Vespa crabro

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    • Bei einem Freund hatte sich eine Hornisse am Haus auf der Terrasse angesiedelt.
      Leider durfte sie nicht bleiben, die Herrin des Hauses fürchtete sich und es gab Bedenken, dass es später zu Stichen und eventuellen Angriffen kommen könnte. Es gibt kleine Kinder in der Familie.
      Unsere Hornissen sind ruhige und eigentlich friedliche Großwespen. Jedoch sind gerade die Hornissen immer wachsam und überwachen die Umgebung des Nestes. Bei den Völkern der Art gibt es immer Wachen, die den Nesteingang und die Umgebung desselben überwachen und hier auch die nähere Umgebung abpatrouillieren. Es kann dann zu Problemen kommen, wenn man unvorsichtig ist und nicht den nötigen Respekt vor diesen Tieren hat. Man bewegt sich halt langsam, vermeidet es, zu nahe zu kommen, man sollte die Wachtiere nicht anatmen. Einfach vorsichtig sein und respektvoll.

      Immerhin wurde diese Hornisse nicht einfach umgebracht oder das Nest zerstört. Mein Freund erinnerte sich an mein Interesse an solchen sozialen Insekten und rief mich an. Es war dann ein Leichtes für uns, die junge Nestgründerin mit ihrem Nest umzusiedeln.
      Sie lebt jetzt bei mir, sozusagen in Halbpension.
      Zucker, Wasser und ein Dach über den Kopf bekommt sie gestellt, lediglich um ihr Baumaterial und um Proteine für die Larven muss sie sich selbst kümmern.
      Bald werden die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und die Versorgung übernehmen, dann wird die Jungkönigin nicht mehr ausfliegen müssen.

      Die Königin hat sich in wenigen Tagen gut eingelebt, die neue Umgebung erkundet und sich neu orientiert. Mittlerweile jagt sie erfolgreich im neuem Revier.

      Die Königin an der Gründungswabe mit Futter für die Larven.



      LG, Frank.
    • Hallo Mathias, danke für den Link, ich habe mir die Dokumentation angesehen. Guter Mann, es ist schön, dass es solche Menschen gibt. Der liebt diese Wespen und ich kann das gut verstehen.

      Bei meiner Hornisse läuft es hervorragend. Ich bin erstaunt und beeindruckt, wie gut sie den Umzug und all den Stress verdaut hat und mit welcher Ruhe und Gelassenheit sie ihren Geschäften nachgeht. Sie fliegt noch immer ständig ein und aus, trägt Baumaterial und Nahrung ein.
      Seit heute morgen wird sie von der ersten Arbeiterin unterstützt. Diese erste fliegt seit heute aus, sie ist gestern früh geschlüpft. Sie ist noch unerfahren, muss noch viel lernen und kann die Königin daher noch nicht unterstützen. Aber das wird sich schnell ändern, Hornissen lernen schnell. Dies sind die ersten Arbeiterinnen, daher fliegen sie früher aus als junge Arbeiterinnen in größeren Völkern, schon nach ein, zwei Tagen. Ihre Mitarbeit wird früher gebraucht, die Königin muss entlastet werden und soll möglichst früh von der gefährlichen Aussendienstarbeit lassen können.
      Heute sind zwei weitere junge Arbeiterinnen geschlüpft. Das Völkchen wächst.



      Wunderschöne Tiere. Ziemlich entspannt und ohne Angst, ich darf ihnen im Nest zusehen, wenn ich mich ruhig und vorsichtig verhalte und Erschütterungen vermeide. Natürlich sind wir dabei aber von einer Glasscheibe getrennt.

      LG, Frank.

      The post was edited 1 time, last by Frank Mattheis ().

