*Gigantiops, Paraponera, Haltungsbericht und Diskussionen.

    • *Gigantiops, Paraponera, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Zu den Gigantiops wurde schon einiges geschrieben, von mir und von anderen Haltern. Um aber etwas Ordnung in das Ganze zu bringen, will ich mit dieser kleinen Kolonie einen neuen Bericht starten.

      Zwar wurde über die Kolonie an anderer Stelle bereits berichtet, doch nun wird es Zeit, dieser Kolonie einen gebührenden Platz auch im Internet einzuräumen. Bis vor einiger Zeit hielt ich die Kolonie in einen kleinen, behelfsmässigen Terrarium, in dem sie leidlich gedieh. Nun halte ich diese Kolonie in einem grösseren Terrarium, einen Meterbecken, das tropisch gestaltet ist.

      Nochmal kurz zur Geschichte dieser Kolonie. Die Königin stammt aus meiner damaligen Gigantiopszucht, ihre Begattung fand im April des Jahres 2009 statt. Diese Königin zog einigermassen zügig wie auch andere erste Arbeiterinnen auf. So richtig konnte ihre Kolonie bisher jedoch nicht wachsen, einfach, weil die Haltung sehr einfach und die Versorgung eher spartanisch war. Einige Arbeiterinnen verstarben früh, wohl infolge der Haltungsbedingungen. Die ersten Monate verbrachten die ersten Tiere in einer Plastikbox, später bezogen sie das kleine o.e. Terrarium.
      Diese Kolonie ist die letzte aus meiner ersten, mehrjährigen Gigantiopszucht aus der früheren grossen Mutterkolonie, neben ihr gibt es bei einigen wenigen Haltern weitere gedeihende Kolonien. Die meisten der abgegebenen Kolonien gingen jedoch leider bei den Haltern zugrunde, ebenso wie die meisten der bei der Abgabe noch alleinlebenden, gründenden Königinnen. Alle Kolonien und Jungköniginnen, die von mir direkt an Privathalter gingen, wurden verschenkt.
      Die Kolonie, aus der ursprünglich die Zucht hervorging, war eine wildgefangene Kolonie aus Frz. Guayana. Diese Kolonie ging mittlerweile zugrunde, die Königin war im Alter von etwa 6 Jahren verstorben und die letzten Tiere der Kolonie starben im Mai diesen Jahres.

      Diese junge Kolonie wird nun, wenn alles gut geht, eine neue Dynastie begründen. Ich werde versuchen, aus diesen Zuchttieren heraus neue sich reproduzierende Generationen zu ziehen. Es wird natürlich spannend sein, ob diese dann wiederum in Inzucht begatteten Königinnen es wenigstens zum Teil fertigbringen, ordentliche Kolonien zu gründen.
      Dies gelang ja zumindest bei der ersten gezüchteten Generation. Etwa 30 % der jungen Königinnen waren fähig, hier bei mir Arbeiterinnen aufzuziehen. Natürlich konnte ich nicht allen Platz und Möglichkeiten einräumen, richtige Kolonien zu gründen. Diese Ameisen kann man leider nicht dauerhaft in Reagenzgläsern unterbringen, sie brauchen etwas Auslauf und trop. Bedingungen sowie optimale Versorgung.
      Wenn man also von etwa 30 % ausgeht, so sind das natürlich Werte, die im Freiland nie erreicht werden können. Hier werden allenfalls etwa 1 % der gründenden Jungköniginnen Erfolg haben. Denn natürlich sind die Tiere hier anderen Gefahren ausgesetzt, sie gründen ja offenbar semiclaustral und jeder Ausflug zum Nahrungserwerb birgt erhebliche Gefahren.

