*Ein Stück Südamerika

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    • *Ein Stück Südamerika

      Hallo aus Koblenz,

      viele wissen ja das ich seid mittlerweile 15 Monaten ein großes Gesellschaftsbecken am Laufen habe. Ich habe jetzt mal meinen ursprünglichen Bericht grob zusammengefasst und werde ihn hier einstellen.

      Viele Kommentare habe ich rausgenommen...weiß ich ja nicht ob jeder mit dem veröffentlichen hier einverstanden ist.

      Bitte keinen Schreck kriegen : Ist doch eine ganze Menge an Material zum Lesen.

      Gruß Fred

      Zur Diskussion :

      eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=884
    • Re: Ein Stück Südamerika

      01.06.2009

      Hallo aus Koblenz

      Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt mir ein großes Terrarium anzuschaffen.

      Nachdem ich dieses Jahr in Südamerika war ist definitiv klar gewesen: So ein Stück Regenwald will ich auch haben.

      Da ich im 4. Stock wohne schied ein Vollglasbecken aus Transportgründen schon einmal aus. Nach einigen Recherchen habe ich mich für ein Aluminium System entschieden. Das gesamte Terrarium hat eine Größe von 200 x 60 x 120 cm.

      Der Bausatz wurde nach 2 Tagen geliefert und die nächsten 5 Tage habe ich mit dem Aufbau, der Inneneinrichtung und der Versiegelung des Beckens zugebracht.

      Den gesamten Boden habe ich mit einer Teichfolie 20cm hoch ausgekleidet. Eine 5cm Schicht Seramis als Drainage und ca. 140 kg Erde-Sand-Gemisch dienen als Pflanzsubstrat. Damit die Drainage und der Bodengrund sich nicht vermischen habe ich noch ein spezielles Vlies eingebracht.

      Die Rückwand ist mit Korkplatten beklebt…..alle Fugen und Ritzen sind mit Silikon versiegelt. Insgesamt habe ich übrigens 7 Kartuschen Silikon verarbeitet.

      Die Beleuchtung besteht aus einem 80 Watt HQL-Strahler und einer 70 Watt HQI Lampe. Zusätzlich habe ich noch 2 x 11Watt Energielampen installiert. Ob das für die Pflanzen ausreichen wird werden die nächsten Wochen zeigen. Da ich mein „Ameisenzimmer“ beheizt habe kann ich auf eine zusätzliche Wärmequelle verzichten.

      Bepflanzt habe ich alles mit verschiedenen Ficusarten, Farnen, Bromelien und einigen weiteren Regenwaldpflanzen. Auf dem Boden habe ich viel morsches Holz aus dem Wald verteilt. Einige Äste und Korkröhren vervollständigen die Inneneinrichtung.

      Nachdem alles fertig war konnten nun endlich die Hauptakteure einziehen. Ich habe nur kleine Kolonien eingesetzt damit diese nebeneinander ohne zu großen Druck wachsen können. Der Besatz ist bis auf wenige Ausnahmen südamerikanisch gewählt. Auch in der freien Natur leben diesen Ameisen dicht beisammen.

      Im Bodenbereich :

      Ectatomma spec. rot
      Pachycondyla apicalis
      Gigantiops destructor
      Paraponera clavata
      Ectatomma spec. (eine sehr kleine ca. 6-7mm große Art )

      In de obere Etagen :

      Dolichoderus cf. attelaboides
      Camponotus spec. ( eine kleine friedliche Camponotus welche auch von swagman gehalten wird)
      Camponotus spec. ( eine nachtaktive gelbgestreifte Camponotus die in Cecropia Bäumen lebt, ich habe alternativ ein Bambusrohr angeboten )

      Dia Asiaten :

      Myrmicaria arachnoides
      Polyrhachis spec. ( 3 verschiedene Arten die keine großen Kolonien bilden )

      Die Ameisen leben jetzt seid wenigen Tagen im Becken und es sind weniger Tiere zu sehen als man glauben mag. Die Kolonien haben sich jetzt ihre Nischen gesucht und beginnen mit dem Nestbau. Ich habe keine Beobachtungsnester in meinem Becken. Ich empfinde dies nicht als Nachteil, einige Arten haben sehr schöne Nestbauweisen die in einem Ytongnest o.ä. nicht zu beobachten wären.


      08.06.2009

      Jetzt habe ich mein Tropenbecken etwas über eine Woche in Betrieb und kann erfreulicherweise positives berichten.

      Die Auswahl der Beleuchtung war die richtige Wahl :

      Der asiatische Ficus, fast alle Farne und die Passiflora treiben alle wieder neu aus. Für mich sehr erfreulich ist das Wachstum einer kleinen Streptocarpus...da wird eine Blüte angesetzt.

      Allerdings sind auch 2-3 Pflanzen bzw. Keimlinge nicht angegangen und wurden entfernt. Morgen erwarte ich eine Lieferung tropischer Samen, die werden dann die Bepflanzung wieder vervollständigen.

      Die ersten 2-3 Tage haben die Gigantiops versucht die Myrmicaria arachnoides zu erbeuten, die chemische Abwehr hat sie aber eines besseren belehrt und jetzt wird sich hier aus dem Weg gegangen.

      Ende Juni 2009

      Hallo aus Koblenz,

      Ich habe zusätzlichen Nestraum für die Ameisen geschaffen. Aus dem Gartencenter habe ich zwei Bambusrohre mit 2-3 cm Durchmesser und 180 cm Länge geholt. In jedes Segment des Bambus habe ich ein 2-3mm Loch gebohrt, beide Rohre zusammengebunden und alles mit Moos umwickelt. Diesen "Ast" habe ich ca. 10cm unter der Decke befestigt.

      Wie erwartet ist auch eine Camponotus spec. ( die eigentlich in der Cecropia lebt ) in das Rohr eingezogen. Heute konnte ich diese Camponotus auch bei der Nahrungsaufnahme ( Honigwasser ) beobachten. Mit einer beachtlichen Geschwindigkeit flitzen die zwischen den Pflanzen umher.

      Auch die Polyrhachis spec. hat ihr schönes Nest aufgegeben und ist in ein Bambussegment eingezogen....das ist eigentlich Schade, hatten sie doch ein schönes Nest aus Watte gewebt.

      Die Polyrhachis spec. mit dem schwarz glänzenden Hinterleib lebt immer noch in der Bromelie in dem Kartonnest. Tagsüber ist selten eine Ameise zusehen....die sind momentan Nachtaktiv.