    • Die Entwicklung eines Wespenvolkes verläuft bei unseren Arten mit einjährigen Staaten anfangs immer langsam. Erst mit zunehmender Arbeiterinnenzahl wird das Volk immer produktiver, kann dann immer mehr Nachkommen gleichzeitig aufziehen und bei den heimischen Arten mit einem länger andauernden Jahreszyklus erreichen die Völker ihren Höhepunkt mit der wohl größten Arbeiterinnenzahl Ende August bis Ende September. Zu diesen Arten gehören neben den heimischen Vespula germanica und V. vulgaris auch unsere Hornisssen.
      Viele Arbeiterinnen bedeuten eine gute Versorgung mit Nahrung, Baumaterial und die Tiere können dann besser das Nest klimatisieren, kühlen durch die Verdunstung hierfür eingetragenen Wassers oder, bei Bedarf erwärmen durch Muskelaktivität. Hierzu werden Kohlehydrate benötigt, ein größeres Volk kann auch davon mehr eintragen.

      Diese Wespen, vor allem die Vespula-Arten, sind zwar die dominierenden, auffälligsten Arten, eben weil sie im späten Hochsommer scheinbar allgegenwärtig sind. Andere Arten wie die meisten Langkopfwespen haben zu diesem Zeitpunkt meist bereits ihren Jahreszyklus abgeschlossen, junge Königinnen und Männchen aus den Nestern entlassen, die meisten Nester der Dolichovespula-Arten sind Mitte September bereits fast völlig entvölkert. Ihre Völker sind meist auch relativ klein, es gibt wenige hundert Arbeiterinnen, wenn ihre Kolonien den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht haben. Auffallend bei den Langkopfwespen war aber immer für mich, wie schnell ihre Völker bereits im Frühsommer wachsen.

      Auch die Hornissen bilden selten so große Völker mit solchen Individuenzahlen aus, wie es die heim. Vespula-Arten (mit Ausnahme von V. rufa) tun. Meist sind es bei ihnen zum Koloniehöhepunkt auch nur ein paar hundert Arbeiterinnen. Aber natürlich werden Hornissen bemerkt, diese großen Wespen werden im Siedlungsgebiet selten übersehen. Zum Glück scheinen heute viele zu wissen, dass Hornissen geschützt sind. Nach meinem Empfinden hat sich die Population seit den 80ern gut entwickelt, waren Hornissen noch in den 70ern nicht gerade häufig, so gibt es heute doch alljährlich relativ viele Kolonien. Die Schutzmaßnahmen in den 80ern in beiden deutschen Staaten haben dazu sicher beigetragen.

      Auch meine Hornissen profitieren von diesem Schutz und natürlich davon, dass sie hier absolut sicher sind.
      Noch immer fliegt die Königin ab und an aus, mittlerweile sind jedoch etwa 10 Arbeiterinnen geschlüpft. Die Tiere haben weiter am Nest gebaut, eine zweite Wabe wurde bereits angelegt und von der Königin bestiftet. Außerdem wurde die Nesthülle errichtet. Fertig gebaut kann man natürlich hier nicht sagen, denn sie wird in Zukunft immer wieder abgetragen werden und neu errichtet. Der Inhalt, die Brutwaben werden an Größe zunehmen und immer mehr Platz benötigen.
      Weil diese Hornissen dankbare und gut erzogene Untermieter sind, lassen sie mir ein Gucklock, der Einblick in das Nest gewährt. Sie werden auch in Zukunft die Nesthülle immer wieder an die Scheibe bauen und so wird dieser Einblick wieder größer werden.



      Das Frühjahr war in diesem Jahr nicht ideal und zeitweise recht kühl, daher ist der Entwicklungsstand des Hornissenstaates noch nicht sehr fortgeschritten. Vermutlich gibt es kaum Hornissenvölker hier in der Region, die spürbar weiter sind, eher gibt es weiter zurück liegende mit noch kleineren Individuenzahlen.
      Die Hornissen werden das in den nächsten Wochen aufholen und das Volk wird auf ein paar hundert Individuen anwachsen.

