Insekten und Spinnen in meinem Garten

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    • Insekten und Spinnen in meinem Garten

      Hallo Leute,

      heute möchte ich Euch mal meinen kleinen Garten vorstellen.

      Er ist die Heimat vieler diverser Insekten, darunter einige Wildbienen-, Käfer- und Schmetterlingsarten.
      Auch einige Spinnenarten sind hier zu finden. Desweiteren fühlen sich hier auch Weinberg- und Hainschnirkel-
      schnecken wohl.

      Der Garten hat den Charakter eines Trockenrasen-Hochstaudenflurs. Mein Garten ist in der Tat sehr trocken
      und bei entsprechendem Wetter auch sehr warm, da er gegen Süden ausgerichtet und schon morgens der
      Sonne ausgesetzt ist.

      Zunächst zeige ich Euch einige Bilder des Gartens. Wenn gewünscht, kann ich gerne auch die Pflanzen im
      Einzelnen vorstellen.

      Die Fotos der Insekten folgen dann so peu à peu, da doch so Manches noch bestimmt werden muß, was ja schon
      eine heiden Arbeit ist.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a2jw4f5xeh5v.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/xvm42810r04p.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/j1z5rmr6kz91.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/359gbxo14x6m.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fa63urthpkbt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sl5x3k6yfqzu.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/e41qidtqdsdk.jpg]

      Hier könnt Ihr Eure Meinungen, Anregungen etc. posten:

      eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843

      Also bis auf Weiteres.

      LG, Heiko
    • Diptera-Zweiflügler-Schwebfliegen

      Hallo,

      heute möchte ich mich zunächst mit den Dipteren beschäftigen.
      In meinem Garten sind hiervon eine Reihe von zum Teil sehr schönen Arten mit interessanter Lebensweise zu finden.
      Diese möchte ich nun in Wort und Bild etwas beschreiben.

      Die Bezeichnung Diptera - Zweiflügler ist an sich irreführend, da auch diese Tiergruppe eigentlich vier Flügel besitzt.
      Jedoch sind hier die Hinterflügel zu sogenannten Schwingkölbchen (Halteren) reduziert.
      Diese sind mit vielen Sinnesorganen (campaniformen Sensillen) besetzt und werden gegensätzlich zum Flügelschlag in hoher Frequenz auf- und abbewegt. Sie messen die Geschwindigkeit und Beschleunigung von Drehungen. Hiermit können Korrekturbewegungen gesteuert werden. Die Schwingkölbchen sind auf den Bildern der Breitstirnblasenkopf-
      fliege besonders gut zu erkennen:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/miakawmo4he8.jpg]

      Wer mehr dazu wissen möchte, kann hier nachlesen:

      de.wikipedia.org/wiki/Schwingk%C3%B6lbchen


      Schwebfliegen (Syrphidae):

      Wie gemeinhin bekannt, ernähren sich die Larven der meisten Schwebfliegen von Blattläusen.
      Es gibt jedoch auch Gattungen/Arten, welche sich als Larven räuberisch von der Brut staatenbildender Insekten (Wespen, Hummeln und Ameisen) ernähren.
      Es gibt aber auch herbivore Arten, deren Larven sich von bestimmten Pflanzenarten, sowie auch Arten, die sich von verottendem Pflanzenmaterial und den darin enthaltenen Bakterien ernähren.
      Die Imagines aller Schwebfliegenarten ernähren sich von Nektar und Honigtau.

      Gemeine Wespenschwebfliege (Chrysotoxum cautum)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0898zanwyr5o.jpg]

      Größe:
      10 - 15 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven leben im Boden und ernähren sich von Blatt- und Wurzelläusen.


      Mistbiene oder Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax)


      Männchen:[IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/klysefjq8nco.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wazb1abhtzwo.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dvk7j9qfraey.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/i32lia29l2xs.jpg]

      Weibchen: [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2v76sbeu3awv.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/juripm1wmvh8.jpg]

      Größe:
      14 - 18 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven entwickeln sich in Sicker- und Jauchegruben und im Schlamm von Gewässern. Als Nahrung wird hier verottendes Pflanzenmaterial und Bakterien verwertet. Da diese `Gewässer´ sehr sauerstoffarm sind, besitzen die Larven ein bis zu 4 cm. langes Atemrohr, welches zum Atmen an die Wasseroberfläche gestreckt wird. Daher werden die Larven auch als Rattenschwanzlarven bezeichnet.


      Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus)

      Männchen:[IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/am35pn2dcnk5.jpg]

      Weibchen:[IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9vaen30a8jo8.jpg]

      Größe:
      7 - 12 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen, verschmähen aber auch Blattwespenlarven nicht.


      Gemeine Keulenschwebfliege oder Kleine Mistbiene (Syritta pipiens)

      Männchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ick31hdqs4a6.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vcuiml19djz9.jpg]

      Größe:
      7 - 9 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven entwickeln sich als Rattenschwanzlarven in Pferde- und Kuhmist und in Kompost.


      Hummel-Waldschwebfliege (Volucella bombylans var. plumata)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qvq64youdl87.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ciozqfdhgex7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/727ijxebt5ip.jpg]

      Größe:
      11 - 15 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven entwickeln sich in Nestern von Hummeln und Wespen. Hier ernähren sie sich von deren Abfällen, aber auch räuberisch von deren Brut.

      Eine ähnliche Schwebfliege ist die Narzissenschwebfliege (Merodon equestris). Die Larven dieser Art ernähren sich herbivor in den Zwiebeln von Narzissen- und Liliengewächsen.


      Gebänderte Waldschwebfliege oder Gelbe Hummel-Schwebfliege (Volucella inanis)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9bjaxk0bysqj.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/u7z4t8r8grqk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3m968h0t351t.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ucsxoqc21963.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/l82cl94ruya2.jpg]

      Größe:
      14 - 16 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven entwickeln sich in den Nestern von Hornissen und Wespen. Hier ernähren sie sich von deren Brut.


      Nicht zu den Schwebfliegen gehört die:

      Gemeine Breitstirnblasenkopffliege (Sicus ferrugineus)
      Sie gehört zur Familie der Blasenkopffliegen (Conopidae)

      Ich habe sie dennoch hier aufgrund ihres Habitus aufgenommen.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3erzqfibo84u.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/yo6psgwh1dtb.jpg]

      Größe:
      8,5 - 9,5 mm.

      Lebensweise:
      Die Weibchen lauern Hummeln unterschiedlicher Art auf. Sobald eine entdeckt wurde, fliegt das Tier die Hummel an und heftet im Flug ein Ei an den Hinterleib der Hummel. Die daraus schlüpfende Larve bohrt sich in die Hummel ein und ernährt sich parasitisch im Innern. Die Larve verpuppt sich im Innern der toten Hummel.


      Als nächstes Thema folgen noch andere Fliegenfamilien.
      Wie schon anzunehmen ist, wird dies ein längerer Thread, in dem Ameisen leider eine nur untergeordnete Rolle spielen.
      Bei diesen habe ich leider noch etwas Probleme, brauchbare Freilandfotos zu machen.

      Diskussion: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843

      LG, Heiko
    • Diptera-Zweiflügler-Andere Fliegenfamilien

      So nun geht es hier weiter.

      Frucht- oder Bohrfliegen (Tephritidae)

      Bei den Bohrfliegen handelt es sich um wenige Millimeter große Fliegen, deren Larven sich artspezifisch in den verschiedensten Früchten, als Gallenbildner in verschiedenen Pflanzen oder im Fruchtboden von Korbblütern entwickeln.

      Dabei können einige Arten zu gefürchteten Schädlingen in Obstplantagen werden. Das bei uns bekannteste Beispiel ist die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) deren Larven uns Allen als die sogenannten Kirschmaden bekannt sind.

      Die Männchen der Tephritidae besetzen Reviere und verteidigen diese gegen andere Männchen mit Flügelwinken und mehr oder weniger ausgeprägten Schaukämpfen. Bei der Balz wird ebenfalls mit den Flügeln, nach artspezifischem Rhythmus, `gewinkt´.

      Die meisten Arten und Gattungen dieser Familie zeichnen sich durch gemusterte Flügel aus. Bei einigen Arten sehen diese Muster im Ruhezustand, bei angelegten Flügeln, einer Spinne sehr ähnlich. Ob es sich hierbei allerdings um eine
      Form von Mimikry handelt oder lediglich zur Erkennung von Artgenossen dient, sei dahingestellt.

      Ebenfalls zu der Familie der Tephritidae gehören die Geweihfliegen der Gattung Phytalmia, bei denen die Männchen geweihförmige Auswüchse an der Stirn tragen und damit Rangkämpfe ausfechten.
      Bilder zu den Geweihfliegen findet Ihr hier:

      flickr.com/photos/thirnbeck/471894077/

      animalpicturesarchive.com/view.php?tid=3&did=24179&lang=kr (Männchen beim Kommentkampf)

      Jetzt aber zu unseren einheimischen, etwas weniger spektakulären Arten:


      Sauerdorn-Bohrfliege (Rhagoletis meigenii)

      Weibchen bei der Eiablage:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/nqnu7hzq70ux.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a40g9lqed1mx.jpg]

      von der Seite und von Oben:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9k75mfx4rn7l.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/me78cq5ksb48.jpg]

      winkend, leider unscharf:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ltzroh53pg2y.jpg]

      Größe:
      Ca. 3 - 5 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven entwickeln sich in den Früchten von Sauerdorngewächsen, wie z.B. Blutberberitzen, Berberitzen und Mahonien.


      Bohrfliege (Chaetorelli jaceae)

      Männchen: (Leider kommen auch hier die Bilder beim upload nicht so scharf raus, wie ich sie auf meinem Rechner habe, warum auch immer)
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8s19c84fxkjf.jpg]
      Paarung:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tkjm2op2ji5c.jpg]

      Größe:
      ca. 4 mm.

      Lebensweise:
      Die Larven ernähren sich vom Fruchtboden und reifenden Samen von Flockenblumen (Centaurea)


      unbestimmte Bohrfliegenart (Trupanea amoena)

      Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/z2krlqv7khzg.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1t4mckb93j03.jpg]

      Größe:
      ca. 6 - 7 mm.

      Lebensweise:
      Auch die Larven dieser Art scheinen sich in Flockenblumen-Blüten zu entwickeln.

      Es geht bald weiter....

      LG, Heiko
    • Diptera-Zweiflügler-Andere Fliegenfamilien

      Raub- oder Jagdfliegen (Asilidae)

      Bei den Raubfliegen handelt es sich um eine Fliegenfamilie, deren Larven und Imagines sich räuberisch von anderen Insekten ernähren. Weltweit gibt es über 7000 Arten, welche in 530 Gattungen aufgeteilt werden.
      Raubfliegen gehören zu den mittelgroßen bis großen Fliegen, die je nach Art bis zu 3 cm groß sind.

      Für den Beutefang sind die Raubfliegen mit sehr lang und stark beborsteten Beinen ausgestattet, welche eine Art
      `Fangkorb´bilden. Für die Jagt suchen sich die Fliegen immer erhöhte Aussichtspunkte als Ansitz aus. Wird ein
      Insekt (meist fliegende Insekten, welche auch die Größe des Beutegreifers übertreffen können) entdeckt, wird es
      in schnellem Flug angesteuert und im Flug mit den Beinen ergriffen und angestochen.

      Hierzu sind die Fliegen mit harten Stechborsten ausgestattet, die es sogar ermöglichen, die harten Panzer von Käfern zu durchdringen.
      Überdies hinaus besitzen Raubfliegen in ihrem Speichel ein Sekret, welches für Insekten giftig ist und so deren Beute recht schnell tötet. Ebenfalls im Speichel enthalten sind Verdauungssäfte, welche eine extraorale Verdauung er-möglichen, so dass die Fliegen ihre Beutetiere aussaugen können.

      Die Verpaarung findet bei Raubfliegen je nach Art fliegend oder sitzend statt. Vorausgehend findet bei einigen Arten als Balzverhalten eine Verfolgungsjagd oder eine Flugbalz vor dem sitzenden Weibchen statt.
      Zur Beschwichtigung der Weibchen (als Erkennungsmerkmal) besitzen einige Arten auffällig gefärbte und behaarte Beine.

      Auch die Eiablage ist je nach Art unterschiedlich.
      Einige Arten werfen die Eier im Flug ab, während andere Arten die Eier in Pflanzenstängel, Ritzen von Holz und Rinde ablegen oder aber in Sand eingraben.
      Die Larven schlüpfen nach einigen Tagen bis Wochen und leben je nach Art unter Rinde oder im Erdboden. Dort jagen sie nach anderen Insektenlarven, vor allem Käferlarven.
      Die Larvenzeit kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

      Hier nun die Bilder einer eierlegenden Raubfliege der Gattung Tolmerus:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/85s96apy1g58.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/s41p8ivqoa56.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mhl2rhks8anl.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/y2aovkr5wy8t.jpg]

      Größe:
      15 - 20 mm.


      Dungfliegen (Scathophagidae)

      Gelbe Dungfliege (Scathophaga stercoraria)

      Eine männliche Dungfliege mit einer erbeuteten Stubenfliege (Musca domestica)
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/svt94cza8qeb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6ovjcerdyzql.jpg]

      Größe:
      5 - 10 mm.

      Lebensweise:
      Die Paarung findet auf frischem, noch warmem Rinderdung statt. hier werden auch die Eier abgelegt. Die Larven ernähren sich hier räuberisch von anderen Fliegenlarven. Die Imagines ernähren sich hauptsächlich von Nektar, erjagen aber auch gelegentlich andere kleine Insekten.


      Wollschweber (Bombyliidae)

      Die Larven der Wollschweber entwickeln sich parasitär in den Nestern solitärer Wespen und Bienen.
      Die Weibchen legen je nach Art ihre Eier direkt vor die Nesteingänge der Wirtsart oder werfen die Eier im Flug gezielt
      bei den Nestern der Wirtsarten ab. Die Imagines ernähren sich ausschließlich von Nektar. Hierzu fliegen sie die Blüten in Kolibri-Manier an und stützen sich mit ihren Vorderbeinen an der Blüte ab.

      Zunächst sind die frisch geschlüpften Larven sehr beweglich, besitzen Beine und suchen aktiv nach dem Wespen- oder Bienennest. Dort entwickeln sie sich zu einem madenähnlichen Larvenstadium und ernähren sich anfangs von dem Nahrungsvorrat der Wirtsart. Geht dieser zur Neige, saugen sie sich an die Wirtslarve fest und saugen diese aus.
      Im Wirtsnest findet auch die Verpuppung statt. Die Puppe ist am Kopf Dornen und am Hinterleib Borsten, mit denen sich die Puppe vor dem Schlupf aus dem Nest herausarbeitet.


      Wollschweber (Bombylius sp.)
      Die Bestimmung der Wollschweber gestaltet sich recht schwierig, da es viele recht ähnliche Arten gibt. Selbst auf
      Gattungsebene ist es äusserst schwierig, daher kann ich keine Garantie auf die Richtigkeit der Gattung/Art geben.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/l8b9gh3qorwn.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/nsfe8jkcv04b.jpg]


      Großer Wollschweber (Bombylius major)
      Leider habe ich von dieser Art nur ein Foto, welches in der Schärfe zu wünschen übrig lässt.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/xlqas3ak58wj.jpg]

      Als weitere Fliegenfamilien werden die Raupenfliegen, Fleischfliegen und die Goldfliegen vorgestellt.

      Also bis dann.

      LG, Heiko
    • Diptera-Zweiflügler-Andere Fliegenfamilien

      Hallo, jetzt geht es weiter!

      Da es in der Familie der Schmeiss- und der Fleischfliegen neben den Resteverwertern (Aas und Exkremente) auch parasitische Entwicklungen gibt, habe ich hier zunächst mal die Begriffserklärung zu Parasitoid und Parasit.

      Parasitoid:
      Parasitoide sind Tiere, deren Entwicklung parasitisch in einem Wirt erfolgt. Im Gegensatz zu Parasiten werden die Wirte jedoch während der Entwicklung früher oder später abgetötet. Somit sind z.B. Schlupfwespen keine Parasiten, sondern Parasitoide.
      Näheres hierzu findet man hier:
      de.wikipedia.org/wiki/Parasitoid

      Parasit:
      Parasiten leben in (Endoparasiten) oder an (Ektoparasiten) einem Wirt. Parasiten ernähren sich von den Körpersäften, Gewebe oder den Darminhalt ihrer Wirte und schädigen diesen dadurch mehr oder weniger. Im Unterschied zu den Parasitoiden leben Parasiten in der Regel lebenslang in oder an Ihrem Wirt und töten diesen nicht oder nur zu einem sehr späten Zeitpunkt, meist wohl durch Entkräftigung. Parasiten sind meist sehr wirtsspezifisch und können ohne Wirt nicht überleben.
      Eine weitergehende Begriffsbeschreibung ist hier zu finden:
      de.wikipedia.org/wiki/Parasit

      Schmeissfliegen (Calliphoridae)
      Die Imagines ernähren sich von Nektar, Pollen und Säften von Fleisch, Kot etc.
      Die Larven entwickeln sich je nach Art in Kot (koprophag), Aas (nekrophag) oder als Parasitoide in verschiedenen Wirten. Die Imagines stellen in Gewisserweise auch eine Gesundheitsgefährdung dar, indem sie aufgrund ihrer Lebensweise als Krankheitsüberträger (Vektoren) fungieren.

