Review/Empfehlung byformica feeder (Ameisentränken)

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    • Review/Empfehlung byformica feeder (Ameisentränken)

      Hier mein Review zu den Ameisentränken von byFormica, 2018er-Serie.

      Disclaimer: Das im Review gezeigte Paket mit den neuen Tränken (Modell 2018) habe ich von Terry (byformica) zu Testzwecken geschenkt bekommen, die alten Tränken (Modell 2016) habe ich mir selbst gekauft.




      Die Verpackung ist wie immer phänomenal, das war schon bei den alten Tränken so. Das Päckchen könnte man gegen die Wand werfen ohne dass den Tränken was passiert. Außerdem macht es auch optisch echt was her.


      (das Päckchen ist eigentlich durch das große Label versiegelt, hab es hier schon aufgeschnitten)






      Da es nirgendwo einen direkten Vergleich zwischen den alten und neuen Versionen gesehen hab, hier mal ein paar Bilder von meinen gemacht Tränken (2016er und 2019er Version).
      Wie man erkennen kann sind die Öffnungen bei den neuen Versionen VIEL größer - sogar meine Majore können jetzt die Tränken benutzen, was die Futterversorgung deutlich effizienter machen dürfte (die ganz großen Majore kommen mit ihren riesigen Köpfen nicht in die Öffnungen, aber die beteiligen sich ohnehin kaum am Zuckertrinken, selbst wenn es in Schälchen abngeboten wird sieht man nur ganz selten mal einen beim trinken).

      Die Qualität der gedruckten Teile ist top, auch sind sie extrem widerstandfähig. Die alten Tränken hatten eine Fußdicke (der Ring ganz unten am gedruckten Teil) von irgendwas im Bereich um die 0,2mm und die einzigen Abnutzungserscheinungen nach 2 Jahren war der Verlust von ca 1mm Material am Außenbereich des Bodenrings (die Tänke stand aber auch mit 2mm Durchmesser weniger noch gut). Da bei den neuen Modellen der Bodenring viel dicker ist erwarte ich hier keine Abnutzungserscheinungen mehr.










      Die Tränken lassen sich leicht mit allen Arten von Flüssigkeiten füllen. Lediglich von Honigwasser sollte man Abstand nehmen, da es sich um eine schwerkraftbasierte Tränke handelt und Honigwasser bei hohen Temperaturen SEHR schnell fermentiert, was hohe Gasmengen freisetzt, die sich oben im Gefäß sammelt und den Inhalt aus der Tränke drücken.

      Hier ist die Tränke mit ein wenig Sunburst Ameisenfutter gefüllt, das mit den Tränken zusammen kam, nach ca. 30 Minuten war alles weg (im Bild sind quasi nur noch die Reste übrig). Normalerweise verwende ich den Sunburst nur für kleine Kolonien, weil er praktisch nicht verdirbt (nach ca. 2 Wochen sollte man in trotzdem mal auswechseln, weil er durch die Verunstung zäh wird, hatte ihn bei meinen Lasius niger aber auch schon mal 4 Wochen drin und er wurde immernoch getrunken).


      Hier ist die Tränke mit verdünntem Ahornsirup gefüllt, was die Standardnahrung meiner Kolonie darstellt (3 Teile Wasser, 1 Teil Ahornsirup, manchmal kommt auch noch 1 Teil Traubennzucker rein). Bei ca. 25°C bleibt der Inhalt 7-10 Tage frisch, bei um die 30°C oder höher sollte man ihn alle 4-5 Tage auswechseln, da auch der verdünnte Ahornsirup fermentieren kann (wenn auch weit schwächer und langsamer als Honigwasser). Normalerweise ist die Tränke aber lang vorher leer.



      Hier ist die Tränke mit Urin gefüllt - wir haben aktuell einen Test am laufen bei denen einige Leute ihre Camponotus mit Urin oder ähnlichen Produkten (Diesel exhaust fuel, was auch zu einem Drittel aus Harnsäure besteht) füttern um herauszufinden ob das einen positiven Einfluss auf die Legerate und Brutaufzucht hat - und jeder der schon mal eine weniger gut gewartete Bahnhofstoilette besucht hat, weiß dass Urin sehr schnell sehr schlecht riechen kann. Mit einer Schüssel hat man bestenfalls ein paar Stunden bevor das ganze ziemlich unangenehm wird, in den 4ml-Tränken bleibt das ganze dank sehr geringem Luftkontakt bis zu 2 Tage frisch (dann sollte man es aber wirklich wechseln).