      LG, Frank.
    • Die Hornissen haben nun begonnen, die Nisthöhle zu erweitern. Sie müssen dazu das Styropor abnagen und entfernen, ebenso die Reste des Vespula-Nestes von 2016. Von diesem alten Wespennest ist nur noch ein Rest einer Wabe links oben im Bild zu erkennen. Ein Teil einer Anfangswabe des damaligen Wespennestes. Man kann auf dem Bild den Größenunterschied der Brutzellen vergleichen. Hatten die Erdwespen (...oder Gemeine Wespe) Körperlängen von 13 bis 16 mm, liegen die Körperlängen der viel größeren Hornissen bei den Arbeiterinnen etwa zwischen 22 und 26 mm. Entsprechend größer ist ihr Körperumfang und entsprechend weiter und länger müssen natürlich die Brutzellen der Waben bei diesen größeren Wespen sein.



      In der Kolonie geht alles seinen Gang, die Tiere sind ruhig und mit dem Aufbau ihres Staates beschäftigt. Jetzt sind es vielleicht zwanzig Arbeiterinnen, schon bei diesen wenigen Arbeiterinnen entsteht guter Flugverkehr am Nesteingang. Alle räuberischen Wespen, also auch die Hornissen fliegen nicht für lange Zeit vom Nest weg. Sie kennen die Umgebung gut, wissen, wo sie erfolgreich jagen können und wo Kohlehydrate, Wasser oder Baumaterial zu finden sind.
      Bienen und Hummeln sind naturgemäß viel längere Zeit im Außendienst unterwegs, Nektar und Pollen sammeln braucht einfach mehr Zeit.
      Natürlich kann man die sozialen Bienen nicht mit den sozialen Wespen vergleichen, aber wenn man das weiß, versteht man, warum zB. an einem Vespula-Nest ein Flugverkehr herrscht wie am Nesteingang eines Honigbienenvolkes, obwohl die Völker der einjährigen Wespenstaaten viel kleiner sind. Honigbienen haben viel größere, natürlich mehrjährige Staaten mit bis zu 70.000 Tieren, unsere Wespen haben in den Hochzeiten ihrer Kolonieentwicklung vielleicht 4000 bis 6000 Tiere in der Kolonie. Bienen im Außendienst verlassen die Kolonie zum Nektar oder Pollen sammeln jedoch für viel längere Zeit pro Einsatz, Wespen kehren manchmal nach wenigen Minuten erfolgreich von der Jagd oder anderen Außendienstaufgaben heim.

      LG, Frank.
    • Es ist nun sehr warm, fast schon zu warm und die Hornissen haben die Nesthülle weitgehend abgebaut.
      Ohnehin bauen unsere Hornissen nie eine so komplette, das gesamte Brutnest umfassende Nesthülle, wie sie etwa die Nester von Vespula oder Dolichovespula aufweisen. Bei unseren Hornissen ist die Nesthülle oft nach unten weit geöffnet. Das hat einen Grund, die Hornissen können so unbekümmert Nahrungsreste, Abfall nach unten fallen lassen oder nach unten koten. Nachteil könnte sein, dass es die Hornissen schwerer haben, die Temperatur im Brutnest bei kühleren Außentemperaturen zu regeln. Das gleichen sie aber durch ihre größeren Körper aus.

      Sie kommen gut zurecht.



      Schöne Sache, Hornissen am Fenster. Gibt es einen besseren Schutz vor Einbrechern? :)

      LG, Frank.
    • Hallo Freunde.
      Das Nest der Hornissen wächst, die Hornissen bauen zielstrebig ihren Staat auf.



      In den letzten Tagen hat das Nest merklich zugelegt. Beide Waben wurden vergrößert, aus beiden Waben werden in den nächsten Tagen viele junge Arbeiterinnen schlüpfen.
      Die Hornissen sind ständig mit der Erweiterung ihrer Nisthöhle beschäftigt. Es zeigt sich aber, dass die großen Wespen mit den zerbröselten, abgenagten Material Transportprobleme haben. Das lockere, trockene Zeug lässt sich nur schwer zusammenballen und nach draußen entsorgen. So sind einige Tiere ständig damit beschäftigt, den Eingang freizuhalten und bemühen sich unablässig, das Abraummaterial zu entsorgen.

      LG, Frank.
    • Hallo Frank!

      Da hat sich seit meinem letzten Besuch ja einiges getan. Diese fetten Larven im vorderen Teil könnten schon fast Geschlechtstiere sein?