      Bei den Pachycondyla apicalis wird jetzt verstärkt Nahrung eingetragen, fast jeden Tag kann ich der fleissigen Arbeiterin eine Fliege mit auf dem Weg geben.

      Die roten Ectatomma spec.machen sich sehr rar....einmal konnte ich eine Arbeiterin erwischen. Die bekam auch direkt eine Fliege. Kurz vor dem Nesteingang hat sich die Arbeiterin rumgedreht und ist mit dem Hinterleib rückwärts im Nest verschwunden. Ob das jetzt ein Zufall war werde ich wohl die nächsten Wochen beobachten können.

      Die anderen Ameisen machen sich sehr rar, da gibt es kaum Außenaktivitäten...da werde ich wohl noch etwas warten müssen.

      Die Pflanzen machen sich fast alle hervorragend.....meine kleine Streptocarpus hat auch endlich geblüht. Nach fast zwei Jahren war das auch mal Zeit.

      Ein Farn und leider ein südamerikanischer bodendeckender Philodendron sind eingegangen....den hatte ich nur einmal, sehr ärgerlich.

      09.08.2009

      Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Becken. Es macht mir viel Spaß und Freude den Ameisen zuzusehen.

      Ich habe auch mittlerweile meine Ranken und Lianen gepflanzt. Die legen auch mächtig los und haben schon über einen Meter lange Triebe.
      Ich konnte auch einige Orchideen sehr günstig bekommen und habe diese ebenfalls in das Becken integriert. Sehr schön ist das Wachstum meiner Passiflora....die hat schon fast 1,50 Meter auf dem Ast zurückgelegt..
      Einige südamerikanischen Gräser fangen sehr stark an zu wachsen und mein Karambolepflänzchen hat auch schon einige Zentmeter zugelegt.
      Selbst der kleine bodendeckende Philodendron hat wieder ausgetrieben...den hatte ich schon abgeschrieben.

      Mit dem Wachstum der Pflanzen bin ich super zufrieden.

      Jetzt aber zu den tierischen Bewohnern...das wird die meisten Leser ja eh mehr interessieren :

      Die kleinen Camponotus spec. aus Franz. Guyana ( wie sie auch Swagman hält ) machen sich zwar sehr rar sind aber existent und ich kann sie gelegentlich bei der Nahrungssuche beobachten. Ich sehe die Arbeiterinnen allerdings nur am frühen Morgen oder Nachts. Tagsüber sehe ich diese Ameisen selten. Das mag aber mit der Größe der Kolonie zusammenhängen. Sind ja noch sehr wenige Tiere.

      Von den gelb-gestreiften Camponotus spec. kann ich das gleiche berichten. Die leben ja in der Natur in den Cecropia Bäumen und haben alternativ ein Bambusrohr angenommen. Die sehe ich nur Nachts. Ich bin gerade dabei Cecropia aus Samen zu ziehen. Nach über zwei Monaten sind die ersten Pflänzchen gekeimt.....das kann noch etwas dauern.

      Die roten Ectatomma spec. sind erfreulicherweise tagaktiv und jetzt auch vermehrt zu beobachten. Sehr oft sitzen diese Ameisen verteilt im ganzen Terrarium am Ende von Blättern oder Zweigen mit geöffneten Mandibeln. Es scheint fast als ob sie auf Anflugnahrung warten. Allerdings sind es nicht die schnellsten Ameisen. Ich werde aber mal verstärkt lebende Fliegen anbieten um das zu beobachten.

      Die Pachycondyla apicalis und die Gigantiops destructor sind auch regelmäßig bei der Nahrungssuche zu beobachten und nutzen hierfür auch die gesamte Fläche des Beckens. Bei den beiden läuft es völlig unproblematisch.

      Die großen blau-schwarzen Polyrhachis spec. haben mittlerweile ebenfalls ein Bambusrohr bezogen und den Eingang schön mit Watte ausgebaut.

      Die schwarz-glänzende Polyrhachis spec. hat immer noch ihr altes kleines Kartonnest. Die sind aber auch nur Nachts unterwegs. Das Bild war heute Morgen eher ein Zufallstreffer.

      Bei den Paraponera clavata ist auch die erste Arbeiterin geschlüpft. Vor zwei Wochen war die "Kleine" auf Nahrungssuche. Die zwei sind jetzt auch in die erste Etage in eine Korkröhre gezogen. Das ist eigentlich nicht der normale Lebensraum dieser Ameisen, aber wenn´s gefällt....

      Ich habe auch vorgestern eine Arbeiterin der kleinen Ectatomma spec. gesehen. Die sind auch nicht häufig zu beobachten und führen eine versteckte Lebensweise.

      Nach den vielen guten Nachrichten auch eine schlechte. Die großen Dolichoderus sind gestorben. Da lebt nicht mal mehr eine Arbeiterin. Die hatten sich anfangs sehr schön in eine Bromelie zurückgezogen und das war es dann. Sie sind nacheinander gestorben. Das ist sehr Schade....waren die doch schwer zu finden.

      Aggressionen oder gar Kämpfe zwischen den verschiedenen Ameisen konnte ich übrigens noch nicht einmal beobachten. Alles läuft in ruhigen Bahnen. Es wird sich lieber aus dem Weg gegangen.


      15.10.2009

      Das Pflanzenwachstum ist enorm. Ich habe bereits die ersten Pflanzen zurückschneiden müssen. In dieser Richtung habe ich überhaupt keine Probleme.

      Ich hatte ja bereits berichtet das ich zusammengebundene Bambusrohre als Nistmöglichkeiten angeboten habe. Das klappt auch sehr gut...leider habe ich den Bambus in seiner gesamten Länge von knapp 2 Metern in das Becken integriert....mir ist jetzt aufgefallen das ich die bei Bedarf nur mit sehr großen Aufwand aus dem Terrarium nehmen könnte. Sollte jemand auch mit diesem Gedanken spielen : nutzt kürzere handliche Stücke.

      Jetzt aber zu den Ameisen :

      Die Pachycondyla apicalis mußten das Becken verlassen und leben jetzt in einem seperaten Terrarium.
      Die roten Ectatomma spec. haben sich sehr stark vermehrt und tolerieren die Pachycondyla apicalis nicht. Ich habe zweimal beobachtet wie sich die Ameisen verbissen hatten und zweimal hat die Pachycondyla apicalis den kürzeren gezogen.

