Berichte aus der Welt der Haltung exotischer Ameisenarten - Diskussionsthread

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    • Moin Frank,

      danke, sehe ich auch so und die Stichwortsuche bietet sich in jedem Fall an. In diesem Thread möchte ich einfach ungebunden berichten und wenn es nur schnell ein paar schöne Ameisenbilder sind, die ich poste. Wenn sich ein Thema als Einzelthread anbietet, dann werde ich weiterhin einen Thread eröffnen (oder begonnene Threads erweitern). Hier landet der Rest. :)

      Gruß, Olaf
    • Hallo Olaf,

      danke für deine interessanten Eindrücke. Ich habe ein paar Kommentare zur Geschlechtstierproduktion. Was vom Halter als "zu früh" empfunden wird, muss nun aber nicht etwas unnatürliches sein. Andererseits habe ich auch die Vermutung, dass viele Arten in der Haltung unnatürliche Größen erreichen, was möglicherweise zu einer ungewöhnlich hohen Geschlechtstierproduktion führen könnte.
      Um zwei deiner Beispiele aufzugeifen:
      Neoponera apicalis habe ich in der Natur nie mit riesigen Völkern gesehen. In Franz. Guayana hab ich mehrere Kolonien gesammelt, und das größte Nest davon zog bereits einige Jungköniginnen auf. Das heißt, es war eindeutig "ausgewachsen". Wir haben es exakt gezählt, und sind auf 65 Arbeiterinnen gekommen, also nur halb so groß wie die Kolonie, die du als "klein" beschreibst. Laut antwiki liegt die durchschnittliche Koloniegröße in der Natur irgendwo zwischen 30 und 90 Arbeiterinnen, was sich mit meinen Beobachtungen in Costa Rica und Ecuador deckt (ich habe diese aber nur geschätzt, nicht gezählt). Man muss aber etwas vorsichtig sein, unter Neoponera apicalis versteht man eindeutig mehr als eine Art, und die Volksgröße könnte variieren.
      Für eine Kolonie, die weit am oberen Maximum der natürlichen Größe liegt, wäre es sicher kein unlogisches Verhalten möglichst viel in die Aufzucht von Geschlechtstieren zu investieren. Natürlich muss sich nicht jede Kolonie in dem Aspekt gleich verhalten.

      Bei Diacamma rugosum sieht es ähnlich aus. Nun kenne ich D. rugosum nicht aus dem Freiland, sondern nur die nahe verwandten Diacamma indicum. Ich vermute aber, dass sie eine ähnliche Lebensweise haben. Laut antwiki sind Völker von D. rugosum im Schnitt 40- 50 Arbeiterinnen groß, solche von D. indicum 90 Arbeiterinnen. Sobald die Kolonie eine gewisse Größe erreicht hat, spaltet sie sich in mehrere. In der Haltung wird das unterbunden, und dadurch dass es kaum Arbeiterinnenmortalität gibt werden die Kolonien ungewöhnlich groß, und ziehen dann auch unnatürlich viele Männchen auf (vielleicht verliert die Gamergate Kontrolle über die Reproduktion von anderen Arbeiterinnen in einer zu großen Kolonie?).

      Grüße, Phil
    • Moin Phil,

      ich finde auch, dass die Hobbyhaltung in ihrem Zuschnitt sehr spezifisch ist und verzerrte Verhältnisse produziert. Ich versuche die Tiere relativ natürlich zu halten, aber letzten Endes ist bei jeglicher Heimhaltung das Natürliche eher wohl nicht der Fall.

      In der Tat hatte ich bei der N. apicalis mit 500 Tieren gerechnet und empfand die 150 als zu wenig. Danke für deinen Kommentar. Was du ausführst macht Sinn. Die Zeit, die ich die Tiere hielt entsprach als zweite (Fehl-)Annahme ebenfalls nicht meiner Erwartung, nahm ich doch einen Zeitraum von sechs Jahren an. Wahrscheinlich spielt das Verbleiben der Jungköniginnen in der Kolonie eine Rolle. Wir werden es leider nicht klären können.

      Gruß, Olaf