*Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

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    • *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      [mitte](02.06.2009)

      Cataglyphis bombycinus sinaiticus


      Informationen:

      Family – Formicidae
      Subfamily – Formicinae
      Tribe – Formicini
      Genus – Cataglyphis (Foerster, 1850)
      Species – Cataglyphis bombycinus
      Subspecies – Cataglyphis bombycinus bombycinus (Roger, 1859), Cataglyphis bombycinus bruneipes (Santschi, 1911), Cataglyphis bombycinus sinaiticus (Wheeler & Mann, 1916),

      Verbreitungsgebiet:

      Diese Variante ist nur aus Tunesien und Ägypten bekannt! Die Cataglyphis bombycinus bruneipes sind in Saudi-Arabien zu finden. Cataglyphis bombycinus ist in folgenden Ländern verbreitet:
      Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Sudan und Israel.

      Herkunft:
      Tunesien - Djerba

      Habitat:
      Wüste, extrem trockene und heiße Habitate, wohl aber auch in Steppen vordringend.

      Nestbau:
      Bauen tiefe Erdnester mit einer für diese Art typischen Sandhügel, lieben es heiß und trocken, haben aber im unteren Nestbereichen feuchtere Bereiche.

      Körperbau / Aussehen:
      Königin: 1,1 – 1,2 cm, kleiner dunkelroter bis brauner Kopf der etwas silbern schimmert.
      Der Thorax ist ebenfalls dunkelrot/braun und silbern schimmernd, aber nicht so stark wie der Kopf.
      Die Gaster ist dunkelrot/braun!

      Arbeiterinnen:
      0,4 – 1,0 cm, zwei unterschiedliche Varianten, Die Färbung ist im Grunde die selbe nur die einen scheinen deutlich dunkler zu sein als die anderen. Kleiner dunkelrot bis hell brauner Kopf stark silbern glänzend.
      Der Thorax ist dunkelrot/braun ebenfalls silbern glänzend, die Gaster ist dunkel braun/schwarz mit silbernen streifen. Major Arbeiterinnen bild bei den normalen Arbeiterinnen die größte form. Sie haben größere Mandibeln, aber bei weitem nicht so lange wie die Soldaten Kaste.

      Soldaten:
      1,2 – 1,4 cm. Späteres auftreten von einigen wenigen echten Soldaten. Dies ist einzigartig und wohl ein Novum bei Formicinen. Sie sind deutlich größer als die anderen Tiere. Der Kopf ist größer und wirkt auch bulliger. Sie haben viel größere und vor allem längere Sichel förmige Mandibeln! Die Färbung ist auch etwas anders, der Kopf ist rostrot/dunkelbraun und schimmert nicht so silbern wie die anderen Tiere.
      Starker Polymorphismus mit einigen Übergangsformen, sogar unterschiedlich große Major Arbeiterinnen mit unterschiedlich langen Mandibeln sind möglich.
      Der Körper ist stark silbern glänzend, dies dient wohl der Reflexion von Sonnenstrahlen.
      Männchen:
      0,8 – 1,1 cm, noch keine Beobachtung gemacht!

      Schwärmzeit:
      April/Mai bis Anfang Juni
      Aufzucht von Geschlechtstieren wohl einseitig, entweder nur Königinnen oder Männchen!

      Nahrung:

      Cataglyphis bombycinus Ernähren sich in der Natur Hauptsächlich von verstorbenen Insekten,
      wie sie in der freien Natur an Kohlenhydrate kommen ist mir nicht bekannt. In der Haltung benutze ich überbrühte Insekten (z.B. Schaben, Fliegen, Raupen und Mücken) sowie eine Mischung aus Honig,Zucker und Wasser.

      Vorbericht:

      Ich habe diese einzigartigen Tiere vor etwa einer Woche von unserem lieben Frank Mattheis bekommen. An dieser stelle noch einmal ein herzlichen Dank und danke für die Einladung, das wiederholen wir bald mal!

      Frank hatte die Tiere in ein „Nutella Glas“ einziehen lassen und mir wie gesagt vor einer Woche gegeben. Ich musste mir also etwas einfallen lassen und bastelte eine weile an einem neuen Becken. Das Nest wurde komplett neu angefertigt das Becken ist ein altes bekanntes das ich schon damals für meine Cataglyphis aenescens benutzt hatte, mit Erfolg wie man hier nach lesen kann.
      Das Becken bekam noch kleinere Änderungen verpasst und war relativ schnell fertig gestellt. Mit einer Größe von 120x40x40mm sollte es eine ganze weile reichen. Später wird das Nest noch Außerhalb des Beckens erweitert, so das sie dort auch noch etwas frei lauf genießen können. Das Nest musste nach der Bearbeitung noch einige Tage trocknen. In der Zeit hielt ich die Tiere noch im „Nutella Glas“, das bekam ihnen nicht so schlecht wie befürchtet und so hatte ich nur drei Verluste zu beklagen. An Brut waren nur ein paar Puppen im Nest.
      Soweit bis hier her, weiter geht es im nächsten Bericht mit der Haltung der Tiere!

      Hier nun ein paar Bilder vom Becken und vom Nest:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/usn8vlcwtvlp.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/z9stu5qpxzv4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zm9hdzbotzge.jpg]

      Hier nun Bilder vom Nest, da sieht man auch schon meinen ersten Fehler den ich bei dieser Art gemacht habe. Das Nest ist noch viel zu feucht!

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zvx9j1h71lwr.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/40lmujvjmf7q.jpg]

      Nesteingang:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wp98u6hum3i6.jpg]

      LG, Mathias[/mitte]
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus

      [mitte]Haltungsbericht:

      Die Cataglyphis habe ich nun am Montag in ihr neues Heim gesetzt, den Umzug selber habe ich nicht ganz mit bekommen. Es hatte sich etwas hingezogen und ich musste leider kurzfristig noch weg, ein bisschen blöd gelaufen. Naja wie dem auch sei, Abends saßen sie alle in ihrem neuen Nest. Ich hatte das Nest noch zusätzlich von außen mit einer Wärmflasche erwärmt. Die Lampen hatte ich schon über eine Zeitschaltuhr laufen. Ich benutze eine Tageslichtlampe mit 50W und eine Wärmelampe ebenfalls mit 50W, sollte dies nicht reichen kann ich noch eine weitere Lampe anschließen mit 50W oder 75W Leistung. Mit der jetzigen Kombination erreiche ich eine Becken Temperatur von ca. 30°C, der Boden vor dem Nesteingang ist ca. 35°C heiß. Ich denke das reicht erstmal, zumal ich die Tage dort noch etwas rötlichen Sand hin streuen werde!
      Zur Zeit rauben sie mir gerade ein paar Nerven da sie versuchen wo auch immer sie können ein Loch zu graben. Dadurch sieht das Becken schon etwas durcheinander gewürfelt aus, währe nicht so schlimm wenn nicht überall im Becken jetzt diese Seramis Steine liegen würden. Meine Mischung aus Zucker, Honig und Wasser wird sehr gerne genommen. Angeboten bekommen sie es über ein Kuhtipp den ich in der Mitte halbiere und dann in den Sand stecke. Am besten zu sehen auf den Fotos!
      An Brut befindet sich zur Zeit nichts im Nest, was aber bei Cataglyphis kein Grund zur Panik ist. Wichtig ist jetzt nur den Reiz zu finden den sie brauchen um wieder Brut aufzuziehen. Das kann eine simulierter Regenschauer sein, ein Überangebot von Insekten und Honig/Zucker Wasser. Es könnte aber auch ein Zeitlicher Zyklus sein, dies gilt es in den nächsten Wochen und Monaten her raus zu finden. Leider sind diese Cataglyphis alles andere als saubere Zeitgenossen, Ihre toten lassen sie gerne im Nest liegen, genauso wie Insektenreste. Ich hoffe das es nicht zu großen Problemen deswegen kommt. Zumal sich doch noch etwas zu viel Feuchtigkeit im Nest befindet.
      Mein aktueller Stand sieht wie folgt aus:

      (03.06.09)
      1 Königin,
      ca. 200 Arbeiterinnen,
      0 Puppen,
      0 große Larven,
      0 kleine Larven,
      0 Eier

      Im nachfolgenden nun noch ein paar Bilder:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7wt5ji73ynln.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/anbk8y0fjcjy.jpg]
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7j6jx3dgw6xp.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sywpz5vyezkb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n1lg763rx9h7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2yd02l7b7nzn.jpg]

      LG, Mathias[/mitte]
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      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus

      [mitte]Hallo Leute!