      In der Familie der Calliphoridae sind mehrere Fliegengattungen vereint:

      Vogelblutfliegen (Protocalliphora sp.)
      Die Larven dieser Fliegengattung leben als Parasitoide in Vogelnestern und saugen an den Jungvögel Blut.
      Bei einigen Arten dieser Gattung leben die Larven auch unter der Haut der Wirtstiere und können bei starkem Befall auch deren Tod herbeiführen.

      Schneckenfliegen (Melinda sp.)
      Die Fliegen dieser Gattung legen ihre Eier in die Mantelhöhle von Schnecken. In diesen entwickeln sich deren Larven als Parasitoide und fressen diese aus. Zum Schluss der Entwicklung verstirbt der Wirt.

      Goldfliegen (Lucilia sp.)
      Die Goldfliege (Lucilia sericata) wird 7 - 11 mm groß. Die Imagines saugen an Aas und an Blüten. Die Larven (Pinky-Maden) entwickeln sich zumeist nekrophag in Aas aber auch zum Teil in offenen Wunden.

      Diesen Umstand macht man sich in der Human-Medizin zu Nutzen, indem in speziellen Laboren keimfreie Maden gezüchtet und dann in schwer heilenden und/oder infizierten Wunden gesetzt werden. Hier fressen die Maden dann das abgestorbene Gewebe und reinigen dadurch die Wunde. Beim Fressen sondern die Maden einen Verdauungssaft ab, der das tote Gewebe auflöst. Zudem sondern diese Maden in großen Mengen Allantoin aus, welches die Wundheilung durch Beschleunigung des Zellwachstums und der Zellregeneration positiv beeinflusst.

      Regional legt diese Art jedoch ihre Eier an Schafen ab. Dort entwickeln sich die Larven unter der Haut und unterminieren diese. Wird der Befall nicht behandelt, endet er für das Tier tödlich, da es durch die Stoffwechselprodukte sozusagen ver-giftet wird. Bemerkbar macht sich diese Vergiftung durch Lähmungserscheinungen.

      Eine weitere interessante Goldfliegenart ist die Krötengoldfliege (Calliphora bufonivora).
      Diese Art legt die Eier auf den Rücken von Kröten. Wenn die Larven geschlüpft sind, wandern die Larven zu den Nasenlöchern der Kröte und beginnen dort das innere Gewebe zu fressen. Im weiteren Verlauf wird dann der gesamte
      Körper befallen und das Wirtstier stirbt. Gelegentlich werden auch andere Amphibien befallen. Diese Fliegenart wird bis zu 9 mm groß.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pgkwnlb2u5o0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6su4omq3k720.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2sujpgxa7l1w.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vxuzjcisna4v.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/kon6dkq0gcef.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dsz3yhm36814.jpg]

      Schmeissfliegen (Calliphora sp.)
      Die Blauen Schmeissfliegen (Calliphora sp.) legen ihre Eier meist an Aas aber auch an anderen eiweissreichen Substanzen wie z.B. Käse, Quark etc. Gelegentlich werden aber auch offene Wunden befallen.
      Die Imagines werden je nach Art 11 - 14 mm groß.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/t1fc8w25g3hw.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mf9erbkhvjcd.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tutr5lvpu39q.jpg]



      Fleischfliegen (Sarcophagidae)
      Die ursprünglichsten Arten der Familie Sarcophagidae entwickeln sich nekrophag in Aas. Weiterentwickelte Arten sind zum Teil wirtsspezifisch und entwickeln sich dort als Parasitoide. Wirte sind z.B. Regenwürmer, Schnecken,verschiedene Insekten und Spinnentiere. Die Imagines ernähren sich von Nektar, Baum- und Fruchtsäften.

      Graue Fleischfliege (Sarcophaga carnaria)
      Zunächst ging man davon aus, dass sich die Graue Fleischfliege in Aas und seltener, in Regenwürmern entwickelt.
      Mittlerweile wird jedoch angenommen, dass sich diese Art als Parasitoid in Regenwürmern entwickelt.
      Hierzu legen die Weibchen ihre Eier an Regewurmlöchern oder deren Kothäufchen ab. Nach der Eiablage schlüpfen die Larven sofort oder innerhalb weniger Stunden. Diese Fliegenart kann aber auch lebendgebärend sein. Die geschlüpften Maden gehen dann sofort auf die Suche nach einem Regenwurm. Haben sie einen Wirt gefunden, dringen sie meist über den Gürtel (Clitellum) ein und beginnen den Wirt auszufressen. Während der Entwicklung stirbt der Wirt ab.
      Die Fliegen erreichen eine Größe von 13 - 15 mm.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a59m038amfwm.jpg]



      Nistfliegen (Milichiidae)
      Die Nistfliegen der Familie Milichiidae sind eine recht interessante Fliegenfamilie.
      Die Larven ernähren sich von sich zersetzendem Material.
      Einige Arten/Gattungen leben in enger Gemeinschaft mit Ameisen. So z.B. Pholeomyia sp. , deren Larven sich in den Nestern von Blattschneiderameisen der Gattung Atta entwickeln. Dort ernähren sie sich von abgestorbenem, sich zersetzenden Pilz, welcher von den Ameisen entsorgt wird.
      Larven der Gattung Phyllomyza wurden in den Nestern von Lasius fuliginosus und Formica rufa nachgewiesen.
      Larven der Gattungen Pholeomyia und Eusiphona wurden in den Nestern von Blattschneiderbienen (Megachile sp.) nachgewiesen.

      Die Imagines ernähren sich in erster Linie von Nektar aber auch vom Honigtau von Blattläusen etc..
      Einige Arten der Gattung Milichia ernähren sich aber auch kleptoparasitisch bei Ameisen, indem sie sich bei der Trophallaxis bedienen.
      Andere Arten ernähren sich kleptoparasitisch an den Beutetieren von Gottesanbeterinnen, Raubwanzen, Spinnen und Raubfliegen.

      Die hier vorgestellte Art bedient sich bei einer Krabbenspinne der Art Misumena vatia. Diese Fliegenart scheint gefangene Bienen und Hummeln zu bevorzugen. Diese Fliegen werden nur wenige mm groß.

      Wer mehr über diese interessante Fliegenfamilie erfahren möchte, dem sei folgende Seite empfohlen:
      sel.barc.usda.gov/Diptera/milichid/mi-biol.html
      Diese Seite beschäftigt sich ausschließlich mit dieser Fliegenfamilie.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2mjcq2qxejdg.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3tsonzyb6fg0.jpg]


      Raupenfliegen (Tachinidae)
      Die Raupenfliegen, auch Schmarotzerfliegen sind eine artenreiche Fliegenfamilie, von der es in Mitteleuropa 500 Arten gibt. Raupenfliegen besitzen keinen Legestachel, so dass sie ihre Eier direkt auf oder in der Nähe ihrer Wirtstiere ablegen. Die Eier sind schon sehr weit entwickelt, so dass die Maden kurz nach der Eiablage schlüpfen und sich in den Wirt einbohren. Einige Raupenfliegenarten sind auf bestimmte Wirtsarten spezialisiert, während andere Arten ein reicheres Wirtsspektrum haben. Je nach Art werden Raupen, Käferlarven, Käfer und Wanzen parasitiert. Am Ende der Entwicklung verstirbt das Wirtstier.

      Hier die Bilder zweier Raupenfliegen. Für die Richtigkeit der Bestimmung kann ich jedoch keine Garantie geben.

      Breitflügelige Raupenfliege (Ectophasia crassipennis)
      Die Larven dieser Art entwickeln sich als Parasitoid in Baumwanzen (Pentatomidae)
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/39mwxza9rwfx.jpg]

      Raupenfliege (Zophomyia temula)
      Über diese Art konnte ich leider keine weiteren Informationen finden.
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/u4wszl3i3c3m.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/e51lb0fkgfiz.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/uctb1gakhdak.jpg]

      Hiermit sind die Fliegen in meinem Garten soweit vorgestellt.
      Sollten noch weitere Arten hinzukommen, werde ich diese natürlich auch hier vorstellen!
      Ich hoffe, dass der Bericht Euch genau so zum Staunen über die interessanten Lebensweisen der Fliegen brachte,
      wie es mir bei der Recherche über die hier vorgestellten Fliegen erging.

      Hier könnt Ihr Eure Meinungen, Anregungen etc. posten:
      eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843

      Also bis dann.
      LG Heiko
    • Echte Webspinnen - Araneomorphae

      Hallo,
      jetzt gehts mit den Spinnen weiter.

      Alle hier abgebildeten Tiere sind Weibchen, sofern bei der Bildbeschreibung nicht anders vermerkt.

      Echte Radnetzspinnen Araneidae

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/o8sqo9ygzsvx.jpg]

      Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus)

      Die Gartenkreuzspinne ist im gesamten Mitteleuropa verbreitet. Sie bevorzugt als Lebensraum mittelhohe bis hohe Wiesen.
      diese können sowohl feucht als auch trocken sein. Gelegentlich ist sie jedoch auch an Waldrändern zu finden. Hier wird
      dann in erster Linie die Strauchschicht besiedelt. Sie legt ihre großen Netze in hohem Gras an. Diese Netze sind, wie bei
      allen Kreuzspinnen äußerst reißfest, so dass sie selbst großen Beutetieren zum Verhängnis werden können.

      Größe:
      Männchen ca. 10 mm; Weibchen bis zu 18 mm.

      Reife Männchen findet man im Juli/August, reife Weibchen von Juli bis zum ersten Frost.
      Die Tiere haben einen zweijährigen Entwicklungszyklus. Die im Herbst schlüpfenden Jungspinnen überwintern, um sich dann
      im darauf folgenden Jahr bis zur Geschlechtsreife weiter zu entwickeln.

      Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2nomeot4j0i7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a938arfcvayl.jpg]

      Männchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/373rm7iu2kd8.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rgm1f1627j9a.jpg]

      Vierpunkt-Kreuzspinne (Araneus quadratus)

      Die Vierpunkt-Kreuzspinne kommt im gesamten Europa vor. Darüber hinaus ist sie über Zentralasien bis nach Japan und Kamtschatka verbreitet. Auch sie bevorzugt mittelhohe Wiesen, zumeist Trockenwiesen. Jedoch ist sie auch auf Feucht-
      wiesen zu finden. Interessant ist, dass diese Art in verschiedenen Farbmorphen auftritt. Die Tiere können grünlich, gelb, orange, rot oder gar fast weiss sein. Sie legt ihre Netze in einer Höhe von 30 - 80 cm an, sehr selten bis zu einer Höhe von einem Meter. Ihre bevorzugte Beute sind Heuschrecken. Die Spinnen sind meist nur während des Beutefangs in ihren Netzen zu sehen. Andernfalls sitzen sie in Ihrem Wohngespinst (Retraite), welches aus zusammengesponnenen Gräsern oder Blättern besteht.

      Größe:
      Männchen 7 - 10 mm; Weibchen bis zu 18 mm.

      Reife Männchen findet man imJuli/August, reife Weibchen vom Juli bis zum ersten Frost.

      subadultes Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qxucr1y7c24l.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/50az16ykuvqc.jpg]

      adultes Weibchen:
      Hier in Ihrem Wohngespinst (Retraite):
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wfd2oguyckua.jpg]

      Hier im Netz:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6d8t7uw0sn54.jpg]

      Wespen- oder Zebraspinne (Argiope bruennichi)

      Die Wespenspinne war früher noch selten bei uns zu finden. Vor 50 - 60 Jahren war ihre Verbreitung auf Wärmeinseln wie z.B. die oberrheinische Tiefebene, das Rhein-Main-Gebiet und die Gegend um Berlin beschränkt. Um 1940 wurde sie in England gesichtet. Seither hat sie sich sehr weit verbreitet und kommt mittlerweile in ganz Europa, Nordafrika und Teile Asiens vor.
      Sie lebt auf warmen, stark besonnten Wiesen. Diese können sowohl trocken, als auch feucht sein. Wichtig für ihr Vorkommen ist eine reiche Heuschreckenpopulation, da diese Tiere zu ihrer Hauptbeute zählen. Aus diesem Grund wird das Nest auch in einer Höhe von 20 - 50 cm angelegt.

      Größe:
      Männchen ca. 6 mm; Weibchen bis zu 25 mm, wobei die Tiere bei uns meist zwischen 15 - 20 mm groß werden.

      Reife Männchen findet man im Juli und August, reife Weibchen bis zum ersten Frost.

      Netz einer Jungspinne oder eines Männchens:
      Insbesondere Jungtiere fertigen oft abnorme Stabilimente an. Bei diesem Bild kann man sich leicht vorstellen, dass das Jungtier von Fressfeinden kaum auszumachen ist. Vor Allem, da die meisten Tiere mit der Bauchseite zum Licht gewandt sind.
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/r9kvqys5lqlk.jpg]

      Netze von adulten Spinnen:
      Adulte Tiere legen meist 2 Stabilimente an, diese können jedoch auch fehlen.
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hxpl5x84auds.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/39kisa95rgza.jpg]

      Gut getarnt! Wespenspinne in Ihrem Netz im Gras.
      Die Zeichnung und Färbung der Wespenspinne dient in erster Linie der Tarnung. Hierbei bewirkt die Zeichnung die Auflösung der Konturen und die Verschmelzung mit dem Untergrund. Erst in der Nähe betrachtet dient diese Zeichnung der Warnung, um Fressfeinde wie Vögel, abzuschrecken. Die Färbung warnt vermutlich nicht vor der eigenen Giftigkeit, sondern viel mehr vor den wesentlich wehrhafteren Wespen. Als weitere Abwehrmaßnahme setzen die Spinnen ihr Netz in Schwingung und sind so für den Fressfeind noch schwerer auszumachen und zu greifen.
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ikpb60lay4p4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1apa7fx3829q.jpg]

      Hier netzschwingend:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/njqek2i6omr4.jpg]

      Juvenile Wespenspinnen:
      Die starke Gelbfärbung verringert sich beim adulten Tier zugunsten der schwarzen und weissen Zeichnungselemente.
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/38yk3wqo8isu.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vksr8vux2zmh.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2czop3tisvec.jpg]

      adultes Wespenspinnen-Weibchen:
      Vorderseite:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fzytqz7mjcb3.jpg]

      Rückseite:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/f70aljfoklse.jpg]

      unbestimmte Kreuzspinne vermutlich eine juvenile
      Spaltenkreuzspinne (Nuctenea umbratica)

      Die Spaltenkreuzspinne kommt im gesamten Europa und im westlichen Asien vor. Darüber hinaus ist sie auch in Nordafrika
      zu finden. Normalerweise kommt diese Kreuzspinne in Wäldern vor. Scheint sich bei uns aber auch an Häusern und unter Brücken wohlzufühlen. Die Besonderheit dieser Kreuzspinnenart liegt darin, dass der Hinterleib (Opisthosoma) extrem abgeflacht ist, so dass sich die Tiere in Rindenspalten, Mauerspalten und Ritzen verstecken können. Diese Spinnenart ist nachtaktiv. Tagsüber sitzt sie in ihren Versteck. Nachts zum Beutefang sitzt sie in ihrem Netz. Das Netz kann einen Durch-messer von ca 75 -80 cm erreichen.

      Größe:
      Männchen 7 - 10 mm, Weibchen 13 - 16 mm.

      Geschlechtsreife Tiere findet man von Juli - Oktober. Reife Weibchen ganzjährig, da diese in erwachsenem Zustand überwintern.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dyjf7weodl5e.jpg]

      Streifenradnetzspinne (Mangora acalypha)

      Die Streifenradnetzspinne hat eine sehr weite Verbreitung und kommt nahezu überall in den gemäßigten bis mediterranen
      Gebiete der Alten Welt vor.
      Sie baut ihre Netze meist nahe am Boden. Diese Netze sind oft derart stark geneigt, dass sie nahezu waagerecht liegen.
      Die Spinnen sitzen auf der Unterseite in der Mitte ihrer Netze.

      Größe:
      Männchen 3 - 3,5 mm, Weibchen 5,5 - 6,0

      Geschlechtsreife Tiere findet man von Mai bis Juni.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/v4t24xa1p13m.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ik2nyvc3zv18.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/twdqshx52sqi.jpg]

      Weitere Spinnenarten folgen noch. Für heute reichts aber vorerst.

      LG, Heiko
    • Echte Webspinnen - Araneomorphae

      Dickkieferspinnen (Tetragnathidae)

      Strecker- oder Kieferspinne (Tetragnatha sp. vermutlich montana)
      Diese Streckerspinnen-Art ist in ganz Mitteleuropa und in Teilen Südeuropas zu finden. Meist besiedelt sie die Gras-
      und Strauchschicht in Gewässernähe. Dort legt sie ihre Netze zwischen Grashalmen und im Gebüsch an. Zur Ruhe sitzt sie oft auf Grasblättern, Grashalmen oder schmalen Ästen mit ausgestreckten Beinen. Durch ihren schmalen Körper-
      bau ist sie hier recht gut getarnt. Diese Tiere besitzen die Fähigkeit, bei Gefahr über offene Wasserflächen zu laufen, indem sie die Oberflächenspannung des Wassers ausnutzen.

      Größe:
      Männchen 6 - 9 mm; Weibchen 6,5 - 11 mm.

      Reife Tiere findet man ab Juni.