      Bei meinen Versuchen erschien es mir jedoch so, als ob bestenfalls, also unter wirklich guten, geschützten Bedingungen, wie sie in der Gefangenschaft herschen, es trotzdem maximal diese vllt. 30 % schaffen. Die Königinnen wurden dunkel und warm, mit ständiger Eiweiss- und Proteinversorgung gehalten. Trotzdem schienen einige wenige völlig zu versagen, andere gründeten sehr langsam, zogen nur wenig Brut auf, einige jedoch gründeten hervorragend, nutzten die Möglichkeiten optimal.
      Vor Jahren erhielt ich zwei Jungköniginnen, begattet und wildgefangen in Frz. Guayana. Beiden gelang die Gründung in meiner Haltung nicht, sie legten Eier, aus denen nichts schlüpfte. Ihr Verhalten war völlig normal, sie bauten und bezogen ein Nest, legten Eier, erjagten Beute. Ihnen gelang aber nicht die Aufzucht eigener Arbeiterinnen. Das waren wildgefangenen Tiere, also in jedem Fall nicht in Inzucht begattet.
      Inzucht scheint nicht das wichtigste Problem zu sein bei Schwierigkeiten bei der Gründung und Jungenaufzucht. Offenbar, mir erschien es zumindest so, spielt individuelle Anlage und „Talent" der Tiere eine noch viel grössere Rolle.

      Meine kleine Kolonie bewohnt nun einen Teil des alten Gigantiops-Nestes. Bilder desselben mit der alten Mutterkolonie dürften im Ameisenforum in meinen alten Berichten zu sehen sein.
      Seit die Kolonie das grössere Becken bewohnt, in dem ich ständig Taufliegen anbieten kann, wächst sie sehr gut. Es gibt nun bereits einiges mehr an Brutstadien als beim Einzug vor einer Woche.


      Soweit für heute.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Fotos der kleinen Kolonie. Die Kolonie hat schon jetzt zwei Jungköniginnen aufgezogen, das haben diese Ameisen bei mir immer wieder getan. Eine der gründenden Jungköniginnen hatte sogar als erstes eine winzige, geflügelte Jungkönigin aufgezogen.
      Wahrscheinlich beteiligen sich bei dieser Art auch im Freiland bereits junge, noch kleine Kolonien auf diese Weise an der Fortpflanzung und ziehen bereits im ersten Jahr mit den ersten Arbeiterinnen oder nach ihnen erste Geschlechtstiere auf. Gerhard Kalytta berichtete mir, dass er im Freiland kleine Kolonie fand neben manchmal recht grossen. Es gibt königinnenlose Kolonie, Zweignester und daneben grosse Kolonien mit recht zentralen Nestern, oft in der Nähe von Paraponera-Nestern.
      So, jetzt aber wie versprochen die Bilder der kleinen Kolonie dieser schönen Ameise. Man sieht bei genauen Hinschauen, dass einer der beiden Jungköniginnen die Flügel entfernt wurden.




      Leider sind die Bilder etwas gross und nicht alle sind sehr scharf. Das ändert sich beim nächsten Mal..:)

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Hallo Frank!

      Schön mal wieder was von deinen Gigantiops zu lesen und vor allem zu sehen!
      Wie es aussieht bist du mit der Kolonie aus dem gröbsten raus, ich hoffe du wirst mit der Kolonie auch einige Jahre glücklich sein.

      Zumindest ist es wohl eine Eigenheit dieser Art das sie so früh schon mit Geschlechtstier Produktion beginnen. Ist mir zumindest recht Unbekannt das es andere Arten gibt die schon im ersten Jahr Geschlechtstiere aufziehen. Die Ameisenhaltung gibt ein doch immer wieder spannende Einblicke in die Welt dieser kleinen Wunder.

      LG, Mathias
      "Wer an sich denkt, hat Schwierigkeiten. Wer an andere denkt, hat Aufgaben."
      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Gigantiops, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Hallo Mathias, ja, ich bin auch sehr froh, dass ich diese kleine Kolonie seinerzeit dann doch hier behalten habe. Ich stünde ohne sie jetzt ohne Gigantiops da.
      Die Art ist im Freiland ihrer Heimat zwar nicht selten, aber leider auch sehr schwer zu zu fangen und die Wildtiere sind beim Einfangen wohl sehr verängstigt, bringen sich dann voller Angst gegenseitig um. Es genügt, wenn eine der Ameisen in Panik gerät und Gift verspritzt, sofort geraten andere Tiere ebenfalls in Panik und spritzen Gift. Alle Tiere sterben so wohl oft schon beim Einfangen oder Sammeln, wie mir Gerhard Kalytta mehrmals berichtete.
      Erstaunlicherweise reagieren diese Tiere, die ich hier seit langem in Gefangenschaft halte, bei all meinen Eingriffen und Manipulationen sehr ruhig und zeigen selten Angst. Sie sind wohl, auch wenn das unwahrscheinlich klingt, an Eingriffe usw. gewöhnt. Immerhin lebten gerade diese hier lange Zeit in einer kleinen Plastikbox. Aber auch andere Kolonien wie die Mutterkolonie liessen sich recht gut umsetzen oder in anderer Weise "behandeln", es kam nie zu Panik bei eingesammelten Tieren.