      Hier, genauso wie bei meinen Aphaenogaster swammerdami, ein kleines Update!
      Ich habe den Cataglyphis in den letzten Tagen ein paar Fliegenmaden gegeben, obwohl ich sie über brüht habe, haben sich zwei im Nest der Cataglyphis verpuppt! Etwas unglaublich aber war. Ich hoffe nur das alles gut geht. Da die Cataglyphis bombycinus ihren Müll aber nicht raus tragen sondern im Nest belassen, werden die Fliegen, wenn sie den schlüpfen, im Nest schlüpfen müssen.
      Das Problem mit dem nicht heraus bringen von Insekten Resten und toten Tieren beschäftigt mich nun doch sehr. Ich hoffe das es nicht schimmeln wird und das sie es vielleicht doch noch entsorgen.
      Eine gute Nachricht gibt es aber auch, und zwar das sie nun ein Eipaket haben. Mein neuer Stand:

      (10.06.09)
      1 Königin,
      ca. 200 Arbeiterinnen,
      0 Puppen,
      0 große Larven,
      0 kleine Larven,
      10 - 15 Eier

      Sonst hat sich nicht viel getan, ich habe das Becken aber nun noch etwas verändert. Da ich etwas mehr Wärme in das Nest bringen wollte, habe ich über dem Nest nun roten Sand verteilt. Dadurch erwärmt sich dieser Bereich jetzt stärker als vorher. Des weiteren habe ich ihnen eine kleine Steinwüste gebaut, dort gebe ich frisches Wasser zum trinken. Rechts neben dem Nest habe ich jetzt einen Schlauch in das Seramis gesteckt. Dort kann ich nun das Nest von unten befeuchten. Am besten seht ihr euch das auf diesen beiden Bildern mal an:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0y7m0vke2pes.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lfmfh17ufuxb.jpg]

      LG, Mathias[/mitte]
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      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus

      [mitte]Hallo Leute!

      Auch hier ist viel passiert, klar ich habe lange nichts geschrieben, ich bin aber froh wenn ich gleich alle meine Berichte auf den aktuellsten Stand habe.

      Also hier ging es drunter und drüber in den letzten Monaten, von es läuft ganz gut bis die Kolonie geht mir ein ist alles dabei, aber fangen wir vorne an.

      Also das letzte Nest war leider sehr schlecht für meine kleinen, es war wohl zu feucht. Mir starb relativ schnell ein großer Teil meiner Kolonie weg. Feuchte Kammern scheinen sie überhaupt nicht zu mögen. Zudem fingen die Insekten Reste die sie in den Kammern lagerten sehr schnell zu schimmeln an. Sie legten dann Sand auf den Schimmel um diesen wohl an der Ausbreitung zu hindern. Der Schimmel hinderte die Tiere auch daran neue Brut aufzuziehen. Ich nahm also den Y-Tong aus dem Becken und stellte die Ameisen samt Y-Tong in eine Plastikbox.
      Das neue Nest sollte also so Artgerecht wie möglich sein, ich entschloss mich für eine Art selbst gebastelte Farm in ihrem Becken. Dazu nahm ich ein altes Becken bei dem schon eine Scheibe Kaputt gegangen war. Ich brach diese Seite und eine weitere her raus, so das ich einen Winkel bekam den ich in das große Becken stellen konnte. Ich stellte diesen Glaswinkel recht in die Ecke, darunter verteilte ich Kies, damit die Ameisen nicht darunter graben können. Ich ließ zwischen Becken und Glaswinkel ca. 1,5cm Platz, so entstand also eine Farm die über Eck ging. Ich mischte erst einmal eine Sand-Lehm Mischung mit Kies um die Enden der Farm damit zu schließen, die Ameisen sollten nur in der Farm graben können. Dann füllte ich die so Endstandende Farm mit einer Sand-Lehm Mischung. Sah soweit ganz gut aus, ich hoffte das meine Cataglyphis das auch so sehen. Ich füllte den Rest des Beckens so weit mit Seramis und Sand auf das man von dem Glaswinkel so gut wie nichts mehr sieht, dadurch ist natürlich ein Hügel Entstanden. Das ganze sieht gar nicht so schlecht aus. Ich setzte die Ameisen nun in ihr neues zu Hause. Sie begannen sofort in dem noch feuchten Sand zu graben. Wir erinnern uns Feuchtigkeit und Cataglyphis bombycinus gleich keine gute Idee. So kam es wie es kommen musste und sie gruben sich nur eine kleine Kammer, weitere Tiere starben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir Rat bei Frank gesucht, er gab mir noch ein paar Tipps, vor allem aber sollte das Nest Staub trocken sein. Ich konnte daran nun aber erstmal nichts ändern und musste es ausstehen, ich dachte mir das der Sand nun bald trocknen musste. Ich ließ einen Spalt beim Deckel auf und bestrahlte das ganze Becken mit meinen Wärmelampen. Langsam gruben sich die Tiere tiefere Gänge.
      Dann bin ich in den Urlaub gefahren, ich dachte eigentlich nicht so richtig an ein Happyend. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Kolonie nur noch ca. 70-90 Arbeiterinnen und keinerlei Brut!

      Als ich nun aus dem Urlaub kam, waren die kleinen das erste wo nach ich schaute, und ich habe mich riesig gefreut was ich da sah! Sie sind nun bis zum Grund der Farm gekommen Leben dort in quasi drei Gängen, im Oberen Teil der Farm haben sie zwei Kammern in dem sie Puppen lagern. Es sind wirklich sehr viele Puppen vorhanden. Larven habe ich aber keine Gesehen dafür eine Arbeiterin die ein riesiges Eipaket trug. Ich will nicht ausschließen das sie Larven haben, da ich nicht das gesamte Nest einsehen kann. Nun nehmen sie auch wieder Nahrung an, Zur Zeit fahren sie ganz auf Wachsmottenlarven ab! Zucker/Honig Lösung wird auch gerne genommen. Aus diesem Grund ist die Kolonie gerade im Stande wieder kräftig zu Wachsen. Die Arbeiterinnen haben alle prall gefüllte Gaster und machen einen munteren Eindruck auf mich. Bei den Puppen kann man schon dunkle Augen erkennen und auch die ein oder andere neue Arbeiterin kann ich schon ausfindig machen. Mein Koloniestand sieht jetzt so aus:

      (20.08.09)
      1 Königin,
      ca. 90 - 100 Arbeiterinnen,
      30-35 Puppen,
      X große Larven,
      X kleine Larven,
      20 - 30 Eier

      Hier nun noch ein paar neue Bilder:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rvl9s0hjn4en.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8t6245e6sd4u.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dgmlufedh0li.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vbzey52v7og5.jpg]

      LG, Mathias[/mitte]
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      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus

      [mitte]Hallo Leute!

      Heute nur ein kleines Update.
      Die neuen Arbeiterinnen schlüpfen langsam aus den Puppen und meine Kolonie erholt sich langsam von ihren Verlusten. Ich konnte heute das erste mal Larven sehen, sie wurden gerade an einer Wachsmotte angelegt. Wobei mir auffiel das die Larven agiler waren als bei anderen Arten.

      Ich verfüttere weiterhin Wachsmottenlarven, kleine Grillen und Schaben. Alles wird sehr gut aufgenommen, auf die Wachsmotten sind sie aber besonders scharf. Müll beseitigen sie aber dennoch nicht, ich kann zwar noch keine großen "Müllplätze" ausmachen aber irgendwo müssen sie ja die Reste Lagern.

      Hier mein neuer Stand:


      (26.08.09)
      1 Königin,
      ca. 100 - 110 Arbeiterinnen,
      25-30 Puppen,
      20-25 große Larven,
      20-25 kleine Larven,
      20 - 30 Eier

      Ich hoffe das es nun weiter berg auf geht und sich alles so weiter Entwickelt wie in den letzten beiden Wochen.

      Hier nun noch ein Bild vom Becken:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pfhzvehfmz0d.jpg]

      Und das hier ist der Nest Eingang, Abends wenn er mit Sand verschlossen wurde!

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gl18gjpw95ir.jpg]

      Und hier sind ein paar der Larven zu sehen:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5wqjostxviao.jpg]

      LG, Mathias[/mitte]
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      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus

      [mitte]Hallo Leute!

