*Cataglyphis, beobachten und halten.

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    • Hallo Zusammen!

      Ich möchte mich an dieser Stelle mal beteiligen.

      Seit nicht ganz einem Jahr halte ich eine kleine Cataglyphis livida Kolonie. Der Artname ist aber irgendwie nicht ganz richtig, meiner Meinung nach gibt es Cataglyphis livida und C. lividus die aber wohl die selbe Art beschreiben. Vielleicht kann mir da auch noch ein anderer auf die Sprünge helfen.

      Zu Begin:

      Die kleinen bekam ich nicht direkt vom Shop geschickt sondern über Umwege von "dommsen", auch er bestellte sich eine Kolonie. Das war letztes Jahr im August/September. Die Art ist nicht ganz ohne, vor Jahren probierte ich die Haltung schon einmal, ohne Erfolg. Auch gibt es nur wenige Berichte gut laufender Kolonien im Internet. Ich persönlich kenne nur noch einen Bericht auf der Seite antclub.org. Dieser Bericht beginnt 2014 und endet 2017.

      Die Kolonie:

      Meine Kolonie bekam ich nun mit fünf Arbeiterinnen und Brut. Ich entschloss mich dazu Ihnen die Möglichkeit zu geben sich selbst ein Nest zu graben. Um Einblick zu erhalten baute ich eine Art Ameisenfarm in der Arena. Natürlich verhielten sie sich ganz anders und bauten nur eine kleine Kammer, eher ein Gang. Dort hatte ich keinerlei Einsicht und so musste ich hoffen das es schon klappen würde. Ich bot Wasser und Zuckerwasser an sowie Fliegen und kleine Schokoschaben. Das hatte ich so laufen lassen. Ich habe aber so gut wie keine Aktivität wahrnehmen können. In den fünf Monaten habe ich vielleicht zwei, drei mal eine Arbeiterin gesehen. Anfang des Jahres entschloss ich mich dann sie dort wieder raus zu nehmen. Sie hatten aber keine Brut und nur noch drei Arbeiterinnen lebten.
      Ich setzte sie nun in ein Reagenzglas und hielt sie einen Monat kühler. Danach legte ich sie zu einer Beleuchtungseinheit die das Reagenzglas recht gut erwärmte. Seit dem geht es deutlich besser vorran, auch wenn es anfangs recht schleppend lief. Der erste Schwung Arbeiterinnen 2019 war auch nicht wirklich prickelnd. Ich hatte drei Nacktpuppen von denen nur eine etwas wurde. Nun sind es vier Arbeiterinnen und eine anständige menge Brut in allen Stadien der Entwicklung. Diesmal auch richtige Puppen. Das erste Bild ist vorgestern entstanden, das andere heute nach gestriger Fütterung.



      Lieben Gruß
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Hallo!

      Danke Phil, das klärt die Sache auf. Ich finde halt eine Unmenge zu Cataglyphis lividus im Netz, ich schau oft und viel bei antsofafrica.org. Es gibt auch noch drei subspecies zu C. lividus:
      • C. l. bulgaricus
      • C. l. lividus
      • C. l. luteus
      Sodass ich immer davon ausging dass es sich bei Cataglyphis lividus um die korrekte Schreibweise handelt.
      Aber gut, nun bin ich schlauer :ABC:

      LG, Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Hallo. Man findet das ja bei vielen Arten, noda-nodus, bombycina-bombycinus, viatica-viaticus usw..
      Mir scheint, früher, bis vor wenigen Jahren wurden eher männliche Endungen benutzt, heute weiß man alles besser und benutzt weibliche Endungen.
      Nach den "Unruhen" um die Umbenennung von Camponotus ligniperda zu ligniperdus überzeugt mich eigentlich so etwas wenig. Auch da wurden ja viele Argumente ins Feld geführt, u.a die korrekte Anwendung der lateinischen Sprache. Als ob die Altvorderen dieser nicht viel eher mächtig gewesen wären... Heute scheint es so zu sein, dass die Umbenennung eher rückgängig gemacht wurde, naja.
      Dabei ist ein Name ein Name, er dient vor allem der Unterscheidung und Identifizierung einer Art, glaube ich. Der Streit, der um solche Endungen geführt wurde, ist doch eigentlich sinnlos. Und irgendwie respektlos.