      Der kleinen Gigantiops-Kolonie geht es nach wie vor sehr gut. Sie versorgen sich sozusagen selbst, jagen Taufliegen. Aber auch das Terrarium wächst sich langsam ein, selbst kleine Orchideen blühen, was mich sehr freut. Es gibt weitere blühende Pflanzen, Bilder kommen demnächst. Die Moose wachsen, ebenso kleine Farne, Tillandsien und kleine Palmen, alles läuft gut, wenn man bedenkt, dass das Terrarium vor etwa vier Wochen eingerichtet wurde.
      Ein Nebler sorgt zweimal am Tage für eine hohe LF, insgesamt vier starke Leuchtstoffröhren scheinen den Lichtbedarf der Pflanzen decken zu können. Natürlich gibt es einen Wasserlauf, der das gesamte Wasser im Becken umwälzt. Das gesamte Becken ist wie immer bei mir eine Hydrokultur.

      LG, Frank.
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    • Re: Gigantiops, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Bilder der kleinen Kolonie. Ich glaube, es ist zu sehen, dass es weiter voran geht bei ihnen.
      Alles, was ich im Terrarium anbiete, wird genutzt. Natürlich der Zucker, ebenfalls die Taufliegen. Ab und zu erschlage ich eine allzu freche Stubenfliege, wenn ich diese vor den Nesteingang drapiere, wird sie sofort hineingezogen.
      Interessanterweise nutzen die Gigantiops wie auch andere Ameisen regelmässig die Bananen- und Apfelstückchen, die ich für die Taufliegen ausgelegt habe. Frische Obststückchen werden dann beleckt. Vitamine..:)!



      Jetzt einige Fotos des Lebensraumes. Langsam wächst alles sehr schön ein. Anfangs gab es unter den Gigantiops Verluste, zwei der Gigantiops ertranken leider. Dann passierte das zum Glück nie wieder, die Tiere sind vorsichtiger und verzichten auf riskante Sprünge oberhalb des Teiches. Zwei der Pflanzen blühen, das freut mich sehr. Moose, Tillandsien und Farne wachsen. Bei den Farnen handelt es sich um kleine einheimische Arten, die hier an der Mosel an schattigen Stellen der Weinberge und Trockenmauern wachsen. Ich hätte nicht geglaubt, dass sie so lange im trop. Terrarium gedeihen, aber zwei von ihnen pflege ich schon seit fast einem Jahr, sie lebten schon im kleineren Vorläuferterrarium.





      Neben den Gigantiops leben zur Zeit hier verschiedene Temnothorax- und Leptothorax-Arten. Leptothorax mit seinen Duloten Harpagoxenus, die brachte mir der Phil mit, vielen Dank nochmal. Man sieht an einigen Stellen den Aushub der holzbewohnenden Arten, feine Holzspänchen unter ihren Nesteingängen.
      Auch wenn kleine Ameisen durchaus von den Gigantiops als Beute angesehen werden, ist hier das Zusammenleben ohne Konflikte. Die relativ gut gepanzerten kleinen Leptothorax und Temnothorax sind einfach zu "unverdaulich".

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Danke Heiko.
      Die Schöne wuchs wie auch einige andere trop. Pflanzen, die ich hatte und habe, aus etwas Regenwaldbodenstreu, den ich mal von Gerhard Kalytta erhielt. Es was erstaunlich, wieviele Pflanzen daraus wuchsen, u.a. etliche grosse Farne verschiedener Arten, ich ich noch in der Biosphäre kultivierte, Bromelien und eben diese Orchideen.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Schön nochmal was von diesen bezaubernden Ameisen zu hören und toll das du eine Kolonie durchbekommen hast.
      Ich hoffe, sie entwickeln sich weiterhin so positiv und dass du noch viel Freude an ihnen hast.
      LG
      [url]http://www.youtube.com/user/GreeenIguana[/url]
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Sehr schöner Bericht :)
      Schöne Ameisen. Kannte diese Gattung bis eben noch garnicht.
      Weißt du zufällig, wie alt diese Königinnen in der Natur werden?