      Ich würde ja jetzt gerne Berichten das es richtig gut läuft, aber leider ist es ganz und gar nicht so. Ich hatte ja die Tiere selbst ein Nest graben lassen, es klappte erst mal alles richtig gut. Ich beobachtet jetzt aber leider das sie in den Gängen ihren Müll wieder lagerten. Futterreste, lehre Puppen und tote Arbeiterinnen wurden an den enden der Gängen gelagert und zugeschüttet mit Sand. Ich zählte etwa 5-7 solcher "Müllstätten" in dem Nest. In den letzten beiden Wochen verschlechtere sich dann der Eindruck den die Kolonie auf mich machte. Es wurden schon seit geraumer Zeit keine Futtertiere angenommen. Egal ob Fliegen, Maden, Motten oder Schaben, es wurde nichts angenommen. Ich musste die Tiere schon direkt vor den Eingang legen damit sie diese ins Nest brachten. Obwohl sie Larven haben wollten sie keine Futtertiere annehmen, wenigstens Zucker oder Honigwasser wurde angenommen.
      Als die Aktivität nun nach gelassen hat und tagelang keine Arbeiterinnen mehr zu sehen waren entschloss ich mich ein neues Nest vorzubereiten. Ich baute ein kleines Y-tong Nest und stellte es zum trocknen in das große Becken. Nach zwei Tagen stellte ich fest das ein paar Arbeiterinnen und Brut in das neue Nest gewogen waren, obwohl es ja noch gar nicht am vom mir bestimmten Ort war. Ich nahm also eins meiner kleineren Becken und machte diese fertig für das neue Nest. Vorsichtig habe ich dann das Nest in das Becken verbaut und eingerichtet. Dann begann ich das alte Nest frei zu legen, ich wunderte mich das ich nicht einmal eine Ameise gesehen habe die nervös am Eingang umher rannte. Ich musste feststellen das tatsächlich nicht eine einzige Ameise noch im alten Nest zurück geblieben war und die gesamte Kolonie schon in dem neuen Nest war. Die Tiere zwangen sich alle in einen einzigen Gang, mir war sofort klar das ich nicht mehr viele Arbeiterinnen haben konnte wenn diese alle in einen kleinen Gang passten.
      Ich untersuchte das alte Nest und stellte fest das ich zwar im Becken keine toten Arbeiterinnen mehr sehen konnte, dieses aber nur daran lag das sie diese auch nicht mehr raus brachten sondern einfach dort vergruben. Somit war ich die ganze Zeit im glauben das es meiner Kolonie besser gehen würde, was aber mit dem gestrigen Tage ganz und gar nicht der Fall war.
      Das ist der große Nachteil wenn man keinen Einblick mehr hat, und man meint das es alles gut läuft. Nun ist die Kolonie nur noch 30-40 Arbeiterinnen stark hat noch ein paar Larven und die ein oder andere Puppe. So langsam weiß ich nicht was ich da noch tun kann, wenn sie doch wenigstens das Futter annehmen würden!
      Ich hoffe jetzt einfach das es in den nächsten Tagen besser läuft, sie hoffentlich das Futter doch noch annehmen und sich an das neue Nest gewöhnen. Mehr kann ich jetzt nicht tun als abzuwarten und hoffen das es bald wieder besser läuft.





      LG, Mathias[/mitte]
      Bilder
      • IMG_0056.jpg

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      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus

      [mitte]Hallo Zusammen!

      Es ist nun eine weile her das ich hier etwas geschrieben habe. Darum gibt es heute ein kleines Update, aber ohne Bilder.

      Nach meinem letzten Bericht habe ich mich noch einmal mit Frank kurzgeschlossen und wir kamen auf die Idee einfach mal eine Art Frühjahrs Pause einzulegen. Ich habe die Tiere dann mit Becken bei mir in die Fensterbank gestellt. dort hatte es meistens so 15-18C°. Beim Lüften des Zimmers öffnete ich dann den Deckel und ließ dann kühlere Luft in das Becken, auch bei Frost und Schneefall habe ich das gemacht.
      Die Ameisen stellten ihre verbliebene, schon geringe, Aktivität fast komplett ein. Nur an das Wasser und Zuckerwasser habe ich sie noch hin und wieder gesehen. Insekten haben sie keine angenommen, aber das war auch nicht zu erwarten da sie bei solchen kühlen Temperaturen keine Brut aufziehen.
      Das ganze habe ich 4 Wochen lang gemacht, vor 10 Tagen schien dann auch mal die Sonne auf das Becken. Die Ameisen stellten sich in kleinen Gruppen in die Sonne genossen diese ausgiebig. Ich fing dann an ein neues Nest und Becken einzurichten. Ein neues Nest mit kleineren Kammern wurde dann schnell angenommen. Seit knapp einer Woche sind sie nun in ihrem neuen Becken, das Nest scheint ihnen zu gefallen. nur die oberen Kammern werden von der Wärmelampe erwärmt. Die unteren Kammern sind vom Sand bedeckt und sind dem entsprechend kühler. Die Tiere sitzen Hauptsächlich in der Untersten Kammer und in der Kammer am Eingang des Nestes.
      Ich erhöhe die Temperatur nun langsam wieder auf Wüssten Klima. Tagsüber bescheint eine Wärmelampe das Becken, Abends lasse ich eine Rotlichtlampe auf das Nest leuchten. Das Rotlicht sie zu genießen, nur die Königin hat scheinbar nicht so wirklich Lust auf ein Rotlicht Bad, sie versteckt sich dann in einen der Gänge.
      Brut haben sie noch keine, aber Insekten werden nun wieder angenommen. Ich habe bis jetzt kleine Schokoschaben, zerkleinerte Mehlwürmer und Fliegen angeboten. Alles wurde angenommen, an den Fliegen sitzen sie zur Zeit noch. Am Zuckerwasser kann ich sie auch hin und wieder beobachten. Die Königin sieht heute schon wieder etwas dicklicher aus, was mich hoffen lässt das auch bei mir bald wieder Brut vorhanden ist! Mein aktueller Stand sieht so aus:

      (29.12.09)
      1 Königin,
      33 Arbeiterinnen,
      0 Puppen,
      0 große Larven,
      0 kleine Larven,
      0 Eier

      Ich werde mich wieder hier melden wenn ich das erste Eipaket gesichtet habe. Dann werde ich auch Bilder vom Becken und von den Tieren machen.
      Bis dahin noch ein wenig Geduld!

      LG, Mathias[/mitte]
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      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      [mitte]Hallo Zusammen!

      Meiner Kolonie haben die fünf Wochen, in der ich sie kühler gehalten hatte, scheinbar sehr gut getan!
      Nach dem letzten Bericht hat es ca. zehn Tage gedauert bis die Gyne anfing Eier zu legen. am 12.01.10 hatte ich dann schon ein Eipaket von ca. 30 Eiern, und zwei bis drei ganz kleine Larven. Wie bei Cataglyphis üblich dauert die Aufzucht neuer Arbeiterinnen nicht sehr lange. Ich habe mittlerweile schon Puppen, einige dürften bald schlüpfen.
      Ich gebe zurzeit jeden 2. Tag neues Futter in Form von kleinen Schaben (die wirklich kleinen Jungtiere) sowie kleine Heimchen, die eigentlich schon zu groß sind. Ich hoffe ich bekomme bald noch etwas Besseres, muss ich wohl doch mal zum großen Tiermarkt.
      In dem neuen Nest sieht bis jetzt alles schick aus, kein Schimmel und auch keine Feuchtigkeit die mir Probleme bereiten könnte. Die Ameisen lagern ihren Müll aber nun doch wieder im Nest. In einer der obersten Kammern haben sie alle Insektenreste gelagert. Wie gesagt noch schimmelt das Ganze nicht. Ich werde dann mal testen welchen Reiz sie eventuell benötigen um ihren Müll nach draußen zu bringen. Ich hoffe das ich da bald positives berichten kann.

      Hier nun Bilder vom neuen Becken, einmal ohne und einmal mit Wärmelampe an:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/iywkpixd287j.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ghzwakh0xpal.jpg]

      Nun ein Blick auf den schlichten aber zweckmäßig eingerichteten Bereich:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tmpj3txspd2g.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/uw0ypczfsgny.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/m6masfmurojt.jpg]

      Jetzt folgen Bilder vom 18.01.10, zu sehen ist der damalige Stand, der Brut.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tyxnucsj0qoy.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/13e8iepjxglh.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/whd7lzgt6v12.jpg]
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/m59ncyhrhi2e.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/jy5zo63q4xy0.jpg]

      Was mich verwundert aber gleichzeitig auch erfreut ist die Tatsache das, seitdem sie diese Pause gemacht hatten, noch nicht eine einzige Arbeiterin gestorben ist. Ich hoffe das bleibt noch eine ganze Weile so. Die Aktivität nimmt im Tagesverlauf leicht zu. Insgesamt ist aber nicht viel los. Sie holen sich ihre Schaben, trinken vom Zuckerwasser oder vom normalen Wasser und sausen, im gewohnten zielstrebigen Schritt, nach Hause. Die Wärmelampe ist fast den ganzen Tag an (ca. von 8:00 -16:00 Uhr) dann schalte ich diese aus und beheize das Nest noch etwa drei bis vier Stunden mit einer Rotlichtlampe. Und so sieht mein heutiger Stand der Kolonie aus:

      (25.01.10)
      1 Königin,
      33 Arbeiterinnen,
      12 Puppen,
      2 große Larven,
      15 normale Larven,
      30 kleine Larven,
      20-25 Eier


      Hier jetzt noch Bilder die ich gerade gemacht habe:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hvkmr2vwjsqc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/akwn8tel5pzv.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ytdq6j3cbtpm.jpg]

      Und hier seltene Bilder von der Königin, sie ist normalerweise die erste die weg rennt wenn ich in das Nest schaue, heute hatte sie aber nichts dagegen das ich sie Ablichte!