      Du solltest im nächsten Jahr vllt nur trockenes Moos als Verkleidung/Dämmung verwenden. Dieses Plastikgelumpe würde ich den fleißigen Tieren ( welche auch immer da nächstes Jahr einziehen dürfen) nicht noch einmal anbieten.

      Bin mal gespannt wie es weiter geht.

      Gruß
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Mathias, du hast sicher recht mit dem Polysterol. Ich werde das Zeug auch nicht noch mal verwenden.
      Aber dieser Nistkasten ist mit seinem Inventar bereits drei Jahre alt, er stand noch hier herum und ich musste im Frühsommer schnell eine gute Unterkunft für die Hornissenkönigin und ihr Anfangsnest bereitstellen. Vor einiger Zeit lebten im gleichem Kasten ja die Vespula vulgaris und so hatte ich diesen Kasten noch, passend zum Einflugloch am Fenster.
      Aber wie gesagt, du hast recht. Jetzt, wo die Hornissen den Bogen raus haben und das Zeug zu entsorgen gelernt haben, liegen die kleinen Polysterolbröckchen überall herum, auf meinem Balkon und natürlich in der Umgebung. Ich muss die Hornissen nun aber gewähren lassen.
      Vor Jahren war das eigentlich kein großes Thema. Jetzt aber ist so ein Umgang mit dem Zeug sicher nicht mehr zeitgemäß. Natürlich meine ich meinen Umgang in dem Fall, die Hornissen können ja nichts dafür.

      Wenn man sich überlegt, in welchen ungeheuren Mengen dieses Zeug ausgebracht wird, als Isolierungen usw., und dass es nach wenigen Jahren eigentlich Sondermüll ist, dann kann man schon nachdenklich werden.

      Ich werde in den kommenden Jahren sicher anderes Material verwenden...

      LG, Frank.
    • Das Hornissenvolk wächst weiter. Das Nest hat sich in den letzten Tagen weiter vergrößert. Ich schatze die Individuenzahl des Hornissenstaates jetzt etwa auf 50 bis 70 Arbeiterinnen.
      Die Tiere lassen sich überhaupt nicht stören, wenn ich die Abdeckung wegnehme und sie im Nest beobachte. Natürlich muss ich aber Erschütterungen vermeiden.



      Heute regnet es und gewittert hier am Rhein. Obwohl es stark regnet, fliegen die Arbeiterinnen wie gewohnt ein und aus. Das nasse Wetter scheint ihnen wenig auszumachen, solange es warm ist.
      Zwei Arbeiterinnen streben zum Nestausgang.



      LG, Frank.
    • Hallo Insektenfreunde.

      Das Hornissenvolk hat weiter an seinem Nest gebaut und die Nesthöhle beträchtlich erweitert. Die Wespen haben bereits begonnen, die vierte Wabe zu bauen.



      Als ich heute in das Nest schaute, sah ich die Königin. Typisch für eine "alte" Wespe,, sie hat ihre Behaarung und Beborstung nun fast völlig verloren und die Enden ihrer zusammen gelegten Flügel sind etwas ausgefranst. Das Leben dieser imposanten Wespe wird in den nächsten Wochen zu Ende gehen, wenn es gut geht, lebt sie noch bis Ende September, bestenfalls bis in den Oktober.
      Das aber nur, wenn sie die Kraft behält, ihre Arbeiterinnen weiter zu dominieren. Oft sterben die Königinnen der Faltenwespen nicht direkt an Altersschwäche, sondern an den Verletzungen, die ihnen ihre Töchter zufügen. Dazu kann es kommen, wenn die Königinnen ihren pheromonellen Einfluss auf den Wespenstaat verlieren und so die Töchter, Arbeiterinnen beginnen, eigene Fortpflanzungsinteressen zu verfolgen und für wichtiger zu halten. Bei den entsprechenden Putschversuchen stört dann die Mutter und muss beseitigt und heimtückisch erdolcht werden. Ein Wespenstaat geht so nicht selten an Anarchie zugrunde.
      Warum sollte es bei diesen wundervollen Insekten anders sein als bei uns...

      Aber, zum Glück ist es bei meinen Hornissen noch nicht so weit und es muss auch nicht dazu kommen.