      Lg

      Georg

      P.S. Mein erster Post hier :D
      Sie haben ihre Mutter getötet. Jetzt werden sie das selbe hier tun.
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Hallo Frank!

      Mann kann dir nur Gratulieren, es sieht ja wirklich gut aus. Auch das Becken das nun langsam wieder „Verwildert” sieht einfach Klasse aus.

      Ich wünsche weiterhin viel Erfolg.

      @Georg
      Willkommen im Forum :)
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      (Lama Ole Nydahl)
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Danke Mathias und Sobek.

      Hey Sobek, ich freu mich sehr, mal wieder von Dir zu hören. Bist ja schon viele Jahre dabei, aber ich hab leider lange nichts von Dir gehört oder gelesen.
      Ich schätze mal, dass die Königinnen maximal etwa vier bis sechs Jahre alt werden. Dieses Alter ungefähr erreichte die Königin der Mutterkolonie, die Anfang diesen Jahres verstarb. Die war ein wildgefangenes Tier, man kann also nicht mit letzter Sicherheit sagen, wie alt sie bereits war, als sie eingesammelt wurde.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Die Kolonie nimmt weiterhin eine gute Entwicklung, es geht stetig bergauf. Das Ganze aber nicht allzu schnell, die Art hat eine recht lang andauernde Brutentwicklung.
      Meine Gigantiops sind rechte Drosophila-Junkies, die Drosophila werden in grossen Mengen erbeutet und weggefuttert. Die kleinen Fliegen scheinen prächtig ins Beuteschema zu passen, gibt es welche im Terrarium, sehe ich die Gigantiops ausschliesslich nach diesen jagen.
      Die Jungköniginnen bleiben im Nest, sie befassen sich hier mit der Brutpflege. Möglicherweise sind sie längst zu Arbeiterinnen im Innendienst degradiert und vielleicht aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr begattungsfähig. Für Formicinen scheint mir das fast einzigartig zu sein, dass voll ausgebildete, normale und geflügelte Jungköniginnen im Mutternest bleiben, sich teilweise entflügeln und zu funktionellen Arbeiterinnen werden. Zumindest wüsste ich auf Anhieb keine weitere Art, bei der Jungköniginnen auf diese Art der Möglichkeit entsagen, selbst eine Kolonie zu gründen.
      Bei Myrmicinen gibt es viele Beispiele und Arten, bei denen es geschehen kann, dass Jungköniginnen im Mutternest bleiben und hier oder auch im Aussendienst Arbeiterinnenaufgaben für den Rest ihres Lebens übernehmen. Die Ursachen können verschieden sein, einige sind bei manchen Myrmicinen bekannt.

      Hier mal wieder einige Bilder der schönen Ameisen. Einige sind etwas unscharf, aber es ist einfach faszinierend, von den Ameisen angeschaut zu werden. Sie fixieren den Beobachter mit ihren grossen Augen...



      Jede Menge Larven...


      ...und Puppen.


      Ich staune immer wieder selbst, wie einfach und anspruchslos diese Kolonie eigentlich in der Haltung ist. Sie gedieh auch recht gut im viel kleineren Vorläuferterrarium. Die Ansprüche der Art sind nicht allzu gross. Besonders traurig dabei, dass es so viele Jungkolonien und Jungköniginnen leider nicht geschafft haben in der Haltung anderer Halter und auch bei mir. Diese Kolonie nun macht im Moment überhaupt keine Probleme.
      Wichtig scheint mir zu sein, dass die Tiere ein tropisches Umfeld haben und etwas Auslauf in tropischen, pflanzen- und abwechslungsreichen Umfeld, in dem sie jagen können und sich anderen arttypischen Betätigungen wie den Sammeln und Eintragen von Baumaterial widmen können. Das trifft insbesondere auf die jungen Kolonien zu, einzelne, gründende Jungköniginnen waren unter solchen naturnahen Bedingungen in Gefangenschaft leider nie erfolgreich.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Hallo Frank,
      danke für die tollen Bilder. Die machen sich wirklich richtig gut, und das Terrarium, welches ich ja schon live gesehen habe, ist wirklich wundervoll, die Gigantiops passen so richtig gut da rein, und es scheint ihnen ja sehr dort zu gefallen.
      Vielleicht warten Deine Jungköniginnen nur auf die passenden Männer? :D Kleiner Scherz. Sind wirklich einzigartig, die Gigantiops.