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wvzuci0w7qz0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ylz04e30yqe9.jpg]

      So das war es dann für heute!
      Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und Bilder anschauen.

      Diskussion bitte Hier!

      LG, Mathias[/mitte]
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Erste neue Arbeiterinnen geschlüpft!

      [mitte]Hallo Zusammen!

      Meine Kolonie entwickelt sich sehr gut, ich kann mich da wirklich nicht beklagen. Die Königin legt weiter fleißig Eier und die Larven werden auch von Tag zu Tag größer. Die Larven werden dann mit viel Sand bedeckt so dass nur noch ihr Hals heraus schaut. Dann spinnt die Larve ihre Puppe. Das ist Typisch für Cataglyphis Arten, das haben bis jetzt alle von mir gehaltenen Arten so gemacht. Gestern konnte ich dann beobachten wie zwei Arbeiterinnen eine frische Puppe von Sandkörnern befreiten. Die alten 33 Arbeiterinnen haben eine Menge zu tun, es ist viel Brut vorhanden. Zum Glück schlüpfte gestern die erste neue Arbeiterin, es naht also Hilfe. Eben konnte ich eine weitere neue Arbeiterin beobachten. Diese sind am Thorax orange gefärbt und fallen von daher sofort auf. Mein neuer Stand:

      1 Königin,
      35 Arbeiterinnen,
      25 Puppen,
      3 große Larven,
      20 normale Larven,
      20 kleine Larven,
      20-25 Eier

      Hier mal ein Bild der ersten neuen Arbeiterin:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lzqnrvdtj6u1.jpg]

      Zur Zeit gebe ich ihnen ausschließlich Schaben, das ist das einzige dass ich in passender Größe habe. meine letzte kleine Grille habe ich vor einer Woche verfüttert. Biete ich zu große Tiere an werden die einfach liegen gelassen oder vom Nesteingang so weit wie möglich entfernt. Also bleiben mir zurzeit nur die Schaben. Das ist aber nicht so schlimm denn die Schaben werden gerne genommen. Was sie gar nicht mögen ist wenn man ihnen z.B zerschnittenen Mehlwurm anbietet. Der wird sofort mit weg gebracht.

      Hier mal Bilder, wie sie eine Schabe verwerten:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/xg2jt807x5vm.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qrdbxglkprf6.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dsgbop8lhzqv.jpg]

      Zu guter Letzt, Bilder von den Puppen und neuen Eiern und kleinen Larven:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/i79r4580u1h1.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qmb1t4h52vnj.jpg]

      Das war es für heute von den Cataglyphis.

      LG, Mathias[/mitte]
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      [mitte]Hallo Leute!

      Nach etwas längerer Zeit mal wieder ein Bericht zu meiner Kolonie.


      Was bisher geschah:

      Die Kolonie Entwickelte sich eigentlich wieder ganz gut, es Schlüpften erste neue Arbeiterinnen und die Aktivität im Nest und im Becken stieg an. Sie nahmen meine Angebotenen Insekten in Form von Schaben und Grillen sehr gut an. Auch das Zuckerwasser wurde gerne angenommen. Leider ging es dann doch recht zügig Berg ab, aber nicht das die Tiere starben, nein es kamen keine neuen mehr nach. Das Problem konnte ich nicht schnell genug erfassen, ich sah nur das die Arbeiterinnen nun anfingen öfters mal eine Puppe zu öffnen und die unfertigen Ameisen zu fressen. Ich schaute mir die Puppen genauer an und musste feststellen das die teilweise recht seltsam deformiert waren. Bei einigen sah es so aus als würden teile der Ameisen (Beine, Fühler) aus der Puppe ragen.
      Ich Unterhielt mich in der zwischen Zeit hin und wieder mit Frank. Irgendwann sind wir dann auch mal auf das Thema C. bombycinus gekommen und darauf das die nicht zu trocken gehalten werden sollten. Ein Nestbereich sollte immer Erdfeucht sein und vor allem auch kühler. Ich dachte das es vielleicht die Lösung für mein Problem sein könnte, da ich das Nest eigentlich nicht befeuchtet habe. Das Nest hatte aber eine Bohrung gehabt um das Nest zu befeuchten, diese Möglichkeit nutze ich aber nie. Also testete ich das mal aus. Es dauerte keine fünf Minuten und die Larven wurden an den feuchten Bereich gebracht. Ich Bastelte mir nun ein neues Nest mit richtigem Wassertank, aber es musste etwas ausgefeilter sein und das Nest musste auch mindestens zur Hälfte im Sand vergraben sein.

      Das neue Nest:

      Die Problematik war klar, wenn ich einen Wassertank baue dann musste er so aufgebaut sein das der umliegende Sand keine Feuchtigkeit ziehen kann, Sonnst würden die Grab freudigen Cataglyphis sofort anfangen sich ihr eigenes Nest zu graben. Außerdem sollte ja nur der Obere Teil des Nestes aus dem Sand ragen. Ich baute also ein ganz normales Porenbeton Nest und sägte mir ein Stück aus dem Stein, so das die Obersten Kammern in einem nur 5-7 cm breiten Stein waren. Darunter baute ich mit einen Wassertank. Diesen Wassertank verschloss ich mit einem Deckel gebaut aus Alufolie und verklebte diesen mit Lehm. Ich stach noch ein Loch in die Folie und steckte einen Strohhalm durch. Das ganze habe ich noch ein paar Tage trocknen lassen.

      Haltungsbericht:

      Ich nahm nun die Tiere aus dem Nest und setzte sie in eine kleine Box wo ich ihnen eine TicTac Dose als Unterschlupf anbot, diese wurde auch schnell bezogen und Königin und Brut wurden in die Box gebracht. Ich reinigte das alte Becken und baute ihnen dann das neue Zuhause. Der Stein schaut nun zu einem drittel aus dem Sand links neben dem Eingang befindet sich nun der verschlossene Strohhalm mit dem ich das Nest befeuchten kann. Ich hatte Das ganze noch eine Nacht trocknen lassen. Am nächsten morgen setze ich dann die Kolonie in das neue Becken, es dauerte ca. 10 Minuten bis sie das neue Nest gefunden und erkundet hatten. Der Umzug war sehr schön zu beobachten, dazu nun zwei Videos:

      Zu sehen ist das gesamte Nest und der Umzug einiger Arbeiterinnen und teile der Brut.


      Leider ging der Akku leer, fünf Sekunden bevor die Gyne in das Nest gebracht wurde.


      Das ganze ist ca. 10 Tage her, der Kolonie hat der Tapetenwechsel gut getan. Es haben sich nun alle Larven verpuppt, die Puppen schauen gut aus. Einige alte liegen noch dazwischen, wollen wir das beste hoffen. Ich konnte gestern schon wieder ein großes Einpaket ausmachen:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6rvu0vh6wrgr.jpg]

      An Brut sind also nun nur Eier und Puppen vorhanden, nun aber auch mit ein paar größeren Puppen. Die Larven haben sich mit "Pinkymaden" den Bauch voll schlagen können. Diese Maden werden sehr gerne angenommen und liegen nun im Nest herum, sogar zwischen den Puppen:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/bk9otmahscgt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a5m6x0foh0m9.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lp7cwbv25ur4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7u5q9oygi4q4.jpg]

      Ich konnte dann auch mal ganz gut zählen wie viel Tiere ich nun habe, mein neuer Stand:

      1 Königin,
      62 Arbeiterinnen,
      30 Puppen,
      0 große Larven,
      0 normale Larven,
      0 kleine Larven,
      30-40 Eier

      Daran sieht man das ca. 50% der alten Puppen gefressen wurden, ich hoffe nun das es nun besser wird. Zumindest konnte ich sie bis jetzt nicht mehr dabei beobachten. Schön ist nun auch das sie jetzt einen Bereich im Nest haben der recht kühl ist und dann nach oben hin immer wärmer wird. Die Königin und die Larven sind meistens ganz unten (der Bereich der auch befeuchtet werden kann) und die Puppen eher im oberen Bereich.

      So das war es für Heute, hier nun noch einmal ein paar Bilder vom neuen Becken:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8wtaby5u2gpz.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/28womjut3n8o.jpg]

      Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

      Diskussion bitte Hier!

      LG, Mathias[/mitte]
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    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      [mitte]Hallo Leute!

      Nach einiger Zeit möchte ich hier von ein paar neuen Beobachtungen berichten.