      Denn, ich weiß wirklich nicht, ob solche Umbenennungen nötig sind. Für mich führen sie eher zu Verwirrungen und machen ältere Werke und Autoren/Wissenschaftler aus früheren Zeiten unverständlich und nehmen ihnen einiges an Bedeutung.
      Natürlich entwickelt sich die Wissenschaft und das Wissen allgemein weiter und fort. Aber solche Fragen wie die Namensendungen haben mit diesem Umstand wohl kaum etwas zu tun.

      Ich wünsche eigentlich keinen der heutigen Wissenschaftler, dass er auf diese Weise in der Zukunft "aktualisiert" wird.

      LG, Frank.
    • Ich stimme zu, dass die Diskussionen um die richtige Grammatik des Artnamens unnötig sind. Zwar haben die Artnamen oft irgendeine lateinische oder griechische Bedeutung, und es würde wie schlechte Rechtschreibung aussehen. Aber es wird auch viel lateinisiert dass überhaupt keine keine echte Bedeutung hat und von daher sowieso nicht mehr viel mit der lateinischer Sprache zu tun hat. Von daher...

      Nach meinem Eindruck rührt das fehlerhafte Artnamengeschlecht oft daher, dass die originale Artbeschreibung in einer anderen Gattung die ein anderes Geschlecht erforderte. Zum Beispiel wurde Cataglyphis livida von André 1881 korrekt männlich als "Myrmecocystus albicans var. lividus" beschrieben (hier, S. 58). Die europäischen Myrmecocystus wurden dann später in die neue Gattung Cataglyphis überführt, und der Artname dann (fälschlicher Weise) nicht korrekt ins weibliche Geschlecht abgeändert, wie für Cataglyphis notwendig.

      Ein weiteres Beispiel ist Camponotus truncatus -> jetzt Colobopsis truncata.


      Noch kurz zu Ants of Africa: Da muss man etwas aufpassen, da Taylor die Artnamen oft ohne formale (Neu)Beschreibung abändert oder zu Art oder Unterartstatus erhebt. Er macht zwar exzellente Arbeit, jedoch sind viele seiner Arten bzw. Unterarten nicht formal von Wissenschaftlern akzeptiert (dafür müsste er sie in Fachzeitschriften veröffentlichen).
      Bspw. listet der Antcat ("offizielles Ameisenarten-Buch" nach Bolton) keine legitimen Unterarten für C. livida, sondern diese wurden formal mit der Art synonymisiert (von Radschenko 1997).

      Grüße, Phil
    • Manchmal geschehen Dinge, die man nicht beabsichtigt hat.
      In einer meiner bombycinus-Kolonien sind einige Formicinen einer anderen Art geschlüpft und werden bis jetzt geduldet.

      Jetzt, im Sommer füttere ich ganz gern mit Puppen anderer Ameisen, die ich im Freiland sammel. Ich weiß, das klingt nicht sehr nett, aber ich entnehme den Kolonien immer nur wenige Puppen. So verfüttere ich an meine Cataglyphis-Kolonien Puppen von F. sanguinea, F. fusca, Lasius niger und von Myrmica spec..
      Heute sah ich nach der Arbeit in die Nester meiner bombycinus und entdecke zu meiner Überraschung junge Arbeiterinnen von Raptiformica sanguinea unter den Arbeiterinnen der Cataglyphis. Die Arbeiterinnen sind offenbar nicht einmal mehr ganz jung, der Chitinpanzer wird schon dunkelgelb, sie dürften schon ein, zwei Tage alt sein. Sie werden nicht nur geduldet, sie schalten sich bereits ins Kolonieleben ein, nehmen an Trophallaxis teil, halten sich bei der Brut auf und versorgen diese mit, scheinen gut integriert zu sein.
      Das finde ich hochinteressant. Ich werde diesen Versuch, wenn er weiter so verläuft, etwas ausbauen und weitere Ameisen dieser Art als Brutstadien zusetzen.

      Ich weiß, sehr schlechte Fotos. Sie entstanden in Eile und sind nicht besonders scharf.



      Das Ganze erinnert mich an Experimente, die ich als sehr junger Bursche mit jungen Arbeiterinnen verschiedener einheimischer Artenpaare gemacht habe. Ich hatte viel Zeit, die Sommerferien waren lang und es gab viele Ameisen.