      Invertzucker sollte in diesen Tränken ähnlich lange haltbar sein wie der Sunburst, also 2-4 Wochen bis es so eindickt, dass die Ameisen es nur noch ungern annehmen.




      Ein großer Vorteil besonders bei der 1ml-Variante ist, dass sie sich problemlos auch in sehr kleinen Becken von Gründerkolonien unterbringen lässt. Das hier ist die alte 2016er-Version in einem Setup für eine gründende Myrmica-Königin, die neue Version der Tränke ist minimal höher (ca. 1mm). Damit passt sie sogar in die Stiftebox-Setups (umgebaute Acrylboxen für Kugelschreiber und Füllfederhalter), die im amerikanischen Raum recht populär sind.





      Und hier ist noch die große 16ml-Tränke, die meine Camponotus mittlerweile in 2-3 Tagen leerbekommen. Sie funktioniert genau wie die kleineren Versionen.
      Dieses Modell ist auch das einzige an dem ich etwas auszusetzen hätte, denn das Design des Fußes mit der Schräge ist etwas ungünstig für meine Camponotus bzw. große Ameisen im allgemeinen. Sie erreichen den Inhalt, haben aber Probleme eine gute Position zu finden, was man auch daran merkt dass die kleinen Tränken relativ gesehen immer schneller leer sind als das große Modell. Oft müssen sich die Arbeiterininnen seitlich oder kopfüber in die Öffnungen begeben, um das Futter zu erreichen, manchmal rutschen sie dabei ab und fallen von der Tränke.
      Demnächst soll aber eine neue Serie der 16ml-Tränken in Produktion gehen, die genau dieses Problem behebt. Die werde ich dann natürlich auch testen.








      Der Preis ist sicherlich recht stolz, muss aber sagen ich habe extrem gute Erfahrungen mit den Tränken gemacht - vor allem für kleine Kolonien mit geringen Futterverbrauch sind die extrem hilfreich, da der Inhalt durch den geringen Luftkontakt kaum austrocknet und man ihn so auch mal mehrere Woche in der Tränke lassen kann, gerade wenn man eine Zuckerlösung hat, die sehr unempfindlich gegenüber Bakterien und Schimmel ist (Sunburst, Invertzuckerlösung).

      Am Anfang muss man damit rechnen, dass die Ameisen eine Weile brauchen um sich an die Tränken zu gewöhnen, meine Camponotus barbaricus haben ca. eine halbe Stunde gebraucht um die Öffnungen zu finden. Es kann sein dass die Ameisen erstmal Müll auf die Tränken werfen, der wird aber entfernt sobald sie feststellen, dass es dort Futter gibt. Man kann den Prozess beschleunigen, indem man von außen einen Tropfen Flüssigkeit in eine der Öffnungen gibt. Nach einer Weile haben sie sich aber an die Tränken gewöhnt und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mittlerweile das prägnante Weiß der Füße direkt erkennen.
      Meine Lasius niger haben übrigens keine 2 Minuten gebraucht um herauszufinden, was in der Tränke war - da ist wohl jede Ameisenart anders.

      Hier sind noch ein paar Daten von byformica selbst, betreffs Austrocknung (was sich in steigendem Zuckergehalt zeigt) und pH-Wert-Veränderung über Zeit mit den unterschiedlichen Tränkengrößen. In dem Fall war der Inhalt Sunburst, aber bei anderen haltbaren Inhalten dürfte das Ergebnis ähnlich aussehen, z.B. bei Invertzuckerlösung.

    • Hallo Serafine,

      vielen Dank für den Beitrag. Ich selbst habe verschiedene Größen davon und finde das Produkt toll.
      Danke auch für den Hinweis der Gasentwicklung und das dadurch verursachte Auslaufen. Genau dies ist nämlich bei mir passiert, nur habe ich dafür bisher meine Formica fusca verantwortlich gemacht ;)
      Ich bin innovativen Produkten in der Ameisenhaltung gegenüber immer aufgeschlossen, da ich finde, dass das Setup ruhig auch optisch etwas hergeben darf.

      Grüße
      Michael