      Die Kolonie entwickelt sich zurzeit sehr gut, ich kann mich nicht beklagen. Ich möchte behaupten das es bei meinen Cataglyphis bombycinus noch nie besser lief als jetzt. Es ist eine Menge Brut in allen Stadien vorhanden. Was mich besonders freut ist das die Königin in Regelmäßigen Abständen neue Eier legt und nur vereinzelt mal eine Arbeiterin stirbt. Seit meinem letzten Bericht sind zwei Arbeiterinnen gestorben.

      Mein neuer Stand lautet:

      1 Königin,
      ca. 80 Arbeiterinnen,
      ca. 40 normale Puppen,
      ca. 10 größere Puppen,
      ca. 10 größere Larven,
      ca. 20 normale Larven,
      ca. 30 kleine Larven,
      ca. 20-30 Eier

      Es ist natürlich nicht ganz so leicht zu zählen, deswegen habe ich immer nur ca. Angaben gemacht.

      Die Kolonie bekommt zurzeit Grillen, Schaben, Fliegen, Maden und hin und wieder mal ein paar kleine Raupen. Alles wird immer sehr gerne Angenommen. Man muss aber darauf achten das die Insekten immer tot in das Becken gelegt werden. Effektiv erjagen können sie nur die kleinen Raupen, ihre Ameisensäure riecht auch nicht so intensiv, weswegen ich davon ausgehe das diese auch nicht so stark ist wie bei anderen Ameisenarten. Wichtig ist auch eine konstante Gabe an Wasser und Zuckerwasser. Sehr schön anzusehen ist es wenn die Tiere Angebotenen Insekten finden, das sie dann die Beute vorne ergreifen und sie diese unter ihrem Körper hängend ins Nest bringen. Das sieht dann den Treiberameisen sehr ähnlich und sieht einfach faszinierend aus. Bei größeren Tieren bringen sie diese aber auch in Gruppen von bis zu zehn Arbeiterinnen ins Nest. Dabei prüfen sie auch immer wieder die Richtung in der der Eingang zum Nest liegt. Hier mal ein Video wie einige Arbeiterinnen eine Grille ins Nest bringen wollen:



      Der Nesteingang wird abends öfter mal verschlossen aber nicht immer. Morgens wenn ich das Licht dann anschalte dauert es nicht lange und sie machen den Eingang wieder frei. Dazu mal zwei Bilder, Eingang verschlossen und Eingang offen:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3jevfh4xekqb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/oh90sm65gq2a.jpg]

      Jetzt sind auch mal bis zu 15 Arbeiterinnen im Becken am furagieren. Dann sollte man zusehen das man ihnen ein paar Insekten anbieten kann. Wenn man mal zwei Tage kein Zuckerwasser Anbietet sieht das Ganze dann nach kurzer Zeit so aus:



      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/z1tbejdgf7km.jpg]

      Nun noch ein paar Impressionen aus dem Nest, zuerst ein Video:



      Jetzt ein paar Bilder:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/cfhptj4sxqg2.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/84uygv62axyb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/otfxmrhgmuqe.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/f2w5a7sxzpxi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/cfanaewawb94.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/cypqydfe17fn.jpg]

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    • Re: Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      [mitte]Hallo Leute!

      Der letzte Bericht ist nun schon eine Zeitlang her, darum wollte ich euch gerne wieder von meiner Kolonie Berichten.

      Das neue Nest:

      Das alte Nest war nun doch etwas klein geworden und die Staubläuse wurden auch schon wieder zu einem Problem. So habe ich nach meinem Ukraine Urlaub ein neues Nest für die Kolonie gebastelt. Die Funktionsweise ist die selbe wie bei meinem Messor arenarius Nest und auch dem alten Nest dieser Kolonie. Zum Aufbau des Nestes gibt es einen Bericht sobald ich wieder mal eins machen muss.

      Das Umsetzen:

      Ich wollte das Becken für diese Kolonie weiter benutzen aber ich musste sie irgendwie „Zwischenlagern“ damit ich das Becken sauber machen konnte. Ich nahm also eine unserer Salatschüsseln und beschmierte den Rand mit etwas Öl als Ausbruchsschutz. Als Unterschlupf bot ich ihnen zwei „Tick Tac“ Dosen an. Ich sammelte erst einmal alle Ameisen die im Becken liefen auf. Danach öffnete ich das Nest um die restlichen Arbeiterinnen, die Königin und vor allem die Brut umzusetzen. Ich benutze dazu vor allem meine Hände, ich streife dabei vorsichtig mit der Hand über die Kammern. Die aggressiven und erregten Arbeiterinnen attackieren dabei meine Hand und laufen auf dieser. Ich brauche sie dann nur vorsichtig über der Schüssel abschütteln. So kann ich leicht 5-10 Arbeiterinnen auf einmal umsetzen. Die wenigen die mich dabei richtig bissen ließen schnell davon ab und konnten ebenfalls abgeschüttelt werden, nur wenige musste ich von meiner Hand „abziehen“. Das klappt sehr gut, keine Ameise wurde verletzt. Hier dazu zwei Aufnahmen die mein Sohn von meiner Hand machte:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ts8agp50n9zq.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7nl1zmbghykc.jpg]

      Danach kippte ich den Inhalt der Kammern in eine weitere Schüssel. Die wenigen Arbeiterinnen die nun noch dabei waren setzte ich noch zu den anderen. Nun begann die Fummel Arbeit, alle Puppen, Larven und Eier aus dem Gewimmel von Staubläusen und dem Sand heraus zu sammeln, am besten ohne auch nur eine einzige Staublaus zu übersehen und eventuell mit in das neue Becken zu schleppen. Das ganze dauerte sehr lange ich glaube 2 Stunden waren es bestimmt. Die Arbeiterinnen brachten die Brut und die Königin in die „Tick Tac“ Dosen und ich machte mich auf um das Becken zu säubern.

      Das neue Becken:

      Ich reinigte das Becken gründlich mit Scheuermilch und heißem Wasser trocknete es ab und überlegte mir wie ich die Tiere daran hindern könnte ständig das ganze Becken umzupflügen. Ich baute das Nest ein füllte das Becken mit Seramis und fing an den Bodengrund in Form von Kies und Sand aufzufüllen. Da kam mir die Idee, warum nicht den Grund nun mit Gips auffüllen und darüber eine 1cm dicke Sandschicht streuen. Ich nahm also unseren Bastelgips und rührte eine recht flüssige Konsistenz an. Den Eingang verstopfte ich so das dieser nicht mit dem Gips voll laufen konnte. Ich goss den Gips in das Becken und wartete fünf Minuten ich entfernte den Stopfen vom Eingang und füllte das Becken mit Sand auf, etwa 1 cm hoch.

      Der Umzug:

      Nun war es an der Zeit die Tiere in ihr neues Becken zu setzen. Ich nahm also die zwei „Tick Tac“ Dosen und legte sie in das neue Becken, die restlichen Arbeiterinnen setzte ich dazu und so war die Aufregung erst einmal recht groß. Der Eingang zum Nest war natürlich schnell gefunden und die ersten Arbeiterinnen begannen mit dem Umzug. Die Lampe im Becken brannte die ganze Zeit, so waren sie sehr aktiv und vor allem schnell, der ganze Umzug dauerte keine Stunde. Im ganzen Becken versuchten die Arbeiterinnen zu graben, dank meines Einfalls mit dem Gips war ihnen das aber nur begrenzt Möglich!

      Haltungsbericht:

      Einen kleinen Makel hatte das neue Nest leider, ich konnte diesen aber nicht mehr ändern. Es geht um den Eingang, dieser ist sehr gerade nach unten und dies ist für diese Art nicht besonders gut. Diese Cataglyphis schließen abends ihren Nesteingang für gewöhnlich. Das war aber mit diesem Eingang nicht möglich. So nahm ich ein wenig Sand und mischte ihn mit Lehm und Wasser. Diese Mischung legte ich auf den Nesteingang und befeuchtete ihn Zusätzlich noch mit der Sprühflasche.
      Heute machte ich das ganz noch einmal diesmal aber mit noch mehr Lehm weil dass das alte Gemisch doch recht leicht zusammen brach. Nun haben die Cataglyphis einen richtig guten Eingang gegraben der Hoffentlich hält und seinen Zweck erfüllt. Dazu gibt es von mir ein kleines Video:



      Wie ihr auf dem Video auch erkennen könnt sind sie ganz gierig nach Zuckerwasser, alle paar Wochen mische ich das Zuckerwasser noch mit Honig. Dann muss man aber aufpassen da das bei der wärme schnell anfängt zu vergammeln. Den Protein bedarf decke ich mit Fliegenmaden, Schaben, Fliegen und kleinen Mehlwürmern. Alles wird sehr gut angenommen und so ist meine Kolonie nun ordentlich gewachsen. Hier mein neuer Stand:

      1 Königin,
      ca. 200 Arbeiterinnen,
      ca. 70 normale Puppen,
      ca. 10 größere Puppen,
      ca. 10 größere Larven,
      ca. 40 normale Larven,
      ca. 40 kleine Larven,
      ca. 50 Eier


      Ich beobachte nun das die Arbeiterinnen langsam immer größer werden, einige haben auch schon größere Mandibeln. Einen richtigen Soldat habe ich aber noch nicht. Dazu ist meine Kolonie wohl auch noch etwas zu klein. Ich warte weiter gespannt wie sich das Ganze entwickelt.