      Man kann sehr junge Ameisen verschiedener Arten, Gattungen und sogar Unterfamilien zusammen bringen und aneinander soweit gewöhnen, dass manchmal sogar eine Art Kolonieleben entsteht. Diese jungen Tiere sind meist noch nicht aggressiv und akzeptieren andere junge Ameisen. Auf diese Weise habe ich mehrmals junge Arbeiterinnen von Lasius mit ebenso jungen Arbeiterinnen verschiedener Arten der Gattung Formica zusammen gesetzt, Myrmica mit Manica, Lepthothorax mit Tetramorium, Formica mit Campontus etc.. Einige Male sogar sehr junge Arbeiterinnen von Formica spec. mit ebenso jungen Arbeiterinnen von Myrmica.
      Solche Zusammensetzungen hatten natürlich keinen Bestand für die ganz lange Zeit, Arbeiterinnen verschiedener Arten, Gattungen oder gar Unterfamilien pflegen nicht gemeinsam eine Königin und auch meist nicht die Larven und Brut einer beteiligten Art, jedoch war es interessant, zu sehen, ob sich die Tiere irgendwie verständigen können, ob sie kommunizieren, Futter austauschen, sich gegenseitig pflegen und putzen usw., wie es Ameisen ja tun.
      Dies war ein Weg, fremde Ameisen in eine Kolonie einzubringen. Ein anderer ist dieser hier.
      Ich hatte das jetzt eigentlich nicht vor, doch kann man versuchen, einer Kolonie relativ viele Puppen einer anderen, verwandschaftlich nicht all zu weit entfernten Art unterzujubeln. Viele Puppen werden gefressen, angefressen und dann entsorgt. Doch einige schaffen, wie hier, vielleicht zu schlüpfen und werden dann evtl. geduldet. Puppen nicht verwandter Arten werden von den erwachsenen Arbeiterinnen der "Wirtskolonie" natürlich nicht akzeptiert, sie werden in jedem Fall gefressen oder entsorgt. D.h., zB. Myrmica-Arbeiterinnen werden in keinem Fall in einer entwickelten Cataglyphis-Kolonie oder einer anderen Kolonie von Formicinen schlüpfen. Um so etwas vielleicht zu erreichen, müsste man auch hier junge Tiere zusammen bringen.
      Was bringen solche Versuche?
      Nicht viel, aber sie sind interessant, finde ich. Man kann vielleicht sehen, wie weit sich Ameisen verschiedener Arten, Gattungen und sogar Unterfamilien verstehen, inwieweit sie zu einem sozialen Miteinander fähig sind. Putzen sie sich gegenseitig, füttern sie einander, gibt es gegenseitiges Trageverhalten bei Umzügen usw.? Das wäre dann taktile Kommunikation. Wie ist es mit chemischer Kommunikation? Was wird geschehen, wenn zB. die Raptiformica in einem Cataglyphis-Volk alarmieren mit ihren typischen, duftenden Propagandapheromonen? Wahrscheinlich werden die Cataglyphs-Arbeiterinnen in Panik geraten. Aber gibt es einen Lerneffekt? Gewöhnen sie sich daran? Kann man daraus Rückschlüsse auf die verwandschaftlichen Beziehungen der Arten ziehen? Ganz sicher, zumindest dann, wenn man sich bei den vergesellschafteten Arten auf Gattungen oder wenigsten die Unterfamilien beschränkt.

      Ich bin überrascht, dass diese jungen Raptiformica im Nest der bombycinus geschlüpft sind. Es ist zufällig geschehen und war nicht beabsichtigt. Es ist zu früh, anzunehmen, dass sie hier in der Kolonie eine Zukunft haben. Es kann sein, dass sie noch als artfremd erkannt und getötet werden.
      Doch wenn das nicht geschieht, werde ich diesen Versuch mal etwas ausbauen und mir das genauer ansehen.

      LG, Frank.

      Edit: Hier noch ein etwas schärferes Bild einer sanguinea-Arbeiterin, umgeben von minor-Arbeiterinnen der C. bombycinus, gemeinsam mit diesen bei der Nahrungsaufnahme.

      The post was edited 1 time, last by Frank Mattheis ().

    • Hallo Leute!