      Mittlerweile lebt noch eine kleine Oecophylla smaragdina Kolonie in dem Becken. Keine Angst: die sind nur auf Zwischenstation hier. Die Kolonie besteht aus ca. 30-40 Tieren und haben sich ihr kleines Nest in einem Ficus sp. gewebt.

      Die beiden kleinen Ectatomma sp. Kolonien sind auch am wachsen....die sehe ich allerdings nur Nachts wenn ich mit einer Taschenlampe auf "Dschungelerkundung" gehe.

      Die kleine rot-orange Camponotus spec. aus Franz. Guyana macht mir etwas Sorgen. Auch wenn ich vereinzelt mal eine Arbeiterin sehe sind es weniger als ich gehofft habe.

      Einen unerwarteten Neuzugang habe ich ebenfalls. Aus Südamerika hatte ich eine kleine Königin einer Ponerine mitgebracht. Das interessante an ihr ist das sie kleine Kartonnester baut. Optisch ähnelt sie einer Pachycondyla impressa, hat aber nur eine Körperlänge von ca. 1 - 1,2 cm. Diese Königin hatte ich in einem gut bepflanzten kleinen 30er Terrarium untergebracht und nicht mehr gesehen. Den Inhalt dieses Beckens ( also Pflanzen, Moose und Holzstücke ) habe ich im Tropenbecken verwendet. Hier hat sie jetzt erfolgreich gegründet und ich kann regelmäßig die kleinen Arbeiterinnen beobachten. Leider haben sie bei mir kein Kartonnest gebaut..das kommt hoffentlich noch.

      Bei den Myrmicaria arachnoides habe ich am ehesten mit Problemen gerechnet. Wurde ja schon entsprechend von anderen Haltern berichtet. Das sind hier die ruhigsten und friedlichsten Bewohner.

      Bei den anderen Ameisen gibt es keine großen Veränderungen oder Entwicklungen zu berichten. Sollte sich da etwas ergeben werde ich mich natürlich melden.

      Erwähnen möchte ich noch das mir noch keine einzige Ameise ausgebrochen ist. Selbst wenn ich für größere Arbeiten die Schiebescheiben komplett öffne bleiben sie lieber innerhalb des Terrariums.

      Jetzt ist es schon wieder etwas mehr geworden....ich hoffe der Bericht hat euch gefallen. Sollten jemand hier etwas vermissen oder hat spezielle Fragen : Einfach reinschreiben.

      25.11.2009

      Hallo aus Koblenz,

      wieder Zeit über ein paar Veränderungen bzw. Neuerungen zu berichten.

      Ich habe jetzt endlich meine Beleuchtung erneuert und verbessert. Die 125Watt HQL ist aus dem Becken entfernt worden.
      Im Internet konnte ich mir einen 150Watt HQI Flutlichtstrahler kaufen ( sowas wie ein frühes Weihnachtsgeschenk ) und habe diesen installiert. Die Lichtausbeute ist unglaublich....diesen Strahler kann ich nur empfehlen.

      Jetzt habe ich auch nicht mehr die störende Beleuchtung innerhalb des Beckens.

      Leider habe ich mittlerweile ein mittelschweres Schildlausproblem im Terrarium. Auch wenn es ganz nett ist wie die Ameisen ernten gehen mir diese kleine Lästlinge ziemlich auf die Nerven. Bis jetzt bin ich die schlimmsten befallenen Stellen immer am abwischen. Einige Pflanzen habe ich auch radikal zurückgeschnitten. Leider ist mir keine insektenfreundliche Behandlung bekannt.

      Jetzt aber zu den Ameisen :

      Die roten Ectatomma spec. mußten jetzt endgültig weichen. Nachdem ich die Pachycondyla apicalis aus dem Becken entfernt hatte trat immer noch keine Ruhe ein. Die Störungen und Aggressionen nahmen einfach überhand : ich habe also die roten Ectatomma spec. ausgegraben und in ein seperates Becken gesetzt. Die Kolonie ist mittlerweile auf über 100 Tiere angewachsen.

      Die kleinen gelb-roten Camponotus spec. sind auch ausgezogen. Die sind in gute Hände gegangen....ein Haltungsbericht kann hier im Forum verfolgt werden.

      Ich hatte mir gedacht ich werde mal etwas über meine Bepflanzung schreiben. Es wurden in dieser Richtung ja schon einige Fragen gestellt….vielleicht helfen meine Erfahrungen ja den einen oder anderen.

      Erstmal die Frage : wo bekomme ich Pflanzen her ?
      • Baumarkt/GartenCenter/Gärtner etc.
      Da ich selbst in einem großen Garten-Center arbeite habe ich natürlich die volle Auswahl. Auch wenn ich weiß, ob bei uns gespritzt wurde kann ich über die Behandlung bei dem Züchter/Gärtner nichts sagen. Oftmals wird nach Spritzkalender behandelt, d.h. in bestimmten Abständen wird vorbeugend gespritzt. Pflanzen aus dem GartenCenter empfehle ich mindestens 6-8 Wochen separat zu halten und regelmäßig abzuduschen. Leider bekommt man fast nur die 0815 Pflanzen wie Ficus benjamini, Scindapsus usw….etwas besonderes oder seltenes finde ich fast nie. In meinen Becken habe ich einige Orchideen und Bromelien. Diese werden fast immer in Erde getopft angeboten, lassen sich aber bestens als Epiphyten kultivieren. Das entspricht auch der natürlichen Lebensweise dieser Pflanzen. Sehr schön zum bepflanzen eignen sich übrigens viele Peperomia Arten.
      • Selbst ziehen
      Das macht mir am meisten Spaß. Samen kann man für kleines Geld in Unmengen bestellen. Gerade bei kleineren Becken finde ich es schöner mit kleinen Jungpflanzen anzufangen. Ein kleines Zimmergewächshaus leistet mir hier immer eine große Hilfe.
      Das ist zwar eine Geduldssache aber als Ameisenhalter haben wir davon ja eh genug ?!
      Gute Erfolge hatte ich mit verschiedenen Passiflora, Karambole, Cecropia.
      Von vielen weiteren exotischen Früchten kann man sich auch Pflanzen ziehen, z.B. Mango, Litschis, Tamarillo, Maracuja, Avocado usw.

      Einige Arten können sehr groß werden bzw. zu richtigen Bäumen heranwachsen. Das lässt sich oftmals durch zurückschneiden etwas verzögern. Und falls der Baum oder Strauch doch zu groß wird : dann habt Ihr halt eine schöne Kübelpflanze. Und keine Sorge : so schnell geht das auch nicht.