      Namensgebend! Aufgrund dieser Ruhehaltung hat sie den Namen Streckerspinne erhalten:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4bx9bma1wv4l.jpg]

      Und wegen ihren großen Kieferklauen (Chelizeren) eben Kieferspinne:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vf6ds2wjf3yv.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/bh2xrm1vnch5.jpg]

      Weitere Bilder:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pi895y6tf718.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n47k4jnglz1k.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/iujt8unb8u3s.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ajsar4cd8z89.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ovpy1ztbi6i8.jpg]



      Baldachinspinnen (Linyphiidae)
      Bei den Baldachinspinnen handelt es sich durchweg um kleine bis sehr kleine Spinnen (1,5 - 6 mm), welche auch als Zwergspinnen bezeichnet werden. Die größeren Baldachinspinnen-Arten legen baldachinartige, kuppelförmige, waage-rechte Netze an. Über diesem flächigen Netz werden Fang- bzw. Stolperfäden in der Vegetation verankert. In diesen Fäden verfangen sich die meist fliegenden Beutetiere und stürzen auf die Gespinstdecke. Sie werden dort von der Spinne mit einem Biß erlegt. Diese Netze sieht man insbesondere im Herbst gut, wenn sich Tau in den Netzen abge-setzt hat.
      Die Tiere sind je nach Art in Wäldern und auf Wiesen zu finden.

      Baldachinspinnen sind meist nur über Mikropräparate der Geschlechtsorgane bestimmbar. Nur wenige Arten sind auf-
      grund ihres Aussehens zu bestimmen.

      Baldachinspinne (Linyphia triangularis)

      Größe:
      Männchen 4,5 - 6 mm; Weibchen 5 - 6,6 mm.

      Reife Tiere findet man in den Sommermonaten.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/apg2lqa9po5l.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dmcyoh5bther.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vy9m5oiybje8.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ao1jeie1xaya.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8ewkbf8l76ox.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qk0ryf2huvyi.jpg]

      unbestimmte Baldachinspinne (Linyphia? sp.)

      Größe:
      Etwas größer als die vorherige Art.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ipbyjk9baid5.jpg]



      Haubennetz- oder Kugelspinnen (Theridiidae)
      Haubennetzspinnen legen `unordentliche´ Raumnetze an, in deren Mitte oder seitlich ein Unterschlupf gewebt wird.
      Unter diesen Rumnetzen werden Fangfäden nach unten angelegt, welche mit Klebtropfen besetzt werden. Trifft ein
      Beutetier an diese Fangfäden, reißen diese vom Untergrund ab und ziehen die Beutetiere nach oben, so dass sie den
      Halt verlieren und in der `Luft hängen´. Dann werden sie von der Spinne mit extrem klebrigen Fäden eingewickelt.

      Zu dieser Spinnenfamilie zählen auch die Diebsspinnen (Argyrodes sp.), welche als Kleptoparasiten am
      Rand der Netze großer Webspinnen wie z.B. Nephila, Argiope und Cyrtophora leben und die in den Netzen gefangenen Beutetiere stehlen und fressen. Zu dieser Spinnenfamilie zählen auch die berühmtberüchtigten
      Schwarzen Witwen der Gattung Latrodectus.

      Kugelspinne (Enoplognatha ovata od. E. latimana)
      Diese Kugelspinnen-Arten sind in ihrer Färbung recht variabel. Es gibt Individuen, welche keine Zeichnung besitzen und so rein gelb erscheinen, als auch schwarz gepunktete Tiere, wie auch Tiere mit roter Zeichnung an beiden Seiten des Hinterleibs. Diese rote Zeichnung kann aber auch auf der Oberseite des Hinterleibs als breites, rotes Band vorhanden sein.
      Diese Arten sind auf Wiesen und im Gebüsch zu finden.

      Die beiden oben genannten Arten sind nur durch mikroskopische Unttersuchung des Genitalapparats zu unterscheiden.

      Größe:
      Männchen 3 - 5 mm; Weibchen 4 - 6 mm.

      Reife Tiere findet man in den Sommermonaten
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/d3c45btfap0x.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/uyikqgbdfgsp.jpg]

      Gut getarnt!
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hwp6xfaqraom.jpg]



      Springspinnen (Salticidae)
      Springspinnen legen zum Beutefang keine Netze an. Es werden lediglich Wohngespinste angelegt, welche nachts zur
      Ruhe oder zur Eiablage aufgesucht werden.
      Springspinnen sind tagaktive Jäger, welche ihre Beutetiere mit ihren großen Augen erkennen , durch einen Sprung
      fangen und durch einen Giftbiss erlegen. Die Sehleistung dieser Spinnenfamilie ist im Vergleich zu anderen Spinnen
      enorm. Die Mittelaugen besitzen Muskelgruppen, die es den Spinnen ermöglichen seitwärts und nach vorne sehen zu können. Mit der Bewegung des Vorderkörpers können sie auch nach oben und unten schauen. Mit Hilfe ihrer Seitenaugen ist ihnen auch ein räumliches Sehen möglich, so dass sie die Entfernung zu Gegenständen genau einschätzen können.
      Einige Arten sind fähig, beim Sprung eine Entfernung von bis zum 25-fachen ihrer Körperlänge zurückzulegen.
      Aufgrund ihrer hervorragenden Sehleistung, wird die Balz durch optische Signale, wie z.B. die Färbung und Winksignale, mit einem Balztanz durchgeführt.
      Einige Arten sind durch ihre Ameisenmimikry bekannt.

      Näheres hierzu: wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Springspinnen

      Springspinne (Heliophanus aeneus)
      Diese Art kommt auf steinigen Trockenrasen und Ödland vor. Diese Art fällt vor Allem durch ihre metallische
      Färbung, welche durch Lichtbrechung an Schuppenhaaren hervorgerufen wird, auf.
      Weiterhin interessant ist der Geschlechtsdimorphismus dieser Art. Männchen haben weiße Taster und einen weißen Streifen auf der Mitte der Beine. Die Weibchen haben gelbe Taster und sind deutlich gedrungener gebaut.

      Größe:
      Männchen 4,5 - 5,5 mm; Weibchen 5 - 7 mm.

      Reife Tiere sind ganzjährig zu finden.

      Männchen, hier mit dem Spiegelbild auf der Kameralinse interagierend,
      kurz bevor sie auf der Linse landete:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hmp2wecwvdoa.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n0l37n6v35vg.jpg]



      Krabbenspinnen (Thomisidae)
      Krabbenspinnen legen zum Beutefang ebenfalls keine Netze an. Es werden lediglich Wohngespinste angelegt, in welchen auch die Eiablage stattfindet. Bei den Krabbenspinnen handelt es sich um Lauerjäger, die ihrem Untergrund farblich gut angepasst sind. Rinden- oder streuschichtlebende Arten sind stets in Brauntönen gezeichnet.
      Ihre Fähigkeit, seitwärts zu laufen und ihr gedrungener Körperbau, haben ihnen den Namen Krabbenspinne eingebracht.
      Die Eigelege werden von den Weibchen bewacht.

      Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)
      Der deutsche Name dieser Art rührt daher, dass erwachsene Weibchen in der Lage sind, ihre Farbe aktiv dem Unter-grund anzupassen. Hierbei umfasst das Farbspektrum die unterschiedlichsten Grün-, Gelb- und Weißtöne je nach Untergrund. Rote Seitenstreifen können vorhanden sein oder auch fehlen. Männchen und Jungtiere können ihre Farbe nicht wechseln. Die Gelbfärbung wird durch Einlagerung eines flüssigen, gelben Farbstoffes in die Hypodermis hervor-gerufen. Bei der Weißfärbung wird dieser Farbstoff ins Innere verlagert, so dass die Weißfärbung durch das in den Blindsäcken gespeicherte Guanin bewirkt wird.
      Nachzulesen hier:http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Misumena_vatia

      Misumena vatia kommt im gesamten Europa vor. Sie bewohnt dort Wiesen und Trockenrasen aber auch Feld- und Waldränder, welche mit blühenden Stauden oder Gebüsch bewachsen sind. Bevorzugt werden gelbe und violette
      Blüten. Gerne auch die Blütenrispen des Schmetterlingsflieders.

      Größe:
      Männchen 3 - 5 mm; Weibchen 7 - 10 mm.

      Reife Tiere findet man in den Sommermonaten.

      Jungspinne in Lauerstellung:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/72qiv7u039qj.jpg]

      Jungspinne mit Beute:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pcz4mbl4nm2m.jpg]

      Adulte Weibchen, verschiedene Farbmorphen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/d56d6ulf4zfn.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/py3292vcgs4z.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qakciei898p4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ev4d7ygz5l7j.jpg]

      Mit fetter Beute:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5p3kf3qrz46y.jpg]


      Krabbenspinne (Ebrechtella tricuspidata syn. Misumenops tricuspidatus)
      Bei Ebrechtella tricuspidata handelt es sich ebenfalls um eine blütenbewohnende Krabbenspinne. Diese Art ist jedoch kleiner als die Vorherige. Diese Krabbenspinnenart ist nicht zu einem Farbwechsel befähigt.
      Diese Art kommt auf Wiesen vor. Sie ist in fast ganz Europa heimisch.

      Größe:
      Männchen 2,5 - 3,5 mm; Weibchen 5 - 6 mm.

      Reife Tiere findet man ebenfalls in den Sommermonaten.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6x0rp5hqdtco.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mbekxisxvaov.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ayldx5r1n46z.jpg]

      Das wars jetzt vorerst mit den Spinnen. Falls noch Arten hinzukommen, werde ich sie hier einfügen.

      LG, Heiko
    • Weberknechte - Opiliones

      Weberknechte (Opiliones)

      Weberknecht (Opilio canestrinii)
      Das ist die bei uns häufigste Weberknecht-Art. Sie ist an Waldrändern, Gärten und an Häusern zu finden.
      Die Tiere ernähren sich von kleinen Insekten, wie z.B. Blattläusen als auch von Nektar und Pflanzensäften.
      Ganz besonders beliebt scheinen die Nektardrüsen von Fallen der Venus-Fliegenfalle (Dionaea muscipula) zu
      sein. Jedenfalls fand ich sehr oft gefangene Weberknechte in den Fallen, wobei die Beine außerhalb der Falle
      waren. Leider habe ich hier kein Bild davon. Diesen Winter sind mir leider sämtliche Karnivoren erfrohren.

      Wer mehr über diese Spinnentiere erfahren möchte, kann es hier nachlesen:
      de.wikipedia.org/wiki/Weberknechte
      wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Opilio_canestrinii

      Größe:
      KL Männchen 3,8 - 6,1 mm; KL Weibchen 4,7 - 8,1 mm.

      Reife Tiere findet man von Juli bis zum ersten Frost.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/w3m1xhtyxnbj.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/we68h0mk0wrk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3zfnboecx6gt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rpe6qkowsnsh.jpg]

      Diskussions-Thread: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843&p=7054#p7054

      LG, Heiko
    • Schnabelkerfe - Hemiptera; Wanzen - Heteroptera

      Schnabelkerfe (Hemiptera)

      Wanzen (Heteroptera)

      Baumwanzen (Pentatomidae)
      Die Baumwanzen kommen weltweit mit ca. 6000 Arten vor, wobei etwa 70 Arten in Mitteleuropa bekannt sind.
      Viele Baumwanzenarten verfügen über Stinkdrüsen, mit denen aus denen übelriechende bis giftige Sekrete ab-
      gesondert werden können. Dies dient der Abwehr von Fressfeinden.
      Zum überwiegenden Teil handelt es sich bei den Baumwanzen um Pflanzenfresser, die sich von den verschiedensten
      Pflanzensäften ernähren. Es gibt aber auch Arten, welche sich teilweise bis vollständig räuberisch ernähren.

      Frisch geschlüpfte Nymphen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/16pgkmwnypn9.jpg]

      Grüne Stinkwanze oder Faule Grete
      (Palomena prasina und/oder Palomena viridissima)
      Diese beiden Arten besitzen einen jahreszeitlichen Farbwechsel.
      Der Name Stinkwanze ist allerdings etwas unglücklich gewählt, da fast alle Baumwanzen über Stinkdrüsen ver-
      fügen.
      Die im Spätsommer ausgewachsenen Tiere haben eine braune, graubraune oder grünlichbraune Färbung.
      Nach der Überwinterung, im Frühjahr, färben sich die Tiere nach hellgrün um.
      Im Frühsommer legen die Weibchen legen bis zu 100 Eier. Die daraus schlüpfenden Larven entwickeln sich über
      fünf Stadien, wobei die Tiere in jedem Stadium anders ausgefärbt sind. Die Entwicklung ist meist im September
      abgeschlossen. Während der Entwicklung leben die Nymphen meist in Larvenverbänden zusammen.
      Die Tiere ernähren sich von Pflanzensäften.
      Verbreitet in ganz Europa.

      Größe:
      beide Arten 12 - 15 mm.

      Junge Nymphen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/85qdeogkl8yt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4h6vj92np8q2.jpg]

      Subadulte Nymphen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2y4z7zkrnem4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a7ilr7s4u8b7.jpg]

      Imagines:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/uiutqbeh1n7e.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/x2qapgps3yc5.jpg]

      evtl. (Palomena viridissima):
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/19pvqatqetfy.jpg]



      Beerenwanze (Dolycorus baccarum)
      Die Beerenwanze ist bei uns überall häufig zu finden. Auch in Gärten treten diese Tiere auf und können hier vor
      Allem durch das Saugen an Beeren lästig werden (trifft aber auch auf andere Wanzenarten zu). Daher ihr Name.
      Die Früchte werden dann aufgrund des eingespritzten Speichels ungenießbar (schmecken dann nach dem Abwehr- sekret der Wanzen).
      Auch diese Tiere überwintern als Imagines.

      Größe:
      10 - 12 mm.

      Subadulte Nymphe:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/v37jamxgb0mi.jpg]

      Imagines:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sfa2r2f8fmed.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/z9awkwk1csud.jpg]



      Streifenwanze (Graphosoma lineatum)
      Die Streifenwanze ist die auffälligste Baumwanzen-Art in Mitteleuropa.
      Sie ist hautsächlich in den warmen Regionen Mitteleuropas verbreitet. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in
      Südeuropa. Gerne werden Südhänge und stark besonnte Wiesen besiedelt.
      Die Hauptfutterpflanzen sind verschiedene Doldenblüter (Apiaceae), wie z.B. Wilde Möhre (Daucus carota),
      Fenchel (Foeniculum vulgare) aber auch Petersilie (Petroselinum crispum) und andere Doldenblüter.
      Dort werden vor Allem die Samen an- und ausgesaugt. Die Giftstoffe der Futterpflanzen machen diese Tiere für
      viele Beutegreifer ungenießbar bis giftig.

      Größe:
      11 - 12 mm.
      Imago:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ihrjxcje18b5.jpg]

      Kopulation:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rli4aq1ie0wn.jpg]



      Stachelwanzen (Acanthosomatidae)
      In der Lebensweise und dem Aussehen ähneln die Stachelwanzen den Baumwanzen.
      Es handelt sich hier um eine kleine Wanzenfamilie, von der ungefähr 180 Arten weltweit
      bekammt sind. In Europa sind 8 Arten vertreten.
      Sie unterscheiden sich von den Baumwanzen nur durch einige morphologische Merkmale.
      Stachelwanzen ernähren sich von Pflanzensäften.

      Birkenwanze oder Fleckige Brutwanze (Elasmucha grisea)
      Die Besonderheit dieser Art ist ihre ausgeprägte Brutpflege. Nach der Eiablage bewacht das Weibchen das Eigelege
      und die Junglarven gegen Fressfeinde wie z.B. Ameisen, Schlupfwespen, Spinnen etc. mittels Flügelschwirren und
      Verströmen von Abwehrsekret. Die Weibchen begleiten auch die Junglarven bei der Futtersuche. Während sie das
      Eigelege bewacht, nimmt das Muttertier keine Nahrung zu sich. Ohne Brutpflege ist die Mortalität unter den Larven
      sehr hoch. Futterpflanzen sind Birke und Erle

      Größe:
      6 - 9 mm.

      Imago:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/xcb5fcab12ig.jpg]



      Boden- oder Langwanzen (Lygaeidae)

      Knappe (Spilostethus saxatilis)
      Die auffällige Färbung dieser Wanzenart ist als Warnfärbung zu verstehen, da die Tiere das Gift der Futterpflanze
      speichern können und sie daher für etwaige Fressfeinde ungenießbar bis giftig sind.
      Bei uns ist die Art hauptsächlich in Süddeutschland verbreitet. Hier besiedelt sie warme Trockenrasen und Wiesen.
      Die Tiere saugen bevorzugt an den Samenständen. Futterpflanzen sind z.B. Herbstzeitlose (Colchicum sp.), Löwen-zahn (Taraxacum sp.) aber auch andere Asteraceae, Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) und an Dolden- blütern (Apiaceae).
      Diese Wanzenart überwintert als Vollkerfe.

      Größe:
      8,5 - 12,5 mm.

      Imago:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2rto58b7wan9.jpg]

      Kopulation:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/h30lmzj9ora1.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6n9tbqt2rldk.jpg]



      Weich- oder Blindwanzen (Miridae)
      Die Familie der Blindwanzen ist weltweit mit über 10.000 Arten vertreten, von denen ungefähr 1750 Arten in
      Europa und ca. 400 Arten in Deutschland vertreten sind.
      Der Name Weichwanze nimmt Bezug auf die nur geringe Härte der Panzerung.
      Der Name Blindwanze rührt daher, dass den meisten Arten die Stirnaugen fehlen.
      Bei den Weichwanzen handelt es sich durchweg um kleine bis mittelgroße Wanzenarten.
      Die überwiegende Mehrzahl der Arten ernährt sich von Pflanzensäften, wobei viele Arten auf spezielle Futterpflanzen
      angewiesen sind. Einige Arten ernähren sich aber auch räuberisch von kleinen Insekten und Spinnentieren (Milben).
      Die Eier werden mittels einer Legescheide in das verholzte Wirtspflanzengewebe abgelegt. In Mitteleuropa über-
      wintern die dort vorkommenden Arten meist als Ei.

