Erlebnisse mit Temnothorax

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    • Erlebnisse mit Temnothorax

      Hallo,

      ich möchte hier ein wenig über Erfahrungen bzw. Erlebnisse mit Temnothorax berichten und würde mich freuen wenn auch andere Ihre Erlebnisse teilen würden.
      Es sind ohne Frage nicht die üblichen Ameisen wie sie die breite Masse kennt, die einen Erdhaufen auftürmen, sich in Massen auf Beute stürzen oder Straßen bilden. Dafür gibt es hier ganz andere Dinge zu beobachten, die viel subtiler sind, jedoch alles andere als uninteressant.
      Ich würde Temnothorax eigentlich auch nicht als "Liebhaberameise" betiteln, nein, vielmehr als Ameise für echte Kenner ;)
      Was also für den Sommelier ein guter Wein ist, ist für den Ameisenhalter ein Volk mit Temnothorax (das ist natürlich nur meine Meinung, viele Leute werden hier anders denken :rolleyes: )

      Nun jedoch zum eigentlichen Thema. Es soll ja um Erlebnisse mit dieser Art gehen. Und genau das hatte ich heute mal wieder und möchte davon berichten.
      Ich kaufte mir vor kurzem eine neue Dose mit Drosphilla und wollte einen Teil einfrieren. Also ab in die Gefriertruhe. Weil ich jedoch auch gleich einen Teil davon verfüttern wollte, holte ich das ganze nach zwei Minuten wieder heraus und schüttete ein paar Tiere zu meinen Temnothorax. Durch das kurze Einfrieren waren wohl noch nicht alle Tiere ganz tot und so kam es, dass ein paar Drosphilla "auferstanden" und durch die Arena liefen. Ich habe diese so belassen, sie konnten sie entweder erjagen (was eher unwahrscheinlich ist) oder sie einfach nach deren natürlichen Ableben aufsammeln und verwerten.
      Heute habe ich dann ein kleines Tröpfen Honig angeboten und bemerkte, dass eine dieser Drosphilla noch am leben war und durch die Arena krabbelte.
      Es dauerte nicht lange da rekrutierten meine Damen im Tandemlauf fleißig Arbeiterinnen, bis sich ca. acht Arbeiterinnen um das Tröpfchen Honig scharten.
      Da die übriggebliebene Drosphilla wohl schon ziemlich hungrig war und auch nicht zu kurz kommen wollte, gestellte sie sich einfach zu den Arbeiteriennen dazu und so schleckten alle gemeinsam, dicht an dicht gedrängt, am Honig.
      Weder die Ameisen noch die Fliege störte der enge Kontakt, alle waren damit beschäftigt sich über den Honig her zu machen.
      Das ganze war ein Bild für Götter und ich war so faziniert, dass ich leider vergas ein Bild von dem Ganzen zu machen. :bash:

      Ich hoffe diese Anekdote hat euch gefallen und ihr habt auch etwas über diese tolle Art zu berichten!

      :servus:
    • Ja, die Gattung Temnothorax enthält interessante Arten, besonders auch leicht in der Natur zu findende einheimische!

      Schon vor Jahrzehnten hatte ich selbstgegossene Gipsnester mit den übersichtlichen Völkern zum Beobachten in der Wohnung.
      Heute finde ich sie auch gut geeignet, um Kindern die Welt des interessanten kleinen Ameisenstaates unter der Lupe zeigen zu können.

      Vorige Woche habe ich mein Temnothorax affinis - Völkchen vom kühlen Dachboden aus der Winterruhe geholt, den Gips leicht angefeuchtet und schon etwas gefüttert (Honig, etwas Weiß und Gelb vom Frühstücksei). Die überwinterten Larven haben dadurch sichtbar gleich etwas "Fülle" bekommen.


      Seit 12 Monaten im Gipsnest gehaltenes Volk von Temnothorax affinis nach der Winterruhe (08.04.2019). Im Bild zu sehen sind auch 3 von Bandwurmfinnen parasitierte, sich normal verhaltende Arbeiterinnen.