      Eine dritte Option ist der Versandhandel….damit habe ich auch schon beste Erfahrungen gemacht. Hierüber ( auch mit Bildern ) werde ich morgen weiter berichten.

      Ich bin jetzt kein Gärtner und habe hier meine eigenen Erfahrungen niedergeschrieben. Sollte hier ein schwerer gärtnerischer Fehler aufgetreten sein oder noch mehr Erklärungsbedarf bestehen meldet Euch bitte.

      14.12.2009
      So langsam trennt sich die Spreu vom Weizen.....es zeigt sich welche Ameisen sich nicht vergesellschaften lassen.

      Die roten Ectatomma spec. hatte ich ja bereits vor ein paar Wochen aus dem Becken genommen.

      Jetzt sollten endlich die Pachycondyla apicalis in das Becken einziehen. Die Kolonie war mittlerweile auf 22 Tiere angewachsen und ich freute mich schon auf die Beobachtungen im großen Terrarium. Da ich die Kolonie nicht einfach in das Becken werfen wollte hatte ich die Ameisen schon 2 Tage vorher in einer ca. 3 Liter Dose gehalten. Diese Dose habe ich dann mit einer Brücke in das Terrarium gestellt. Nach wenigen Minuten lief schon die erste Arbeiterin durch die Gegend. Die nächsten paar Tiere folgten schnell.

      Jetzt konnte ich beobachten wie eine P. apicalis auf eine kleine Ectatomma spec. Arbeiterin traf. Diese sind ca. 7-8mm groß. Ohne zu Zögern griff die Ectatomma spec. an, verbiss sich in der P. apicalis und fing an diese abzustechen. Die Pachycondyla apicalis duckte sich lediglich auf den Boden, legte die Fühler an, drohte mit geöffneten Mandibeln und war ein paar Minuten später tot.

      Eine zweite Arbeiterin ereilte das gleiche Schicksal. So habe ich meine Pachycondyla apicalis erstmal schnell wieder eingesammelt.

      Zum Glück hat diese Ectatomma Kolonie in einem Holzstamm genistet, so konnte ich die Ameisen ohne Grabarbeiten aus dem Becken entnehmen. Wie die roten Ectatomma haben sie jetzt ein Extrabecken bezogen.

      Es scheint, dass Ectatomma für die Vergesellschaftung nicht geeignet sind. Bei zwei verschiedenen Arten hat es nicht geklappt, beide haben sich als recht aggressiv erwiesen....auf einen weiteren Versuch werde ich es nicht ankommen lassen. Zumal die Pachycondyla apicalis jetzt endlich in das Terrarium eingezogen sind und dort ihre Bahnen ziehen.

      Eine kleine Diacamma spec. Kolonie mit ca. 15 Arbeiterinnen leben jetzt noch im Becken. Die haben allerdings keine Gamergate und können dort ihren Lebensabend geniessen.

      Das war es von meiner Ameisenfront....weitere Berichte werden natürlich folgen.
    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo,

      so....dass ist dann die Zusammenfassung. Doch mehr als ich eigentlich wollte ( Sorry : konnte aber nicht noch mehr streichen ). Ich müsste wohl den Titel ändern....warum seht Ihr gleich.

      Grundsätzlich : Wenn Ihr Fragen habt, immer zu !

      Was ist 2010 alles passiert ? Wer lebt ? Wer ist tot ? Macht es noch Spaß ?

      Was ganz sicher ist : Das Becken macht mir immer noch wahnsinnig viel Spaß und es vergeht kein Tag an dem ich nicht davor sitze. Die Pflanzen wachsen enorm ( ich schneide ca. alle 6-8 Wochen eine halbe Plastiktüte weg ). Immer ist Bewegung zu beobachten und es passiert ständig etwas.

      Wer lebt jetzt in dem Becken :

      - Polyrhachis spec. Gold aus Malaysia mit ca. 200-250 Tieren
      - Meranoplus bicolor mit ca. 100 Tieren
      - Tetraponera spec. schwarz aus Malaysia mit ca. 50-80 Tieren
      - Pheidole spec. aus Malaysia ( eine sehr große und langbeinige Pheidole )
      - Camponotus spec. aus Malaysia ( lebt wie unsere Camponotus trunctatus in dünnen Ästen )
      - Camponotus spec. aus Paraguay ( sehr schöne gelb-orange gefärbt )
      - immer noch die blau-schwarze Polyrhachis spec. aus Asien ( waren mit die ersten Bewohner )
      - Odontoponera spec. aus Asien
      - Myrmicaria arachnoides ( auch eine der Ersten )
      - Pheidole spec. aus Malaysia ( eine kleine wenig aggressive Pheidole )
      - die kleine Ponerine ( der zufällige Fund aus Südamerika )
      - Azteca spec. aus Südamerika ( die lebt in ihrer Cecropia )
      - immer noch einige Gigantiops destructor ( leider ohne Königin, sehr langlebig )

      Jetzt wißt Ihr auch um den Hinweis zur Titeländerung : sehr asiatisch das Becken.

      Das reicht wohl erstmal zum Lesen....ich bin bereit für den Fragenansturm ( wenn denn welche kommen )

      Gruß an Alle

      Fred
    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo,

      jetzt aber endlich : ein Update ( ja...mit Bildern ) zu meinem Becken.

      Da war ich ganz überrascht : schon 1,5 Jahre steht das Becken bei mir zu Hause. Wie die Zeit vergeht.

      Vieles ist passiert....einiges ist gut gegangen und einiges halt nicht. Wie so immer bei den großen oder kleinen Hobbys.

      Wer lebt dann jetzt so im Becken ?

      Ich habe eine große Kolonie der langbeinigen Pheidolen aus Malaysia. Das sind wirklich beeindruckende und sehr schnell Tiere. Auch wenn es viel Spaß macht diese Ameisen zu beobachten sollen sie demnächst aus dem Becken raus. Sie werden eine zu starke Futterkonkurrenz für die anderen Kolonien. Sie greifen zwar nicht an aber durch ihre Geschwindigkeit besetzen sie sehr schnell alle Futterstellen.

      Eine Kolonie Diacamma sp. Das sind die etwas größeren silbrigen aus Sri Lanka. Die Kolonie umfaßt ca. 70 Tiere. Die machen sich sehr gut im Terrarium....sind immer unterwegs und lassen sich sehr gut per Pinzette füttern.