      Ein kleines Fazit über diese Art möchte ich mir an dieser Stelle erlauben:
      Cataglyphis bombycinus sind mit die schönsten Ameisen die ich je gehalten habe, wenn nicht sogar die schönsten. Auch wenn die Haltung anfangs sehr holprig war denke ich das man sie definitiv gut und lange halten kann. Es sind eben ganz besondere Tiere mit ganz besonderen Bedürfnissen. Wenn man diese erfüllen kann ist die Haltung quasi ein Selbstläufer (wie bei vielen Arten). Ich kann also nur jedem raten der die Möglichkeit hat diese Tiere zu halten, MACHT ES!

      Das soll es dann nun wieder gewesen sein, ich hoffe euch hat der Bericht gefallen!

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      LG, Mathias[/mitte]
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Hallo, liebe Leute!

      Nach gut anderthalb Jahren ist die bombycinus-Kolonie nun wieder bei mir. Mathias hat die Tiere beim letzten Treffen mitgebracht, er hat im Moment leider wenig Zeit und so hat er einige Tiere an Vereinsmitglieder ab- bzw. weitergegeben.
      Hier an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank, Mathias, für die Pflege und den hervorragenden Zustand der Kolonie. Natürlich bekommst Du wieder eine solche Kolonie von mir, wenn bei Dir im Frühjahr alles bereit ist.
      Am Telefon kündigte Mathias mir an, es würden etwa 200 Ameisen in der Kolonie leben, ich habe eher den Eindruck, dass es doppelt so viele sind.

      Eine tolle Sache, diese wunderschönen Ameisen wieder hier zu haben..;). Ohne Übertreibung kann man wohl sagen, dass diese Art zu den wohl schönsten und auffallendsten Ameisen gehört. Färbung, Schimmer und Pubescens sind einzigartig, nichteinmal nur bei den Ameisen. Einzigartig ist ebenfalls, zumindest für die nähere Verwandschaft, dass diese Art eine echte Soldatenkaste ohne fliessende Übergänge zu den polymorphen Arbeiterinnenkasten hervorbringt.

      Natürlich musste nun einiges hier geändert werden, ganz klar, dass diese Cataglyphis bombycinus das grösste und hellste Terrarium erhalten mussten. Gestern war es dann soweit und die Kolonie zog in ihr neues Nest ein. Das Becken ist noch sparsam und karg eingerichtet, da wird sich noch einiges ändern. Zwar kommt die spartanische Einrichtung den Bedingungen erstmal recht nahe, unter denen die Art im Freiland lebt, jedoch überlege ich, einige Pflanzen zu setzen, es sollen im terrarium ja weitere Arten leben können.
      Immer wieder faszinierend für mich, wie rasend schnell sich die Cataglyphis organisieren, das obwohl sie nur sehr zurückhaltend und sparsam spuren und Wegmarken mit Pheromonen nur in unmittelbarer Nähe des Nesteingangs setzen. Der Umzug war bereits nach einer halben Stunde bewältigt.

      Die Kolonie ist nun bereits in Frühjahrsstimmung, ständig wuseln die Arbeiterinnen mit hoher Geschwindigkeit über den Sand und suchen nach Fressbaren. Heut wurden zwei Grillen verspeist und zahlreiche Drosophila. In wenigen Tagen werden erste Eipakete auftauchen und ich kann mir vorstellen, dass die Kolonie mit der ersten Generation der neuen Saison Geschlechtstiere aufzieht.

      Anschliessend einige Fotos der Tiere. Ich bitte um Verständnis, aber es ist schwierig, die ständig flitzenden Ameisen in Action zu fotografieren. Am Licht muss ich noch etwas arbeiten, das Spektrum lässt die Tiere noch nicht ganz so silbrig erscheinen, wie sie im Freiland bei Sonnenlicht erscheinen. Ich denke, ich muss noch eine Lampe mit stärkeren UV-Anteil installieren, das ist es mir aber wert..:)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/uf8z27e3znly.jpg]

      Gegenseitige Fütterung.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wpd2gnv7cnab.jpg]

      Am Zucker, Begegnung mit Leptothorax. Ausserdem eine Arbeiterin beim Graben. Letztlich eine Arbeiterin beim Schleppen eines Steinchens.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mu7m2hsxyezr.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ap35d4adq7jf.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1taizshnwso5.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Hallo, Ameisenfreunde.

      Seit einigen Tagen gibt es erste Eipakete im Nest. Jetzt werden die Eier bereits in lockeren Haufen gepflegt, ein Indiz dafür, dass der Schlupf der jungen Larven bereits bevorsteht. Es sind jetzt schon etliche Arbeiterinnen im Terrarium unterwegs und auf Nahrungssuche, schlüpfen erstmal die Larven, wird die Aktivität weiter zunehmen.
      Das Terrarium ist einen Meter lang, so können die Arbeiterinnen wenigstens ansatzweise Strecken laufen. Kein Terrarium der Welt aber kann dieser Art gerecht werden, Ameisen dieser Art legen im Freiland in kürzester Zeit Strecken von bis zu hundert Metern zurück. Die Ameisen fliegen dabei regelrecht über den heissen Sand, immer wieder alle paar Meter innehaltend und sich drehend, aufmerksam die Umgebung musternd. Wir sind oft den Arbeiterinnen im Freiland gefolgt, die Geschwindigkeit, mit der sich die Tiere bewegen, entspricht etwa der eines langsam gehenden Fussgängers. Besonders beutebeladene, heimkehrende Arbeiterinnen flitzen dabei fast unentwegt und ohne längere Pausen über weite Strecken, immer das Ziel vor Augen und ohne geringste navigatorische Probleme durch die eintönigen Sandflächen mit nur wenigen optischen Feldmarken. Das ist für ein so winziges Insekt eine fantastische Leistung und atemberaubend schnell.
      In den sandigen Dünen sind die absolut unauffälligen Nester dieser Art relativ schwer zu finden und nicht häufig.
      Das mag an den ungewöhnlich grossen Aktionsradius liegen, den Kolonien der Art haben und in den kargen, nahrungsarmen Flächen auch brauchen. So wird es eine indirekte Konkurrenz geben, die das Aufkommen junger Völker in der Nachbarschaft grosser, aktiver Kolonien verhindert. Wir vermuten, dass diese Konkurrenz indirekt ist, denn wir haben nie Auseinandersetzungen zwischen Arbeiterinnen oder gar Nestern verschiedener Völker der Art beobachtet, obwohl sich die Tiere natürlich trotz der weit auseinanderliegenden Nester begegnen.
      Das aber ist typisch für alle Cataglyphis. Auch andere Arten, deren Nester in grösserer Dichte anzutreffen sind, führen nie Kriege oder haben untereinander grössere Auseinandersetzungen, wie es sie beispielsweise bei Tetramorium gibt.
      Das ist eigentlich erstaunlich, denn viele Arten, besonders die erfahrenen Arbeiterinnen der grossen bicolor-Arten sind gute und agressive Jäger und erfolgreiche Beutegreifer.

      Hier mal Bilder der kommenden Generation..:)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n8c6besrnkbm.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6h2goqj0khvb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lh4p3wvcgf2p.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Ein paar Fotos des Terrariums. Ich habe etwas am Licht gebastelt und nun bin ich erstmal zufrieden. Zusätzlich zur HQL-Beleuchtung habe ich eine Philips Daylight-Energiesparlampe ins Terrarium reingebastelt. Diese Lampe zieht nun zusätzliche 23 Watt, bringt zusätzlich 1450 Lumen und soll lt. Hersteller eine herkömmliche 120 Watt Glühlampe ersetzen.
      In jedem Fall ist es nun noch etwas heller am Boden des Terrariums und die zusätzliche Lampe beheizt das Terrarium zusätzlich. Die Aktivität der Arbeiterinnen hat nochmal deutlich zugenommen, ständig flitzen die Ameisen durch das Terrarium über den nun etwas wärmeren Sandboden.
      Auf den Fotos ist zu erkennen, dass ich in einer Ecke des Beckens eine Kunststoffschale im Sand versenkt habe, die mit Kieseln gefüllt ist und als Pflanzschale dient. Das ist zwar nicht sehr schön, denn der Rand der Schale ist halt noch erkennbar, jedoch ist es recht zweckmässig, die Ameisen versorgen sich hier mit Trinkwasser und es können einige Pflanzen angesiedelt werden.