      Grüße, Phil
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Ja, das sind sie, Phil. Du weisst ja, dass ich Ameisen und andere sozialen Insekten sehr mag, vllt. steht mir diese Zuneigung manchmal im Weg und lässt mich Dinge bei ihnen sehen :shock: :o :lol: , die ein kalter, objektiver und neutraler Beobachter so nicht sehen würde.
      Aber bei aller Begeisterung für die sozialen Insekten, gerade diese Ameisen sind sozusagen die Krönung all dessen. Zumindest für mich. Jedesmal, wenn ich mich an das Terrarium setze und sie beobachte, überraschen sie mich aufs Neue.
      Bei all ihrer Unscheinbarkeit, ihrer grauschwarzen Färbung, ihrer nur mittleren Körpergrösse verfügen diese Ameisen über spektakuläre Sinne und einzigartige Verhaltensweisen.
      Als ich die Tiere zum ersten Mal vor etwa 6 oder 7 Jahren bei Gerhard Kalytta sah, war es um mich geschehen. Umso trauriger und niederschmetternder war, dass die ersten Jungköniginnen, das waren Wildfänge aus Frz.Guayana, die Koloniegründung in Gefangenschaft einfach nicht schafften.
      Nun aber läuft es zum Glück seit Jahren recht gut mit dieser Art und ich bin wirklich glücklich, diese Art hier zu haben.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Danke Roger.
      Raimund, das ist Kunststoff. Uraltes Material, das war ursprünglich so etwas wie ein Surfbrett oder irgendein ähnliches Badespielzeug. Fand ich im Schuppen, der zu meiner früheren Wohnung gehörte. Das Zeug ist etwas biegsam, nicht sehr hart, dabei aber trotzdem fest. So kann man nette Nester draus anfertigen, die sich sehr schön an die Glasscheibe pressen lassen. Ich verwende es schon seit Jahren für diese Art, schon die frühere, sehr grosses Gigantiops-Kolonie bewohnte ein Nest aus dem Material. Bilder von der Kolonie und ihrem Nest gibt es im AF.

      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Auch so ein relativ kleines Terrarium kann sich zu einen Lebensraum auswachsen. Die Pflanzen haben sich offenbar eingelebt, Moose gedeihen, eine blühende Pflanze (Männertreu), die irgendwie bei der Einrichtung mit rein geriet, breitet sich langsam aus und blüht fleissig.
      Mittlerweile hat sich trotz der ständigen Nachstellungen durch die Gigantiops fast eine stabile Population von Drosophila gebildet, die Fliegen haben ein aufrecht stehendes Stück einer Banane regelrecht "versaftet" und balzen darauf eifrig..:).

      Die Gigantiops vermehren sich weiter recht gut, leider ziehen die Mädels neben Arbeiterinnen immer wieder junge Königinnen auf, wohl eine Folge des reichlichen Eiweissangebotes.

      Einige neue Fotos. Die ersten drei zeigen das Terrarium. Auf dem letzten sieht man eine Arbeiterin, die mit stoischer Geduld ständig den Nesteingang von innen bewacht. Der Nesteingang wird auf diese Weise ständig überwacht, bei grösseren Kolonien werden später alle Nesteingänge ständig bewacht.




      LG, Frank.
      Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen?
    • Re: Gigantiops destructor, Haltungsbericht und Diskussionen.

      Dankeschön, Holger.
      Ich hoffe natürlich, dass es mit den Hübschen weitergeht und bin guter Dinge, aber man weiss nie, wie lange es so gut läuft. Viele der Jungköniginnen und Jungkolonien sind bei den Haltern ja verstorben und die, die noch welche halten, berichten leider kaum. Naja, so ist das.
      Ich werde natürlich über diese Kolonie und ihr Habitat weiter berichten von Zeit zu Zeit.

      LG, Frank.
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