      Königinmutter. In aller Pracht.



      LG, Frank.
    • Hallo Leute.

      Das Hornissenvolk ist wieder etwas gewachsen, das Nest wurde etwas vergrößert. Die Arbeiterinnen haben begonnen, die fünfte Wabe zu errichten. Diese Wabe wird sicher die größeren Königinnenzellen besitzen, denn es wird Zeit, Jungköniginnen aufzuziehen.



      Bereits jetzt werden viele Männchen aufgezogen.



      Das hat mich etwas überrascht, so früh habe ich nicht mit Männchen gerechnet. Denn noch immer ist die alte Königin fit und im Nest, das soziale Gefüge im Hornissenstaat scheint noch in Ordnung zu sein. Die Altkönigin kann die Arbeiterinnen noch kontrollieren, wie es aussieht. Zumindest sehe ich keinen Streit oder Zwistigkeiten unter den Arbeiterinnen.
      Es scheint, als ob die Hornissen einschätzen können, wie viel Platz für das Nest zur Verfügung steht und fangen entsprechend der Jahreszeit an, Geschlechtstiere aufzuziehen. Zumindest sieht es fast so aus, als ob meine Hornissen sich den Platz, der ihnen zur Verfügung steht, eingeteilt haben. Hornissen können ja sehr viel größere Nester errichten. Funktionierende und sich reproduzierende Kolonien können aber auch mit sehr viel weniger Platz auskommen. Wenn es möglich ist und ein geeigneter und größerer Nistplatz in der Nähe aufzufinden ist, ziehen Hornissenvölker sogar manchmal um. Das ist dann schon eine Leistung für diese Wespen, die ja nur einjährige Staaten aufbauen. Es erfordert Kommunikation, Rekrutierung und Organisation.
      Mein Völkchen hat nun den Zenit überschritten. Ich hoffe, dass es ihnen noch gelingt, einige junge Königinnen aufzuziehen. Mit ihren Männchen jedoch beteiligen sich meine Hornissen schon jetzt an der Reproduktion der Art.

      LG, Frank.
    • Hallo Leute.
      Mit meinen lieben Hornissen geht es nun langsam zu Ende. Die Zahl der Arbeiterinnen geht rapide zurück, der Flugverkehr am Flugloch ist nun sehr viel ruhiger als im Sommer. Im gleichem Maß nimmt die Zahl der Männchen zu im Nest, die Herren verlassen das Nest erst nach einigen Tagen. Für die verbliebenen Arbeiterinnen bedeutet das jede Menge Stress, die hungrigen Männchen wollen mit Kohlehydraten versorgt werden.

      Es ist in den letzten Tagen kühler geworden und so haben die Arbeiterinnen die Nesthülle erweitert und auch die Sichtscheibe zugebaut. Sie gewähren mir keinen Einblick mehr. Aber das ist schon in Ordnung.



      Die alte Königin scheint schon einige Zeit verschwunden zu sein. Vor einigen Wochen war sie noch im Nest. Phil war Ende August bei mir, da konnten wir sie noch im Nest sehen.
      Irgendwie geht alles sehr ruhig im Nest zu. Die Hornissen scheinen kein Problem damit zu haben, dass der Untergang ihres Staates bevorsteht.

      Übrigens ist es auch für mich okay, wenn das Volk nun langsam schwindet. Man muss schon sagen, dass die Stoffwechselvorgänge dieser großen Wespen gewisse Auswirkungen haben. Sollte ich noch einmal das große Glück haben, Hornissen bei mir beherbergen zu können, werde ich das eher nicht im inneren Bereich der Wohnung tun. Es ist ja klar, das sind große Tiere, die viel Nahrung eintragen.
      Mit der Anlage meines Nestkastens (ursprünglich ja für die viel kleineren Wespen der Art Vespula vulgaris) hatte ich das Problem ja weitgehend gelöst. Der Eingang des Nestkastens befindet sich ganz unten, was die Wespen dazu zwingt, ihren dorthin, nach unten fallenden Unrat und ihre Abfälle nach draußen zu entsorgen. Nichts, oder nicht viel kann liegenbleiben, wenn der Weg frei gehalten werden soll. Die großen Hornissen jedoch haben auch einen sehr großen Flüssigkeitsbedarf, d.h., sie tragen viel Wasser und süße Pflanzensäfte ein, dementsprechend verlässt auch viel "wässriges" ihre Körper und, naja, das kann man schon manchmal bemerken.
      Es gibt Dinge, die man für eine Zeit gerne auf sich nimmt.