      Eine nachtaktive gelbe Camponotus sp. aus Südamerika. Das sind zwar sehr schön gefärbte Ameisen, die sind aber nur bei Dunkelheit unterwegs. Einige Minuten nachdem das Licht ausgegangen ist wimmelt das Becken von ihnen. Niemals tagsüber und die Kolonie dürfte an die 200 Tiere stark sein.

      Eine wiedergefundene Zwergodontomachus sp. aus Südamerika. Eine kleine ( ca. 3-4mm ) große schwarz-rote Odontomachus sp. von der ich fast ein Jahr nichts mehr gesehen habe. Beim letzten aufräumen wollte ich einiges an Holz entsorgen und habe routinemäßig die Holzstückchen zerbrochen : da kam die Kolonie wieder zum Vorschein : ca. 100 Tiere und alle wohlauf.

      Eine kleine Kolonie Meranoplus bicolor. Die sollten übrigens in keinem Tropenbecken fehlen. Diese Ameisen sind interessanter als man glauben mag. Und es werden recht große Kolonien.

      Eine schwarze Tetraponera sp. aus Malaysia. Die haben sich mittlerweile durch ganze Holunderäste gefräst. Ich sehe immer die kleinen Spänehaufen im Becken rumliegen.

      Eine Oecophylla smaragdina aus Australien. Die sind allerdings nur zum wachsen in dem Becken. Obwohl die Ameisen wesentlich ruhiger aind als die asiatischen...auf die muss man ein Auge werfen.

      Eine schöne große schwarze Polyrhachis sp. aus Asien. Die sind leider ohne Königin und dürfen jetzt den Rest ihrers Lebens in dem Becken verbringen.

      Dann wächst im Becken noch eine Cecropia mit ihren Azteca Ameisen. Die sind ganz putzig und machen sich ausgezeichnet. Leider macht die Cecropia sich auch bestens und wächst ins unermessliche. Einmal habe ich sie schon gekappt.

      Was für eine Menge an Ameisen....einige von Euch haben mich ja schon mal besucht und kennen das : minutenlang ist nicht eine einzige zu sehen. In dem Becken herrscht jetzt kein Dauerkrieg und eine Kolonie löscht die andere aus. Das klappt alles recht gut.

      Natürlich habe ich auch schon Ameisen verloren....das läßt sich in einem Gesellschaftsbecken wohl auch schlecht vermeiden. Nicht jetzt wegen eines "Überfallkommandos" einer anderen Kolonie, das habe ich noch nie beobachten können.

      Meine Pflanzen wachsen und gedeihen....ich mußte vor einigen Wochen einen halben Müllsack rausschneiden und wegschmeißen. Auch wenn die eine oder andere Pflanze eingegangen ist bin ich im großen und ganzen sehr zufrieden. Leider ist meine Begonia schultzei eingegangen...von der habe ich mir mehr erhofft. Dafür hat jetzt gerade eine kleine Zwergorchidee geblüht. Aber das könnt ihr Euch ja auch den Bilder selbst ansehen.

      So : Romanende.....jetzt kommen noch ein paar Bilder und bei Fragen : hier gibt auch einen Diskussionsthread.....irgentwo.....

      ( eusozial.de/viewtopic.php?f=33&t=884 )

      Schönen Gruß
      Fred
    • Re: Ein Stück Südamerika

      So....

      hier ein paar Bilder :

      Das war es erstmal.....ich hoffe ihr habt Spaß beim anschauen.

      Gruß
      Fred
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    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo,

      hier kommen jetzt noch die Bilder in Gesamtansicht und ein Update zu den Bewohnern :

      Die langbeinigen Pheidolen sind jetzt raus aus dem Becken. Die Kolonie schätze ich auf 1500-2000 Tiere. Waren doch wesentlich mehr als gedacht...so hat der Auszug auch statt geschätzer 2-3 Stunden fast 6 Stunden gedauert.

      Die Pheidolen habe doch ziemlich Futterdruck auf die anderen Ameisen ausgeübt. Alleine ihre Geschwindigkeit und Anzahl haben ihnen einen gewaltigen Vorteil verschafft.

      Genauso sind die nachtaktiven gelben Camponotus spec. gewichen. Meine geschätzten 200 Tiere haben sich locker verfünffacht. An die Tausend Ameisen habe ich aus den Bambusröhren geholt.

      Neu eingezogen ist eine Kolonie Stegodyphus spec. aus Sri Lanka. Das sind soziale Spinnen. Ich hoffe mal durch gezieltes Füttern werden sich die Ameisenverluste in Grenzen halten. Das muss ich aber beobachten.

      Da jetzt die großen Kolonien draussen sind konnte ich eine kleine Kolonie Odontomachus spec. mit drei Arbeiterinnen einsetzen und eine kleine Kolonie Diacamma spec. mit 15 Arbeiterinnen. Die allerdings ohne Gamergate....so können sie sich noch eine paar Monate im Becken frei bewegen.






      So....das war es erstmal aus Koblenz

      Schönen Gruß
      Fred
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    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo aus Koblenz,

      hier ein kleiner Zwischenbericht aus den Tropen.....

      Die gelben Camponotus spec. aus Paraguay sind ja raus aus dem Becken. Allerdings sind es doch weniger Tiere als erwartet.....da habe ich mich doch einiges vertan. Wenn die Ameisen zu Dutzenden im Becken rumschwirren verliert man doch etwas den Überblick.

      Dann ist noch das passiert was jeden Ameisenhalter schlucken läßt :

      Bei der schönen Pheidole Kolonie aus Malaysia ist die Königin gestorben. Da war ich für einen Tag ziemlich bedient. Es passiert ja immer mal das eine Kolonie eingeht.....blöd war es trotzdem.

      Durch den Auszug der Pheidolen ist der Futter- und Feinddruck von den anderen Ameisen genommen worden. Insgesamt sind jetzt wieder mehr Tiere zu beobachten. Eine kleine Camponotus spec. aus Malaysia ( ähneln unserer Camponotus truncatus ) sind jetzt wieder aktiver.

      Die Tetraponera spec. sind schwer am arbeiten. Überall liegen Spänehaufen von den Holzarbeiten rum.

      Eine kleine Pheidole Kolonie aus Malaysia wird auch wieder aktiv. Das ist eine eher zurückhaltende Ameise.

      Neu habe ich an Pflanzen eine blau-schimmernde Selaginella....und sie scheint anzuwachsen. Da noch mal meinen Dank an Marcel. Die wollte ich immer wieder haben.