      Bei meinen Cataglyphis livida sieht es jetzt leider wieder weniger gut aus. Ich habe jetzt vier Arbeiterinnen, davon ist eine verkrüppelt. Das mag daran liegen das die Puppen etwas feucht geworden sind.
      Vor ein paar Tagen entdeckte ich eine große Menge Futtermilben in dem RG. In meiner Eile musste ich schnell ein neues RG fertig machen. Ich habe aber nur noch sehr große Reagenzgläser mit einem Durchmesser von 30mm, etwas zu groß für so eine kleine Art. Naja, neue RG´s neigen halt, gerade zu beginn, relativ schnell zu beschlagen, vor allem wenn man sie warm hält. Natürlich muss ich diese Art sehr warm halten, also beschlug das RG so sehr das sich größere Tropfen darin sammeln konnten. So kam es, trotz Sand im RG, dazu dass die Puppen nass wurden. Also es läuft wirklich sehr "semi" gut zur Zeit.
      Aber ich hoffe auf die nächsten Wochen, drückt mir die Daumen. Die Königin hat auch wieder ein neues Eipaket gelegt und ein paar Larven gibt es auch noch! Bilder gibt es beim nächsten mal wieder!

      Gruß
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Hey Mathias, es ist immer schwierig mit den Feuchtigkeitsverhältnissen im Nest bei den Cataglyphis. Man möchte meinen, Wüstenameisen, die brauchen es trocken. Aber wir wissen ja, dass das auch zu Fehlentwicklungen bei den Jungtieren führen kann. Es sind Bodenbewohner, erdfeucht sollte es sein.
      Was schwierig ist. Sobald man das Nest befeuchtet, wird auch der umgebende Sand feucht und schon können die Tiere graben, was sie eben gerne tun. Bei einem Beobachtungsnest im Terrarium ein schwieriger Balanceakt, hier das richtige Maß zu finden.

      Ich bin immer noch überrascht. Zwei Raptiformica leben in der Kolonie und werden akzeptiert.



      Sie sind völlig integriert. Es sind nur zwei, ich hatte einfach nicht die Zeit, für Nachschub zu sorgen und weitere Brut der Art zu zu geben.
      Mittlerweile verlassen die Raptiformica auch das Nest. Sind sie draußen, scheinen sie etwas überfordert zu sein. Die Nestumgebung ist, untypischerweise für die Art, sehr leer, eben ausgerichtet auf die Haltung der Wüstenameise C. bombycinus.

      LG, Frank.
    • Hallo Ameisenfreunde.
      Es gelingt ja nicht alles, und manchmal verliert man junge Königinnen. Bei den jungen bombycinus-Königinnen habe ich bisher in den etwa zehn Wochen zwei Tiere verloren. Sie starben einfach, nachdem sie scheinbar erfolgreich begonnen hatte, ihre Kolonien zu gründen.
      Man kann schlecht in die Tiere reinschauen oder sie befragen. Sicher spielen Erkrankungen und evtl. nicht bemerkte Parasiten eine Rolle. Schade nur, wenn die Gründung die erste Phase bereits überschritten hatte und es bereits junge Arbeiterinnen gibt.

      Umso schöner ist es, wenn man dann eine so erfolgreiche, "pausbäckige" junge Königin wie diese hier sieht. Es scheint ihr gut zu gehen, sie legt unentwegt Eier und ihr aufgetriebener Hinterleib zeigt, dass es bei ihr gut läuft. Sie ist umgeben von selbst aufgezogenen minor-Arbeiterinnen.



      LG, Frank.
    • Hallo Ameisenfreunde.
      Lange habe ich nichts mehr von der ägyptischen Königin berichtet. Es geht aber bei ihr gut voran, die Hilfsameisen einer marokkanischen Cataglyphis-Art, die ich ihr damals zugesetzt habe, ziehen nun brav die Nachkommenschaft auf. Es gibt nun immer mehr Arbeiterinnen der ägyptischen Art im Nest. Die Ameisen beider Arten leben dabei gut zusammen und es gibt keine Probleme. Es gibt im Nest eine große Menge an Brut in allen Stadien, leider lässt sich das nicht gut fotografieren. Kondenswasser und verschmutzte Scheiben erlauben keine guten Bilder. Hier ein Foto der Königin, vorhin gemacht.



      Ich werde die kleine Kolonie in naher Zukunft umsetzen in ein neues Nest und ein neues kleines Terrarium. Dann werden bessere Fotos möglich sein, die den Stand der Kolonie zeigen können. insgesamt bin ich sehr zufrieden, der Fang dieser einzigen Ameisenkönigin im Frühjahr in Ägypten war ein Glückstreffer.