      In Nestnähe.
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hlhshxax70f4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zo5fnr67of24.jpg]

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mhlxf8uoryt8.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/96aj9isx2xrd.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/r26cr1m7cude.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Bei meinen Tunesiern ist soweit alles in Ordnung, es herscht weder Ausnahmezustand noch ist die Regierung geflohen oder abgesetzt. Eher scheint das Völkchen in positiver Stimmung zu sein, Umsturzaktivitäten oder
      Symptome des Zerfall des Staatswesens sind nicht erkennbar..:)
      Im Gegenteil. Endlich sah ich ältere Larven im Nest. Die hatte ich in dieser Grösse und diesen Entwicklungsstand eigentlich schon viel früher erwartet, aber lieber spät als nie. Auffallend war in den letzten Tagen, dass die Arbeiterinnen aufgeregter im Terrarium umherliefen als früher. Heute gab es einige Schokoschaben, die eiligst abgeführt und dem Verzehr zugeführt wurden..;) Dank an dieser Stelle an Mathias, der mir die mitbrachte, die Schokoschaben werden sehr gern genommen.

      Ich hab heut nachmittag mal den Nebler eingeschalten und das Geschehen fotografiert. der Nebler läuft normalerweise am Abend ein halbe Stunde und am Morgen eine Viertelstunde. Das sich niederschlagende Kondenswasser wird dann morgens nach Sonnenaufgang von den Ameisen gesammelt und das genügt ihnen als Wasserversorgung. Vorteil dieser Art der Wasserversorgung, der Sandboden bleibt trocken und es wird kaum gegraben.

      Nebel in der Wüste. Blick in die teifhängende Wolkendecke, übles Wetter, aber natürlich schön warm..:o

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/coiaq8qh64e6.jpg]

      Leichter Bodennebel. Man ist etwas verwirrt, solches Wetter an Nachmittag, wo sonst doch nur die Sonne scheint?

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5bsqn3vmz7jf.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fnj1pz80ihrz.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zdg54w8bi6ro.jpg]

      Blicke in die Kinderstube. Junge Larven.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0k8heil54gu6.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3l7m5zxqu762.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/i7s1jstqg05m.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Hallo Ameisenfreunde,

      die Cataglyphis bombycinus ziehen nun ordentlich Nachkommen auf. Leider keine Geschlechtstiere, wie ich gehofft hatte, aber immerhin Arbeiterinnen. Ich füttere Wachsmaden, mittlelgrosse Steppengrillen und Schaben. Davon jeden Tag einiges, alles wird nun eingetragen und verwertet.
      Puppen und junge Larven werden in den obersten, warmen und trockenen Nestkammern gepflegt, ältere Larven werden in den tieferen Nestkammern aufbewahrt und gefüttert. Hier ist es kühler und auch feuchter. Auch die Königin hält sich fast ständig in den oberen, wärmeren Bereichen auf. Leider haben die Ameisen die Glasscheiben etwas verschmutzt, so dass das Fotografieren schwierig ist.
      Alles in allem geht es der Kolonie sehr gut, die Tiere sind quietschfidel und werden am Morgen aktiv, sobald das Licht angeht. Ständig besuchen Arbeiterinnen die Zuckertränke. Die Wasserversorgung wird ja über den Nebler gewährleistet, der sich jeden Abend und jeden Morgen einschaltet, am Morgen wird dann das Kondenswasser an den Glasscheiben des Terrariums von den Arbeiterinnen gesammelt. Diese Bedingungen, besonders bei der Wasserversorgung dürften denen ähneln, die diese Ameisen im Freiland haben.
      Wenn ich mich an das Terrarium setze und den Ameisen bei ihrem Treiben zusehe, bin ich immer wieder begeistert von ihnen. Es sind erstaunlich schöne Ameisen, metallisch schimmernd und blitzschnell. Leider haben die Ameisen bis jetzt keinen Soldaten aufgezogen, aber ich bin guter Dinge, dass dies bald geschehen wird.

      Jetzt mal einige aktuelle Fotos vom Innenleben des Nestes. Auf einem ist die Königin zu sehen :love: .

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/oxvw01gytwdk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/bpz2ei638sbc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/kr9maw1myxni.jpg]
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/nk7i3m7qjaxq.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/evqj14vn0lao.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vuq13ybhun0z.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Die bombycinus sind nun richtig in Fahrt und eigentlich ständig hungrig. Eigentlich sind speziell diese Ameisen eher Sammler von toten Insekten in der Wüste als aktive Jäger. Bestenfalls erjagen sie winzige Insekten. Im Freiland durcheilen diese Ameisen riesige Gebiete mit traumwandlerischer Sicherheit, ohne Spuren oder Duftstrassen orientieren sich diese Ameisen allein optisch in grösserer Nestentfernung. Beobachtet man ein Nest dieser Ameise im Freiland, wird man in kurzen Abständen heimkehrende Arbeiterinnen beobachten können, die mit allem möglichen toten Insekten oder Spinnchen oder Teilen von denen beladen heimkehren. Immer in rasanter Geschwindigkeit.
      In der Haltung lässt sich das natürlich nicht nachstellen.
      In ausreichend grossen Terrarien aber können auch diese Ameisen ihren Bewegungsdrang ausleben, wichtig neben etwas Platz für raumgreifende "Sprints" sind Wärme und helles Licht.
      Natürlich "brauchen" diese Wüstenameisen keineswegs die lebensfeindlichen Umstände, denen sie in ihrer Heimat ausgesetzt sind; ihre Kolonien gedeihen sich bei guter Versorgung auch im Terrarium. Das lässt sich bei wohl allen Cataglyphis-Arten feststellen, die ja oft im Freiland an besonders harte Bedingungen in ihren Biotopen angepasst sind.
      Ein Ergebnis an die Lebensweise der Arten an ungünstige Verhältnisse in den Wüsten- oder Steppenbiotopen des Freilandes, die ja manchmal so ungünstig sind, dass die Arten wie bombycinus fast konkurrenzlos hier leben, ist die ausserordentliche Anpassungsfähigkeit der Arten. Diese Ameisen sind nicht nur an die extremen Klimaverhältnsse angepasst, sie sind zudem individuell lernfähig und vermögen so, immer neue sich bietende Nahrungsquellen zu nutzen.
      Hier Bilder von sich abmühenden bombycinus an einer Schabe. Ein solches Beutetier käme im Freiland überhaupt nicht in Frage, würde nicht einmal beachtet. Zu gross wäre der Aufwand, der für die Jagd, die Festsetzung und gemeinschaftliche Überwältigung solcher Beute betrieben werden müsste. Im Terrarium ist das natürlich anders, die ansonsten einzelnjagenden Tiere unterstützen sich gegenseitig und bewältigen gemeinsam solche Beute.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/psqtk1hegzpl.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7ks6fucqlf32.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9y79njdvmu41.jpg]

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Einiges hat sich nun geändert. Das Terrarium habe ich auf den Rücken gelegt, nun hat es eine recht ordentlich Grundfläche, die für diese bodenlebenden Öberflächenjäger natürlich wichtiger ist als die Höhe des Lebensraumes. Nun ist also einfach viel mehr Platz.
      Ich habe auf jede Bepflanzung verzichtet, lediglich Äste und Sand strukturieren den Raum. Wasser wird nun in einer Reagenzglastränke angeboten, ebenso Zucker.

      Es ist immer wieder eine grosse Freude, zu beobachten, wie schnell sich die Kolonien der Cataglyphis nach Störungen organisieren. Dabei tun sie es ja nicht einmal mit ausgedehnten Duftspuren, die bei vielen anderen Ameisen ja eine wirksame Hilfe zur Massenrekrutierung sind. Gespurt wird bei den Cataglyphis ausschliesslich in der Nähe des Nesteingangs, wohl zur Markierung des Reviers der Kolonie und als Navigantionshilfe in unmittelbarer Nestumgebung.
      Obwohl diese Arten also auf das weitläufige Spuren und den damit zusammenhängenden Duftstrassen verzichten (müssen), gelingt ihnen ausserordentlich schnell der massenhafte Umzug der Kolonie. Alle Ameisen, die das Gebiet noch nicht kennen, werden getragen. Möglicherweise beobachten und registrieren die getragenen Tiere bereits das Gelände, durch das sie getragen werden und kennen es so, wenn sie am Zielort abgesetzt werden. Mir zumindest erschien es so, denn alle Ameisen, die am Umzug beteiligt waren, schienen genau zu wissen, in welcher Richtung sie zu laufen hatten, wenn sie das neue Nest in Richtung des provisorischen Aufenthalts der Kolonie verliessen.
      Nicht zuletzt werden schnelle Umzüge natürlich auch einfach dadurch erreicht, dass sicht die Tiere sehr schnell bewegen und alles in grosser Eile erledigen.