      Dieses Temnothorax affinis Volk enthielt schon im März 2018 parasitierte Arbeiterinnen. Darüber hatte ich schon im Ameisenportal berichtet. Auf dem aktuellen Übersichtsbild sind 3 Betroffene an der hellgelben Farbe zu erkennen.


      Das gelbgefärbte Individuum rechts enthält Bandwurmfinnen. Erst wenn
      diese Ameise vom noch unbekannten Endwirt gefressen würde, erfüllt sie
      ihre Rolle als Zwischenwirt.
      Im Darm des Endwirtes würde sich dann der Bandwurm entwickeln, dessen
      Eier später vielleicht wieder als Nahrung in ein Ameisennest gelangen
      könnten.
    • Hallo,

      ich habe heute versucht die ersten Bilder meines kleinen Volkes zu machen.
      Ich habe Honiglösung, Wasser und Fruchtfliegen angeboten um sie etwas herauszulocken.

      Sie haben sich besonders auf das Wasser gestürzt, ich werde vielleicht doch eine dauerhafte Tränke anbieten.
      Gut zu sehen ist, dass 3-4 Gynen mitfouragieren. Das ist keine Ausnahme sondern meistens der Fall.

      Interessant wäre noch zu wissen um was für eine Art es sich genau handelt. Eventuell könnt Ihr anhand der Bilder und eurer Erfahrung dazu etwas sagen.











      Ich hoffe ich kann Euch mit meiner Freude dieser Art gegenüber anstecken :)
    • Die Samenkapseln meiner Veilchen sind reif und normalerweise verfüttere ich diese an meine Formica Arten. Die Samen selbst sind uninteressant, jedoch werden die Anhängsel (Elaiosome) verzehrt. Diese sind Eiweißreich und ich möchte für natürliche Abwechslung sorgen.Heute haben zum ersten Mal meine Temnothorax cf. nylanderi etwas abbekommen und zu meiner Überraschung eifrig daran genagt. Es waren binnen kürzester Zeit sechs Arbeiterinnen und eine Gyne am Elaiosom zu Gange.Bei der Verbreitung wird diese Art vermutlich wenig beitragen, hoffe trotzdem, dass es ihnen geschmeckt hat ;)Habe davon leider keine Bilder, als Ersatz ein kürzlich aufgenommenes Bild wie an einem Wassertropfen getrunken wird.

    • Ich konnte bereits gestern mehrere Männchen entdecken. Geflügelte Gynen konnte ich keine entdecken. Die Frage ist also ob unter den ganzen Gynen auch eine begattete Gyne dabei ist.Nesteinsicht habe ich keine und somit wäre nur das Auftreten von Jungköniginnen ein Beweis/Indiz auf eine begattete Königin. Sollte es nur Männchen geben, werden diese wohl kaum eine der vorhandenen Gynen begatten. Zumindest wäre mir das nicht bekannt. Soweit ich weiß unterhält die Art Satellitennester, in denen keine Königin vorhanden ist. Eventuell habe ich im letzten Jahr so eines erwischt und es wurde lediglich die vorhandene Königinnenbrut aufgezogen.

      Nachtrag: 8 Männchen konnte ich zählen.

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    • Es tauchen weiterhin Männchen auf. Irgendwie befürchte ich, dass evtl. doch keine begattete Gyne vorhanden ist. Nesteinblick habe ich nicht und werde somit nur abwarten können.Habe heute einen kleinen Tropfen Honiglösung und ein paar Drosphilla angeboten. Die Drosphilla wurden erst einmal ignoriert, der Honig jedoch zahlreich aufgesucht. Ich konnte ca. 20 Tiere um den Tropfen zählen, davon eine Gyne.Es war schon ein toller Anblick so viele Individuen dieser Art auf einem Haufen zu sehen. Leider hatte ich nicht vor Bilder zu machen und somit auch nicht die Kamera zur Hand.Die Art ist nicht allzu schreckhaft, bewege ich jedoch die Arena oder öffne den Deckel, findet dennoch eine Zertreuung vom Futterplatz statt. Somit hätte sich das nachträgliche Holen der Kamera nivht gelohnt.