      Gruß aus Koblenz
      Fred
    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo,

      erstmal Danke für den Rücklink....ist jetzt wirklich schneller zu finden.

      Nachdem die großen Kolonien aus dem Becken raus sind ist alles wesentlich ruhiger geworden.

      Die letzten zwei-drei Tage habe ich immer Probleme mit einigen Rankpflanzen :

      Die Triebspitzen sind kaputt und fangen an zu verdörren oder die ganzen frischen Triebblätter sind verschwunden. Jetzt habe ich schon meine Tausendfüßer dafür verantwortlich gemacht.

      Die Armen....wurden ganz zu Unrecht verdächtigt. Es sind die Azteca Ameisen. Sie machen halt das wofür sie da sind : sie beschützen ihren Baum vor anderen Pflanzen. Vorgestern habe ich einen kleinen Trupp erwischt wie sie an den Ranken nagen.

      Bis jetzt hält sich der Schaden in Grenzen.....mal sehen wie sich die Ameisen in der nächsten Zeit an der Botanik vergreifen. Ich möchte die Cecropia ungern auspflanzen. Im Terrarium wächst sie ungemein gut und ist sicher auch ziemlich stark verwurzelt.

      Da werde ich ein Auge drauf halten.

      Gruß aus Koblenz
      Fred
    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo aus Koblenz,

      hier mal ein kleiner Zwischenbericht aus den Tropen.

      Zurzeit hat sich alles zu meiner Zufriedenheit eingependelt. Keine Ameisenkolonie ist verschwunden und keine entwickelt sich zu einem Störfaktor.

      Die Cecropia samt Ameisen habe ich an Marcel weitergegeben. Die Pflanze ist einfach zu mächtig geworden und hat mit den riesigen Blätter einen zu großen Schattenbereich gebildet. Ich befürchte ich habe mit der Cecropia auch eine kleine Camponotus spec. "verliehen".......Marcel weiß da wohl Bescheid. Ich hoffe die Pflanze wird sich wieder fangen und ordentlich treiben. :thumbup:

      Die Stegodyphus machen sich sehr gut. Leider habe ich immer noch keinen Kokon entdecken können....obwohl definitiv Männchen vorhanden sind. Ich kenne die Lebenserwartung nicht.....wäre natürlich schön wenn die Spinnen sich vermehren würden.

      Heute gibt es weniger Text....dafür aber ein paar Bilder :

      Unter anderen den Mord an einer Diacamma,
      Ein schönes Tetraponera spec. Portrait,
      Diacamma war einkaufen.....

      Viel Spaß

      Fred
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    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo aus Koblenz,

      jetzt hat mein Terrarium fast 2jähriges und es wird doch mal Zeit für ein Update meiner kleinen Tropenlandschaft.

      In diesen 2 Jahren konnte ich einiges an Erfahrung sammeln in Bezug auf Vergesellschaftung von Ameisen. Einiges ließ sich garnicht vergesellschaften, die eine oder andere Ameise konnte nur bis zu einer gewissen Koloniegröße im Becken bleiben. Und natürlich gibt es auch Ameisen die sich bestens eignen.

      Wer hat denn überhaupt nicht für ein Zusammenleben getaugt ?

      Das waren in erster Linie die roten Ectatomma spec. aus Südamerika. Auch wenn diese sehr schön aussehen haben sie sich als geschickte Ameisenjäger herausgestellt. Das war ja nun garnicht in meinem Sinne.
      Auch die kleinen schwarzen Ectatomma spec. entwickelten sich zu einem aggressiven Störfaktor. Selbst wesentlich größere Ameisen wurden angegriffen.

      Wer musste raus ?

      Bei vielen Pheidolen und Polyrhachis habe ich die Notbremse ziehen müssen. Auch bei Oecophylla und einigen Ponerinen war irgendwann Schluss mit Lustig. Jetzt heißt das aber nicht das diese Ameisen gänzlich ungeeignet sind. Vielmehr erreichen sie Koloniegrößen die keinen Platz für andere Ameisen lassen. Ich konnte es beim Füttern oft gut beobachten. Die dominanten Tiere haben die Futterplätze belegt oder alleine wegen ihrer Anzahl die anderen Ameisen verdrängt.

      Und wer machte keine ( oder wenig ) Probleme ?

      Sehr gut geeignet sind Polyrhachis Arten die kleine Kolonien bilden. Klein sind für mich jetzt 100-200 Arbeiterinnen. Diacamma spec. eignen sich gut für eine gemischte Gesellschaft. Die Ceylonesischen sind etwas aggressiver, ich konnte aber nie beobachten das sie sich bewusst auf andere Ameisen stürzen. Meranoplus sind natürlich optimal....auch wenn es sehr viele werden können. Tetraponera und Pseudomyrmicinen sind auch eine schöne Bereicherung.
      Es macht natürlich wenig Sinn 3-4 Bodenbewohnende Ameisen in ein Becken zu setzen. Das Becken sollte schon über die gesamte Fläche ( sprich Höhe ) belebt sein.
      Auch die Größe eines Terrarium spielt eine große Rolle. Ein 60x40x40cm Terrarium ist kein "großes" Becken für eine Tropengemeinschaft. Da darf es schon gerne etwas mehr sein.

      Wer aber Lust, Zeit und auch etwas Geld hat sich ein großes Becken einzurichten wer sicher so viel Spaß und Freude wie ich daran haben. Auch nach 2 Jahren sitze ich immer noch fast täglich vor meinen kleinen Regenwald.

      Jetzt aber zu dem hauptsächlichen Update :

      Es wurde Zeit mal gründlich aufzuräumen, die Pflanzen zu bearbeiten und zu putzen. Auch der Bodengrund hat eine pflegende Hand gebraucht. Also habe ich gestern angefangen auszuräumen.
      Nach dem Rückschnitt der Pflanzen war schon fast die erste Mülltüte voll. Abgestorbene Blätter, angefaultes Holz und einiges weitere an Abfall haben dann wieder einen Eimer gefüllt.
      Die Epiphyten habe ich neu aufgebunden und einiges an der Inneneinrichtung verändert. So kann jetzt mehr Licht auf die kleinen Pflanzen im Bodenbereich fallen. Die eine und andere Pflanze ist auch den Weg des Komposterens gegangen.
      Bei ein-zwei Pflanzen war ich mit dem Wachstum nicht zufrieden. Also habe ich diese ausgegraben und war recht verwundert : kaum Wurzelwerk. Nach einigen Graben kamen große Tausendfüßler zum Vorschein. Die waren eigentlich als Räumkommando vorgesehen. Bei einer weiteren Pflanze fand ich wieder einen zwischen den Wurzeln. Also habe ich weitergebuddelt und alle 5 Tiere aus dem Becken geholt.