      Weichwanze (Adelphocoris sp.)
      Diese Art kommt auf Trockenrasen und Wiesen vor. Bei mir werden die rosa-violett blühenden Flockenblumen (Centaurea) als Futterpflanze genutzt.

      Größe:
      7 - 9 mm.

      Imagines:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6hlbh4cg1bfj.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ufvd04i02vlo.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ba3k4pef5pci.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ilaqrwsl3wdi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pom28xkmoplj.jpg]


      Rote Weichwanze (Deraeocoris ruber)
      Diese Art ernährt sich von kleinen Insekten, vor Allem Blattläusen aber auch von Nektar. Die Larven dieser Art sehen großen Blattläusen sehr ähnlich.
      Sie kommt auf Wiesen, im Gebüsch und in Gärten vor.

      Größe:
      6,5 - 8 mm.

      Imago rote Form:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4x7bloqgmqdy.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1w6n3xugd4eo.jpg]

      Imago rot-schwarze Form:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fhs90qmjdpkm.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/o3idmjwei1ra.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qe43izdzpf5q.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/alsdpb73s6wm.jpg]



      Sichelwanzen (Nabidae)
      Die Sichelwanzen sind weltweit mit ungefähr 500 Arten vertreten.
      In Europa kommen ca. 40 Arten vor.
      Sichelwanzen ernähren sich von Insekten, welche sie erjagen und mit ihrem Verdauungssekret abtöten.
      Mitteleuropäische Sichelwanzen überwintern je nach Art als Ei oder als Imago.
      Die Eier werden mit einem Legebohrer in Pflanzenstängel positioniert.

      Ameisen-Sichelwanze (Himacerus mirmicoides)
      Bei der Ameisen-Sichelwanze sehen nur die Larven einer Ameise ähnlich. Je weiter die Nymphen entwickelt sind,
      desto unähnlicher werden sie einer Ameise.
      Die Art ist an keine besonderen Lebensräume gebunden.

      Größe:
      7 - 8,7 mm.

      Junge Nymphe:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/x3w1otgfsgtc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sq52z4f6z8t2.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fobwhpekju65.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fldhv8raxk1l.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0u4e6qzrnqbl.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1vpdr8ei5byz.jpg]

      Subadulte Nymphe:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/h340i9cgqgs2.jpg]


      Hier darf gepostet werden: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843&p=7054#p7054

      LG, Heiko
    • Schnabelkerfe - Hemiptera; Zikaden - Auchenorrhyncha

      Zikaden (Auchenorrhyncha)
      Die Ordnung der Zikaden (Auchenorrhyncha) wird noch untergliedert in die beiden Unterordnungen der:
      Rundkopfzikaden (Cicadomorpha) und Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha).
      Diese Ordnung ist weltweit mit ungefähr 40.000 Arten verbreitet.
      Die Zikaden ernähren sich von zuckerreichen Pflanzensäften. Der Zuckerüberschuß wird, wie bei den Blattläusen, ebenfalls über Drüsen ausgeschieden. Wegen diesem Umstand leben einige Arten der Ordnung mit Ameisen in enger Verbindung. Alle Vertreter dieser Ordnung sind mit ihren Sprungbeinen gute Springer und bis auf wenige Ausnahmen auch gut flugfähig.

      Rundkopfzikaden (Cicadomorpha)

      Überfamilie Cercopoidea
      Diese Schaumnester werden aus einem eiweißhaltigen Sekret durch Einpumpen von Luftbläschen hergestellt und dienen
      sowohl dem Schutz, als auch der Einhaltung der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Um in diesem Schaumnest atmen zu können, besitzen die Larven eine Atemhöhle am Bauch. In dieser Höhle münden die Atemöffnungen (Stigmen).
      Die Atemhöhle entstand im Laufe der Entwicklungsgeschichte aus Einfaltungen der Hinterleibsringe.
      Die Fähigkeit, Schaumnester herzustellen, verschwindet mit der Umwandlung zum Imago.

      Blutzikaden (Cercopidae)

      Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata)
      Im Gegensatz zu den Schaumzikaden legen die Larven ihr Schaumnest im Wurzelbereich ihrer Wirtspflanzen an.
      Die Blutzikaden kommen vor Allem auf wärmebegünstigten Wiesen und Trockenrasen vor.
      Als Nahrung dienen die Säfte von Gräsern und Kräutern.
      Die Tiere überwintern als Larven in ihren Schaumnestern.

      Größe:
      9 - 10,5 mm.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/w8mgc4oiwuqt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/26er8ly9fatr.jpg]

      Kopulation:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hnsfg8izivs6.jpg]



      Schaumzikaden (Aphrophoridae)
      Bei den Schaumzikaden legen die Larven ihre Schaumnester an Pflanzenstängel und Ästen an.

      Nest einer Nymphe, der Kuckucksspeichel:[IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ctzh20cbpmv3.jpg]

      Erlen-Schaumzikade (Aphrophora alni)
      Die Larven dieser Art leben in der Krautschicht an verschiedenen Kräutern.
      Als erwachsene Tiere findet man diese Art in Sträuchern und Bäumen der unterschiedlichsten Arten.

      Größe:
      6 - 9 mm.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vlw1by6cw1l9.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dqdwvz0wlm6n.jpg]

      Kopulation:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/d3tqyc8yol40.jpg]


      Grass-Schaumzikade (Neophilaenus lineatus)
      Die Larven dieser Art stellen ihre Schaumnester an verschiedenen Süß- und Sauergräsern her.
      Bei dieser Art überwintern die Eier.

      Größe:
      4,6 - 6,8 mm.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gxmcbysv5nld.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/v0m9ur5qt6fp.jpg]


      Spitzkopfzikaden (Fulgoromorpha)
      Zu den Spitzkopfzikaden zählen die bekannten Laternenträger.
      Hier handelt es sich um kleine bis sehr große Insekten.
      Die Larven bilden kein Schaumnest.

      Familie Käferzikaden (Issidae)
      Die Käferzikaden zeichnen sich durch ihre gedrungene, käferartige Gestalt aus.
      In Europa gibt es ungefähr 100 Arten.


      Echte Käferzikade (Issus coleoptratus)
      Die echte Käferzikade lebt auf Bäumen und Sträuchern der unterschiedlichsten Arten und ernähren sich hier von Pflanzensäften.
      Die Nymphen sehen den Imagines äußerlich ähnlich, haben jedoch keine Flügel.
      Am Ende des Hinterleibs befinden sich bei den Larven haarartige Auswüchse.
      Die Tiere überwintern als Nymphen.

      Größe:
      5,5 - 7 mm.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/iecqh34j1na7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/opcasysjd3ce.jpg]

      Das war es vorerst mit den Zikaden. Es kann sein, dass im Laufe der Zeit weitere Arten hinzukommen werden.

      LG, Heiko
    • Langfühlerschrecken-Ensifera

      Langfühlerschrecken (Ensifera)
      Von den Langfühlerschrecken sind weltweit ca. 8100 Arten beschrieben. Davon kommen 35 Arten in Mitteleuropa vor.
      Die Langfühlerschrecken ernähren sich je nach Art räuberisch, vegetarisch oder sind Gemischtköstler.
      Alle Arten sind eierlegend. Einige wenige können sich auch durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) fortpflanzen.
      Die Langfühlerschrecken werden untergliedert in Laubheuschrecken (Tettigonioidea), Grillen (Grylloidea) und Höhlengrillen (Rhaphidophoroidea).

      Die Langfühlerschrecken unterscheiden sich von den Kurzfühlerschrecken (Heuschrecken) durch die langen Fühler, den meist längeren Beinen und dem gedrungenen Körperbau.

      Weiterhin unterscheiden sie sich am Stridulationsorgan.
      Während die Laute bei den Langfühlerschrecken ausschließlich mit den Flügeln erzeugt werden, geschieht dies bei den Kurzfühlerschrecken mit Hilfe der Schrillleisten auf der Innenseite der Hinterschenkel, die gegen die Schrilladern der Vorderflügel gerieben werden. Das Zirpen dient der Werbung, Balz und der Revierabgrenzung. Bei einigen Arten können beide Geschlechter zirpen.

      Ein weiterer Unterschied liegt im Sitz des Gehörorgans (Tympanalorgan), welches bei den Heuschrecken an den Seiten des ersten Hinterleibsegmentes liegen, während diese bei den Langfühlerschrecken an der Innenseite der Unterschenkel der Vorderbeine zu finden sind. Durch das Drehen der Vorderbeine in unterschiedliche Richtungen, sind die Tiere befähigt, Geräusche (z.B. zirpen von anderen Männchen), genau zu orten.

      Beispiele für das Tympanalorgan von Langfühlerschecken:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ygd1ifsxvdye.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/608kfv6y0b8i.jpg]

      Näheres zur Lauterzeugung und Hörfähigkeit findet Ihr hier:
      de.wikipedia.org/wiki/Langf%C3%BChlerschrecken
      de.wikipedia.org/wiki/Grash%C3%BCpfer


      Laubheuschrecken (Tettigonioidea)


      Familie: Eichenschrecken (Meconematidae)

      Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum)
      Die Tiere sind in beiden Geschlechtern mit langen Flügeln versehen und können gut fliegen, jedoch sind sie auch fähig, schnell zu laufen.
      Diese Art ist im gesamten Mitteleuropa verbreitet und kommt nördlich bis nach Südskandinavien und südlich bis
      ins nördliche Südeuropa vor. Sie bewohnt Lebensräume, in denen verschiedene Laubgehölze wachsen, wie z.B. Laubwälder, Gebüsch, Parkanlagen und Gärten.
      Die Tiere ernähren sich ausschließlich räuberisch von kleinen Insekten.
      Eine Besonderheit der Eichenschrecken ist, dass sie kein Stridulationsorgan besitzen, sondern die Lauterzeugung mittels trommeln der Hinterbeine auf Ästen und Blättern hervorgerufen wird.
      Die Eier werden in Rindenritzen und zum Teil auch an Pflanzengallen abgelegt.
      Die Entwicklung kann bis zu zwei Jahre andauern.

      Größe:
      10 - 15 mm.

      Nymphen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/y8y6mljfklr0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/jbuf98tys3h1.jpg]


      subadultes Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zmjbtx73ebap.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/p6aysgm7fupf.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0kexkt6t7dcm.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fs07zdiolhc7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4bhbwx9ex52m.jpg]


      Familie: Sichelschrecken (Phaneropteridae)

      Punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima)
      Diese Art kommt in Mittel-, West- und Südeuropa vor.
      Dort werden Gebüsche, Waldränder, Wiesen mit Strauch-/Baumbestand und Gärten als Lebensraum besiedelt.
      Die Tiere ernähren sich vegetarisch.
      Die Eier werden in Pflanzenstängel und in Rindenspalten abgelegt.

      Größe:
      10 - 15 mm.

      Nymphen 1. Stadium:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vtulhbpqyxhr.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/g9hgzs3ltlyc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/a0hj9twbrz4o.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dpl32ct9wzve.jpg]

      subadulte Nymphen:
      Männchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/147czgy35tix.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/naoprta3lpfy.jpg]

      Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fatoj6vkj1j5.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9jb4mjljg6t7.jpg]

      Adult:
      Männchen:

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fc9x3z9cgh1q.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wqxby34vfvgd.jpg]

      Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/q24f6zehraoc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9r4kls4zox10.jpg]


      Familie: (Tettigoniidae)

      Unterfamilie: Singschrecken (Tettigoniinae)

      Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)
      Das Grüne Heupferd ist die bekannteste Laubheuschrecke bei uns.
      Die Art kommt in fast ganz Europa vor.Nördlich bis nach Südskandinavien. Weiterhin kommt sie auch in Asien vor.
      Hier werden Trockenrasen, Wiesen, Hochstaudenfluren, Brachen und Gärten besiedelt. Ebenso findet man sie auch
      an Wald- und Wegrändern.
      Sie ernähren sich hauptsächlich räuberisch anderen Insekten, fressen aber auch an weichstängeligen Pflanzen.
      Die Tiere sind mit ihren gut ausgebildeten Flügeln hervorragende Flieger.
      Die Eier werden im Boden abgelegt.

      Größe:
      Männchen 28 - 36 mm; Weibchen 32 - 42 mm.

      adultes Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/eifovx2x35c5.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/oghu7uf2hojc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5cyvjwzv8f8z.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/97f87geusnb6.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/bx6m4q48psxf.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1p7c1mck1yem.jpg]


      Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii)
      Die Art kommt in Europa und Vorderasien vor.
      Dort werden feuchte und trockene Wiesen besiedelt.
      Die Tiere ernähren sich haupsächlich von Gräsern, welche flächig abgeschabt werden. Andere Pflanzen und Insekten werden nur gelegentlich gefressen.
      Die Eier werden in markhaltige Stängel von Gräsern, Kräutern und Stäucher abgelegt.
      Im Frühjahr des folgenden Jahres schlüpfen die Nymphen. Gelegentlich schlüpfen sie aber auch erst nach der 2. Überwinterung.

      Größe:
      14 - 19 mm.


      Nymphe:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/98sq1z8wfpv9.jpg]

      adultes Männchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7rcu9uz1x6pj.jpg]


      Gewöhnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera)
      Die Gewöhnliche Strauchschrecke kommt in fast ganz Europa vor.
      Dort werden Waldränder, Gebüsch, Parkanlagen, hohe Staudengesellschaften, hohe Wiesen und Gärten bewohnt.
      Die Adulti ernähren sich hauptsächlich räuberisch von kleineren Insekten, während sich die ersten Larvenstadien
      vegetarisch ernähren.
      Die Eier werden im Boden, aber auch in Totholz abgelegt.
      Die Larven schlüpfen im Frühjahr nach der 2. Überwinterung.

      Größe:
      13 - 20 mm.

      Nymphe 1. Stadium:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/b65ieurqptxw.jpg]

      Nymphe:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7jfun8mgjzq1.jpg]

      adultes Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dg7n63atqczx.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n4hio5j5w3xf.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wgnhc031obt9.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/iz4qwf013hg0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/12tbkrkfiuim.jpg]

      Feedback: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843&start=40#p7229

      LG, Heiko
    • Schmetterlinge - Lepidoptera

      Schmetterlinge (Lepidoptera)

      Tagfalter

      Edelfalter (Nymphalidae)
      Edelfalter kommen weltweit in etwa 6000 Arten vor.
      Diese sind untergliedert in 11 Unterfamilien, von denen in Mitteleuropa 7 Unterfamilien vertreten sind.

      Merkmale:

      Falter:

      Die Fühler sind ungefähr halb so lang wie die Vorderflügel. Auf der Unterseite des gesamten Fühlers verlaufen Rillen, zwischen denen zwei Vertiefungen liegen. Das erste Beinpaar ist zu sog. Putzpfoten verkümmert, mit denen sich die Falter lediglich putzen können. Diese Putzpfoten helfen auch bei der Geschlechtsbestimmung, da diese bei den Männchen deutlicher ausgeprägt sind. Die Falter stehen nur auf zwei Beinpaaren.
      Sie haben nur Facettenaugen. Die Punktaugen fehlen.
      Die Vorderflügel haben 12 Adern und eine Analader. Die Hinterflügel 9 Adern und zwei Analadern.
      Der Saugrüssel ist schuppenlos.

      Eier:
      Die Eier sind halbkugelig, gerillt oder netzartig strukturiert.

      Raupen:
      Die Raupen sind oftmals mit einfachen aber auch verzweigten Dornen versehen. Bei einigen Arten sind sie aber auch mit langen Haaren besetzt.
      Die Raupen leben bei vielen Arten gesellig und sind daher in Gruppen an der Futterpflanze zu finden.

      Puppen:
      Die Puppen sind sog. Stürzpuppen. Diese hängen, mit Seide befestigt am Untergrund, mit dem Kopf nach unten.
      Bei vielen Arten sind die Puppen mit Höckern oder anderen Auswüchsen versehen. Die Puppen vieler Arten haben eine metallische Färbung, welche die Puppen bei einigen Arten wie Wassertropfen aussehen lassen. Kurz vor dem Schlupf des Schmetterlings wird die Puppenhülle durchscheinend, so dass man die Vorderflügel des Falters durchschimmern sieht.


      Unterfamilie Nymphalinae (Fleckenfalter)
      Tribus Nymphalini

      Distelfalter (Vanessa cardui)

      Vorkommen:
      Beim Distelfalter handelt es sich um einen Wanderfalter. Er kommt in ganz Europa, Asien, Nordafrika, Australien und Nordamerika vor. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in heißen Steppengebieten rund um das Mittelmeer und in den subtropischen Gebieten seines Verbreitungsareals. In die klimatisch ungünstigeren Gebiete, wie z.B. Mittel- und Nordeuropa, wandern diese Schmetterlinge im Frühjahr ein, vermehren sich hier in z.T, mehreren Generationen und wandern mit den neuen Generationen im Herbst wieder zu ihren Überwinterungsgebiete. Hierbei können sie weite Strecken zurücklegen, indem sie sich vom Wind tragen lassen. Bei uns wandern die Falter über die Alpen ein/aus. Oftmals findet man im Herbst, bei zu später Wanderung, große Mengen toter Falter an den Gletschern. Die Falter sind nicht sonderlich kälteresistent und können unsere Winter nicht überleben. In den warmen Heimatgebieten sind die Falter bodenständig und bilden fortlaufend neue Generationen aus. Besiedelt werden trocken-warme Wiesen und Ödland.

      Flügelspannweite:
      45 – 60 mm.