      Die Kolonie meiner Cataglyphis bombycinus entwickelt sich ebenfalls hervorragend. Bei beiden Kolonien versuche ich, das Nest etwas feucht zu halten. Diese leicht erhöhte Feuchtigkeit im Nest scheint zu bewirken, dass die Cataglyphis viele Nachkommen aufziehen und die Königinnen ständig neue Eier legen.



      Hm, naja. Das Experiment mit den Raptiformica und zugesetzter Brut dieser Art habe ich abgebrochen. Immerhin war zu sehen, dass die Arten zuammen leben können, sich gegenseitig füttern und akzeptieren im gemeinsamen Nest. Jedoch waren die Raptiformica sehr temperamentvoll und alarmierten bei der kleinsten Erschütterung oder bei der Gabe von Futtertieren. Das führte dann jedesmal zu großer Verwirrung und zu extremen Chaos bei den bombycinus im Nest. Die Alarmpheromone der Raubameisen konnten von ihnen wohl nicht interpretiert werden und ließen sie in heillose Panik geraten. Also musste ich die Raubameisen aus der Kolonie entfernen.

      LG, Frank.

      The post was edited 1 time, last by Frank Mattheis ().

    • Hallo Zusammen!

      Es geht voran, also bei meinen Cataglyphis livida. Seit meinem letzten update habe ich an den Haltungsparametern noch etwas geschraubt. Das RG ist nun viel trockener, nicht mehr so feucht dass das RG beschlagen kann wenn es sich erwärmt. Das große RG habe ich nun in eine Box gelegt, eine Sand - Lehmmischung, als dünne Schicht, dient mir als Untergrund. Dort füttere ich nun die kleine Kolonie mit kleinen Schokoschaben, Heimchen, Mücken und Obstfliegen. Das ganze steht bei mir jetzt in der Fensterbank, Sonnenseite. Ich dachte schon ein paar mal ich hätte sie gegrillt, aber die Mädels mögen es heiß. Das läuft jetzt so gut, da will ich erstmal nichts ändern und hoffe auf weitere Sonnige Tage.

      Heute habe ich mal geschaut, naja es sieht sehr gut aus. Aus den vier Arbeiterinen konnte ich jetzt 14 machen und es ist noch einiges unterwegs:



      Ich bin sehr froh das ich es endlich mal geschafft habe diese Art so lange zu halten und es sieht dabei auch noch recht gut aus. Nun will ich sie noch bis November so halten und dann kommt sie erstmal für ein paar Wochen in den Keller, eine kleine Pause möchte ich der Kolonie gönnen.

      Gruß
      Mathias
      "Manche Menschen brauchen keine Laktose, um intolerant zu sein."
      (aus dem Internet)
    • Meine bombycinus überraschen mich ja immer wieder. Seit ein paar Tagen waren ein paar größere Puppen aufgetaucht, ich hegte schon leise die Hoffnung, die Kolonie würde Soldaten aufziehen. Jetzt schon, die junge Königin ist gerade mal ein halbes Jahr alt! Das ist auf jedem Fall ungewöhnlich bei so kleinen Kolonien.

      Und sie taten es. Tatsächlich beobachtete ich heute früh einen jungen, frisch geschlüpften Soldaten. Noch kein ganz großer, aber bereits sehr viel größer als alle anderen Individuen der Kolonie und mit großen, stark verlängerten Mandibeln.
      Sehr hübsch... :love:



      Das freut mich sehr. Ich muss sagen,, dass es "mir" bisher nicht gelungen ist, Soldaten bei der Art in Gefangenschaft aufzuziehen. Natürlich meine ich, dass es meinen Cataglyphis bombycinus bei mir bisher nicht gelungen war.
      Mag sein, dass die reichliche Fütterung in diesem Spätsommer mit hochwertigen Proteinen eine Rolle spielte. Vielleicht spielt aber auch eine Rolle, dass die noch kleine Kolonie im Terrarium mit einer anderen kleinen Ameisenkolonie zusammen lebt. Es lebt eine kleine Kolonie einer tunesischen Messor spec. mit im Terrarium. Es kommt zwischen den Arten nie zu Konflikten, beide Arten sind friedlich und auf Koexistenz ausgerichtet, aber das Zusammenleben mit anderen Ameisen spielt vielleicht indirekt eine Rolle bei bombycinus und forciert vielleicht die Aufzucht von Soldaten.

      LG, Frank.