      Denn es sind wundervolle Tiere. Ich bin froh, dass sie ihren Zyklus weitgehend abschließen konnten und sie bleiben auf der Fensterbank, bis bei ihnen völlige Ruhe eingekehrt ist.

      LG, Frank.
    • Hallo Frank!

      Schade das die kleinen "Flugschweinchen" dir so langsam die Geruchsknospen absterben lassen. Aber ich denke das nimmst du ja gerne in kauf, diese schönen Tiere geben einen ja auch einiges zurück.

      Dieser einblick war sehr faszinierend und nicht viele Menschen können diesen Tieren so viel abgewinnen wie du es tust. Noch weniger würden sich die kleinen so nah an sich heran holen um sie rund um die Uhr beobachten zu können. Wenn ich mal eine eigene Immobilie habe, werde ich auch dafür sorgen das diese Tiere sich in meinem Garten wohlfühlen werden. Ich finde sie weitaus angenehmer als gewöhnliche Wespen, sie sind halt nicht so aufdringlich.

      Ich danke dir für diesen Bericht und hoffe doch das es nächstes Jahr wieder ein solches Experiment geben wird. Wenn ich ein wunsch äußern dürfte, Hummeln wären mal eine sehr interessante Beobachtung, dazu gibt es auch sehr wenig.

      Grüße
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Hallo Leute.

      In diesem Jahr hielt ich nun Hornissen bei mir und ausgerechnet jetzt zwangen uns die Umstände, die Wohnung in Brohl zu verlassen und umzuziehen. Parkplatzprobleme, wir konnten nicht mehr unsere Fahrzeuge hier parken. So sind wir nach über sechs Jahren nun umgezogen. Umziehen ist ätzend, schweres Schleppen und was man an Zeug hat, kaum zu glauben...
      Aber, was soll's, an einen Umzug haben wir schon lange gedacht, B9 und Rheinschiene haben immer ziemlich genervt.

      Dumm natürlich, dass gerade heuer die Hornissen bei uns sind. Es war ein etwas uncooles Gefühl, dass Hornissenvolk in seinem Nestkasten auf dem Schoss zu haben bei einer halbstündigen Autofahrt. Natürlich waren der Eingang und Luftlöcher gut verschlossen. Trotzdem. Immerhin gibt es noch einige dutzend Arbeiterinnen im Nest, etliche von ihnen schienen "gewaltbereit" zu sein während der Fahrt. Jedenfalls brummte es im Nest bedrohlich.
      Aber ich wollte die Tiere natürlich mitnehmen und sie nicht irgendwie zurücklassen.

      Also holten wir das Hornissenvolk an einem frühen Morgen in der vergangenen Woche. Im Anschluss mussten wir an diesem Tag noch zweimal rüber fahren, einige Arbeiterinnen trudelten erst im Laufe des Morgens ein, Hornissen fliegen auch in der Nacht und so sind nie alle daheim. Freitag, zur Übergabe der alten Wohnung, waren alle bei uns am neuem Wohnort und die alte Wohnung war und ist "hornissenfrei".

      Nun verbringen die letzten Hornissen des Volkes ihre letzte Zeit, gut versorgt, in Neuwied und leben hier auf meiner Terrasse. Das bedeutet auch, dass ich nun nicht mehr in das Nest schauen kann, die Sichtscheibe ist mit wärmedämmenden Material verkleidet.
      Die Tage werden kühler und feuchter, die Tiere fliegen weniger und umso wichtiger ist jetzt eine ausreichende, reichliche Versorgung mit Zucker.
      Es soll ihnen auch hier an nichts fehlen.



      LG, Frank.