      Flugzeiten:
      Die Falter wandern in Europa zwischen Mai und Juni ein. Hier können sie je nach Klima bis zu zwei Generationen ausbilden. Die Flugzeiten sind dann von Juli bis August und von September bis Oktober.

      Raupe:
      Die Raupen werden ungefähr 40 mm groß.
      Sie sind auf allen Körperringen mit einer Vielzahl verzeigter Dornen ausgestattet. Die gelbliche bis grünliche Färbung ist durchsetzt mit dunklen Zeichnungselementen. Auf dem Rücken befinden sich meist zwei gelbe Längsstreifen. Die Basis der Dornen ist rötlich.
      Sie entwickeln sich zu einer Stürzpuppe.

      Futterpflanzen:
      Die Raupen sind polyphag, bevorzugt werden aber Kratzdisteln (Cirsium sp.), Ringdisteln (Carduus sp.), Moschus-Malve (Malva moschata) und die Große Brennnessel (Urtica dioica).

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ryl3xd0jaz20.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8zxg8truijky.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vwtpmksfbl6m.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2qcwc4ygil7v.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9i1l2zr95h9j.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wxybg7ukz09d.jpg]


      Tagpfauenauge (Inachis io)

      Vorkommen:
      Das Tagpfauenauge kommt in Europa und Asien bis nach Japan vor. In einigen Gebieten der Iberischen Halbinsel und in Griechenland fehlt diese Art.
      Sie besiedeln Waldränder, Wiesen und Parks. Diese Tiere sind Kulturfolger und profitieren von gut gedüngten Habita-ten, auf denen auch ihre bevorzugte Futterpflanze, die Brennnessel wächst.

      Flügelspannweite:
      50 – 55 mm.

      Flugzeiten:
      Es werden pro Jahr zwei Generationen ausgebildet.
      Die erste Generation fliegt von Juni bis August, die zweite von August bis Oktober.
      Die Falter überwintern in geschützten Bereichen. Überwinternde Falter findet man z.B. auch in Dachstühlen, Kellern und Scheunen.Im Frühjahr kann man die überwinterten Falter, je nach Witterung, bereits schon im März bis in den Mai finden.

      Raupe:
      Die Raupe ist ungefähr 42 mm lang. Die Grundfarbe ist schwarz. Sie ist am gesamten Körper dicht weiß gepunktet. Auf ihrem Körper befinden sich zahlreiche, verzweigte, schwarze Dornen. Sie leben sehr gesellig in großen Gruppen auf der Futterpflanze.
      Sie entwickeln sich zu einer Stürzpuppe.

      Futterpflanzen:
      Die Raupen ernähren sich von der Großen Brennnessel (Urtica dioica) und selten von Hopfen (Humulus lupulus).

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/h2b0tm6jdq4c.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lhu4vekscm71.jpg]


      Weitere Arten, die bei mir im Garten gelegentlich gastieren sind:
      Kleiner Fuchs (Aglais urticae)
      C-Falter (Polygonia c-album)
      Admiral (Vanessa atlanta)



      Unterfamilie Satyrinae (Augenfalter)
      Tribus Maniolini


      Brauner Waldvogel oder Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus)

      Vorkommen:
      Diese Falterart kommt in fast ganz Europa vor. Auf den Mittelmeerinseln und auf der Appeninhalbinsel fehlt diese Art jedoch. Östlich kommt sie über das gemäßigte Asien bis nach Nordost-China und Korea vor.
      Bevorzugt werden grasige Waldlichtungen, Waldränder und Gebüsch. Die Tiere sind an Gebiete mit Brombeerbestand und Hochstaudenfluren gebunden.

      Flügelspannweite:
      35 – 42 mm.

      Flugzeiten:
      Diese Art bildet pro Jahr eine Generation aus und überwintert als Puppe.
      Die Falter sind von Mitte Juni bis Ende August zu finden.
      Diese Art wirft ihre Eier, in niedrigem Flug, über Grasbeständen ab. Die Eier sind nichtklebend.

      Raupe:
      Die Raupen werden ungefähr 25 mm lang.
      Die Grundfarbe ist graubraun oder hellrot und ist mit vielen, feinen Punkten übersät. Auf dem Rücken befindet sich eine dunkle Längslinie.
      Zur Verpuppung legen die Raupen einen Kokon aus zusammengesponnenem Gras an.

      Futterpflanzen:
      Gut beschattete Süß- und Sauergräser.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/u0n1icgcpkni.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/fsqiocr3o3cd.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n65y14a5roz0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tidt6b42pkv7.jpg]


      Große Ochsenauge (Maniola jurtina)

      Vorkommen:
      Dieser Falter ist fast in gesamt Europa, den Kanaren und Nordafrika verbreitet. Darüber hinaus kommt er über Kleinasien, Nordiran und Irak bis nach Westsibirien vor.
      Hier werden trockene bis leicht feuchte Waldränder und Trockenrasen bewohnt. Oft sind die Falter in Gärten zu finden.

      Flügelspannweite:
      40 – 48 mm.

      Flugzeiten:
      Diese Art bildet jährlich eine Generation aus. Die Falter fliegen von Juni bis Anfang September.
      In den heißen Verbreitungsgebieten wird auch nur eine Generation hervorgebracht. Hier fliegen die Schmetterlinge von März bis Ende September. Hier wird im Hochsommer eine Diapause eingelegt, die ungefähr einen Monat andauert. In dieser Zeit findet man die Tiere an kühlen und schattigen Orten.
      Die kegelförmigen gerippten Eier werden einzeln an den Futterpflanzen abgelegt.

      Raupe:
      Die Raupen sind ab September bis zur Überwinterung zu finden. Nach der Überwinterung sind sie bis Mai zu finden.
      Die Raupen sind 25 mm groß. Die Grundfärbung ist grün mit einem hellen Längsstreifen an beiden Seiten. Sie haben lange, an der Spitze gekrümmte Haare.
      Sie entwickeln sich zu einer Stürzpuppe nahe dem Boden.

      Futterpflanzen:
      Diverse Süßgräser

      Männchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zn59xsla8aid.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gn3izhvf9n57.jpg]

      Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/z4v1klscaiuc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wdh5f7fgm0h5.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/akz2psor6j9a.jpg]


      Tribus Melanargiini

      Schachbrett oder Damenbrett (Melanargia galathea)

      Vorkommen:
      Das Schachbrett ist von Nordspanien über Mitteleuropa und Italien bis nach Osteuropa zu finden. Diese Art kommt ebenfalls in Nordafrika vor.
      Es werden vorwiegend Trockenrasen und Wiesen besiedelt. Vorzugsweise auf kalkhaltigen Böden.

      Flügelspannweite:
      37 – 52 mm.

      Flugzeiten:
      In einer Generation von Ende Juni bis August.
      Die Falter lassen ihre Eier über Grasland fallen. Hierbei werden die Futterpflanzen nicht gezielt angeflogen, so dass die Raupen zunächst ihre Futterpflanzen suchen müssen.

      Raupe:
      Die Raupen erreichen eine Länge von 28 mm.
      Die Raupen haben eine grünliche, gelbliche oder bräunliche Grundfarbe. Auf dem Rücken verlaufen eine dunkle Längs-linie und an beiden Körperseiten eine oben helle, unten dunkle Längslinie. Der Hinterleib endet in zwei rötlichen Zipfeln. Die Raupen sind kurz behaart.
      Die Raupen sind ab September bis zur Überwinterung zu finden. Nach der Überwinterung findet man sie bis in den Juni hinein. Zur Verpuppung wird ein lockeres Gespinst an Grashalmen angelegt.

      Futterpflanzen:
      Diverse Süßgräser.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/li0h8zt7h06r.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2h4dlsmo82ro.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/k6tux9zyr8nu.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3zgpq8hx7k3r.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/d26wridvbxfv.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7wpqgb01ltu4.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/cu54xmiv5lwi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1k7jws868tb7.jpg]


      Sehr selten in meinem Garten am Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) zu finden:
      Unterfamilie Heliconiinae
      Tribus Argynnini (Perlmutterfalter)

      Kaisermantel (Argynnis paphia)




      Weißlinge (Pieridae)

      Merkmale:

      Falter:
      Die Grundfärbung der Flügel ist meist weiß oder gelblich. Bei einigen Arten sind Bereiche der Vorderflügel aber auch bunt gefärbt/gezeichnet.
      Die Breite der Vorder- und Hinterflügel ist annähernd gleich.
      Die seitlichen Chitinplatten der Vorderbrust (Pronotum) sind nicht miteinander verwachsen.
      Das ist eine Besonderheit unter den Schmetterlingen, welche ausschließlich bei den Weißlingen vorkommt.
      Als weitere Besonderheit besitzen Weißlinge gegabelte Füße (Tarsen) an den Vorderbeinen.
      Die Fühler sind an den Enden keulenartig verdickt und erreichen 1/3 bis ½ der Vorderflügellänge.
      Die Geschlechter sind deutlich unterschiedlich gefärbt (Sexualdichromatismus bzw. Sexualdichroismus).
      Die Vorderflügel haben 10 – 12 Adern und eine Analader. Die Hinterflügel 9 Adern und zwei Analadern.

      Eier:
      Die Eier sind spindelförmig und in Weiß-, Gelb- und Rottönen gefärbt.
      Sie sind mit Längsrillen versehen und werden oft in Gruppen oder aber einzeln abgelegt.
      Nach dem Schlupf verteilen sich die Raupen auf der Futterpflanze.

      Raupen:
      Die Raupen sind meist in Grün-, Gelb- oder Brauntönen gefärbt und mehr oder weniger stark gezeichnet oder einfarbig. Bei einigen Arten besitzen die Raupen aber auch eine Warnfärbung, meist in Gelb und Schwarz, da die Raupen aufgrund ihrer Nahrung giftig sind.
      Die Bauchbeine sind voll entwickelt. Die Raupen mehr oder weniger stark behaart.

      Puppen:
      Die Raupen verpuppen sich zu einer sog. Gürtelpuppe. Hierbei ist das Ende der Puppe an der Unterlage mit Seide befestigt und um das Brustteil führt ein Seidenfaden, welcher an beiden Enden an der Unterlage befestigt ist. Die Puppen sind weißlich bis gelblich gefärbt und weisen oft eine schwarze Zeichnung auf.



      Unterfamilie Pierinae (Echte Weißlinge)
      Tribus Pierini


      Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)

      Vorkommen:
      Der Kleine Kohlweißling kommt in ganz Europa und in Nordafrika vor. Auf den Kanarischen Inseln ist er nur vereinzelt zu finden. In Nordamerika und in Australien wurde diese Art eingeschleppt.
      Die Tiere kommen überall dort vor, wo auch die Futterpflanzen wachsen.

      Flügelspannweite:
      40 – 50 mm.

      Flugzeiten:
      Diese Art bringt bis zu vier Generationen im Jahr hervor. Die Falter sind von März bis November zu finden. Auf den Kanaren tritt er ganzjährig auf.
      Die Eier werden einzeln auf den Futterpflanzen abgesetzt.

      Raupe:
      Die Raupen werden ungefähr 25 mm lang.
      Sie sind grün gefärbt und haben auf dem Rücken und den Seiten je einen hellgrünen bis gelben Längsstreifen. Der ganze Körper ist mit kurzen, weißen Haaren dicht besetzt.
      Die Entwicklung der Larven ist nach einem Monat abgeschlossen.
      Die Raupen entwickeln sich zu einer Gürtelpuppe. Hierzu sucht sich die Raupe Plätze von bis zu drei Metern Höhe aus.
      Die Tiere überwintern als Puppe.

      Futterpflanzen:
      Die Raupen sind polyphag. Als Futterpflanzen dienen Kreuzblütler (Brassicaceae), Kapuzinerkressengewächse
      (Tropaeolaceae), Fuchsschwanzgewächse (Chenopodiaceae), Resedagewächse (Resedaceae) und Kaperngewächse (Capparaceae).

      Diese Art ist ein Agrarschädling, der in Monokulturen zur Massenvermehrung neigt

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/kajle3waqldg.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0k3qtdf93964.jpg]


      Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)

      Vorkommen:
      Der Große Kohlweißling ist von Nordafrika über das gesamte Europa verbreitet.
      Er kommt überall dort vor, wo auch seine Futterpflanzen zu finden sind.

      Flügelspannweite:
      60 mm.

      Flugzeiten:
      Diese Art tritt in 3 – 4 Generationen pro Jahr auf. Die Falter fliegen von März bis Ende Oktober.
      Die Falter legen ihre Eier in Gruppen auf die Unterseite der Blätter ab.
      Die Raupen leben anfangs in Gruppen zusammen und vereinzeln sich dann mit zunehmendem Wachstum.

      Raupe:
      Die Raupe wird 40 mm groß.
      Man findet sie von Juni bis Oktober auf den Futterpflanzen.
      Sie hat eine gelbe Grundfarbe und ist mit vielen, unterschiedlich großen Flecken übersät.
      Die Entwicklung der Raupe beträgt ca. 3 – 4 Wochen. Die Raupe verpuppt sich als Gürtelpuppe.
      Die Puppen der letzten Generation überwintern.

      Futterpflanzen:
      Kreuzblütler (Brassicaceae) und Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae).

      Diese Art hat als Agrarschädling eine untergeordnete Bedeutung.


      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/kpla9651emjr.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pdhtftjm3ls2.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/jtnluiu0rjmd.jpg]


      Tribus Anthocharini

      Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

      Vorkommen:
      Der Aurorafalter kommt in ganz Europa und im Mittleren Osten vor. Im gemäßigten Asien tritt er bis nach Japan auf.
      Sie besiedeln dort magere Trockenrasen und Feuchtwiesen aber auch Waldränder und lichte Wälder.

      Flügelspannweite:
      34 - 45 mm.

      Flugzeiten:
      Der Aurorafalter entwickelt nur eine Generation im Jahr.
      Er fliegt von Anfang April bis Juni.
      Die Falter legen ihre Eier im Mai meist einzeln an den Futterpflanzen ab.

      Raupe:
      Die Raupen werden 30 mm groß.
      Sie sind oberseits blaugrün gefärbt. An den Seiten hellt sich die Färbung bis ins Weiße auf.
      Die Raupen leben einzeln an den Futterpflanzen. Die Entwicklungszeit der Raupen beträgt ca. 5 Wochen.
      Sie entwickeln sich zu einer Gürtelpuppe, die wie ein Pflanzendorn aussieht und daher gut getarnt ist.
      Die Puppen überwintern ca. 10 Monate.

      Futterpflanzen:
      Kreuzblütler (Brassicaceae), insbesondere Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) und Knoblauchrauke (Alliaria petiolata).

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dkrp3rc0f08k.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/yq47l58m6qr1.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4cy412hv7uac.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hveoj5dv79kc.jpg]




      Dickkopffalter (Hesperiidae)
      Die Familie der Dickkopffalter besteht aus ca. 4000 Arten, welche in ungefähr 560 Gattungen aufgeteilt sind.
      Die Familie wird in 5 Unterfamilien aufgespalten. Drei dieser Unterfamilien sind auch in Mitteleuropa vertreten.
      Die Hauptverbreitung der Dickkopffalter liegt in den Tropen, v.a. in Süd- und Mittelamerika.

      Merkmale:

      Falter:
      Bei den Dickkopffaltern handelt es sich um kleine bis mittelgroße Tagfalter.
      Die europäischen Arten sind in unterschiedlichen Orange- und Brauntönen gefärbt. In den Tropen gibt es aber auch
      recht bunt gefärbte Arten.
      Das hervorstechendste Merkmal dieser Schmetterlingsfamilie ist der Kopf, der breiter als die Brust (Thorax) ist.
      Vorder- und Hinterflügel werden meist so geöffnet, dass die Flügel in einem spitzen Winkel zueinander stehen.
      Die Vorderflügel sind ungefähr 1 ½ bis 2 x länger als ihre Breite.
      Bei einigen Arten tragen die Männchen sog. Duftschuppen auf den Flügeln , die in Streifen angeordnet sind.
      Die Hinterflügel sind abgerundet und ungefähr so breit wie die Vorderflügel.
      Die Fühler sind etwa halb so lang, wie die Vorderflügel und am Ende keulenartig verdickt. Die Keule ist langgestreckt und am Ende gebogen.
      Der Rüssel ist unbeschuppt, die Beinpaare voll entwickelt.
      Die Vorderflügel haben 12 Adern und eine Analader, während die Hinterflügel 8 Adern und zwei Analadern besitzen.

      Eier:
      Die Eier werden einzeln auf der Futterpflanze abgelegt und haben meist eine halbkugelige bis abgerundet kegelförmige Gestalt.

      Raupen:
      Auch bei den Raupen ist der Kopf breiter als der Thorax. Sie sind meist grünlich oder gelblich gefärbt.
      Es gibt aber auch lebhaft gefärbte Arten.
      Die Raupen spinnen Blätter der Futterpflanze zusammen und fressen im Schutz diese Behausung.
      Die Verpuppung findet ebenfalls dort statt.



      Unterfamilie Hesperiinae

      Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris)

      Vorkommen:
      Diese Art kommt in Nordafrika und in fast ganz Europa vor. Auf einigen Mittelmeerinseln und im Norden der Britischen Inseln und Nordskandinavien fehlt diese Art jedoch.
      Sie besiedeln Trockenrasen, Weg- und Waldränder. Diese Art ist auf Gehölzsäume angewiesen.

      Flügelspannweite:
      27 – 34 mm

      Flugzeiten:
      Die Schmetterlinge fliegen in einer Generation von Ende Juni bis August.
      Die Männchen verteidigen Reviere gegen Männchen der eigenen Art, aber auch gegen andere Schmetterlinge.
      Die Eier werden in kleinen Gruppen an den Blattscheiden vertrockneter Grasstängel abgelegt.

