind verboten.
      Auf keinen Fall würde ich aber jemanden an die Tiere heranlassen, der meint, die müssen vernichtet und weg gespritzt werden. Es gibt immer einen Weg.

      Tut mir sehr leid, aber besseren Rat kann ich dir nicht geben, Markus.

      LG, Frank.
    • Wir haben beschloßen, das Hornissennest dort zu belassen.

      Um es zu entfernen, müsste die komplette Fassade entfernt werden, da die Bretter mittels Nut und Feder ineinander gesteckt und verschraubt sind. Man muss also vom Dach aus nach unten die komplette Wand entkleiden um überhaupt unter dem Fenster an das Nest zu kommen.

      Den Dreck, welcher sich unten am Schutzgitter angesammelt hat, lässt sich mit unserem Industriesauger leicht entfernen. Das werden wir halt regelmässig durchführen, damit sich nicht erst soviel Schmutz ansammelt.
      Die Kolonie scheint zudem bereits recht gut entwickelt zu sein, da selbst nach dem testweisen abfangen von 8 Arbeiterinnen am frühen Morgen auch weiterhin reger Flugverkehr herrschte. Ein stetiges kommen und gehen innerhalb nur weniger Minuten.

      Mag sein, dass die Dämmung etwas leiden muss, doch hoffen wir darauf, dass die Hornissen erstmal den vorhanden Raum nutzen.
      Dieser dürfte abgesehen von der Tiefe ausreichend Platz bieten. Sie hätten einen halben Meter breite und über einen Meter höhe, wenn auch nur etwa 5 cm Tiefe.
      Die Dämmung entspricht zudem der Brandschutzverordnung und die äusseren Dämmplatten sind auch gegen Feuchtigkeit behandelt. Ob sie das zum Nestbau überhaupt verwenden können?
      Bisher sind kaum Fasern aus der Dämmung unter dem Nest zu entdecken, wobei es sich dabei auch um das Baumaterial der Hornissen handeln könnte.

      Nächsten Winter muss jedenfalls das gesamte Gebäude noch mal besser abgedichtet werden, um zukünftig mögliche Untermieter gleich auszuschließen.

      Jedenfalls freue ich mich trotz allem über diese tollen Untermieter und beobachte sie fast täglich. Selbst von weiter weg kann man sehen welche Arbeiterinnen reiche Beute mit heim bringen.
      Man muss nur darauf achten, nicht in ihren Flugschneisen zu stehen. Scheinbar rechnen sie nicht mit plötzlichen Hinternissen und stoßen gleich mit einem zusammen.

      Vielleicht entwickelt sich das ganze noch zu einem kleinen Bericht über Hornissen. Ich werde versuchen Fotos zu machen, aber die sind überraschend schnell beim Ab- und Anflug.
    • Das ging einfacher als gedacht.

      Inzwischen ist schon deutlich mehr Betrieb am Hornissennest.
      Die Bilder waren in wenigen Minuten gemacht, dann wurden sie aber langsam neugierig wer da so nah ans Nest kommt.
      Da angeblich ihre Verteidigungsbereitschaft mit jeder groben Störung des Nestes wächst und sich auch der Radius erweitert, hab ich mich dann zurückgezogen.













      Vielleicht sollte ich sie mal Füttern um ihnen zu zeigen, dass ich auf ihrer Seite bin?
    • Ich finde die Gelassenheit, mit der ihr euren temporären Mitbewohnern begegnet, sehr sympathisch und vorbildlich.

      Gestern ist mir im Garten die erste Hornissen-Arbeiterin in diesem Jahr begegnet und ich war wieder begeistert von ihrer Größe und der Zielstrebigkeit, mit der sie auf Nahrungssuche unterwegs sind. Es sind Insekten, denen man wirklich schon mit einer gehörigen Portion Respekt begegnet.

      LG, Phillip
      "Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen." (Jean Anouilh)