Colobopsis truncata Gynen

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    • Colobopsis truncata Gynen

      Hallo zusammen,

      ich war gestern um 22Uhr noch auf dem Balkon und hatte dort das Licht an. Nachdem sich um die Lampe nach und nach immer mehr Getier versammelte beobachtete ich das Ganze eine Weile.
      Unter anderem sah ich eine Lasius umbratus Gyne sowie zahlreiche Lasius Männchen, vermutlich auch umbratus.
      Und dann nach einer Weile huschte etwas Kleines sehr schnell die Mauer entlang. Ich habe etwas gebraucht es einzufangen, konnte es dann jedoch eindeutig als Colobopsis truncata (ehemals Camponotus truncatus) identifizieren. Insgesamt konnte ich fünf Gynen sammeln, die jedoch alle noch geflügelt waren. Für mich stellt sich die Frage ob diese vor oder nach dem Schwarmflug unterwegs waren. Bis jetzt haben sie ihre Flügel leider noch nicht abgeworfen.
      Habt ihr generell Informationen zur Gründung? Claustral, Pleometrose?
      Im Seifert ist zur Gründungsart nichts beschrieben, nur zur Schwarmzeit.
    • Hey,

      bei mir ist gestern auch eine Colobopsis Königin hereingeflattert. Mein Eindruck ist, dass allgemein bei Ameisen sowohl begattete als auch unbegattete Königinnen ans Licht fliegen, aber das ist nur schlecht untersucht und womöglich unterscheidet es sich auch zwischen Arten...
      Anyway, wahrscheinlich gründet Colobopsis truncata claustral, aber es ist noch nicht endgültig geklärt. Die Gründung ist relativ schwierig in der Haltung durchzuführen, was auch daran liegt, dass durch das späte Schwärmen im Jahr erst im nächsten Frühjahr Arbeiterinnen aufgezogen werden. Das heißt, du musst die Königin durch eine komplette Winterruhe bringen, also fast ein Jahr warten bis Arbeiterinnen da sind.

      Zumindest war das bei meinen begrenzten Beobachtungen so, vielleicht ziehen sie in wärmeren Gegenden bereits auch im ersten Jahr schon Arbeiterinnen auf.

      Ich hab vor 9 Jahren hier ausführlich meine Beobachtungen geschildert, auch wie man ein Gründungsnest bastelt. Aber bitte mit etwas Vorsicht lesen da ich damals noch ein unerfahrener Grünschnabel war :) Heute wäre ich sicher vorsichtiger mit meinen Rückschlüssen. Immerhin hat es mir sogar eine Zitation im Seifert (2018) eingebracht forum.eusozial.de/index.php?th…s-truncatus/&postID=11304
      Leider hab ich seitdem kaum mehr Experimente mit den interessanten Ameisen gemacht. Es würde mich freuen, wenn es dir gelingt, die Gründung hier zu schildern!

      Grüße, Phil
    • Hallo,

      eine der Gynen hat ihre Flügel abgestreift und diese werde ich weiterhin versuchen zur Gründung zu bewegen.

      @Phil: vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht von damals. Ich habe nun ebenfalls eine wenig Honiglösung zur Unterstützung angeboten. Eier wurden bisher jedoch noch keine gelegt.
      Ich werde eventuell auch noch ein Stück Holz etc. mit einbringen um zum einen die Kammer zu verkleinern und eine naturnahere Umgebung zu schaffen.

    • Bezugnehmend auf den ausführlichen Bericht von Phil, habe ich mein Setup versucht ähnlich zu gestalten.
      Ohne viel Worte anbei ein paar Bilder:





      Ich hoffe der Abstand zum Glas ist nicht zu eng und sie kann bis vor an die Watte damit ivh zufüttern kann.
      Heutr ist sid leider schon stecken geblieben und ich musste etwas nachhelfen, ich hoffe das kommt nicht wieder vor.

      Grüße
      Michael
    • Hey Michael,

      freut mich sehr, dass du es versuchst und darüber berichtest!
      Ich würde ihr vielleicht noch eine Kerbe oder dergleichen in das Holz ritzen, damit sie dort besser hin kommt. Ein Problem, welches das Setup bei mir machte, ist die hohe Luftfeuchtigkeit darin und der dadurch entstehende Schimmel. Baumbewohnende Ameisen mögen im Allgemeinen keine hohe Luftfeuchtigkeit. Ich habe dafür leider keine gute Lösung parat.

      Grüße, Phil
    • Hallo Phil,

      ich habe auch schon darüber nachgedacht ob ich noch ein wenig nachbessern sollte. Jedoch wollte ich die Gyne keinem weiteren Stress aussetzen und hatte Sorge, dass ich das Stückchen Holz nicht mehr herausbekomme oder sie dabei verletze.
      Deine Antwort hat mich aber darin bestärkt es doch zu versuchen. Es war zwar etwas Gefummel aber schlussendlich habe ich das Stück Holz doch wieder hetausbekommen.
      Ich zog dieses dann nach und nach langsam über das Sägeblatt meines Fuchsschwanzes bis eine Rinne entstand, die gut der Größe der Gyne entsprach.
      Somit kann die Gyne nun entweder hinter dem Holz im feuchten Teil oder direkt an der Watte im trockenen Teil sitzen.
      Außerdem kann ich so im vorderen Teil Futter anbieten und sichergehen, dass die Gyne dieses auch erreichen kann.

      Schimmel wäre natürlich ungünstig aber auch sehr wahrscheinlich. Sollte welcher entstehen werde ich diesen belassen und das Beste hoffen.
      Bisher hatte ich schon die allermöglichsten Schimmelarten in RG's, allerdings noch keine Ausfälle, die sich darauf zurückführen liesen. Es sind jedoch in diesem Fall auch keine Arbeiterinnen vorhanden, die die Gyne von eventuellen Schimmelsporen reinigen könnten.

      Grüße
      Michael
    • Hallo Michael, ich würde das Reagenzglas auf keinem Fall verschließen. Ich würde es offen lassen und offen in einem kleinen Behälter mit Sandboden oder Erdboden deponieren, der vielleicht ebenfalls offen ist. Eine kleine Plastikbox o.ä.. Rand vielleicht talkumieren, falls die Königin auf Wanderschaft geht.
      So erreichst du, dass die LF nicht ganz so hoch ist im Reagenzglas und kannst Schimmelpilz hoffentlich verhindern.

      LG, Frank.

      Übrigens lasse ich die meisten Königinnen bei mir so gründen, auch die, die claustral gründen. Cataglyphis-Arten verstehen es, den Eingang anzupassen und zu zu bauen. Andere wie die Gigantiops (semiclaustral) tun das natürlich auch. Die Ameisen haben so die Möglichkeit, selbst die LF zu regeln.
      Der relativ kleinen Colobopsis wird das wahrscheinlich nicht gelingen, trotzdem wäre es besser, das Reagenzglas offen zu lassen. Vorübergehende Trockenheit wird sie überleben, Verpilzung infolge stockender Feuchtigkeit eher nicht.