      Raupe:
      Die Raupen fressen nach dem Schlupf die Eihülle auf spinnen dann einen Kokon, in dem sie Überwintern. Nach der Überwinterung beginnt dann die Raupenentwicklung. Hierzu werden Grasstängel zusammengesponnen, in deren Inneren sich die Raupe vor Freßfeinden geschützt, entwickeln kann.
      Die Raupen werden 20 – 25 mm lang. Sie besitzen einen grünen, großen Kopf. Die Grundfärbung ist grünlich mit mehreren hellen Längsstreifen.
      Die Puppenruhe dauert 12 – 18 Tage.

      Futterpflanzen:
      Diverse Süßgräser.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/l3nglj3x62ye.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zw9wb538eiai.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zvr9lhs753z6.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ikxou2acx1eo.jpg]


      Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes venata)

      Vorkommen:
      Die Art ist über weite Teile Europas verbreitet, fehlt jedoch auf den meisten Mittelmeerinseln, Nordskandinavien, Irland und im Norden der Britischen Inseln. In Nordafrika ist diese Art ebenfalls nicht vertreten.
      Hier werden bevorzugt sonnige, grasreiche Waldränder besiedelt. Sie kommen aber auch auf naturnahen Wiesen vor.

      Flügelspannweite:
      25 - 32 mm

      Flugzeiten:
      Die Falter haben eine Generation im Jahr und fliegen von Mai bis August.
      Die Eier werden einzeln an den Blattunterseiten von Gräsern abgelegt.

      Raupe:
      Die Raupe wird 28 mm lang.
      Die Grundfärbung ist hellgrün mit einer dunkleren Längslinie auf dem Rücken. Der Kopf ist dunkelbraun mit breiten, helleren Seitenlinien.
      Das Grasblatt wird von den Raupen zu einer Röhre zusammengesponnen und fressen in dieser geschützt vor Feinden.
      Sie überwintern als halberwachsene Raupen. Zur Verpuppung wird ein Kokon gesponnen.

      Futterpflanzen:
      Diverse Süßgräser.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lqibjvgtkw1z.jpg]




      Bläulinge (Lycaenidae)
      Bläulinge sind weltweit mit etwa 6000 Arten vertreten. Diese werden in zwei Unterfamilien aufgespalten.

      Merkmale :

      Falter:
      Bei den Bläulingen handelt es sich um kleine bis mittelgroße Schmetterlinge.
      Die Vorderflügel und der Körper sind meist braun, blau violett oder kupferfarben gefärbt.
      Die Blaufärbung tritt insbesondere bei den Männchen auf. Diese fehlt den Weibchen oder aber sie ist nur gering ausgeprägt. Diese Färbung hat meistens einen metallartigen Schimmer.
      Die Unterflügel sind bei vielen Arten mit einer artspezifischen Zeichnung aus Flecken, Strichen und Winkelflecken gezeichnet. Diese Zeichnungselemente können auch hell umrandet sein.
      Aufgrund dieser spezifischen Zeichnung kann man nah verwandte Arten trotzdem unterscheiden.

      Einige Arten verfügen auf den Hinterflügeln über Augenflecken, mit welchen sie Räuber ablenken können, indem sie dem Räuber das Hinterteil zuwenden und der Räuber anstatt nach Kopf nach dem vermeintlichen aber falschen Kopf auf den Hinterflügeln greift. So können sie dem irritierten Räuber dann, zwar leicht verletzt aber ansonsten heil, ent-kommen. Aber auch einem, sich vermeintlich von hinten anschleichenden Räuber, können sie so frühzeitig entkommen.

      Die Vorderflügel haben 10 – 11 Adern und eine Analader. Die Hinterflügel haben 9 Adern und zwei Analadern.
      Die Fühler sind ungefähr halb so lang wie die Vorderflügel. Die Fühler sind am Ende keulenförmig.
      Der Saugrüssel ist ungeschuppt, die Beine voll entwickelt.
      Die Bläulinge weisen bei den meisten Arten einen deutlichen Sexualdichromatismus auf.

      Eier:
      Die Eier sind abgeflacht oder kugelig.

      Raupen:
      Ca. 75% der bekannten Bläulinge leben in Beziehungen zu Ameisen.
      Die Raupen ernähren sich hierbei entweder räuberisch (fressen die Brut), als Symbionten (werden gefüttert und geben den Ameisen Honigtau) oder sind Parasiten und werden gefüttert, ohne Gegenleistung zu bringen. Einige Arten betteln die Ameisen regelrecht an. Hierzu sind die Raupen einiger Arten fähig, zu stridulieren oder Vibrationen zu erzeugen. Die Raupen sind gedrungen gebaut. Je nach Art sind sie mehr oder weniger gepanzert oder weich mit mehr oder weniger starker Behaarung.

      Die phytophagen (pflanzenfressenden) Arten sind meist stark pflanzenspezifisch und ernähren sich oftmals von nur einer Pflanzenart (monophag).

      Puppen:
      Die Raupen verpuppen sich meist auf der Futterpflanze als Gürtelpuppe.
      Einige Arten verpuppen sich aber auch am oder im Boden.
      Die Puppen einiger Arten können stridulieren. Dies dient wahrscheinlich der Abschreckung von Feinden.



      Unterfamilie Lycaeninae
      Tribus Polyommatini


      Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)?

      Vorkommen:
      Der Hauhechelbläuling kommt in ganz Europa, Asien und Nordafrika vor.
      Hier werden sowohl feuchte, als auch trockene, blütenreiche Wiesen bewohnt.
      Wichtig ist das Vorkommen von Hornklee (Lotus sp.), diversen Kleearten (Trifolium sp.), Luzerne (Medicago sativa) oder Hauhechel (Ononis sp.).

      Flügelspannweite:
      25 – 30 mm.

      Flugzeiten:
      In Mitteleuropa entwickeln sich 2 – 3 Generationen im Jahr.
      Die Falter fliegen von Ende April bis September.

      Raupe:
      Die Raupen sind bis zu 13 mm groß.
      Die gedrungen gebauten Larven sind grün und beborstet.
      Diese Art überwintert als Raupe.

      Futterpflanzen:
      Hornklee (Lotus sp.), diversen Kleearten (Trifolium sp.), Luzerne (Medicago sativa) oder Hauhechel (Ononis sp.).

      Männchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/awku5regpcfb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/i6z5nrv04e1u.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vycb50pjmjmc.jpg]

      Weibchen:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/yegwj219jhwi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pkfhz9jqf4k8.jpg]

      Feedback: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843&start=40

      LG, Heiko
    • Re: Insekten und Spinnen in meinem Garten

      Hallo Mitleser,

      das Thema Tagfalter ist jetzt bis auf Weiteres fertiggestellt.
      War doch mehr Arbeit, als ich dachte!
      Ich hoffe aber, dass es sich gelohnt hat und Ihr Eure Freude daran habt.

      Als Nächstes werde ich mich den Nachtfaltern widmen. Dieses wird dann wohl nicht ganz so riesig ausfallen.

      Ihr müsst Euch aber noch etwas gedulden, da ich damit dieses Wochenende und nächste Woche pausieren werde.
      Aber bis dahin habt Ihr ja noch Einiges zu lesen.

      LG, Heiko
    • Nachtfalter - Kleinschmetterlinge

      Nachtfalter
      Kleinschmetterlinge und Motten.

      Leider findet man über einige Kleinschmetterlinge nur recht wenige Informationen zur Verbretung und Biologie,
      weshalb ich hier nur wenige Angaben machen kann.

      Überfamilie Gelechioidea
      Familie Autostichidae
      Unterfamilie Symmocinae
      Tribus Oegoconiini
      Gattung Oegoconia


      Oegoconia quadripuncta?
      Die Arten sind nur anhand von Mikropräparaten des Genitalapparats zu unterscheiden, weshalb die Bestimmung unsicher ist.

      Vorkommen:
      Westeuropa, südlich bis zur Iberischen Halbinsel, nördlich bis nach Irland, England und Wales.
      Die Art kommt ebenfalls im südlichen Kanada und in den nördlichen USA vor.
      Wälder und Gebüsch.

      Flügelspannweite:
      11 – 17 mm

      Flugzeiten:
      Juli, August. Die Falter fliegen nachts, werden aber von Licht angezogen.
      Raupe:

      Die Raupen leben in der Laubstreu und ernähren sich hiervon.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5ij6slj43lv6.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5hwar0mair8r.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mfculodgpjx5.jpg]




      Familie Prachtfalter – Cosmopterigidae
      Die Prachtfalter kommen weltweit mit ca. 1600 Arten, in Mitteleuropa mit 25 Arten vor.
      Die Hauptverbreitung ist in den Tropen.
      Die Tiere sind überwiegend nachtaktiv. Nur wenige Arten fliegen auch am Tag.
      Die Raupen leben als Minierer in Blättern, Rinde, Blüten und Fruchtständen. Einige Arten auch in Pflanzengallen.
      Die tropische Art Hyposmocoma molluscivora ernährt sich räuberisch von Schnecken, die sie mit Seide fesseln.
      Unterfamilie Antequerinae
      Gattung Pancalia

      Pancalia leuwenhoekella


      Vorkommen:
      Zur genauen Verbreitung fand ich keine Angaben.
      Die Art kommt aber auf jeden Fall in Mitteleuropa vor. Wahrscheinlich aber ebenso in ganz Europa.

      Flügelspannweite:
      9 – 12 mm.

      Flugzeiten:
      Juli, August. Die Falter fliegen am Tag, bei Sonnenschein.

      Raupe:
      Die Raupen leben frei fressend an Veilchen (Viola sp.)

      Futterpflanzen:
      Hundsveilchen (Viola canina), Raues Veilchen (Viola hirta)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gus4x7gjl2ic.jpg]

      Weitere Bilder: lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Pancalia_Leuwenhoekella



      Überfamilie Yponomeutoidea
      Familie Gespinst- und Knospenmotten – Yponomeutidae
      Diese Familie kommt weltweit in ca. 900 Arten vor. In Europa ist sie mit 116 Arten vertreten, von denen 74 Arten in Mitteleuropa vorkommen. Die Hauptverbreitung liegt in den Tropen.
      Die Raupen einiger Arten leben als Blattminierer, während andere Arten an den Knospen und Blüten der Futterpflanzen leben.
      Unterfamilie Argyresthiinae
      Gattung Argyresthia
      Untergattung Argyresthia

      Argyresthia goedartella


      Vorkommen:
      Ganz Europa und Nordamerika.

      Flügelspannweite:
      10 – 12 mm.

      Flugzeiten:
      Juni bis August. Die Art fliegt sowohl nachts, als auch an sonnigen Nachmittagen.

      Raupe:
      Die Raupen fressen an und in männlichen Kätzchen von Birken und Erlen.
      Zur Verpuppung klettern sie den Stamm hinab und bohren sich in die Borke ein, in der sie sich verpuppen.

      Futterpflanzen:
      Birke (Betula sp.), Erle (Alnus sp.)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/xmlt4fk7ao34.jpg]

      Weitere Bilder: lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Argyresthia_Goedartella



      Überfamilie Incurvarioidea
      Familie Langhornmotten – Adelidae

      Diese Familie ist in Europa mit etwa 50 Arten vertreten.
      Sie zeichnet sich vor Allem durch die langen Fühler aus, die ein mehrfaches der Flügellänge erreichen können. Die Fühler der Weibchen sind deutlich kürzer.
      Die Raupen minieren am Anfang ihrer Entwicklung in den Blättern der Futterpflanze.
      Später werden am Boden liegende Blätter gefressen. Die Raupen legen zu diesem Zeitpunkt einen Köcher aus Blattmaterial an, um sich darin zu schützen.
      Unterfamilie Adelinae
      Gattung Nemophora


      Nemophora metallica

      Vorkommen:
      In Europa weit verbreitet.
      Besiedelt werden Trockenrasen und extensiv bewirtschaftete Wiesen mit Vorkommen der Futterpflanzen.

      Flügelspannweite:
      17 – 20 mm.

      Flugzeiten:
      Juni bis August. Diese Art ist tagaktiv und fliegt bei Sonnenschein.

      Raupe:
      Die Raupe wird etwa 14 mm groß. Sie frisst zunächst an den Blüten der Futterpflanzen, bohrt sich dann in den Samen, fällt dann zu Boden und überwintert dort. Nach der Überwinterung legt sie einen flachen Köcher an und frisst die Samen und unteren Blätter der Futterpflanze. Die Verpuppung findet im Köcher statt.

      Futterpflanzen:
      Skabiosen (Scabiosa sp.), Witwenblumen (Knautia sp.)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4bvsj7kl5eav.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tp1mbtq3jwtk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ocu4vk5ye0ex.jpg]

      Weitere Bilder: lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Nemophora_Metallica



      Überfamilie Tineoidea
      Familie Echte Sackträgermotten - Psychidae

      Weltweit sind ca. 800 Arten bekannt.
      Es handelt sich hier um kleine Falter, deren Mundwerkzeuge zurückgebildet sind.
      Beide Geschlechter nehmen keine Nahrung zu sich und leben als Männchen nur wenige Stunden, die Weibchen nur wenige Tage. Aus diesem Grund ist der Schlupf oft synchronisiert.
      Die Antennen der Männchen sind gefiedert. Die Flügel der Weibchen sind bei den meisten Arten zurückgebildet. Sie ähneln in ihrer Körperform eher einer Larve.
      Die Raupen legen aus Pflanzenteilen einen Köcher an. Dieser ist an beiden Enden offen. Beim Wachstum wird dieser stetig erweitert. In diesem Köcher finden sowohl die Häutungen als auch die Verpuppung statt. Zur Verpuppung wird dieser Köcher am vorderen Ende an der Unterlage festgesponnen. Die fertigen Falter schlüpfen am hinteren Ende aus. Die Weibchen verbleiben in ihrem Köcher und legen dort auch ihre Eier ab.
      Die Köcher sind artspezifisch unterschiedlich, so dass man oft schon anhand der Köcher die Art bestimmen kann.
      Unterfamilie Epichnopteryginae
      Tribus Epichnopterygini
      Gattung Epichnopterix

      Wiesen-Sackträger (Epichnopterix plumella)


      Vorkommen:
      Diese Art kommt in weiten Teilen Europas vor. In Paraguay wurde diese Art eingeschleppt.
      Besiedelt werden Wiesen.

      Flügelspannweite:
      10 – 12 mm.

      Flugzeiten:
      April bis Juli

      Raupe:
      Die Raupen legen einen Köcher aus flachen , vertrockneten Grasblättern an.
      Die Raupen überwintern darin. Zur Verpuppung werden die Köcher der Weibchen in einer Höhe von 20 – 50 cm festgesponnen. Die Männchen bringen ihre Köcher in Bodennähe an.
      Futterpflanzen:
      Die Raupe ist polyphag und ernährt sich von verschiedenen Gräsern und Kräutern.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/kgiktzsn2r50.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2n20uloqlzfk.jpg]

      Weitere Bilder: lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Epichnopterix_Plumella



      Unterfamilie Psychinae
      Tribus Psychini
      Gattung Psyche

      Kleiner Rauch-Sackträger (Psyche casta)


      Vorkommen:
      Mitteleuropa, evtl. auch in gesamt Europa (keine Angaben gefunden)
      In Wäldern und Wiesen. Die Köcher dieser Art findet man sehr oft an Hauswänden, Baumstämmen und an ähnlichen Orten.

      Flügelspannweite:
      10 – 14 mm. Die Flügel haben einen metallischen Schimmer.

      Futterpflanzen:
      Diese Art ist ebenfalls polyphag und ernährt sich von Gräsern und Kräutern.

      Raupenköcher:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/o9mgedrj8uwr.jpg]

      Weitere Bilder: lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Psyche_Casta


      Weitere Bilder von Sackträger-Motten: lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Psychidae

      Demnächst geht´s weiter mit größeren Nachtfaltern.

      LG, Heiko
    • Überfamilie Noctuoidea
      Familie Eulenfalter - Noctuidae
      Unterfamilie Catocalinae

      Tribus Euclidiini
      Gattung Euclidia
      Untergattung Euclidia

      Braune Tageule (Euclidia glyphica)


      Vorkommen:
      Mitteleuropa
      Besiedelt werden Wiesen und Trockenrasen. Die Biotope können sowohl trocken als auch feucht sein.

      Flügelspannweite:
      25 – 30 mm.

      Flugzeiten:
      Die Art bildet zwei Generationen pro Jahr aus.
      Die Tiere sind tagaktiv.
      1. Generation: April bis Juli
      2. Generation: Ende Juli bis Ende August

      Raupe:
      Die Falter legen die hellgrünen Eier in Reihen auf die Futterpflanze. Die Raupen sind tagaktiv und auf der Futterpflanze sitzend zu finden. Die Raupen bewegen sich, ähnlich wie Spannerraupen, fort.
      Sie sind von September bis Oktober (1.Generation), bzw. Juni bis August (2.Generation) zu finden.
      Futterpflanzen:
      Die Raupen ernähren sich von Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae), wie z.B. Rotklee (Trifolium pratense). Gewöhnlichem Hornklee (Lotus corniculatus), Luzerne (Medicago sativa) usw.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sdynx812vhiq.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qr07hkc74e90.jpg]




      Unterfamilie Arctiinae
      Tribus Arctiini
      Subtribus Callimorphina
      Gattung Euplagia

      Spanische Fahne oder Russischer Bär (Euplagia quadripunctaria)


      Vorkommen:
      Süd- und Mitteleuropa, nördlich bis zum Harz.
      Im Schmetterlingstal (Petaloudes) auf der Insel Rhodos kommt eine besonders große Population mit Massenansammlungen vor, die dem Gebiet seinen Namen gegeben hat.