      Wo das Becken schon recht leer war habe ich auch Bestandsaufnahme bei den Ameisen gemacht und 2 Kolonien rausgesammelt.

      Die ceylonesischen Diacamma spec. mit stolzen 296 Tieren und überraschender Ameise die Odontoponera transversa mit 350 Arbeiterinnen. Diese beiden Arten mussten raus....da kommt was neues. Die kleinen Megalomyrmex. spec. aus Südamerika und Myrmicaria spec. aus Malaysia sind Bewohner geblieben. Auch die Tetraponera und die beiden Polyrhachis spec., die kleine Pheidole sind geblieben.

      Anschließend wurde alles sehr gut gewässert und gesprüht....war fast wie Regenzeit. Die Scheiben noch mal gereinigt und dann konnte Einzug beginnen.

      Hier erstmal ein paar Bilder :

      Und hier die neuen Bewohner :

      und noch eins von den Ameisen :

      Die Kolonie besteht aus einer Königin und 9 Arbeiterinnen und Brut. Übrigens kann auch eine Paraponera clavata Königin erfolgreich gründen und viele Jahre alt werde. Mitnichten stirbt sie nach einigen Monaten. Es ist auch eher die Ausnahme als die Regel das sie polygyn gründen. Ein Erfolgsgarant ist das erst Recht nicht. Momentan geistern ja Berichte die so etwas behaupten durch das Web. Das ist ausgesprochener Unsinn.

      So.....das war es für heute. Morgen geht es weiter.

      Schönen Abend

      Fred
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    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo,

      jetzt geht es noch ein wenig weiter mit dem 2jahres Rückblick.

      Bevor ich weiter mit meinen Pflanzen oder Ameisen langweile, hier mal etwas zu dem Becken allgemein.

      Auch wenn ich in der "Laufzeit" nie Probleme mit Feuchtigkeit oder Undichtigkeit hatte würde ich bei einem Neubau doch einiges anders machen. Ganz ehrlich hätte ich mal mehr Geld in die Rückwand stecken sollen. Gerade jetzt wo die Pflanzen geschnitten sind kommt doch die eine oder andere Macke zum Vorschein. Da gibt es sicher schönere Lösungen. Die Teichfolie für den Boden und die Dämmfolie für die Rückwand halten genau das was ich mir davon versprochen habe : alle Wasserdicht und es dringt nirgends Feuchtigkeit durch. Vielleicht ist der Boden durchgeweicht...das kann ich ja nicht sehen, dann könnte ich mich aber direkt erschießen.

      Den Deckel würde ich aus komplett aus Glas bauen. Alleine um eine noch bessere Ausleuchtung zu gewährleisten.

      Aber ich will mich nicht allzuviel beschweren....mir gefällst und es fällt nicht auseinander.
      Jetzt wieder zu den Pflanzen und dergleichen. Ich fange mal mit Bilder an.

      Hier ist das Terrarium vor dem großen Umbau. Es fällt vielleicht nicht direkt auf, die Pflanzen schlucken aber enorm viel Licht.

      Die linke Seite, schon schwer geräumt. Den Korkast habe ich rausgenommen und neu bepflanzt.

      Der Korkast, bepflanzt mit einer Bromelie, einen Farn und einer Aeschynanthus.

      Daneben habe ich noch eine Orchidee gehängt. Das ist der Vorteil eines Holzdeckels, man kann überall Haken anbringen. Im Topf der Orchidee lebt übrigens die kleine Pheidole. Eine kleine Passiflora und eine Beaucarnea als Bodenbepflanzung.

      Hier meine Lieblingspflanze, eine blaue Selaginella aus Malaysia. Und noch mal : Dank´an Marcel.

      Damit ich morgen noch was zum Schreiben habe werde ich erstmal hier Schluss machen.

      Erstmal schönen Abend und (hoffentlich) viel Spaß beim Lesen.

      Gruß
      Fred
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    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo....

      fast nicht zu glauben......die Zeit rast dahin. Da denke ich noch nach ein paar Wochen könnte ich mal wieder etwas schreiben und siehe da : sind schon mehrere Monate.

      Aber ich bin der Ameisenwelt noch erhalten.....leider fehlt oftmals die Zeit. Seid August bin ich noch für die Ausbildung von zwei Lehrlingen verantwortlich.....das ist ne ganze Menge Arbeit. Ich sehe aber das ich da nicht der Einzige bin. Ich habe auch privat die leicht rote Karte bekommen. Ich kann mich nicht mehr jeden Tag 2-3 Stunden ausschließlich um die Ameisen kümmern. Ich werde auch die Bestände runterfahren und mich lieber an weniger Kolonien erfreuen als bei vielen Kolonien in Arbeit zu ertrinken.

      Jetzt aber zu meinen Schützlingen :

