Pogonomyrmex occidentalis

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    • Pogonomyrmex occidentalis

      Hallo,

      Etwa gegen August, 2017 bekam ich eine Pogonomyrmex occidentalis Königin die etwas mit Brut gepusht wurde und ich war sehr gespannt darauf als der Postbote endlich klingelte. Als ich das Paket aufmachte war ich erstmal geshockt als ich sah, dass ein wenig Wasser bei dem RG ausgelaufen war und die Puppen darin verklebt waren. Ich klopfte nun vorsichtig alles auf trockenen Sand und konnte glücklicherweise die Königin und ein paar noch gut aussehene Puppen retten.
      Am Ende stellte sich dennoch trauriger weise heraus, dass es nur 2 Puppen gab die nicht kaputt waren und daraus Arbeiterinnen wurden. Die Kolonie startete also mit nur 2 Arbeiterinnen und endlich einem 1. eigenen Eierpaket durch. Es dauerte etwa über 2 Monate bis die Kolonie nun ihre eigenen Arbeiterinnen hatte. Die erste Generation umfasste grob 8 Arbeiterinnen(+2) doch ab dieser Menge gab es schon wieder Brut in allen Stadien und es schlüpften alle paar Tage einzelne Arbeiterinnen nach. Heute nach etwa 1 Jahr umfasst meine Kolonie grob 500 Arbeiterinnen und massig Brut. Ich fand schon seit einer Ewigkeit Pogonomyrmex interessant zum 1. mal traf ich auf diese Art in Kalifornien als ich 17 Jahre alt war und eine unbestimmte rote Pogonomyrmex in der nähe des Strandes beobachtete und wurde hier in den Finger gestochen. Man tat das weh dachte ich mir, der Schmerz war vergleichbar mit einem kleinen Schnitt an einem zerbrochenen Glas und hielt einige Minute an. Ich kann also bestätigen das Pogonomyrmex ziemlich schmerzhaft stechen kann, meine Pogonomyrmex occidentalis Kolonie hatte mich auch schon mehrere male gestochen und der Schmerz erinnerte mich jedesmal an die Pogonomyrmex aus Kalifornien und hatte eine mir identisch empfundene Intensivität. Mich haben in meinem leben schon verschiedene Ameisen gestochen und wenn ich ein Ranking nach dem Schmerz geben würde dann würde es so aussehen:
      1. Paraponera clavata 2. Pogonomyrmex occidentalis (ja 2. Platz) 3. Solenopsis geminata 4. Pachycondyla sp.(Taiwan) 5. Myrmica rubra/ruginodis 6.Tetramorium bicarinatum

      In der Haltung merkte ich auch beim Füttern wie stark das gift der Pogonomyrmex ist am Beispiel einer ausgewachsenen blaptica dubia (Argentinischen Schabe), die ich komplett unverletzt und leben verfütterte und die dann nach einigen Minuten tot war obwohl Schaben normalerweise sehr hartnäckig im Sterben sind.

      Ich hielt zuerst meine Pogonomyrmex Kolonie als sie auf die 100 Arbeiterinnen zugingen für einige Monate in einem 3D Nest, doch dann bemerkte ich dass es bald eng werden würde und so langsam etwas schmutzig wurde.
      Hier mal ein Bild zu der Kolonie im 3D Nest:


      Ich entschied mich dann später der Kolonie ein neues größeres Nest + Becken anzubieten, welches einer Wüste nachempfunden sein sollte mit trockenem Pflanzenmaterial (hier Grass) sowie einer geringen Vegetation von einer Aloe Pflanze, lebenden Steinen.
      Hier mal ein Bild zu dem Becken:


      Ich machte übrigens auch ein Video zu der Kolonie in dem Ytong Nest. Man sieht hier leider die Königin nicht, da sie es sich in der Ecke einer Kammer mit einigen Arbeiterinnen bequem gemacht hatte und sie sich in einem schlechten Filmwinkel befand. Hier das video: Pogonomyrmex occidentalis im Ytong

      Ich hatte erstmal Angst als ich das Video sah und dachte, dass meine Königin verstorben sei oder in der Arena oder so rumrennt. Ich suchte und fand sie dann in einer Kammer oben im Eck:



      Ich kann echt sagen, dass Pogonomyrmex occidentalis einer meiner Lieblingsarten in der Haltung sind. Diese Ameisen machen einfach mega spaß in der Haltung und haben echt ein cooles Verhalten und eine tolle Lebensweise. Es ist echt interessant zu beobachten, wie sie Körner eintragen und selbst lebende Insekten platt machen. Ich fand schon immer Ameisen die Beute erstechen können mega interessant und das diese Art auch etwas größer sind (6-7 mm) macht es einfacher sie zu Beobachten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Pogonomyrmex Müllhaufen anlegen, was das Reinigen des Beckens einfacher macht indem man einfach diese Haufen rauslöffelt. Sie lassen außerdem wenig von den Futtertieren übrig die ich entweder lebend oder tot verfüttere, dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie starke Mandibeln haben und somit besser mit Chitin zurecht kommen.

      Hier findet ihr den Diskussionsbereich: Diskussion

      Gruß,


      Marcel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von marcel91 ()

    • 16.08.2018

      Heute gab es 1 sub-adulte Argentinische Schabe (Blaptica dubia) und 1 adulte Schokoschade (Shelfordella lateralis) und wie schon zuvor haben die Arbeiterinnen nicht einmal versucht diese ins Nest zu tragen.
      Sie scheinen diese Schaben vor Ort zu essen und reißen manchmal kleine Stücke raus und transportieren diese dann ab. Ich finde es echt interessant wie schnell so Futtertiere innerhalb von Minuten zur Hälfte und mehr gefressen werden. Besonders die Schokoschaben werden gerne angenommen und es ist nach Minuten kaum mehr was übrig wo bei Argentinischen Schaben noch 3/4 der Körpers erhalten ist.
      Jede Art hat so ihren Geschmack würde ich dazu sagen. :)

      Hier gibt es mal ein paar Bilder zu dem Leckerbissen, den die Kolonie hatte:

      Auf dem 1. Bild erkenne ich grob 57 Arbeiterinnen (-/+1) ist eine sehr aktive Art. Hauptsächlich sind sie an der Schokoschabe nur einzelne sind an der argentinischen Schabe.


      Bald ist hier nichts mehr übrig:


      Ich habe übrigens noch eine Pogonomyrmex rugosus Kolonie, ich wundere mich echt wie sie sich im Verhalten unterscheiden. Momentan haben sie etwa 48 Arbeiterinnen und man kann sie noch nicht gut vergleichen, vielleicht mache ich auch noch einen Haltungsbericht über diese.

      Gruß,

      Marcel