      Flügelspannweite:
      42 – 52 mm.

      Flugzeiten:
      Juli bis September. Die Falter fliegen sowohl tagsüber als auch nachts.
      Die Falter fliegen zur Nahrungsaufnahme bevorzugt violette Blüten an, wie z.B. Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Schmetterlingsflieder (Buddleya sp.), Flockenblumen (Centaurea sp.) und Witwenblumen (Knautia sp.).

      Raupe:
      Die Raupen haben eine gräulichbraune Grundfarbe mit einem gelben Mittelstreifen und rötlichen Warzen, die mit dichten, kurzen, braunen Haaren bedeckt sind. Die Tiere überwintern als Puppe.

      Futterpflanzen:
      Die Raupen sind polyphag und fressen an einer Vielzahl von Kräutern aber auch an Hasel (Corylus sp.) und diversen Rubus – Arten.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/l0eka1n2ulbr.jpg]




      Überfamilie Bombycoidea
      Familie Schwärmer - Sphingidae
      Unterfamilie Macroglossinae
      Tribus Macroglossini
      Subtribus Macroglossina

      Gattung Macroglossum

      Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)


      Vorkommen:
      Als Wanderfalter hat das Taubenschwänzchen eine sehr weite Verbreitung.
      Sie umfasst Europa, Nordafrika und Asien. In einigen Verbreitungsgebieten kommt die Art nur saisonal vor.

      Flügelspannweite:
      36 – 50 mm.

      Flugzeiten:
      Juni – September
      Die Tiere sind tagaktiv.

      Raupe:
      Die Raupen haben gewöhnlich eine grüne Grundfärbung. Diese kann aber auch bräunlich sein.
      An den Seiten befinden sich je eine weiße Linie, auf dem Rücken eine weiße Linie und unterhalb der Atemöffnungen (Stigmen) je eine gelbliche Linie. Die Raupe besitzt auf dem gesamten Körper kleine, weiße Punkte.
      Das Afterhorn ist blaugrau und an der Spitze orange gefärbt.
      Sie werden 45 – 50 mm lang.

      Futterpflanzen:
      Verschiedene Labkraut-Arten (Galium sp.), Färberröte (Rubia sp.), Weidenröschen (Epilobium sp.) und gelegentlich andere Rötegewächse (Rubiaceae).

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gojn0drdzy1k.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7oeuen4qy5sk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/yrdlf9afywle.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dsmbf7qdmymt.jpg]


      Nähere, ausführliche Informationen zur Verbreitung und Lebensweise sind hier zu finden:
      de.wikipedia.org/wiki/Taubenschw%C3%A4nzchen




      Subtribus Choerocampina
      Gattung Deilephila

      Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor)


      Vorkommen:
      Europa, Asien östlich bis Japan

      Flügelspannweite:
      45 – 60 mm.

      Flugzeiten:
      Mitte Mai bis Juli

      Raupe:
      Die Raupen haben gewöhnlich eine graubraune Grundfarbe. Gelegentlich findet man aber auch eine grüne Form.
      Sie besitzen zwei Augenfleckenpaare, die der Abschreckung von Fressfeinden dient.
      Die Raupen werden bis zu 80 mm groß.
      Die Tiere überwintern als Puppe.

      Futterpflanzen:
      Die Raupen sind polyphag und ernähren sich von Springkräutern (Impatiens sp.), Weidenröschen (Epilobium sp.), Nachtkerzen (Oenothera sp.), Fuchsien (Fuchsia sp.), Fieberklee (Menyanthes sp.), Blutweiderich (Lythrum salicaria) und andere Pflanzen.

      Falter:
      de.wikipedia.org/w/index.php?t…etimestamp=20071002114424

      Raupe ausgestreckt:
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/34brh0rgu5x7.jpg]

      Raupe in Sphingsstellung (Abwehrstellung):
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/b49n34p2cty7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/b687ubapyflc.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/o6cfzctzsth7.jpg]

      Metamorphose: (jeweils aufgenommen in Eintages-Abständen)
      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/yhyjvpecre2c.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ibzy56sp5x9z.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zwr2cenr2bfi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vshzly8uzslu.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/b7spj7dowgwr.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sw69b7us139b.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/mj9cqe5hjlh7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/7sz2dqw6nlth.jpg]




      Überfamilie Zygaenoidea
      Familie Widderchen - Zygaenidae

      Unterfamilie Zygaeninae
      Gattung Zygaena
      Untergattung Zygaena

      Sechsflecken-Widderchen (Zygaena filipendulae)


      Vorkommen:
      In vielen Unterarten in weiten Teilen Europas.

      Flügelspannweite:
      38 mm.

      Flugzeiten:
      Juli und August.
      Diese Art fliegt tagsüber bei Sonnenschein.

      Raupe:
      Die Raupen erreichen eine Größe von 22 mm. Die Grundfärbung ist gelbgrün. Auf dem Rücken verlaufen zwei schwarze Fleckenreihen. Die Raupen sind schwach behaart.
      Die Tiere überwintern als Raupe.

      Futterpflanzen:
      Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Kronwicken (Coronilla sp.)

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/pnmxmu3fh7la.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qsu54aqad086.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/prbtgn79g31p.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/9qg0s0cqt4t7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/15a23rbpefj1.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qfjgiapklofu.jpg]



      So, das wars jetzt vorerst mit den Schmetterlingen.

      LG, Heiko
    • Käfer - Coleoptera; Bockkäfer (Cerambycidae)

      Käfer - Coleoptera

      Systematik (vereinfacht und nicht vollständig):


      Reich - Animalia
      Unterreich - Eumetazoa
      Phylum - Arthropoda
      Subphylum - Hexapoda
      Klasse - Insecta
      Ordnung - Coleoptera
      Unterordnung - Adephaga
      Überfamilie - Caraboidea
      Unterordnung - Archostemata
      Überfamilie - Cupedoidea

      Unterordnung - Myxophaga
      Überfamilie - Sphaeriusoidea

      Unterordnung - Polyphaga
      Infraordnung - Bostrichiformia
      Infraordnung - Cucujiformia
      Infraordnung - Elateriformia
      Infraordnung - Scarabaeiformia
      Infraordnung - Staphyliniformia
      Infraordnung – Bostrichiformia




      Unterordnung - Polyphaga
      Infraordnung - Cucujiformia

      Überfamilie Chrysomeloidea
      Überfamilie Cleroidea
      Überfamlilie Cucujoidea
      Überfamilie Curculionoidea
      Überfamilie Lymexyloidea
      Überfamilie Tenebrionoidea





      Überfamilie - Chrysomeloidea
      Familie - Bockkäfer (Cerambycidae)

      Unterfamilie - Cerambycinae
      Unterfamilie - Lamiinae
      Unterfamilie - Lepturinae
      Unterfamilie - Necydalinae
      Unterfamilie - Parandrinae
      Unterfamilie - Prioninae
      Unterfamilie - Spondylidinae
      Unterfamilie - Vesperinae



      Unterfamilie - Cerambycinae

      kleiner Eichenbock (Cerambyx scopoli)
      Vorkommen: Europa, Nordafrika, Kleinasien in Höhen bis 1600 Metern.
      Größe: 17 – 28 mm.
      Aktivitätszeit: Mai - Juli
      Entwicklung: Die Larven werden bis zu 50 mm groß und ernähren sich von verschiedenen Laubhölzern. Die Entwicklungszeit beträgt 2 Jahre. Die Larven und Puppen überwintern. Im Frühjahr schlüpfen dann die Käfer.
      Futterpflanzen:
      Larven: diverse Laubhölzer
      Käfer: Blütenpollen. Die Käfer sind z.B an Weißdorn (Crataegus sp.), Holunder (Sambucus sp.), Hartriegel (Cornus sp.), Wildrosen (Rosa sp.), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Schneeball (Viburnum sp.) und Doldenblüter (Umbelliferae) zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1i4dea3t61vx.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ezqvjsfwdr5f.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/x4fortj2th1f.jpg]


      Wespenbock (Clytus arietis)
      Vorkommen: Mittel- und Südeuropa bis ins niedrige Bergland.
      Größe: 7 - 14 mm.
      Aktivitätszeit: Mai - Juli
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von verschiedenen trockenen Ästen von Laubhölzern. Die Entwicklungszeit beträgt 2 Jahre. Die Larven und Puppen überwintern. Im Frühjahr schlüpfen dann die Käfer.
      Futterpflanzen:
      Larven: diverse Laubhölzer
      Käfer: Blütenpollen. Die Käfer sind z.B an Weißdorn (Crataegus sp.), Holunder (Sambucus sp.), Hartriegel (Cornus sp.), Wildrosen (Rosa sp.), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Schneeball (Viburnum sp.), Doldenblüter (Umbelliferae) und gelegentlich auch auf Totholz zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hnukc7ha57pl.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3wzxfowzpaol.jpg]



      Unterfamilie - Lamiinae

      Leiterbock (Saperda scalaris)
      Vorkommen: Gesamte Paläarktis in Laubwäldern und Schotterfluren.
      Größe: 12 - 18 mm.
      Aktivitätszeit: April - Juli
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von Totholz und krankem Holz verschiedener Laubgehölze. Die Entwicklungszeit beträgt 2 – 3 Jahre. Die Larven und Puppen überwintern. Im Frühjahr schlüpfen dann die Käfer.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5cvpco9g8zfu.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/gjtcur56hmx5.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/v97cy0o7qy1b.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/z4w4w3plxs18.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zkozus0algil.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/1dx4efr4vmez.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rjrmrfodcaw8.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/aveyzjfwdigh.jpg]


      Unterfamilie - Lepturinae

      Gemeiner Schmalbock (Stenurella melanura)
      Vorkommen: Europa, Sibirien und Nordmongolei an Waldrändern, Wiesen und in Nadelmischwäldern.
      Größe: 6 - 9 mm
      Aktivitätszeit: Mai - September
      Entwicklung: morsches, insbesondere liegendes Holz von Laub- und Nadelbäumen. Die Entwicklungszeit beträgt 2 Jahre.
      Futterpflanzen:
      Larven: diverse Laub- und Nadelhölzer.
      Käfer: Blütenpollen. Die Käfer sind z.B an Weißdorn (Crataegus sp.), Holunder (Sambucus sp.), Hartriegel (Cornus sp.), Wildrosen (Rosa sp.), Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Schneeball (Viburnum sp.), Doldenblüter (Umbelliferae) zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3hwxgsz1k1da.jpg]


      Gefleckter Schmalbock (Rutpela maculata)
      Vorkommen: Mittel- und Südeuropa und Kleinasien auf Wiesen und Waldlichtungen.
      Größe: 14 - 20 mm
      Aktivitätszeit: Juni - August
      Entwicklung: Die Larven leben in morschem Holz alter Laubbäume, selten auch in Nadelhölzern.
      Futterpflanzen:
      Larven: morsches Holz diverser Laubbäume und Sträucher.
      Käfer: Nektar und Blütenpollen. Die Käfer sind vor Allem an weißen und violetten Blüten zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/iyrxu0b7jo3j.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hqwspy17gnxf.jpg]


      Achtfleckenbock (Pachytodes cerambyciformis)
      Vorkommen: Europa und Kleinasien. Im Hügel- und Bergland.
      Größe: 7 - 11 mm.
      Aktivitätszeit: Juni - August
      Entwicklung: Die Larven entwickeln sich an den Wurzeln verschiedener Laub- und Nadelbäume. Zur Verpuppung verläßt die Larve das Holz und verpuppt sich in einer Kammer im Erdreich.
      Futterpflanzen:
      Käfer: Nektar und Blütenpollen. Die Käfer sind vor Allem an weißen und violetten Blüten zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2n92qb4j63gs.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dw3quxp0fp6o.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/29qcx2kmpkhb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qequ9vy5du8o.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vrd1eayu8b83.jpg]


      Rothalsbock (Stictoleptura rubra)
      Vorkommen: Europa, Nordafrika, Asien. In Nordamerika eingeschleppt. Vom Flachland bis ins Bergland.
      Größe: 10 - 20 mm
      Aktivitätszeit: Juni - September
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von totem Nadelholz und können an Holzhäusern und Dachgebälk große Schäden hervorrufen. Die Entwicklungszeit beträgt 2 Jahre.
      Futterpflanzen:
      Käfer: Nektar und Blütenpollen. Die Käfer sind vor Allem an weißen und violetten Blüten, aber auch an Totholz zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/04w2domcynfk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2weyhip8fv8g.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/636vpobak3to.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/bovinx2tpiw9.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/zsals10m6km7.jpg]

      Demnächst geht es mit anderen Käfer-Familien weiter.

      Hier darf diskutiert werden: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843&start=40#p7229

      LG, Heiko
    • Käfer - Coleoptera; Andere Familien

      Überfamilie - Tenebrionoidea

      Familie Scheinbockkäfer - Oedemeridae
      Unterfamilie – Oedemerinae
      Tribus – Oedemerini
      Gattung – Oedemera
      Untergattung – Oedemera

      Die Familie der Oedemeridae ist zum Teil nur durch die mikroskopische Untersuchung der Genitalapparate sicher zu bestimmen. Daher geschieht dies nur unter einem gewissen Vorbehalt.
      Ein Bestimmungsschlüssel der mitteleuropäischenGattungen und Arten ist hier zu finden:
      coleo-net.de/coleo/texte/oedemeridae.htm
      coleo-net.de/coleo/texte/oedemera.htm

      Grüner Scheinbockkäfer, Dickschenkelbock (Oedemera nobilis)
      Vorkommen: Süd- und Westeuropa
      Größe: 8 – 10 mm.
      Die Männchen sind an den verdickten Hinterschenkeln zu erkennen, welche die Weibchen nicht haben.
      Aktivitätszeit: April - Juli
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von morschem Holz und vom Mark trockener Pflanzenstängel.
      Sie verpuppen sich in der Erde in einer Puppenwiege. Die Käfer schlüpfen im Herbst und überwintern bis zum Frühjahr in der Puppenwiege, um dann im April an die Oberfläche zu kommen.
      Futterpflanzen:
      Die Käfer ernähren sich von Blütenpollen, seltener von Nektar. Violette und gelbe Blüten werden bevorzugt.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/tjzqz6m5j0k3.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/vqmqmabyaye9.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0gjmutqe61i7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/4n04lzt0btfi.jpg]


      Scheinbockkäfer (Oedemera podagrariae)
      Vorkommen: Süd- und Mitteleuropa, östlich bis Kleinasien
      Größe: 8 – 10 mm.
      Aktivitätszeit: Mai - August
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von morschem Holz und vom Mark trockener Pflanzenstängel.
      Sie verpuppen sich in der Erde in einer Puppenwiege. Die Käfer schlüpfen im Herbst und überwintern bis zum Frühjahr in der Puppenwiege, um dann im April an die Oberfläche zu kommen.
      Futterpflanzen: Die Käfer ernähren sich von Blütenpollen, seltener von Nektar. Violette und gelbe Blüten werden bevorzugt.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/uy7sr7jh9825.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/g0aic3xbrp7o.jpg]


      Scheinbockkäfer (Oedemera? sp.)
      Größe: 8 – 10 mm.
      Die Lebensweise dürfte der der anderen Arten entsprechen.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/xa510z2ad0wr.jpg]



      Familie Stachelkäfer – Mordellidae
      Tribus – Mordellini
      Gattung – Variimorda
      Untergattung – Variimorda

      Stachelkäfer, Stolperkäfer (Variimorda sp.)

      Stachelkäfer sind recht schwer zu bestimmen, da sich viele Arten äußerlich stark ähneln. Weshalb ich die Bestimmung nur bis zur Gattung durchführen konnte.

      Vorkommen: Europa
      Größe: ca. 8 mm
      Aktivitätszeit: Juni, Juli
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von verottendem Holz
      Futterpflanzen: Die Käfer sind insbesondere auf den Blüten von Weißdorn und von Doldenblütern zu finden. Weiße Blüten werden bevorzugt. Hier ernähren sie sich von Nektar.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rdyg9219t70z.jpg]




      Überfamilie Cucujoidea

      Familie Marienkäfer – Coccinellidae
      Unterfamilie – Coccinellinae
      Tribus – Coccinellini
      Gattung - Harmonia

      Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis)
      Vorkommen: Die ursprüngliche Verbreitung liegt in China und Japan. Nach Amerika und Europa wurde er zur Schädlingsbekämpfung eingeführt und hat sich hier vollständig etabliert.
      Größe: 6 – 8 mm. Die Käfer treten in einer Vielzahl von Farbmorphen auf, welche bei der Bestimmung gelegentlich zu Verwirrungen führen können.
      Aktivitätszeit: Frühjahr – Herbst. Im Winter sind überwinternde Käfer oft in Häusern und Schuppen zu finden.
      Entwicklung: Die Käfer und Larven ernähren sich hauptsächlich von Blattläusen, verschmähen aber auch andere kleine Insekten nicht.