      Nun ist wieder etwas Ruhe eingekehrt, die Kolonie bewohnt jetzt das neue Nest. Vor dem Nest halten sich noch einige Arbeiterinnen auf, die Sand bewegen oder aufmerksam die Umgebung beobachten. Offenbar traut man dem Frieden noch nicht nach all den Stress. Im Terrarium flitzen noch immer Trägerinnen herum, auf der Suche nach letzten Kameradinnen, die sich noch nicht wirklich auskennen. Dabei wird jede andere Arbeiterin, der man begegnet, befühlert und es erfolgt kurze Kommunikation und "Passkontrolle". Nun ist es wohl davon abhängig, ob diese Arbeiterin offenbart, dass sie getragen werden möchte, weil sie das Geälände nicht kennt. Tut sie das nicht, weil sie vllt. selbst eine suchende Trägerin ist, flitzt die Trägerin weiter und sucht nach anderen Kolonieangehörigen, die sich als noch ortsunkundig zu erkennen geben.

      Einige Fotos, die ersten von Arbeiterinnen vor dem Nesteingang.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rzkot9d60l84.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1ezeo1zyrk7k.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/o8dz4omznuri.jpg]

      Jetzt noch ein paar Bilder des Lebensraumes. Sie sind nicht sehr scharf, die Fotos entstanden nicht im Makromodus. Sie zeigen aber, dass die Ameisen nun etwas mehr Platz haben und ganz ordentlich flitzen können..:)
      Ich lade einfach mal alle Fotos hoch, weil ich jetzt nicht mehr sehen kann, welche gut sind und welche weniger gut sind.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ptg6xtzos63l.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/spfrd8p3y94r.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rxg1vy3mtjbq.jpg]
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      Einblicke ins Nest folgen in den nächsten Tagen.

      LG, Frank.
    • Re: *Cataglyphis bombycinus sinaiticus - Haltungsbericht

      Es läuft zwar ganz gut bei den bombycinus, aber doch noch längst nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Die Kolonie hat ständig Brut, es schlüpfen ständig junge Arbeiterinnen, jedoch könnte es von allem etwas mehr sein..;) Dabei leidet die Kolonie natürlich keinen Nahrungsmangel, von allem hat sie im Überfluss.
      Diese Art ist schwieriger als alle anderen Cataglyphis-Arten zu halten. Sie braucht Platz, Licht und, wohl vor allem, Wärme. Seit einiger Zeit denke ich über meine Erfahrungen mit der Art im tunesischen Freiland nach und zermartere mir das Gehirn, woran es wohl liegen kann, dass die freilebenden Kolonien im tuesischen Frühjahr und Frühsommer geradezu explodieren, während diese Kolonie trotz guter Pflege zwar gut gedeiht, jedoch eben nicht gerade explodiert.

      Alles, was die Kolonie zu brauchen scheint, steht ihr zur Genüge zur Verfügung. Von allem eigentlich viel mehr als es den freilebenden "Kollegen" zur Verfügung steht. Das Terrarium hat Innentemperaturen um 26 Grad, im Nest ist es noch wärmer, Wasser und Zucker steht zur Verfügung ebenso wie tierisches Eiweiss.
      Und doch, vllt. genügt es nicht, was ich den Tieren an Wärme zur Verfügung stelle? Im Freiland sieht man diese Ameisen erst in grossen Scharen auslaufen, wenn der Boden sich stärker erwärmt. Zwar sind auch im Winterhalbjahr bei mässigen Temperaturen immer wieder einzelne Arbeiterinnen unterwegs, jedoch ist dies kein Vergleich zu der Aktivität, die solch eine Kolonie entfaltet, wenn es warm, ja heiss am Boden wird und die Temperaturen am Boden auf über 40 Grad steigen. Hierzu gibt es sehr interessante Untersuchungen von Prof. Wehner, der die Temperaturen genauer gemessen hat und die erhöhte Aktivität der Cataglyphis bombycinus bei extremen Temperaturen an der Bodenoberfläche u.a. damit erklärt, dass es sich hier um eine Anpassung an Fressfeinde handelt. Diese können die hohen Temperaturen am Boden gerade nicht mehr ertragen, bei denen bombycinus seine grösste Aktivität entfaltet. Die enorme Hitzeresistenz von bombycinus (...und anderen Cataglyphis) könnte sich also im Wettbewerb mit Fressfeinden, kleinen ameisenfressenden Reptilien, als Ausweichverhalten entwickelt haben.

      Also ein Gewinn für diese Ameisen, sie haben nicht nur eine fast ameisenfreie Nische erobert, in der sie es kaum mit Nahrungskonkurrenten zu tun haben, die ihnen die ohnehin äusserst knappen Ressourcen streitig machen können, sie haben zudem Anpassungen entwickelt, die es Fressfeinden schwer machen, ihnen nachzustellen. Aber jede Medaille hat zwei Seiten.
      Offenbar haben nun gerade die bombycinus ihre Anpassung soweit getrieben, dass sie diese hohen Temperaturen zu brauchen scheinen. Sie sind da nicht die einzigen in der Verwandschaft, die sich extremen Lebensräumen angepasst haben, auf Cataglyphis fortis, der salzliebenden Ameise wurde schon hingewiesen.
      Möglicherweise werden die auslaufenden Tiere bei bombycinus erst dann wirklich stimuliert, wenn die Hitze am Boden im "Freien" ihnen sommerliche Werte suggeriert. Wenn dem so ist, werden diese stimulierten Tiere bei der Heimkehr ins Nest spezielle Informationen weitergeben, die die im Nest verbliebenen Tieren auffordern, nun verstärkt Brut aufzuziehen, weil der heisse Frühsommer und Sommer da ist und damit eine Zeit angebrochen ist, in der es ausreichend Nahrung gibt.

      Was also könnte das für die haltung der Art bedeuten? Wie kann man versuchen, solche Bedingungen nachzustellen? Dass es nötig zu sein scheint, macht das mässige Gedeihen der wenigen Kolonien dieser Art klar, die es bisher in der Haltung gab. Zwar wurde (...und wird) immer Brut aufgezogen, nie erreicht das jedoch die Ausmasse, die man von anderen, weniger hochspezialisierten Cataglyphis-Arten kennt. Im Vergleich zur Produktivität einer nodus- oder bicolor-Kolonie ist die bisher erreichte Brutaufzucht bei bombycinus gering, das Gedeihen solcher Kolonien eher ein Dahindümpeln.
      Das muss nicht so sein, das zeigen wie gesagt Freilandkolonien. Sie sind oft recht gross, mit mindestens etwa tausend Individuen und mit grossen Brutmengen.

      Diese Dinge gingen mir heute morgen durch den Kopf und inspiriert durch die Untersuchungen von Prof. Wehner wurde mir bald klar, dass ich irgendwie, wenigstens punktuell für einen stark erwärmten Boden im Terrarium sorgen sollte. Ich hatte noch einen alten Heizstein und habe den mal im Terrarium reingebastelt. Den Versuch ist es wert, dacht ich mir.
      Der Effekt war erstmal erstaunlich, die auslaufenden Arbeiterinnen, die zuvor auf den mässig warmen Sandboden ( am vormittag erst ca. 23 Grad) umher liefen, fanden schnell den Heizstein, dessen Oberflächentemperatur schon bald knapp über 40 Grad hat und setzten sich nun oft auf ihm für kurze Zeit nieder. Manchmal sogar in kleinen Gruppen. Von hier beobachten sie fühlertrillernd die Umgebung und rannten dann in extremer Geschwindigkeit weiter, ihre Tätigkeiten verfolgend. Nicht ohne immer wieder zurückzukehren und sich den Hintern zu wärmen.
      Offensichtlich lieben die Ameisen die Stelle nun und es scheint so, als ob ihnen diese Stimulation gefehlt haben könnte. Mal abwarten, ob dieser Versuch einen Erfolg bringt. Der Heizstein jedenfalls bleibt nun und ist über die Zeitschaltuhr parallel zur Lichtquelle geschalten.

      Jetzt einige Bilder aus dem Nest, vom Nesteingang und von Arbeiterinnen auf dem Heizstein.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/039sqlv69o24.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/c8gctcymk9g0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hfqrywi4k6ti.jpg]
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/kvnditkr9rck.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/nwdw0jns9yeh.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/h49ceajh1k1y.jpg]

      ...naja, die "Aussenaufnahmen" sind etwas unscharf und farbstichig, aber ihr wisst ja, was gemeint ist.. :ok:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/e9ra0c9npon0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/monzntly9gjk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/nr0j81g74vs2.jpg]

      LG, Frank.