      Die Tetraponera sind mittlerweile schon zweimal geschwärmt im Terrarium. Ich habe einiges an Geschlechtstieren rausgefangen und zusammengesetzt...ohne Erfolg. Nach mehreren Tagen sind die Ameisen gestorben. Ob sich innerhalb des Beckens in dieser Richtung was getan hat kann ich nicht sagen. Die haben ja auch keine sehr sichtbare Lebensweise. Allerdings habe ich über 200 Tiere aus dem Becken genommen....es werden einfach zuviele.
      Die Myrmicaria spec. aus Malaysia haben ein neues zu Hause gefunden. Die Kolonie ist super gewachsen und auf stolze geschätzte 200-300 Tiere angewachsen. Sie hätten sicherlich noch einige Zeit bleiben können. Ein befreundeter Ameisenhalter hat sich aber gerne der Kolonie „angenommen“.
      Die roten Megalomyrmex spec. sind noch vor Ort und haben sich bestens im Becken eingelebt. Es ist schön zu beobachten wie die kleinen ihr Futter verteidigen. Sobald eine fremde Ameise in die Nähe kommt wird der Gaster in die Richtung gestreckt und mittels „Powackeln“ mit der chemischen Abwehr vertrieben.
      Auch meine Kolonie Paraponera clavata hat sich zum Besten entwickelt. Die Kolonie ist mittlerweile auf 20 Tiere angewachsen. Ich habe zwar keinen Nesteinblick, zähle aber die leeren Puppenhüllen. Es können also auch mehr sein. Gestorben ist bis jetzt eine Arbeiterin.
      Interessant ist das Verhalten der Ameisen. Tagsüber ist selten eine Ameisen zu sehen. Erst wenn die Beleuchtung ausgeht sind die Tiere auf Nahrungssuche. Die ersten Tage habe ich mit einer Taschenlampe den Boden ausgeleuchtet und war entsprechend enttäuscht weil ich keine einzige entdeckt habe. Das lag allerdings daran dass die Ameisen sich ausschließlich in den oberen Bereichen zum Nahrungserwerb aufhalten. Der Nesteingang liegt wie in der Natur direkt an einem Ast von ca. 10cm Stärke. Abends nutzen die Paraponera diesen Ast um direkt in die „Baumkrone“ zu laufen. Zuckerwasser biete ich nur im oberen Bereich an. Insekten verfüttere ich direkt an die Ameisen. Ich gebe aber zu dass ich eine Pinzette benutze. Die sind alles, nur nicht schüchtern bei der Nahrungsaufnahme. Überwiegend verfüttere ich Heimchen. Nach dem füttern wird die Nahrung schnellstens in das Nest getragen. Und die sind wirklich schneller als man glauben mag.
      Neu habe ich eine Kolonie Polyrhachis lamellidens mit ca. 150-170 Arbeiterinnen. Wie die sich entwickeln bleibt mal abzuwarten. Es sind aber recht schöne Polyrhachis und farblich eine Bereicherung für das Terrarium.
      Die Meranoplus sind natürlich noch existent. Die entwickeln sich bestens und sind überall im Becken unterwegs. Auch die kleinen Pheidolen leben jetzt schon sehr lange im Terrarium und haben sich noch nie als störend erwiesen.
      Was sich als Fehlschlag erwiesen hat war eine Kolonie Harpegnathos saltator. Die habe ich nach 2 Tagen wieder aus dem Becken genommen. Ich konnte leider beobachten dass sich die guten nicht im geringsten mit Paraponera clavata verstanden haben. Zu mehreren haben sie vor dem Nesteingang der Paraponera gewartet und sich auf diese gestürzt. Damit hatte ich nicht gerechnet und die Harpegnathos haben sich ihr Terrarium leben verwirkt.
      So…..das mal als kleine Zwischenmeldung von meiner Ameisenhaltung. Jetzt muss ich in den Schnee raus : ich habe vorab als Weihnachtsgeschenk einen zweiten Hund bekommen und der will viel beschäftigt werden.
      Gruß
      Fred
    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo Fred,

      hab mich gefreut, wieder was von deinem Südamerika-Terrarium zu hören bzw. zu lesen. :)
      Ist ja auch eine interessante Größe, die du da hast. Das eröffnet ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten als kleinere Gemeinschaftsbecken.
      So können Arten gemeinsam gehalten werden, die in kleinen Terrarien nicht möglich sind.

      Magst du noch 1-2 Bilder reinstellen, wie das ganze zur Zeit aussieht? Bin gespannt, wie sich der Pflanzenbewuchs entwickelt hat.

      LG
      Marcel
    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo,
      meine Terrarien Reise nach Südamerika ist vorbei.

      Das große Terrarium hat einen neuen Besitzer gefunden. Wie ich schon einigen Freunden sagte : das Privatleben und auch die Arbeit haben mir zeitlich einen Riegel vor meine doch recht umfangreiche Ameisenhaltung geschoben. Auch habe ich jetzt einen weiteren Mitbewohner der einiges an Zeit kostet.

      Als ich mein Becken abgebaut hatte tat es mir schon sehr leid. Ich habe einige interessante Beobachtungen machen können und wenn es draußen ungemütlich und kalt war hatte ich immer die Möglichkeit schnell in die Tropen zu reisen.

      Eines kann ich jedem Ameisenhalter raten :
      Wer die Zeit, den Platz und auch das Geld hat : STELLT EUCH EIN GROßES TERRARIUM AUF !
      Ihr werdet Verhaltensweisen und Bewegungsabläufe bei den Ameisen finden die in einem kleinen Becken nie zu beobachten sein werden.

      Komplett aus der Ameisenhaltung aussteigen kommt natürlich nicht in Frage. Ich habe zwei kleinere Terrarien mit meinen speziellen Lieblingen aufgebaut.

      Da wären :
      60x50x80cm mit einer Kolonie Paraponera clavata und einer kleinen Polyrhachis spec. Kolonie.
      100x40x40cm mit einer Megalomyrmex spec., Polyrhachis spec.,Myrmicaria spec. in Orange und einer kleinen Diacamma Kolonie.

      Einige wenige Jungkolonien leben noch in Pflege hier. Von den einst weit über 100 Kolonien bin ich aber weit entfernt.

      Im Anhang habe ich noch ein paar Bilder beigefügt, ich werde auch weiterhin hier treu mitlesen und sicher auch die Zeit finden das eine oder andere zu schreiben.
      Gruß
      Fred
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    • Re: Ein Stück Südamerika

      Hallo Fred,

      kann dich gut verstehen. Es ist immer schwer, wenn man seine Ameisenhaltung zurückschrauben muss. Das abgeben von Kolonien und Terrarien ist schon schmerzhaft. Aber letzten Endes muss die Haltung Freude bereiten und sollte daher immer in Einklang mit den eigenen Möglichkeiten an Zeit und Energie sein. Dazu gehört leider auch die Einsicht, das beides beschränkt ist.

      Wobei mir persönlich die großen Terrarien immer relativ wenig Arbeit machen. Sehr viel zeitintensiver sind Jungkolonien in kleinen Gründungsterrarien. Türchen auf und füttern hier. Türchen auf und entfernen von Futterresten da. Große Terrarien mit ihrer Mikrofauna verwerten Futterreste u.ä. wesentlich besser und sind somit, einmal eingerichtet, nahezu Selbstläufer. Was sie dafür brauchen ist Platz und nicht unerheblich viel Strom für Beleuchtung etc.

      Als Leser dieses Threads finde ich es natürlich schade, dass du deinen Ausflug nach Südamerika beenden musstest. Aber es ist ja nicht aller Tage Abend und du bleibst der Ameisenhaltung ja erhalten. Von daher bleibt mir nur zu wünschen, dass jetzt bei dir alles im Lot ist und die Haltung mit deinem Leben jetzt besser harmoniert. :)

      LG
      Marcel