      Näheres zum asiatischen Marienkäfer findet Ihr hier:
      de.wikipedia.org/wiki/Harmonia_axyridis

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/spup69o1ik3q.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n6wox4qygt60.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3n8obwl5gq2j.jpg]




      Überfamilie Cleroidea
      Familie – Malachiidae
      Unterfamilie – Malachiinae
      Gattung - Malachius

      Zipfelkäfer (Malachius sp.)
      Vorkommen: Europa, Kleinasien, Sibirien
      Größe: ca. 6 – 8 mm
      Aktivitätszeit: April - Juli
      Entwicklung: Die Larven leben unter der Rinde und in Fraßgängen in Totholz und jagen andere Insekten und deren Larven.
      Futterpflanzen: Die Käfer sind häufig an Blüten und Gräsern zu finden und ernähren sich von Blütenpollen.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8nqhnv6exkwh.jpg]



      Familie – Cleridae
      Unterfamilie – Clerinae

      Gattung – Trichodes

      Zottiger Bienenkäfer, Bienenwolf (Trichodes alvearius)
      Vorkommen: Mittel- und Südeuropa, Nordafrika.
      Größe: 10-17 mm.
      Aktivitätszeit: Mai - Juli
      Entwicklung: Die Larven ernähren sich von den Larven und Puppen von Wildbienen, evtl. auch von Grabwespen. Honigbienen werden nicht befallen.
      Futter: Die Käfer ernähren sich vorwiegend räuberisch von kleinen Insekten, gelegentlich auch von Blütenpollen. Die Käfer sind z.B an Weißdorn (Crataegus sp.), Holunder (Sambucus sp.), Hartriegel (Cornus sp.), Schneeball (Viburnum sp.) und Doldenblüter (Umbelliferae) zu finden.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ny80sbr06tb0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3xdkft8tcfwn.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5qitq2d0s4eo.jpg]




      Infraordnung - Scarabaeiformia
      Überfamilie Scarabaeoidea
      Familie – Cetoniidae
      Unterfamilie – Cetoniinae

      Tribus – Cetoniini
      Subtribus – Cetoniina

      Gattung - Cetonia

      Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata)
      Vorkommen: Paläarktisch verbreitet, Europa über Klein- und Vorderasien, Sibirien bis nach Nordwest-China.
      Größe: 14 – 20 mm
      Aktivitätszeit: April - Oktober
      Entwicklung: Die Larven leben in Holzmulm, Humuserde und in Komposthaufen und ernähren sich hier von verrottendem Pflanzenmaterial.
      Futterpflanzen: Die Käfer ernähren sich von Blütenstaub und Blütenblättern, aber auch von überreifem Obst. Weiße Blüten werden bevorzugt.

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qrxjdout5n5c.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/dfewnk1vcjil.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/o1xkdxtry6v0.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/8lspml2qrltj.jpg]

      Protaetia cuprea metallica, eine weitere Art einer anderen Gattung, kann leicht mit Cetonia aurata verwechselt werden.

      Der Bericht über die Käfer ist jetzt fertig. Demnächst geht es mit den Hymenopteren weiter.

      LG, Heiko
    • Hymenoptera - Hautflügler; Systematik

      Hallo zusammen,

      Jetzt erst einmal ein etwas trockenes Thema, die Systematik.

      Systematik (vereinfacht und unvollständig):

      Domäne - Bacteria - Bakterien
      Domäne - Archaea - Archäen

      Domäne - Eucaryota - Lebewesen mit Zellkern
      ___Reich - Plantae - Pflanzen (nur der Vollständigkeit halber hier aufgeführt)
      ___Reich Animalia – Tiere
      _____Unterreich Metazoa - Vielzellige Tiere
      _______Abteilung Eumetazoa - Gewebetiere
      _________Unterabteilung Bilateralia - Zweiseitentiere
      ___________Überstamm - Ecdysozoa - Häutungstiere
      _____________Stamm - Arthropoda - Gliederfüsser
      _______________Unterstamm Tracheata - Tracheentiere
      _________________Überklasse Hexapoda - Sechsfüsser
      ___________________Klasse Insecta - Insekten
      _____________________Unterklasse Pterygota - Fluginsekten
      _______________________ Überordnung Neoptera - Neuflügler
      _________________________ Ordnung Hymenoptera - Hautflügler
      ____________________________Unterordnung Apocrita - Taillenwespen
      _____________________________Teilordnung Terebrantia - Legimmen
      _____________________________Teilordnung Aculeata - Stechimmen
      ____________________________Unterordnung Symphyta - Pflanzenwespen
      LG, Heiko
    • Unterordnung-Apocrita-Taillenwespen;Teilordnung-Terebrantia

      Hymenoptera - Hautflügler

      Vorwort:
      Leider findet man über die Lebensweise vieler Arten nur sehr wenig brauchbare Informationen, weshalb bei den einzelnen Arten meist nur oberflächliche Angaben gemacht werden können.
      Aufgrund der Vielzahl an Arten, innerhalb der Ordnung der Hymenopteren, auch sehr ähnlicher Arten zwischen verschiedenen Familien, kann ich Fehlbestimmungen nicht ausschließen! Daher sind die Artnamen nur unter Vorbehalt zu sehen, zumal die Bestimmungen anhand von Fotos vorgenommen wurden.


      Unterordnung – Apocrita - Taillenwespen
      Teilordnung – Terebrantia - Legimmen

      Überfamilie – Ichneumonoidea - Schlupfwespen
      Familie – Ichneumonidae
      Die Familie der Ichneumonidae ist weltweit verbreitet.
      Die Schlupfwespen stellen in Mitteleuropa die artenreichste Familie der Hautflügler.
      Ihre Größe liegt bei wenigen mm bis hin zu ca. 5 cm bei Rhyssa persuasoria (ohne Legeborer und Fühler).
      Am häufigsten werden die verschiedenen Entwicklungsstadien von holometabolen Insekten, also Insekten mit vollständiger Metamorphose (Ei, Larve, Puppe), parasitiert. Einige hoch spezialisierte Arten parasitieren in Kokons von Spinnen oder als Ektoparasiten an den Spinnen selbst.

      Unterfamilie – Cryptinae
      Tribus – Cryptini

      Gattung – Buathra
      Schlupfwespe (Buathra tarsoleucos)
      Vorkommen: keine genauen Angaben zu finden. Mitteleuropa, evtl. europaweit.
      Auf Wiesen und an Rändern von Hecken zu finden.
      Größe: 8 – 14 mm.
      Wirt: Eulenraupen
      Die Adulti ernähren sich von Nektar und Pollen.
      Flugzeit: Mai - August

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/amo0h30pnb5u.jpg]



      Unterfamilie – Diplazontinae
      Gattung – Diplazon
      Schlupfwespe (Diplazon laetatorius)
      Vorkommen: keine genauen Angaben zu finden. Mitteleuropa, evtl. europaweit.
      Auf Wiesen und an Rändern von Hecken zu finden.
      Größe: 3,7 – 7 mm.
      Wirt: Larven diverser Schwebfliegenarten
      Die Adulti ernähren sich von Nektar und Pollen.
      Flugzeit: Juni - September
      Ähnliche Art: Hyposoter caedator – aus der Unterfamilie Campopleginae

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/p23ke9wj89k1.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/n0jsvwavpcwb.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6pnihx2hxz5c.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/jfwn1eqlwgvi.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/yhv3qi7kv46c.jpg]



      Unterfamilie - Ichneumoninae
      Tribus- Ichneumonini


      Gattung – Stenobarichneumon ???
      Schlupfwespe (Stenobarichneumon citator)???
      Vorkommen: keine genauen Angaben zu finden. Mitteleuropa, evtl. europaweit.
      Auf Wiesen und an Rändern von Hecken zu finden.
      Größe: 7 – 10 mm.
      Wirt: unbekannt
      Flugzeit: Juni - September

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rzv6p2dj9xlk.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lsaq9h8qxqfh.jpg]


      Gattung – Diphyus
      Schlupfwespe (Diphyus quadripunctarius)
      Vorkommen: keine genauen Angaben zu finden. Mitteleuropa, evtl. europaweit.
      Auf Wiesen und an Rändern von Hecken zu finden.
      Größe: 11-16 mm.
      Wirt: keine genauen Angaben zu finden. Vermutlich diverse Nachtfalterraupen.
      Die Adulti ernähren sich von Nektar und Pollen.
      Flugzeit: Juni - September

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qfc4isxfujus.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/2aga1txbi281.jpg]



      Überfamilie – Evanoidea
      Familie – Gasteruptiidae - Gichtwespen
      Unterfamilie – Gasteruptinae - Schmalbauchwespen
      Gattung – Gasteruption - Schmalbauchwespe
      Schmalbauchwespe (Gasteruption jaculator)
      Vorkommen: keine genauen Angaben zu finden. Lückenweise in ganz Europa und naher Osten.
      Größe: keine genauen Angaben zu finden, jedoch unter 10 mm.
      Lebensweise: Die Weibchen suchen die Nester ihrer Wirtsart auf und legen ein Ei in die Brutkammer. Die daraus schlüpfende Larve frißt zunächst das Ei der Wirtsart und danach die Nahrungsvorräte.
      Diese Art lebt parasitisch in den Nestern von Löcherbienen (Heriades sp.).
      Flugzeit: Frühsommer - September

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/51s4w9sgwvr2.jpg]


      Als nächstes kommt die Teilordnung – Aculeata - Stechimmen dran.

      LG, Heiko
    • Aculeata;Überfamilie-Apoidea;Familie-Apidae

      Unterordnung – Apocrita - Taillenwespen
      Teilordnung – Aculeata - Stechimmen
      Überfamilie – Apoidea
      Familie – Apidae
      Unterfamilie – Apinae - Honigbienenartige
      Tribus - Apini
      Gattung – Apis – Honigbienen
      Westliche Honigbiene (Apis melliferea)
      Vorkommen: Die ursprüngliche Verbreitung liegt in Europa, naher Osten und Afrika.
      Größe:
      Königin: 15 – 18 mm.
      Drohne: 11 – 13 mm.
      Arbeiterin: 13 – 16 mm.
      Lebensweise und Entwicklung: Die Lebensweise und Entwicklung hier zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen, weshalb ich den unten angegebenen Link zur weiteren Information empfehle.
      Flugzeit: in Mitteleuropa von Frühjahr bis Herbst
      Die Völker sind mehrjährig.

      Eine ausführliche Beschreibung der westlichen Honigbiene findet Ihr hier:
      de.wikipedia.org/wiki/Apis_mellifera

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/s2t678wym09k.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/0ndi02fidp5j.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wk3v5aj7u7e9.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/itkaqyz50wha.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/qh3hpgd7v1nx.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ligpd2kyxrty.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/6dqh4m0y26n2.jpg]

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/rtcza0cja0gt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/wlntmberay6v.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/ia4x93msarlt.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/sbma0txj953w.jpg]




      Bei der Bestimmung der Hummelarten anhand von Bildern muss ich leider passen! Daher stelle ich hier einige der in Frage kommenden Arten vor. Die Bilder diverser Hummeln stelle ich unbestimmt ans Ende.


      Tribus - Bombini
      Gattung – Bombus – Hummeln
      Die Völker sind einjährig (zumindest in den gemäßigten Breiten).

      Erdhummel (Bombus terrestris-lucorum-Komplex)
      Vorkommen: Europa, Nordafrika, Kleinasien
      Größe:
      Königin: bis zu 23 (28) mm. Unterschiedliche Größenangaben gefunden!
      Drohne: bis zu 16 mm.
      Arbeiterin: bis zu 17 (23)mm. Unterschiedliche Größenangaben gefunden!
      Lebensweise und Entwicklung: Dieser Arten-Komplex nistet in verlassenen Bauten von Mäusen, Maulwürfen etc. und in Erdhöhlen unter Steinen. Die Volksgröße kann bis zu 600 Arbeiterinnen betragen.
      Die Vierfarbige Kuckuckshummel (Psithyrus quadricolor)parasitiert bei bei Bombus lucorum
      Flugzeit: März bis Oktober
      Ähnliche Arten: Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris), Große Erdhummel (Bombus magnus), Helle Erdhummel (Bombus lucorum), Kryptarum- Erdhummel (Bombus cryptarum), Tonerdhummel (Bombus argillaceus)


      Gartenhummel (Megabombus hortorum) ?
      Vorkommen: ganz Europa
      Größe:
      Königin: 18 - 26 mm.
      Drohne: 13 - 15 mm.
      Arbeiterin: 11 – 16 mm.
      Lebensweise und Entwicklung: Diese Hummelart nistet über oder knapp unterhalb der Erdoberfläche. Aber auch in verlassenen Mäusenestern, Nistkästen, Scheunen, Dachstühlen etc.
      Volksgröße 50 – 100 Arbeiterinnen
      Flugzeit: Diese Art bildet zwei Generationen pro Jahr aus.
      Die erste Generation findet man von April (Königin) – Ende Juli (neue Königinnen, Drohnen, Arbeiterinnen).
      Die zweite Generation findet man bis Ende September. Die aus der zweiten Generation stammenden Königinnen verpaaren sich und überwintern, um im darauffolgenden Frühjahr einen neuen Staat zu bilden.
      Ähnliche Arten: Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris), Helle Erdhummel (Bombus lucorum), Heidehummel (Pyrobombus jonellus martes), Feldhummel (Megabombus ruderatus eurynotus) und andere Arten.


      Ackerhummel (Megabombus pascuorum) ?
      Vorkommen: Mitteleuropa
      Größe:
      Königin: 15 - 18 mm.
      Drohne: 12 - 14 mm.
      Arbeiterin: 9 - 15 mm.
      Lebensweise und Entwicklung: Besiedelt werden verlassene Mäusenester, Nistkästen, Erdlöcher, etc.
      Diese Art ist ein Kulturfolger. Die Völker haben meist eine Populationsstärke von 60 – 150 Arbeiterinnen.
      Die im Herbst schlüpfenden Königinnen verpaaren sich und überwintern, um im nächsten Frühjahr eine neue Kolonie zu gründen. Die Acherhummeln werden gelegentlich von der Feldkuckuckshummel (Psithyrus campestris) parasitiert.
      Flugzeit: April - Oktober
      Ähnliche Arten: Mooshummel (Megabombus muscorum); Veränderliche Hummel (Megabombus humilis).

      Näheres zu dieser Art:
      de.wikipedia.org/wiki/Ackerhummel#Vorkommen_und_Lebensraum



      Steinhummel (Pyrobombus lapidarius) ?
      Vorkommen: Nord-, Mittel- und Osteuropa
      Größe:
      Königin: 20 – 22 mm.
      Drohne: 14 – 16 mm.
      Arbeiterin: 12 – 16 mm.
      Lebensweise und Entwicklung: Die Steinhummel legt ihre Nester in Steinhaufen und Legesteinmauern an, gelegentlich aber auch in Nistkästen und in Ställen. Die Volksgröße liegt bei 100 – 300 Arbeiterinnen.
      Die Felsenhummel wird gelegentlich von der Felsenkuckuckshummel (Psithyrus rupestris), selten auch von der Waldkuckuckshummel (Fernaldaepsithyrus sylvestris) parasitiert.
      Flugzeit: Ende März – Anfang Oktober

      Ähnliche Arten: Felsenkuckuckshummel (Psithyrus rupestris),



      Wiesenhummel (Pyrobombus pratorum) ?
      Vorkommen: Ganz Europa, außer Iberische Halbinsel
      Größe:
      Königin: 15 – 17 mm.
      Drohne: 11 – 13 mm.
      Arbeiterin: 9 – 14 mm.
      Lebensweise und Entwicklung: Diese Art nistet in der Regel oberirdisch in Baumhöhlen, Nistkästen und Mauerspalten etc. gelegentlich aber auch in verlassenen Mäusenestern. Ihre Volksgröße liegt bei 50 – 120 Arbeiterinnen.
      Diese Art wird gelegentlich von der Wald-Kuckuckshummel (Fernaldaepsithyrus sylvestris) parasitiert.
      Flugzeit: Mitte März - Ende Juli.

      Für alle hier vorgestellten Hummelarten gilt: Eine Verwechslung mit anderen ähnlichen Arten kann nicht ausgeschlossen werden!

      Nähere Informationen zu Hummeln:
      naturspaziergang.de/Wissenswertes/Hummel-Info.htm
      de.wikipedia.org/wiki/Hummeln
      bombus.de/Arten.aspx

      Nähere Informationen zu den Kuckuckshummeln:
      de.wikipedia.org/wiki/Kuckuckshummeln

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/t9v7noe9gsw1.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/jsq1zu67cxzq.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/5fcvriuz9uav.jpg]

      [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/159zmva08rx2.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/seoyvwkpjrq7.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/867hmnysgeu8.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/lnq63a15683i.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/hjp3ue3eap9h.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/3pdnio2irsvy.jpg] [IMG:http://www.upload.eusozial.de/i/t/bm5219qdqzl0.jpg]

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      Tribus - Xylocopini
      Gattung – Xylocopa – Holzbienen
      Die Holzbiene ist eine solitäre Bienenart.

      Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)
      Vorkommen: Mittel- und Südeuropa
      Sie ist an wärmebegünstigte Lebensräume mit ausreichendem Totholzvorkommen gebunden.
      Größe: 20 – 28 mm.
      Lebensweise und Entwicklung: Nach der Überwinterung erfolgt die Paarung. Danach beginnen die Weibchen mit der Nestanlage in trockenem nicht morschem Holz. Die Brutzellen werden mit einem Gemisch aus Speichel und Holzgenagsel abgetrennt. Als Larvenfutter wird Nektar und Pollen eingetragen.
      Flugzeit: Ab August und nach der Überwinterung von April – Juli in einer Generation.

      Näheres zu den Holzbienen:
      de.wikipedia.org/wiki/Holzbienen

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      Feedback hier: eusozial.de/viewtopic.php?f=16&t=843&p=7979#p7979

      Dieser Teilbericht ist jetzt fertig. Als Nächstes folgen noch weitere Unterfamilien der Apidae.

      LG, Heiko